Au­di TT RS Ca­brio­let

Ein Glück: Im neu­en Au­di TT RS Roads­ter häm­mert noch im­mer ein Fünf­zy­lin­der-Tur­bo

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Paul Eng­lert

Stolz sind sie bei Au­di auf ih­re Fünf­zy­lin­der-Ge­schich­te und ha­ben zur Prä­sen­ta­ti­on des neu­en TT RS ge­fühlt das hal­be Mu­se­um leer­ge­räumt. Mei­len­stei­ne wie der Ur-quat­tro, der Avant RS 2 oder die Renn­le­gen­den Sport quat­tro S1 aus der Ral­lye Grup­pe B so­wie der 720 PS star­ke Au­di 90 quat­tro GTO aus der IMSA-Se­rie ha­ben längst Kult-Status er­reicht und se­hen ne­ben dem neu­en, kühl wir­ken­den TT RS mit LED-Schein­wer­ferSi­gna­tur je­doch ir­gend­wie er­fri­schend aus. Zünd­schlüs­sel aber gibt’s heu­te nur für das neu­es­te Pro­dukt von der quat­tro Gm­bH. Klä­ren wir kurz ein paar Fak­ten des arab­lau­en, 1345 Mil­li­me­ter fla­chen TT RS Roads­ter: 400 PS leis­tet der nach wie vor 2,5 Li­ter gro­ße Fünf­zy­lin­der Tur­bo – gut für ei­ne Sprint­zeit von 3,9 Se­kun­den aus dem Stand auf Tem­po 100 und 250 km/ h auf der Au­to­bahn. Op­tio­nal wird die Sper­re im Steu­er­ge­rät so­gar auf 280 km/ h an­ge­ho­ben. Klingt al­les ziem­lich nach dem Vor­gän­ger, doch die Ve­rän­de­run­gen lie­gen im De- tail. Zum Bei­spiel wur­de der Mo­tor kom­plett neu kon­stru­iert mit ei­nem Kur­bel­ge­häu­se aus Alu­mi­ni­um und plas­ma­be­schich­te­ten Zy­lin­der­ge­häu­sen, ei­nem Öl­wan­nen­ober­teil aus Ma­g­ne­si­um so­wie Leicht­bau-Kur­bel­wel­le. Ins­ge­samt ist das Ag­gre­gat, das für ei­nen ef­fi­zi­en­te­ren Lauf im Teil­last­be­reich nun über ei­ne kom­bi­nier­te Saug­rohr-/Di­rekt­ein­sprit­zung ver­fügt, 26 Ki­lo­gramm leich­ter als das des Vor­gän­gers. Für ein noch bes­se­res An­sprech­ver­hal­ten wur­de die Ab­gas­füh­rung zum Bor­gWar­ner-Tur­bo ver­än­dert, des­sen Tur­bi­ne mit ma­xi­mal 2,35 bar La­de­druck Luft in die fünf Brenn­räu­me pumpt, wo­bei die ma­xi­ma­le Ab­gas­tem­pe­ra­tur von bis­her 970 auf 1000 Grad stieg. Wir en­tern den be­que­men Sport­sitz und las­sen den Vier­ven­ti­ler per Knopf­druck auf dem Sport­lenk­rad mit ei­nem kur­zen En­d­rohr-Schnal­zer an. Be­reits ab 1700 Tou­ren drückt das Kraft­pa­ket mit ma­xi­mal 480 Nm Dreh­mo­ment auf die Kur­bel­wel­le und lässt erst bei 5850 Tou­ren wie­der lang­sam los. Wir kli­cken in den Dy­na­mik-Mo­dus und öff­nen da­mit au­to­ma­tisch den Klap­pen­aus­puff. Jetzt hebt der R5-Tur­bo sei­ne klang­ge­wal­ti­ge Ba­ri­ton-Stim­me, pen­delt sich vor dem Laun­chCon­trol-Start bei 3500 /min ein, um gleich dar­auf sei­ne Po­wer via Sie­ben­gang-Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be an al­le vier Rä­der los­zu­las­sen. Die Kraft­ver­tei­lung zwi­schen Vor­der- und Hin­ter­ach­se klappt dank blitz­schnell ar­bei­ten­der Haldex-Kupp­lung her­vor­ra­gend, al­ler­dings kann der TT RS auch un­ter Ex­trem­be­din­gun­gen nie ka­schie­ren, dass er ein All­rad­ler ist. Zwar macht der Roads­ter am Kur­ven­ein­gang rich­tig Lau­ne, weil man tief in die Bie­gung hin­ein­brem­sen kann (op­tio­nal mit 13 Ki­lo leich­te­ren Kar­bon-Ke­ra­mik-Schei­ben), die

fei­ne, gut do­sier­ba­re Len­kung enorm viel Rück­mel­dung bie­tet und das Heck in der et­was ent­schärf­ten ESC-Sport­stel­lung (ESP) leicht nach au­ßen drückt. Am Kur­ven­aus­gang aber fehlt ein we­nig Punch an der Hin­ter­ach­se, der das Sport­fah­rer­herz hö­her schla­gen lässt. Kei­ne Fra­ge, der TT RS Roads­ter ist ein sehr steif ge­fer­tig­tes Fit­ness-Ge­rät, das man prä­zi­se so­wie si­cher durch Kur­ven ja­gen kann und das we­gen sei­ner kom­pro­miss­be­rei­ten Fahr­werks­ab­stim­mung auch im All­tag ge­fällt. Vi­el­leicht aber ist das Ge­schoss, dass sich sei­nes Stoff­ver­decks bis 50 km/ h in nur neun Se­kun­den ent­le­digt, ein­fach zu per­fekt – ein Al­les­kön­ner, den man wahr­schein­lich meist nur kurz im Rück­spie­gel und dann von hin­ten se­hen wird.

FA­ZIT: Der neue Au­di TT RS Roads­ter ist ein bä­ren­star­ker Kom­pakt­sport­ler fürs Bröt­chen­ho­len und den Renn­stre­cken­aus­flug – schnell, si­cher, mo­dern aus­ge­stat­tet und mit sel­te­nem, ein­zig­ar­ti­gem Fünf­zy­lin­der-Klang.

Sport­lenk­rad aus dem Au­di R8 mit in­te­grier­tem Start­knopf und Fahr­mo­di-Tas­te Das Lay­out der Voll-Di­gi­tal-In­stru­men­te kann man kon­fi­gu­rie­ren – zum Bei­spiel mit Mo­tor­da­ten, G-Kraft- und gro­ßem Dreh­zahl­mes­ser Die zwei­te Ge­ne­ra­ti­on des R5-Tur­bos hat ei­ne kom­bi­nier­te Saug­rohr-/Di­rekt­ein­sprit­zung und leis­tet ma­xi­mal 400 PS Zwei gro­ße ova­le En­d­roh­re, ein Heck­flü­gel und OLED-Heck­leuch­ten kenn­zeich­nen das TT RS-Heck

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