Hon­da Ci­vic

Der neue Hon­da Ci­vic 1.5 VTEC Tur­bo ist schär­fer, schnel­ler, mo­der­ner. Ers­ter Fahr­be­richt

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Jo­han­nes Riegs­in­ger

An das De­sign muss man sich im­mer zu­erst mal ge­wöh­nen: Schar­fe Kan­ten, har­te Brü­che, un­kon­ven­tio­nel­le Pro­por­tio­nen – so ein Hon­da Ci­vic ge­hört nicht un­be­dingt zu den kon­ser­va­tivs­ten Er­schei­nun­gen. Aber das Au­to ist auch in die­ser Hin­sicht be­ste­chend ehr­lich: Un­ter der ra­san­ten Hül­le steckt ei­ne kom­pri­mier­te Fahr­ma­schi­ne, die bis ins De­tail von ei­gen­wil­li­gen Per­fek­tio­nis­ten ge­macht scheint. Al­ler­dings war das der AU­TO ZEI­TUNG beim ers­ten Eu­ro­paAuf­tritt prä­sen­tier­te Mo­dell auch mit dem op­tio­na­len Sport-Pa­ket aus­ge­stat­tet, des­sen schwarz la­ckier­te Spoi­ler und Dif­fu­so­ren samt mit­tig am Heck plat­zier­tem Dop­pel­aus­puff für wei­te­re Schär­fe sor­gen – pas­send zum von uns ge­fah­re­nen Top-Ben­zi­ner mit hef­ti­gen 182 PS. Be­mer­kens­wert ist da­bei, dass der Vier­zy­lin­der-Tur­bo die­se Leis­tung aus nur 1,5 Li­ter Hu­b­raum holt.

Groß­ar­ti­ger Kom­pro­miss aus Sport und Funk­ti­on

Dank der Auf­la­dung legt das klei­ne Trieb­werk trotz­dem ein spür­bar kräf­ti­ges Dreh­mo­ment vor. Schalt­fau­les Fah­ren mit mo­de­ra­tem Tem­po ist al­so trotz des Sport-Looks pro­blem­los mög­lich. Hon­da-Fans, die nun vi­el­leicht des­in­ter­es­siert wei­ter­blät­tern, kön­nen aber be­ru­higt sein: Der 1.5 VTEC Tur­bo sprin­tet auf Ab­ruf mit gie­ri­ger Dreh­freu­de los – vor al­lem, wenn die Dreh­zahl­mes­ser­na­del die 4500er-Mar­ke pas­siert und die va­ria­ble Ven­til­steue­rung auf Feu­er stellt. Der Ci­vic hat al­so zwei sehr zu­frie­den­stel­len­de Sei­ten: schlank, ef­fi­zi­ent, freund­lich und kom­pro­miss­los scharf. Das kna­ckig schalt­ba­re Sechs­gang-Ge­trie­be passt zu die­ser gro­ßen Band­brei­te eben­so aus­ge­zeich­net wie die prä­zi­se ar­bei­ten­de Len­kung und die nun deut­lich auf­wän­di­ge­re Mehr len­ker - Hin­ter­ach­se. Im ei­nen Mo­ment lässt sich der neue Hon­da noch mit be­ru­hi­gen­der Leich­tig­keit durch den Au­to-All­tag be­we­gen, im nächs­ten Mo­ment mu­tiert er zum lei­den­schaft­li­chen Kur­ven­voll­stre­cker mit bru­ta­ler Trak­ti­on. Dann freut sich der Fah­rer über das gut kon­trol­lier­ba­re, sehr hand­li­che Fahr­ver­hal­ten im Grenz­be­reich – und ein paar Ki­lo­me­ter wei­ter schon wie­der über den sehr gu­ten Ab­rol­lund den aus­ge­wo­ge­nen Fe­de­rungs­kom­fort. Im qua­li­ta­tiv und er­go­no­misch aus­ge­zeich­ne­ten In­te­ri­eur sind die gu­te

Über­sicht und der gro­ße Kof­fer­raum zu lo­ben, und auch die um­fang­rei­che Se­ri­en­aus­stat­tung mit mo­der­nen Si­cher­heits- so­wie As­sis­tenz­sys­te­men über­zeugt. Et­was zi­vi­ler dürf­te der Drei­zy­lin­der-Ein­stiegs­ben­zi­ner sein, al­ter­na­tiv ist ein 1.6-Li­ter-Tur­bo­die­sel zu ha­ben, die Prei­se sind noch nicht be­kannt.

FA­ZIT: Der neue Ci­vic ist ei­ne cha­rak­ter­vol­le und sport­li­che Be­rei­che­rung sei­ner Klas­se. Er fährt pri­ma und wirkt sehr gut ge­macht – bil­lig wird er wohl nicht wer­den.

Ra­sant: Die Sport-Ver­si­on er­kennt man am mit­ti­gen Dop­pel­aus­puff

Sport­li­cher Her­aus­for­de­rer: ag­gres­si­ve Ci­vic-Front­an­sicht mit cha­rak­te­ris­tisch drei­di­men­sio­na­ler Mas­ke und gro­ßen Luft­ein­läs­sen

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