To­yo­ta C-HR

Mit au­ßer­ge­wöhn­li­chem De­sign soll der To­yo­ta C-HR ei­ne neue Kund­schaft er­schlie­ßen

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Mar­cel Küh­ler

Kom­pak­te Cross­over, al­so die Kom­bi­na­ti­on aus SUV und kon­ven­tio­nel­ler Steil­heck-Li­mou­si­ne, sind längst kein Min­der­hei­ten-Phä­no­men mehr. Viel­mehr sind sie für nicht we­ni­ge Her­stel­ler be­reits zu ei­nem wich­ti­gen Wachs­tums­mo­tor ge­wor­den. Mit dem auf der fle­xi­blen Platt­form des Pri­us ba­sie­ren­den Cou­pé Hig­hRi­der, kurz: C-HR, will To­yo­ta nun ei­ne gro­ße Rol­le im ste­tig wei­ter wach­sen­den Seg­ment spie­len. Von ei­nem Ni­schen­mo­dell wol­len die Ja­pa­ner des­halb nicht spre­chen. Viel­mehr sei der ex­pres­siv ge­stal­te­te Cross­over als wei­te­res Kern­mo­dell ne­ben den be­reits eta­blier­ten Bau­rei­hen ge­plant, das der Mar­ke ei­ne neue, jun­ge Kund­schaft zu­füh­ren soll. Die Chan­cen, dass die­ser Plan auf­geht, ste­hen je­den­falls nicht schlecht. Denn beim ers­ten Fahr­ter­min in Spa­ni­en of­fen­bar­te der Neu­ling ei­ni­ge Ta­len­te, die po­ten­zi­el­le Kun­den durch­aus be­geis­tern dürf­ten. Doch das wich­tigs­te Kri­te­ri­um bleibt für vie­le Käu­fer im­mer noch das De­sign. Das von den op­tio­na­len 18-Zoll-Rä­dern un­se­res Test­wa­gens un­ter­stüt­ze bul­li­ge Äu­ße­re des 4,36 Me­ter lan­gen, 1,80 Me­ter brei­ten und 1,57 Me­ter ho­hen Asia­ten hebt sich wohl­tu­end von der Mas­se ab. Al­ler­dings soll­ten vom In­nen­raum des cou­pé­haft an­mu­ten­den C-HR kei­ne Wun­der­din­ge

hin­sicht­lich des Platz­an­ge­bots er­war­tet wer­den. So bie­tet der C-HR den Fahr­gäs­ten in Rei­he eins ein aus­rei­chen­des, je­doch nicht gera­de üp­pi­ges Rau­m­an­ge­bot. Das auf­ge­räum­te Cock­pit ist sau­ber ver­ar­bei­tet und wirkt durch hap­tisch wie op­tisch an­ge­neh­me Ma­te­ria­li­en hoch­wer­tig. Die Be­die­nung über den gro­ßen und blick­freund­lich po­si­tio­nier­ten Bild­schirm ge­lingt nach ei­ner kur­zen Ein­ge­wöh­nungs­pha­se recht un­kom­pli­ziert. Hin­ten for­dert die sport­lich ab­fal­len­de Dach­li­nie der­weil un­miss­ver­ständ­lich ih­ren Tri­but. Mit­tel­gro­ße Pas­sa­gie­re sit­zen im Fond auf der stan­dard­mä­ßig zwei­ge­teilt um­leg­ba­ren Rück- bank den­noch gut, auch wenn die arg klei­nen Sei­ten­fens­ter so­wie der schwar­ze Dach­him­mel das Raum­ge­fühl ob­jek­tiv zu­sätz­lich ein­engen. Da­für sind die Pols­ter – wie auch die der mit or­dent­li­chem Sei­ten­halt auf­war­ten­den Vor­der­sit­ze – be­quem und be­güns­ti­gen lan­ges Rei­sen. Al­ler­dings muss das Ge­päck dann auf­grund des durch­schnitt­lich gro­ßen Kof­fer­raums (377 Li­ter) mit Be­dacht ge­wählt wer­den. Grund­sätz­lich ist der C-HR aber eh für den Ein­satz im ur­ba­nen Ge­biet ge­dacht – so se­hen es je­den­falls die To­yo­ta-Mar­ke­ting-Stra­te­gen. Dort fühlt sich der Ja­pa­ner mit sei­nen agi­len Fahr­ei­gen­schaf­ten pu­del­wohl. Oh­ne gro­ße Sei-

Der neue To­yo­ta c-hr kom­bi­niert fahr­spass mit gu­ten ef­fi­zi­enz­wer­ten

ten­nei­gung der Ka­ros­se­rie lässt sich der C-HR dank sei­ner prä­zi­sen Len­kung spie­le­risch um en­ge Kur­ven zir­keln. Auf den teil­wei­se recht un­ebe­nen spa­ni­schen Land­stra­ßen fällt der kom­pak­te Cross­over trotz sei­ner eher straf­fen Gr­und­ab­stim­mung mit gu­tem Fe­de­rungs­kom­fort auf. Eben­falls er­freu­lich: Das Spiel des Win­des um die Ka­ros­se­rie bei mitt­le­rem Au­to­bahn­tem­po so­wie die Ar­beits­ge­räu­sche des Mo­tors ge­lan­gen nur sehr ver­hal­ten in den In­nen­raum. Apro­pos Mo­tor: Auch wenn der Her­stel­ler von der zu­sätz­lich zur Wahl ste­hen­den Hy­bridVa­ri­an­te (sie­he links) ei­nen Ver­kaufs­an­teil von 75 Pro­zent er­war­tet, ist der 1,2 Li­ter gro­ße Tur­bo­ben­zi­ner mit 116 PS ei­ne Emp­feh­lung wert. Der sehr kul­ti­viert lau­fen­de Vier­zy­lin­der, den es auch in Kom­bi­na­ti­on mit Au­to­ma­tik­Ge­trie­be (1300 Eu­ro Auf­preis) gibt, sorgt für mun­te­re Fahr­leis­tun­gen. Der mit 1305 Ki­lo­gramm re­la­tiv leich­te C-HR er­le­digt den Stan­dard­spurt auf 100 km/ h laut Her­stel­ler in 10,9 Se­kun­den. Die ma­xi­ma­le Ge­schwin­dig­keit gibt To­yo­ta mit 190 km/ h an. Das von uns ge­fah­re­ne Sechs­gang-Schalt­ge­trie­be passt bes­tens zum le­ben­di­gen Tur­bo­ben­zi­ner und er­freut mit ex­akt de­fi­nier­ten Schalt­we­gen so­wie ei­ner sanft agie­ren­den Zwi­schen­gas-Au­to­ma­tik beim Her­un­ter­schal­ten. Letz­te­re lässt sich für ei­nen mög­lichst ge­rin­gen Kraft­stoff­ver­brauch frei­lich de­ak­ti­vie­ren. Doch auch mit die­ser Funk­ti­on prä­sen­tiert sich die An­triebs­ein­heit als ver­ant­wor­tungs­voll im Um­gang mit dem wert­vol­len Kraft­stoff – selbst wenn wir den EU-Ver­brauch von 5,5 Li­tern nicht er­rei­chen. Nach vie­len flott ge­fah­re­nen Ki­lo­me­tern, die auch den ein oder an­de­ren An­stieg be­inhal­te­ten, no­tiert der Bord­com­pu­ter 7,1 Li­ter. Zu den Kos­ten: Der C-HR ist ab 21.990 zu ha­ben. Be­reits die Ba­sis­ver­si­on ist gut aus­ge­stat­tet und um­fasst De­tails wie ei­nen Not­brems­as­sis­ten­ten, ei­nen ak­ti­ven Spur­hal­teas­sis­ten­ten, ei­ne Fern­licht­au­to­ma­tik und ei­ne Kli­ma­an­la­ge. Gim­micks wie Leicht­me­tall­rä­der, Ein­park­hil­fen so­wie Na­vi­ga­ti­ons­sys­tem blei­ben aber den hö­he­ren Aus­stat­tungs­li­ni­en vor­be­hal­ten. Das Glei­che gilt für den 2000 Eu­ro teu­ren All­rad­an­trieb, mit dem der ur­ba­ne Cross­over wo­mög­lich so­gar leich­tem Ge­län­de nicht ab­ge­neigt ist.

FA­ZIT: Der neue To­yo­ta C-HR ist ei­ne ech­te Be­rei­che­rung im boo­men­den Seg­ment der kom­pak­ten Cross­over. Mit sei­nem dy­na­mi­schen De­sign, der um­fang­rei­chen Aus­stat­tung und sei­nen an­ge­neh­men Fahr­ei­gen­schaf­ten wird er schnell vie­le Freun­de fin­den.

Cou­pé­haft fla­che Dach­li­nie, 377 Li­ter La­de­vo­lu­men

Der In­nen­raum wirkt wie schon das Äu­ße­re bis ins De­tail durch­ge­stylt. Gu­tes An­ge­bot an As­sis­tenz­sys­te­men Gro­ßer, hoch­auf­lö­sen­der Bild­schirm. Die op­tio­na­le Rück­fahr­ka­me­ra ist ei­ne sinn­vol­le In­ves­ti­ti­on Op­tisch wie hap­tisch hoch­wer­ti­ge Ober­flä­chen Der hin­te­re Tür­griff ver­steckt sich in der C-Säu­le. Das Dach ist in Kon­trast­far­be la­ckiert

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