DTM: Vor­ent­schei­dung am Nür­burg­ring für BMW-Pi­lot Mar­co Witt­mann

Durch ei­nen Sieg und ei­nen drit­ten Platz auf dem Nür­burg­ring konn­te BMW-Pi­lot Mar­co Witt­mann sei­ne Ta­bel­len­füh­rung aus­bau­en. Au­di-Pi­lot Edo­ar­do Mort­a­ra braucht fast ein Wun­der, um noch in den Ti­tel­kampf ein­grei­fen zu kön­nen

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Gre­gor Mes­ser

Wenn’s läuft, dann läuft’s. An Mar­co Witt­mann als er­neu­tem DTMMeis­ter dürf­te kein Weg vor­bei­füh­ren. Der BMW-Fah­rer aus dem Team RMG von Ste­fan Rein­hold hat so oft ge­punk­tet wie kein an­de­rer Pi­lot in die­ser Sai­son: Nur zwei Null­run­den ver­buch­te der 26-jäh­ri­ge Fran­ke in bis­lang 14 Läu­fen. Sei­ne ärgs­ten Ver­fol­ger, Edo­ar­do Mort­a­ra (Au­di), Ro­bert Wi­ckens (Mer­ce­des) und Ja­mie Gre­en (Au­di) muss­ten da schon viel öf­ter oh­ne Zäh­ler nach Hau­se fah­ren. Be­son­ders be­ein­dru­ckend ist frei­lich Witt­manns Run in den ver­gan­ge­nen sechs Ren­nen. Seit der Ver­an­stal­tung in Zand­vo­ort durf­te der Meis­ter von 2014 in sechs Ren­nen fünf­mal auf dem Po­di­um Cham­pa­gner ver­sprit­zen. Witt­mann, der zu­vor ei­nen Sieg in Spielberg als High­light ver­bu­chen konn­te, sich an­sons­ten aber ei­nen Ruf als eif­ri­ger Punk­te-Hams­te­rer schuf, holt jetzt die Big Po­ints. Die 95 Punk­te aus den Ren­nen in Zand­vo­ort, Mos­kau und am Nür­burg­ring er­ziel­te in der ge­sam­ten Sai­son nicht mal der Ta­bel­len­sechs­te, Witt­manns Mar­ken­kol­le­ge Tom Blom­qvist. Witt­mann fin­det stets den ele­gan­ten Mix aus nö­ti­ger An­griffs­lust und de­fen­si­ver Stra­te­gie. „Lu­cas Auer hat­te ei­nen sehr gu­ten Start, und ich hät­te kei­nen Weg an ihm vor­bei­ge­fun­den, oh­ne zu gro­ße Ri­si­ken ein­zu­ge­hen“, sag­te Witt­mann nach dem Ren­nen am Sonn­tag, das er als Drit­ter be­en­de­te – eben, war­um auch zu viel ris­kie­ren? So aber konn­te Au­di-Hotshot Edo­ar­do Mort­a­ra mit al­ter­na­ti­ver Bo­xen­stopp-Stra­te­gie – der Abt-Pi­lot blieb vor sei­nem Stopp elf Run­den län­ger auf der Pis­te – die Spit­ze über­neh­men und nach sei­nem Auf­takt­sieg und sei­nem Er­folg auf dem No­ris­ring zum drit­ten Mal ziem­lich sou­ve­rän tri­um­phie­ren. Au­di bleibt nun nichts an­de­res mehr üb­rig, als sei­ne Je­tons auf den mul­ti­lin­gua­len Mort­a­ra zu set­zen – nach­dem Ja­mie Gre­en im Sams­tag­ren­nen noch knapp der Vor­zug ge­ge­ben wur­de. Doch ei­ne Durch­fahrt­stra­fe raub­te Gre­en am Sonn­tag die Mög­lich­keit, wei­te­re Punk­te zu ho­len.

2017: We­ni­ger Au­tos

Der­weil be­fin­det sich die DTM hin­ter den Ku­lis­sen schon längst in ih­rer nächs­ten Aus­ein­an­der­set­zung: Das Feld soll re­du­ziert wer­den, von acht auf sechs Au­tos pro Her­stel­ler. Viel­leicht aber doch nur auf sie­ben, wenn man Youngs­tern spo­ra­disch ei­ne Chan­ce ge­ben will. Für die Fans, die von den Her­stel­ler doch so gern um­garnt wer­den, läuft das gar nicht gut.

Auch bei den Stopps ers­te Klas­se: Witt­manns RMG-Trup­pe brauch­te da­für 28,6 Se­kun­den

Re­van­che-Foul? Am Sams­tag ließ Schei­der (Au­di) Paf­fett über die Klin­ge sprin­gen

Ti­tel adé? Wi­ckens strau­chel­te schon im Trai­ning. Er hol­te nur zwei Punk­te

Ju­beln­der Ti­ro­ler: Lu­cas Auer fuhr gleich zwei­mal Qua­li-Best­zeit

Drit­ter Sieg für Mort­a­ra (l.). Witt­mann aber hat 33 Punk­te Vor­sprung

16 Sai­sons lang, seit 2001, zähl­te Mar­tin Tomc­zyk zum DTM-Esta­blish­ment

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