Ja­gu­ar F-Ty­pe SVR Roads­ter

Sie lie­ben of­fe­ne Roads­ter mit viel Leis­tung, die über 300 km/h schnell sind? Dann soll­ten Sie – ein ent­spre­chend ge­füll­tes Bank­kon­to vor­aus­ge­setzt – den Ja­gu­ar F-Ty­pe SVR Roads­ter in die en­ge­re Wahl zie­hen

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Vol­ker Ko­erdt

Re­den wir nicht über den Br­ex­it oder das Wem­bley-Tor von 1966, son­dern über die an­ge­neh­men Din­ge, die wir mit En­g­land ver­bin­den. Für Au­to-Fans ist die Tra­di­ti­on eng­li­scher Roads­ter schon im­mer ein Qu­ell der Freu­de ge­we­sen. Ein ganz be­son­de­res Ver­gnü­gen be­rei­tet da­bei der Ja­gu­ar F-Ty­pe SVR Roads­ter. Wie schon beim iko­nen­haf­ten Vor­gän­ger E-Ty­pe ha­ben die De­si­gner ei­ne atem­be­rau­ben­de Ka­ros­se­rie ge­schnei­dert: ath­le­ti­scher, mas­ku­li­ner als die des run­den, sehr wei­chen, aber den­noch so ein­ma­li­gen E-Ty­pe. Aber nicht nur beim De­sign, auch bei den Fahr­leis­tun­gen liegt der F-Ty­pe SVR ganz vorn. Der Jag geht ab wie Schmitz’ Kat­ze. Wenn die 575 PS ver­sam­melt los­ga­lop­pie­ren, schießt der Roads­ter in 3,8 Se­kun­den auf 100 km/ h und ka­ta­pul­tiert die Pas­sa­gie­re mit Macht in die wie an­ge­gos­sen sit­zen­den Sport­sit­ze. Erst bei 314 km/ h en­det die Be­schleu­ni­gungs­or­gie. Da­mit ge­hört der Bri­te nicht nur zu den Schnells­ten im Land, son­dern er steht auch beim Fahr- spaß ganz oben auf der Lis­te. Ob­wohl un­ter dem ge­schlos­se­nen Ver­deck ge­nü­gend Kopf­frei­heit auch für Per­so­nen über 1,90 Me­ter ver­bleibt, fährt man den SVR am liebs­ten of­fen – und da­mit es rich­tig rockt im Dy­na­mik-Fahr­mo­dus mit ak­ti­vier­tem Sport­aus­puf­fSound. Das Klang­ge­wit­ter, das dann los­bricht, ist fast schon un­ver­schämt. Der Aus­puff spratzt, brüllt, si­mu­liert Fehl­zün­dun­gen und bol­lert beim Her­un­ter­schal­ten. Die Acht­stu­fen-Au­to­ma­tik wech­selt da­bei blitz­schnell die Gän­ge. Und sie funk­tio­niert nicht nur ma­nu­ell per Schalt­wip­pen am Lenk­rad, son­dern auch im Au­to­ma­tik­mo­dus über­zeu­gend. Selbst wenn der Ja­gu­ar SVR kom­for­ta­bel ge­nug ist, um mit sei­nem sä­mi­gen Fünfli­ter-V8 ge­müt­lich zu crui­sen, ist er ein Ver­füh­rer zum Ra­cen. Denn trotz ei­nes nicht ge­ra­de ge­rin­gen Ge­wichts von 1830 kg fährt sich der nur 4,48 m lan­ge Roads­ter agil und hand­lich. Die di­rek­te Len­kung agiert al­ler­dings et­was syn­the­tisch um die Mit­tel­la­ge, doch nach ein biss­chen Ein-

ge­wöh­nung ist sie gut für die schnel­le Kur­ven­fahrt, wäh­rend die fest zu­pa­cken­den und in punc­to Druck­punkt klar de­fi­nier­ten Brem­sen Ver­trau­en schaf­fen. Auf schlech­ten, durch vie­le Fro­st­auf­brü­che und Une­ben­hei­ten ge­pflas­ter­ten Stra­ßen wird der Ja­gu­ar bei schnel­lem Tem­po auf der Hin­ter­ach­se al­ler­dings et­was un­ru­hig – spe­zi­ell beim har­ten An­brem­sen. Der heck­be­ton­te All­rad stei­gert die Agi­li­tät, zeigt aber ins­be­son­de­re auf Näs­se Trak­ti­ons­schwä­chen. Zu­dem spielt sich all dies erst in ei­nem Grenz­be­reich ab, der sehr hoch an­ge­sie­delt ist. An­sons­ten hin­ter­lässt der F-Ty­pe SVR Roads­ter ei­nen gut ver­ar­bei­te­ten Ein­druck. Ge­schmack­vol­les Le­der, lie­be­voll mit Näh­ten ab­ge­steppt, ziert den In­nen­raum. Elo­xier­te Blen­den auf der Mit­tel­kon­so­le und ein in­tim ge­schnit­te­nes Cock­pit spie­len ge­konnt auf der Kla­via­tur der Sport­wa­genE­mo­tio­nen. Auch bei Be­die­nung und Er­go­no­mie zeigt sich der Ja­gu­ar auf der Hö­he der Zeit. Bei ei­nem Au­to, das fast 320 km/ h schnell ist, soll­ten für den Käu­fer Ver­brauch und Preis eher Ne­ben­sa­che sein. Hier geht es nicht um ein schlich­tes Trans­port­mit­tel, son­dern um pu­res Fahr­ver­gnü­gen – und ein sol­ches hat eben sei­nen Preis. Im Ver­brauch ge­neh­migt sich der Ja­gu­ar üb­ri­gens 14,6 Li­ter auf 100 km/ h, der Grund­preis liegt bei 145.400 Eu­ro.

Mit her­aus­ra­gen­den Fahr­leis­tun­gen und dem be­tö­ren­den Klang sei­nes V8 ist der Ja­gu­ar ein Ver­gnü­gen der be­son­de­ren Art

575 PS star­ker V8 mit sat­tem Dreh­mo­ment und be­tö­ren­dem Klang

Das Vi­deo zum Test auf: www.au­to­zei­tung.de/f-ty­pe-svr

Die Sport­sit­ze des SVR bie­ten gu­ten Sei­ten­halt und sind be­quem. Das sau­ber ver­ar­bei­te­te Le­der ist ein Au­gen­schmaus, das Cock­pit über­sicht­lich und gut zu be­die­nen

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