Smart For­four Bra­bus

Wenn sich Bra­bus um den Smart For­four küm­mert, muss der stärks­te Drei­zy­lin­der der Mar­ke her­aus­kom­men. Doch im Test of­fen­bart das ex­klu­si­ve Mo­dell sei­ne wah­re Be­stim­mung

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Mar­kus Bach

Die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Smart und Bra­bus ge­hört si­cher zu den son­der­bars­ten Kon­stel­la­tio­nen der Au­to­mo­bil­ge­schich­te: auf der ei­nen Sei­te die al­ter­na­ti­ven Stadt­mo­bi­le aus dem Hau­se Daim­ler, auf der an­de­ren Sei­te der Bra­chi­al-Tu­ner aus Bot­trop, der mit sei­nen gro­ßen V12- und V8Li­mou­si­nen im­mer wie­der Leis­tungs- und Ge­schwin­dig­keits­re­kor­de brach. Doch die Zu­sam­men­ar­beit des un­glei­chen Paa­res geht mitt­ler­wei­le in das 17. Jahr – und stellt mit dem Smart For­four Bra­bus ein gänz­lich neu­es Mo­dell auf die Stra­ße. Teil­te sich der Vor­gän­ger sei­ne tech­ni­sche Ba­sis noch mit dem Mitsu­bi­shi Colt, ist die zwei­te Ge­ne­ra­ti­on eng mit dem Re­nault Twin­go ver­wandt. Zu­erst nah­men sich die Tu­ner aus Bot­trop den 0,9 Li­ter klei­nen Tur­bo­ben­zi­ner im Heck vor: Sie stei­ger­ten sei­ne Leis­tung auf 109 PS – da­mit ist er der stärks­te Drei­zy­lin­der, den es je in ei­nem Smart gab. Zum Ver­gleich: Der For­four Bra­bus hat ei­ne hö­he­re Li­ter­leis­tung als der 730 PS star­ke ers­te Bra­bus Ro­cket von 2005. Im Spurt auf der Test­stre­cke ver­passt der rund ei­ne Ton­ne schwe­re For­four je­doch die Mar­ke von un­ter zehn Se­kun­den auf Tem­po 100. Ob­wohl Bra­bus die Re­ak­ti­ons­zeit des Sechs­gan­gDop­pel­kupp­lungs­ge­trie­bes um 40 Pro­zent ver­kürzt hat, soll­ten sport­lich am­bi­tio­nier­te Fah­rer auf die se­ri­en­mä­ßi­gen Schalt­wip­pen am Lenk­rad zu­rück­grei­fen.

Das ESP ist nach­sich­ti­ger, die Len­kung gibt mehr Rück­mel­dung

Im Ver­gleich zum 78,5 Zen­ti­me­ter kür­ze­ren Fort­wo Bra­bus er­reicht der For­four ei­ne um 15 km/ h schnel­le­re Höchst­ge­schwin­dig­keit. Sein län­ge­rer Rad­stand sorgt zu­dem für ei­nen sta­bi­le­ren Gera­de­aus­lauf. Wirk­lich wohl fühlt sich der For­four aber in der Stadt: Die di­rek­ter ab­ge­stimm­te Len­kung lässt vor al­lem in en­gen Kur­ven Fahr­spaß auf­kom­men. Auch das straf­fe­re Fahr­werk steht dem Vier­sit­zer gut zu Ge­sicht. Und das von Bra­bus nach­jus­tier­te ESP lässt ak­ti­ven Fah­rern mehr Frei­hei­ten. Im Test ver­braucht der Bra­bus mit 5,9 Li­tern auf 100 km we­ni­ger als die 90-PS-Va­ri­an­te des For­four – al­ler­dings ge­neh­migt sich der Bra­bus Su­per Plus. Auch sein Ba­sis­preis von 20.520 Eu­ro ist ei­ne selbst­be­wuss­te An­sa­ge. Doch die Sum­me re­la­ti­viert sich et­was, wenn man die Aus­stat­tungs­lis­te be­trach­tet: So ist ein in die­sem Seg­ment sel­te­ner Ab­stands­war­ner an Bord. Da­zu gibt es ei­ne Kli­ma­au­to­ma­tik, rund­um ex­klu­si­ve 17-Zoll-Alus, ei­ne Sport­ab­gas­an­la­ge und ein schi­ckes Pan­ora­ma­dach. Und für noch­mals 3000 Eu­ro lässt sich der Bra­bus im Xclu­si­ve-Pa­ket mit Nap­pa­le­der-Sport­sit­zen, LED-Leuch­ten, Sitz­hei­zung und ei­nem Zu­satz­in­stru­ment auf­rüs­ten. Da­mit wird der Kraft­zwerg nicht nur zum sport­lichs­ten, son­dern auch zum lu­xu­riö­ses­ten Smart.

FA­ZIT: Der Smart For­four Bra­bus spielt nicht die Rol­le des kom­pro­miss­lo­sen Tu­ning-Sport­lers. Er gibt eher das fahr­ak­ti­ve Top­mo­dell der Bau­rei­he. Ex­klu­si­vi­tät und ed­le Aus­stat­tung las­sen den ho­hen Preis ver­schmer­zen.

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