24h Spa: ers­ter gro­ßer Er­folg für den BMW M6 GT3

In ei­nem knap­pen Fi­nish sorg­te das ROWETeam bei den 24h von Spa für den ers­ten gro­ßen Er­folg des BMW M6 GT3. Der­weil wur­de Mer­ce­des un­mit­tel­bar vor dem Start dras­tisch ein­ge­bremst

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Gre­gor Mes­ser

Es ist das Zau­ber­wort der Bran­che: Die „Ba­lan­ce of Per­for­mance“, kurz BoP, soll für ein aus­ge­wo­ge­nes Kräf­te­ver­hält­nis der un­ter­schied­li­chen Fahr­zeug-Kon­zep­te sor­gen. Nur so sind Front-, Mit­tel- und Heck­mo­tor-ge­trie­be­ne Sport­wa­gen un­ter ei­nen Hut zu brin­gen. Ein paar Ki­lo­gramm mehr oder we­ni­ger hier, ein et­was grö­ße­rer oder klei­ne­rer Luft­men­genBe­gren­zer dort – fer­tig ist die Aus­ge­gli­chen­heit. Bis­lang war das Feld meist ho­mo­gen ge­mischt: Egal, ob Au­di, Mer­ce­des, Lam­bor­ghi­ni, Fer­ra­ri, Bent­ley, BMW, Por­sche oder McLa­ren – je­der konn­te be­reits Füh­rungs­luft at­men.

Ge­än­der­tes Mo­tor­map­ping

Doch nach dem Qua­li­fy­ing um die Su­per-Po­le ver­stan­den die Re­gel­ma­cher um Se­ri­en­pro­mo­ter Sté­pha­ne Ra­tel kei­nen Spaß mehr: Sechs Mer­ce­des auf den ers­ten sechs Start­plät­zen – ging das noch mit rech­ten Din­gen zu? Nein – da­rin schien sich zu­min­dest die Kon­kur­renz ei­nig. Mer­ce­des ha­be nicht erst bei den SpaVor­tests An­fang Ju­li ge­trickst und ge­blufft: Be­reits vor der Sai­son, als die BoP für den AMG GT3 fest­ge­legt wur­de, sei das Au­to mit an­de­ren Ae­ro­dy­na­mik­tei­len un­ter­wegs ge­we­sen – et­wa mit ei­nem an­de­ren Un­ter­bo­den, der da­mals we­ni­ger Ab­trieb pro­du­ziert hat­te. Bis tief in die Nacht und auch noch am Mor­gen des Renn­ta­ges such­ten die Tech­ni­schen Kom­mis­sa­re nach Er­klä­run­gen. Letzt­lich wur­de man im Mo­tor­raum des Acht­zy­lin­der-Bom­bers ver­meint­lich fün­dig: Zünd­zeit­punk­te, wie sie nicht im ver­bind­li­chen Ho­mo­lo­ga­ti­ons­blatt nie­der­ge­legt wa­ren, mach­ten die Prü­fer für die Leis­tungs­stei­ge­run­gen an­schei­nend aus­fin­dig. Sämt­li­che werks­un­ter­stütz­ten AMG GT3 muss­ten sich er­go am En­de der Top-20-Grup­pe auf­stel­len. Oben­drein muss­te der al­te Mo­tor-Da­ten­stand ein­pro­gram­miert wer­den. Be­son­ders bit­ter je­doch: In der ers­ten hal­ben St­un­de des Ren­nens hat­ten die sechs Bo­li­den auch noch ei­ne fünf­mi­nü­ti­ge Stop & Go-Stra­fe ab­zu­sit­zen – ein Zeit­ver­lust von drei Run­den, kal­ku­liert man die in Spa be­son­ders lan­ge Bo­xen­durch­fahrt mit ein. We­gen ei­ner frü­hen Sa­fe­ty­CarPha­se, bei der vier der sechs Mer­ce­des so­fort stopp­ten, hielt sich das Zeit­man­ko in Gren­zen. AMG-Kun­den­sport­lei­ter Jo­chen Bit­zer er­klär­te: „Das Re­gle­ment kann in die­sem Punkt un­ter­schied­lich aus­ge­legt wer­den. Die Re­gu­la­ri­en sind da nicht ein­deu­tig de­fi­niert.“Ei­ne ganz kla­re De­fi­ni­ti­on zur Vor­ge­hens­wei­se im Rennen gab in­des Hans-Pe­ter Naundorf, Te­am­chef des ROWE Teams, sei­nen Pi­lo­ten mit: „Wir ma­chen kei­ne Feh­ler, wir hal­ten uns an die Stre­cken­be­gren­zung! Soll­tet ihr doch mal über die Li­nie fah­ren müs­sen, geht vom Gas, um den Sport­kom­mis­sa­ren an­hand der Da­ten be­wei­sen zu kön­nen, dass es kei­ne Ab­sicht war.“Tat­säch­lich war das ROWE-Trio ei­nes der we­ni­gen Teams, die oh­ne Durch­fahrts­stra­fe ins Ziel fuh­ren. Über sei­ne drei Pi­lo­ten konn­te Naundorf nur Gu­tes be­rich­ten: „ Al­le wa­ren sehr stark. Alex­an­der Sims fuhr das Qua­li­fy­ing, er war der Schnells­te, Ma­xi­me Mar­tin den Start – er woll­te un­be­dingt gewinnen, und er geht stets be­son­nen zur Sa­che. Zu­dem hat er Ex­tra-Qua­li­tä­ten im Nas­sen. Phil­ipp Eng wie­der­um küm­mer­te sich um die Ab­stim­mung.“Was Naundorf be­son­ders freu­te: „Je­der war mit den Ent­schei­dun­gen ein­ver­stan­den. Da gab kei­ner die Di­va.“ROWE hat­te zu­dem das Quänt­chen Glück auf sei­ner Sei­te – et­wa beim ge­schick­ten Nut­zen der Sa­fe­ty­Car-Pha­sen. Zu­dem ver­mas­sel­te sich Bent­ley den Sen­sa­ti­ons­sieg selbst, weil die Bri­ten beim Wech­sel auf Re­gen­rei­fen im Schau­er der Schluss­pha­se das Bo­xen­stopp-Re­gle­ment falsch in­ter­pre­tier­ten und über ei­ne Mi­nu­te Zeit ver­schenk­ten. Das be­traf auch zwei der sich wie­der stark nach vorn ge­ar­bei­te­ten Mer­ce­des. So blieb den Schwa­ben mit dem fran­zö­si­schen AKKA ASPTeam im­mer­hin noch der zwei­te Platz. Die Ba­lan­ce scheint wie­der zu stim­men.

Mä­ßi­ge Zuf­rie­den­heit bei Au­di: In­ge­nieur Plietsch, Quat­tro-Chef Win­kel­mann, Sport­chef Ull­rich

Stra­fe we­gen Un­safe Re­lease: Jä­ger/Paf­fett/ Götz ver­lo­ren Rang zwei kurz vor Schluss

Statt Sieg nur Rang vier: Bent­ley büß­te am En­de noch mit Durch­fahrts­stra­fe

Po­dest nach Auf­hol­jagd: Der dritt­plat­zier­te WRT-Au­di lag nach Kol­li­si­on auf Platz 46

Strah­len­de Sie­ger: Die Werks­fah­rer Eng, Sims und Mar­tin be­scher­ten BMW mit dem neu­en M6 den 23. Ge­samt­sieg beim Langstre­cken­klas­si­ker

Be­ein­dru­ckend: Vau­tier/Ro­sen­qvist/van der Zan­de kämpf­ten sich als bes­tes AMG-Team auf Platz zwei

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