For­mel E: Mit Ja­gu­ar en­ga­giert sich ein wei­te­rer Her­stel­ler in der in­no­va­ti­ven Renn­se­rie

Für sein Come­back im in­ter­na­tio­na­len Motorsport in der na­he­zu ge­räusch­lo­sen Elek­tro­se­rie For­mel E prä­sen­tier­te Ja­gu­ar jetzt sein Werks­team

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Gregor Mes­ser

So­viel Ge­heim­hal­tung kennt man sonst nur aus der For­mel 1. Kei­ne Fra­ge, Ja­gu­ar nimmt sei­ne Rück­kehr in den in­ter­na­tio­na­len Werks-Renn­sport sehr ernst. Mal eben durch die Box schlen­dern, wie das bei an­de­ren Teams möglich ist? Da muss man auf­pas­sen, dass ei­nen die bis­si­ge Pres­se­da­me nicht gleich zer­fleischt. Da­bei ist die Pa­nik un­be­grün­det. Be­reits seit ver­gan­ge­nem März steht die Hard­ware des neu­en Ja­gu­ar-Bo­li­den fest: ein Elek­tro­mo­tor, zwei Gän­ge. Diese Kon­fi­gu­ra­ti­on der For­me-E- Tech­no­lo­gie wird von 80 Pro­zent der Teams an­ge­wen­det. En­de Mai/An­fang Ju­ni wur­den die An­triebs­strän­ge ho­mo­lo­giert. „Doch be­reits En­de März muss­ten wir die Tech­no­lo­gie bei der FIA im Crash-Test prü­fen las­sen“, er­klärt Ja­gu­ar-Sport­di­rek­tor Craig Wil­son.

Zwei Sai­sons Rück­stand

Der kahl­köp­fi­ge Aus­tra­li­er gibt sich in der ers­ten Sai­son kei­nen Il­lu­sio­nen hin: „Die an­de­ren Teams ha­ben zwei Jah­re Tech­no­lo­gie-Er­fah­rung mehr als wir.“Ins glei­che Horn bläst auch Te­am­di­rek­tor Ja­mes Bar­clay: „Es wä­re tö­richt zu be­haup­ten, wir kom­men in die For­mel E und könn­ten die Se­rie von Be­ginn an do­mi­nie­ren. Un­se­re Kon­kur­ren­ten sind sehr stark und ken­nen den Wett­be­werb und die Tech­no­lo­gie.“Von Zie­len, Sie­gen und Po­di­ums­plät­zen will Bar­clay nicht spre­chen, aber: „Wir wol­len Er­folg ha­ben!“Die fi­na­len Test­fahr­ten im For­mel-EHaupt­quar­tier im eng­li­schen Do­n­ington ma­chen Mut. Al­le vier Ein­satz­au­tos wur­den aus­rei­chend be­wegt. Et­was, was nicht al­le Teams schaff­ten. Sport­di­rek­tor Wil­son ist dar­über

stolz: „Wir hat­ten nur sehr we­nig Zeit, uns vor­zu­be­rei­ten. Erst im ver­gan­ge­nen No­vem­ber be­ka­men wir das Okay, dass wir da­bei sind. Als Fah­rer wur­den Rou­ti­nier Adam Car­roll und der New­co­mer Mitch Evans ver­pflich­tet. „Ich war schon als Kind ein gro­ßer Ja­gu­ar-Fan“, sagt der hoch­ta­len­tier­te Car­roll, der ein For­mel-1En­ga­ge­ment oft nur knapp ver­passt hat­te. „Adam hat ge­gen die Bes­ten im Sport ge­won­nen“, be­stä­tigt Te­am­chef Bar­clay. „In den nächs­ten fünf Jah­ren wer­den wir im Au­to­mo­bil­bau mehr Ve­rän­de­run­gen er­le- ben als in den ver­gan­ge­nen 30 Jah­ren“, ma­ni­fes­tiert Ja­gu­ar-Ent­wick­lungs­vor­stand Nick Ro­gers die Ent­schei­dung, sich werks­sei­tig in der Elek­tro­se­rie zu en­ga­gie­ren. Die For­mel E of­fen­bart ei­ne Er­wei­te­rung all des­sen, was man so­wie­so ent­wi­ckelt: Mo­tor-, Bat­te­rie- und Steu­er­sys­te­me. Ja­gu­ar macht al­so ernst mit sei­ner neu­en Aus­rich­tung. So­gar auf das tra­di­tio­nel­le Bri­tish Ra­c­ing Gre­en wur­de bei der La­ckie­rung ver­zich­tet. Sport­di­rek­tor Wil­son: „Tür­kis ist jetzt das neue Bri­tish Ra­c­ing Gre­en.“

Der Name E-Ty­pe wä­re jetzt pas­send: Ja­gu­ar kehrt mit dem I-Ty­pe in den Werks­sport zu­rück

Ge­spräch mit AU­TO ZEI­TUNG: Ent­wick­lungs­vor­stand Nick Ro­gers mit Re­dak­teur Gregor Mes­ser

Fah­rer-Trio mit Er­fah­rung und Speed: Adam Car­roll, Mitch Evans und Er­satz­pi­lot Ho Pin Tung (v.l.)

Füh­rungs­kräf­te mit Know­how: Te­am­di­rek­tor Ja­mes Bar­clay (l.) und Sport­di­rek­tor Craig Wil­son (r.)

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