DOWN­SI­ZING ODER DIE­SEL?

Trotz ho­her Prei­se ist der Au­di Q3 ei­nes der meist­ver­kauf­ten SUV in Deutsch­land. Im Test: Klei­ner Ben­zi­ner mit Zy­lin­der­ab­schal­tung ge­gen Tur­bo­die­sel mit SCR-Ka­ta­ly­sa­tor

AUTO ZEITUNG - - TEST · BENZINER GEGEN DIESEL: AUDI Q3 - Paul Eng­lert

Die ho­he Sitz­po­si­ti­on, ei­ne gu­te Ver­kehrs­über­sicht, or­dent­lich Platz mit 460 Li­ter Kof­fer­raum­vo­lu­men und oben­drein das ed­le Au­diI­mage: Nicht oh­ne Grund ent­schie­den sich bei uns zwi­schen Ja­nu­ar und Ju­li die­ses Jah­res be­reits 18.153 Neu­wa­gen­käu­fer für den Au­di Q3. Gut 55 Pro­zent da­von sind ge­werb­li­che Hal­ter, die meist auf den Die­sel set­zen. Doch ab wann lohnt sich der Selbst­zün­der, mit dem man zwar an der Tank­stel­le spart, für den das Fi­nanz­amt je­doch ei­ne deut­lich hö­he­rer Rech­nung schickt? Im Kos­ten­ver­gleich tre­ten die bei­den 150 PS star­ken 1.4 TSI und 2.0 TDI an – je­weils als ul­tra-Va­ri­an­te. Das heißt: Der Ben­zi­ner ver­fügt über ei­ne Zy­lin­der­ab­schal­tung bei gleich­mä­ßi­ger, zu- rück­hal­ten­der Fahr­wei­se (cy­lin­der on de­mand COD), so­dass nur zwei Brenn­räu­me ak­tiv sind. Beim TDI be­deu­tet der Zu­satz „cle­an die­sel ul­tra“, dass die Ab­ga­se durch ei­nen Ka­ta­ly­sa­tor strö­men, der Stick­oxi­de per Harn­stoff-Ein­sprit­zung re­du­ziert. Der Tank da­für ist so ins Fahr­zeug in­te­griert, dass man kei­ne Platz­ein­bu­ßen hat. Im Ver­gleich zum kom­pak­ten A3 Sport­back bie­tet das Ge­päck­ab­teil 80 Li­ter mehr Vo­lu­men. Die Be­die­nung ist gut ver­ständ­lich, bei der Er­go­no­mie könn­te der Q3 je­doch ein Up­date ver­tra­gen: Die Kli­maknöp­fe und -schal­ter lie­gen tief und da­mit weit ab­seits des Sicht­felds, au­ßer­dem ist der ver­ti­ka­le Ein­stell­be­reich des hand­li­chen Au­di-Lenk­rads für Per­so­nen un­ter 1,75 Me­tern nicht groß ge­nug. Aus­rei­chend kom­for­ta­bel und an­ge­nehm dy­na­misch un­ter­wegs ist

man be­reits mit dem se­ri­en­mä­ßi­gen Fahr­werk. Für 980 Eu­ro ex­tra gibt es ad­ap­ti­ve Dämp­fer, so­dass man per Knopf­druck die Ab­stim­mung ver­än­dern kann. Auch das ma­nu­el­le Ge­trie­be mit sechs Gän­gen ge­fällt mit gut de­fi­nier­ten Gassen und nicht zu lan­gen Schalt­we­gen. An­sons­ten glänzt der Kom­pak­te un­ter den Qs mit schö­ner Ma­te­ri­al­aus­wahl so­wie ho­her Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät. Und was kos­tet so viel Pres­ti­ge? Fan­gen wir im Au­to­haus an, wo es den kul­ti­vier­ten so­wie durch­zugs­star­ken Tur­bo­ben­zi­ner laut Preis­lis­te ab 29.950 Eu­ro gibt. Das sind 2650 Eu­ro we­ni­ger, als Au­di für den et­was rau­er lau­fen­den Com­mon-Rail- Die­sel auf­ruft. Zu­dem muss man für den TDI ul­tra pro Jahr 136 Eu­ro mehr Steu­ern be­zah­len. Erst bei Durch­schnitts­ver­brauch und Kraft­stoff- kos­ten bie­tet der Selbst­zün­der fi­nan­zi­el­le Vor­tei­le: 6,5 Li­ter be­nö­tigt er im Test auf 100 Ki­lo­me­tern, 7,9 Li­ter sind es mit dem fast 100 Ki­lo­gramm leich­te­ren Ben­zi­ner. In punc­to Ver­si­che­rung und War­tung lie­gen TSI und TDI qua­si auf ei­nem Ni­veau, gro­ße Un­ter­schie­de gibt es aber mit zu­neh­men­der Hal­te­dau­er beim Wert­ver­lust – zu­guns­ten des Selbst­zün­ders. So rech­net sich der Q3 TDI cle­an die­sel un­term Strich be­reits nach et­wa 7800 km Jah­res­fahr­leis­tung – ei­ne Stre­cke, die man selbst bei über­wie­gen­dem Stadt­ver­kehr per an­no über­trifft. Fi­nan­zi­el­le Ar­gu­men­te blei­ben für den Q3 mit dem Tur­bo­ben­zi­ner 1.4 TSI COD ul­tra al­so nicht – al­ler­dings ent­schei­det man beim Au­to­kauf nicht im­mer aus­schließ­lich nach wirt­schaft­li­chen Kri­te­ri­en.

Ei­ne sport­lich-kom­for­ta­ble Schal­tung ha­ben bei­de, der Fahr­mo­dusSchal­ter mit Ef­fi­zi­enz-Pro­gramm (dri­ve select) kos­tet 200 Eu­ro

ul­tra be­deu­tet: Der TSI schal­tet bei Teil­last zwei Zy­lin­der ab (COD), der TDI re­du­ziert Stick­oxi­de mit­tels Harn­stoff-Ein­sprit­zung (AdBlue)

Dank Tur­bo ist der TSI durch­zugs­stark, bei flot­ter Fahrt aber auch durs­tig

Fast 1000 Ki­lo­me­ter Reich­wei­te ma­chen den TDI zum Langstre­cken­mo­tor

Ho­he Sitz­po­si­ti­on, gu­ter Über­blick. Tief in­stal­lier­te Kli­mareg­ler und -knöp­fe

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