WRC: Mit dem Sieg in Spa­ni­en ver­tei­dig­te VW-Pi­lot Sé­bas­ti­en Ogier be­reits zwei Läu­fe vor Sai­son­en­de sei­nen WM-Ti­tel

Volks­wa­gen-Star Sé­bas­ti­en Ogier ist der al­te und neue Ral­lye-Welt­meis­ter. Der Fran­zo­se hol­te in Spa­ni­en den Ti­tel zum vier­ten Mal in Fol­ge

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Gre­gor Mes­ser

Es war ja über die ge­sam­te Sai­son be­reits ab­zu­se­hen, und so ist das Er­geb­nis letzt­lich auch al­les an­de­re als ei­ne Über­ra­schung: Sé­bas­ti­en Ogier ist Welt­meis­ter, wie­der ein­mal. Sei­ne Volks­wa­gen-Ka­me­ra­den Ja­riMat­ti Lat­va­la und Andre­as Mik­kel­sen be­sa­ßen eben nicht die­sen ul­ti­ma­ti­ven Speed, die­se Selbst­si­cher­heit, die­se har­mo­nisch-per­fek­te Ein­heit aus fah­re­ri­scher Über­grö­ße und ach so oft un­schlag­ba­rem Sport­ge­rät wie der Su­per­star aus Frank­reich. Und wäh­rend die Geg­ner aus dem ei­ge­nen La­ger, aber auch von Hy­un­dai, Ford und ver­ein­zelt Ci­tro­ën, ih­re Wun­den le­cken, checkt man bei Volks­wa­gen nach dem dritt­letz­ten Sai­son­lauf im Hin­ter­land von Bar­ce­lo­na ganz schnö­de die Sta­tis­ti­ken. Zum Bei­spiel die­se: Vier Ti­tel in Fol­ge hat der bes­te Ral­lye­fah­rer der Ge­gen­wart nun ein­ge­fah­ren. So et­was ist zu­vor nur dem Fin­nen Tom­mi Mä­ki­nen (1998 bis 2001) ge­lun­gen – und na­tür­lich Sé­bas­ti­en Lo­eb. Des­sen Re­kord von neun Ti­teln in Fol­ge wird wohl noch ei­ni­ge Jah­re un­an­ge­tas­tet blei­ben. Aber Ogier ist auf ei­nem gu­ten Weg, wenn er so wei­ter­macht. Le­gen­där ist er oh­ne­hin schon.

Auf Sieg statt auf Punk­te ge­fah­ren

Theo­re­tisch hät­te Ogier nur ein Zäh­ler­chen zum er­neu­ten Ti­tel ge­reicht. Aber wie­so so klein­ka­riert auf Si­cher­heit fah­ren? Der 32-Jäh­ri­ge aus dem See­al­pen-Städt­chen Gap lang­te na­tür­lich auch in Spa­ni­en voll zu: Fünf Best­zei­ten knall­te er raus, re­sul­tie­rend in sei­nem 37. Sieg. 30 da­von hol­te er mit dem Po­lo R WRC, fünf Sie­ge in der ak­tu­el­len Sai­son. Und üb­ri­gens kei­nen da­von auf ei­ner rei­nen Schot­ter-Ral­lye: Die Re­gel, als WM-Füh­ren­der stets als Ers­ter die Prü­fun­gen un­ter die Rä­der zu neh­men, wurm­te Ogier wie sonst nie­man­den, kos­te­te ihn die Fahrt auf lo­sem Schot­ter zu Be­ginn doch am meis­ten Zeit. Doch wie bei sei­nen drei Ti­teln zu­vor mach­te Ogier das Ding mit ei­nem Sieg so prin­zi­pi­en­treu wie stil­voll klar. Im ver­gan­ge­nen Jahr in Aus­tra­li­en muss­te er hart und lei­den­schaft­lich kämp­fen. Ähn­lich ging es nun auch in Ka­ta­lo­ni­en zu: Lo­kal­ma­ta­dor Da­ni Sordo im Hy­un­dai leis­te­te er­bit­ter­ten Wi­der­stand. Am ers­ten Tag, der vor­nehm­lich auf Schot­ter aus­ge­tra­gen wur­de, sorg­te das Wet­ter für ei­ne Ex­tra-Kom­po­nen­te: Auf teils schlam­mi­gen, teils ab­trock­nen­den Pis­ten büß­te Ogier 17 Se­kun­den auf Sordo ein, wan­del­te aber den Rück­stand be­reits ei­nen Tag spä­ter, auf As­phalt nun­mehr, in ei­ne 5,8-Se­kun­den-Füh­rung um. Sonn­tags muss­te Sordo wei­te­re 15,6 Se­kun­den Zeit­ver­lust ad­die­ren. „Ein un­be­schreib­li­ches Ge­fühl“, ju­bel­te Ogier. Mitt­ler­wei­le müss­te er sich doch dar­an ge­wöhnt ha­ben, aber mit Vier­fachMeis­tern wie Kank­ku­nen und Mä­ki­nen in ei­nem Atem­zug ge­nannt zu wer­den, ist selbst für ihn neu: „Auch an­ge­sichts der er­schwer­ten Re­geln in die­sem Jahr – auf die­sen Ti­tel bin ich so stolz wie nie zu­vor.“

Ju­bel-Quar­tett: Volks­wa­gen-Mo­tor­sport-Di­rek­tor Sven Smeets, Tech­ni­kChef FX De­mai­son, Sé­bas­ti­en Ogier (obe­re Rei­he) so­wie Bei­fah­rer Ju­li­en In­gras­sia (un­ten)

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