Fahr­be­richt: Der neue Peu­geot 3008 star­tet jetzt als SUV

In der zweiten Auf­la­ge wird aus dem Peu­geot 3008 2.0 Blu­eHDi ein bei­na­he rich­ti­ges SUV

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Tho­mas Gei­ger

Bes­ser spät als nie! Auch Peu­geot hat er­kannt, dass am SUV of­fen­bar kein Weg vor­bei­führt. Den Schritt­ma­cher bei der Auf­hol­jagd soll der neue 3008 ge­ben, der En­de Ok­to­ber zu Prei­sen zwi­schen 22.900 und 39.700 Eu­ro ge­gen VW Ti­gu­an, Nis­san Qas­h­qai oder Kia Spor­ta­ge an den Start geht. In der ers­ten Ge­ne­ra­ti­on noch ein schrä­ger Cross­over, der zu­min­dest den deut­schen Ge­schmack nicht tref­fen woll­te, wird aus dem 3008 nun ein klas­si­sches SUV, das sei­nen spä­ten Start mit auf­fäl­li­ger Op­tik kom­pen­sie­ren will: der Küh­ler ein rie­si­ger Schlund, die Schein­wer­fer mit dem ste­chen­den Blick ei­ner Raub­kat­ze, die Mo­tor­hau­be auf ei­nem Chrom­rah­men schwe­bend, die Gür­tel­li­nie leicht ge­schwun­gen. Und es ist nicht nur der äu­ße­re Auf­tritt, bei dem die Fran­zo­sen ei­ge­ne We­ge ge­hen: Die Platz­ver­hält­nis­se sind zwar noch ganz ähn­lich wie bei Ti­gu­an & Co., doch ei­ne ver­schieb­ba­re Rück­bank sucht man zum Bei­spiel ver­ge­bens. Da­für ist das Am­bi­en­te viel avant­gar­dis­ti­scher. Das be­ginnt bei den wie in ei­nem Sport­wa­gen stär­ker aus­ge­form­ten Sit­zen, geht wei­ter mit dem ho­hen Mit­tel­tun­nel und den mit un­ge­wöhn­li­chen Stof­fen be­zo­ge­nen Hohl­keh­len in den Tü­ren und gip­felt im wei­ter­ent­wi­ckel­ten i-Cock­pit: Zum un­ge­wöhn­lich tief mon­tier­ten Lenk­rad gibt es jetzt auch kom­plett di­gi­ta­le In­stru­men­te. Und weil da­ne­ben ein gro­ßer Touch­screen prangt, hat Peu­geot die Zahl der Schal­ter auf ein Mi­ni­mum re­du­ziert. Zu­gleich star­ten die Gal­li­er mit dem 3008 ei­ne Elek­tro­nik-Of­fen­si­ve und rüs­ten kräf­tig auf: Smart­pho­nes in­te­grie­ren sich per App­le CarPlay und Mir­rorLink, zu­dem gibt es ei­ne au­to­ma­ti­sche Ab­stands­re­ge­lung, ei­nen Not­brems­as­sis­ten­ten mit Fuß­gän­ger-Er­ken­nung so­wie ei­ne Spur­füh­rungs­hil­fe mit ak­ti­vem Len­k­ein­griff.

So wegweisend das Cock­pit und so frisch das De­sign, so kon­ven­tio­nell ist die Tech­nik un­ter dem Blech, die auf dem Peu­geot 308 ba­siert. Der 3008 nutzt die glei­che EMP2-Platt­form so­wie die be­kann­ten Ben­zin- und Die­sel­mo­to­ren von 120 bis 180 PS – und vor al­lem den glei­chen An­trieb. Ge­nau wie beim Vor­gän­ger gibt es des­halb kei­nen All­rad­an­trieb. Zwar ha­ben die Fran­zo­sen zu­min­dest ih­re Trak­ti­ons­kon­trol­le ein we­nig auf­ge­rüs­tet, aber ganz so aben­teu­er­lus­tig, wie der 3008 gern sein möch­te, ist er dann eben doch nicht. Im Ge­gen­teil: Schon die 370 Nm des 150 PS star­ken Die­sels brin­gen die Vor­der­rä­der bei un­güns­ti­gen Be­din­gun­gen schnell an die Haft­gren­ze und las­sen den Lö­wen gie­rig mit den Vor­der­läu­fen schar­ren. Fürs Aben­teu­er mag dem 3008 der All­rad­an­trieb feh­len, auf der Ave­nue macht er da­ge­gen ei­ne um­so bes­se­re Fi­gur: Der Die­sel läuft lei­se und kul­ti­viert, die Gän­ge las­sen sich mit dem un­ge­wöhn­lich weit nach oben ge­rück­ten Schalt­knauf läs­sig wech­seln. Das Fahr­werk ist so gut­mü­tig, wie es sich für ei­ne Fa­mi­li­en­kut­sche ge­hört, und je dich­ter der Ver­kehr, des­to schnel­ler lernt man das win­zi­ge Lenk­rad des i-Cock­pits schät­zen. Wäh­rend man bei der Kon­kur­renz noch kur­belt, ist der 3008 schon um die Kur­ve und fühlt sich des­halb so hand­lich an wie ein 2008. Nur bei ho­hen Ge­schwin­dig­kei­ten muss man et­was fes­ter ins Lenk­rad grei­fen – oder in den Sport­mo­dus wech­seln, der für ein straf­fes Lenk­ge­fühl sorgt und ei­nen künst­lich ver­stärk­ten Mo­tor­sound durch die Laut­spre­cher schickt.

Nur noch we­ni­ge spa­cig ge­form­te Tas­ten, di­gi­ta­le In­stru­men­te, ein gro­ßer Touch­screen, da­zu ein re­la­tiv klei­nes Lenk­rad: Peu­geot geht beim 3008 neue We­ge Auch beim De­sign der Heck­par­tie und der Rück­leuch­ten hat die Fran­zo­sen der Mut nicht ver­las­sen. Die Heck­klap­pe öff­net sich auf Wunsch elek­trisch und per Ges­ten­steue­rung

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