DIE MAR­KE ZUM STROM

Da kommt buch­stäb­lich Span­nung auf: Mer­ce­des bün­delt sei­ne Elek­tro-Ak­ti­vi­tä­ten un­ter dem Dach ei­ner ei­ge­nen Mar­ke. Sie heißt …

AUTO ZEITUNG - - SPECIAL ELEKTRO-MARKE EQ - Ste­fan Mie­te

Es gibt Pro­gram­me, die brau­chen ei­nen Na­men. Der Daim­lerMo­to­ren-Ge­sell­schaft ging es so, die An­fang des vo­ri­gen Jahr­hun­derts zwar schon fa­bel­haf­te Au­to­mo­bi­le auf die Rä­der stell­te, aber mit ei­ner grif­fi­gen Ver­kaufs­be­zeich­nung ha­der­te. Zum Glück gab es Mer­cédès Adri­en­ne Ra­mo­na Ma­nue­la Jel­li­nek, de­ren Va­ter Emil den Im­port von Daim­ler-Wa­gen nach Frank­reich or­ga­ni­sier­te. Ein tüch­ti­ger Mann. Er ver­pass­te den Pio­nier­au­tos den nicht nur pho­ne­tisch sym­pa­thi­schen Na­men sei­ner Toch­ter. Den ers­ten wo h l ge me r k t : Mer­ce­des. Im Jah­re 1902 wur­de dar­aus ein Wa­ren­zei­chen. Sie­ben Jah­re spä­ter kam der Stern hin­zu. Der Rest ist be­kannt. Es gibt aber auch Na­men, die sind ein Pro­gramm. EQ zum Bei­spiel. Ob­gleich noch tau­frisch, ist die­ses Kür­zel be­reits viel­sa­gend, denn die bei­den blau­en Groß­buch­sta­ben ste­hen für die Kom­bi­na­ti­on zwei­er Grund­wer­te von Mer­ce­des-Benz – EQ ist gleich „Emo­ti­on“und „In­tel­li­genz“. Im Un­ter­schied zu den be­kann­ten Mar­ken des Sterns wie Mer­ce­des­AMG oder Mer­ce­des-May­bach, die mit High- Per­for­mance- Sport­lern und Su­per­lu­xus-Mo­del­len für ganz spe­zi­fi­sche Au­s­prä­gun­gen des klas­si­schen Au­to­mo­bil­baus ste­hen, ist EQ kei­ne Sub­mar­ke, son­dern ei­ne Pro­dukt­mar­ke. „Das ist zwar nur ein fei­ner, aber wich­ti­ger Un­ter­schied“, sagt Jens Thie­mer, Lei­ter Mar­ke­ting Mer­ce­des-Benz Cars, der von Amts we­gen das Mar­ken­bild im Au­ge be­hält und fein­jus­tiert. Thie­mer sorgt da­für, dass Mer­ce­des als Mer­ce­des wahr­ge­nom­men wird, dass Wer­te wie Qua­li­tät, Si­cher­heit, Kom­fort und Zu­ver­läs­sig­keit auch in Zei­ten stür­mi­scher Di­gi­ta­li­sie­rung nicht zu kurz kom­men. „Wir ha­ben star­ke Pro­dukt­mar­ken in un­se­rem Pro­dukt­port­fo­lio,“sagt Thie­mer und er­gänzt: „ Die S-Klas­se zum Bei­spiel ist zwei­fel­los ei­ne der stärks­ten Pro­dukt­mar­ken der Welt und funk­tio­niert mit so­wie oh­ne Mer­ce­des-Benz. EQ steht für ei­ne gan­ze Ge-

„ EQ ist welt­weit po­si­tiv be­legt un­ter dem Aspekt emo­tio­na­ler In­tel­li­genz“Jens Thie­mer, Lei­ter Mar­ke­ting Mer­ce­des-Benz

ne­ra­ti­on neu­er Fahr­zeu­ge, die sich na­tür­lich auch an ei­ne neue Ge­ne­ra­ti­on von Kun­den wen­det.“Ne­ben hand­fes­ten Au­tos wie dem in Paris ge­zeig­ten Elek­tro-SUV Con­cept EQ (Sei­te 100), der bis En­de des Jahr­zehnts zur Se­ri­en­rei­fe ge­lan­gen soll, ar­bei­ten die Stutt­gar­ter Stra­te­gen an ei­ner Rei­he da­zu pas­sen­der Pro­duk­te und Di­enst­leis­tun­gen, bei de­nen Nach­hal­tig­keit im Vor­der­grund steht. Sie spre­chen von ei­nem „Öko­sys­tem“aus Pro­duk­ten, Ser­vice­leis­tun­gen, Tech­no­lo­gi­en und In­no­va­tio­nen. So wird EQ auch Wall­bo­xen und La­de­ser­vices an­bie­ten. In­ter­es­sant für Haus­be­sit­zer und Un­ter­neh­men sind sta­tio­nä­re Ener­gie­spei­cher für Strom aus Pho­to­vol­ta­ik- oder So­lar­an­la­gen. Die kos­ten­lo­se App „Char­ge & Pay“et­wa er­leich­tert das kom­for­ta­ble Strom­tan­ken an öf­fent­li­chen La­de­säu­len. „Wir sind be­reit für den Start ei­ner Elek­tro-Of­fen­si­ve, mit der wir al­le Fahr­zeug­seg­men­te von der Kom­pakt­bis zur Lu­xus­klas­se ab­de­cken wer­den“, gibt Daim­ler-Chef Die­ter Zet­sche die Rich­tung vor. In­zwi­schen ist auch klar, wo das ers­te Elek­tro­fahr­zeug der Mar­ke EQ ge­baut wer­den soll – in Bre­men. Das dor­ti­ge Werk ist mit mehr als 12.500 Mit­ar­bei­tern der größ­te pri­va­te Ar­beit­ge­ber der Han­se­stadt. Der­zeit wer­den zehn Mo­del­le an der We­ser pro­du­ziert: die Li­mou­si­ne, das TMo­dell, das Cou­pé und das Ca­brio­let der C-Klas­se. Hin­zu kom­men das Cou­pé und das Ca­brio­let der E-Klas­se, die SUV-Mo­del­le GLC so­wie GLC Cou­pé und die bei­den Roads­ter SLC und SL. Die­ter Zet­sche sieht Mer­ce­des auf dem rich­ti­gen Weg zur E-Mo­bi­li­tät, der mit dem Show­car be­ginnt. „Wir sind be­reit für die Zu­kunft“, sagt Zet­sche. „Sie wird ei­ne Re­vo­lu­ti­on be­inhal­ten – aber es wird ei­ne fried­li­che und tat­säch­lich lei­se Re­vo­lu­ti­on sein.“Mer­cédès Adri­en­ne Ra­mo­na Ma­nue­la Jel­li­nek hät­te das si­cher ge­fal­len. Und ih­rem tüch­ti­gen Va­ter so­wie­so. Der hät­te Elek­tro-Mer­ce­des aus Bre­men nach Frank­reich im­por­tiert. Ei­nen Na­men ha­ben sie ja schon.

„ Mit un­se­rer Of­fen­si­ve wer­den wir al­le Fahr­zeug­seg­men­te ab­de­cken“Die­ter Zet­sche Vor­stands­chef Daim­ler

Drei­mal Daim­ler in Denim (v.l.): Ver­triebs­vor­stand Ola Käl­le­ni­us, Kon­zern­chef Die­ter Zet­sche und Ent­wick­lungs­vor­stand Tho­mas We­ber sind die geis­ti­gen Vä­ter der jun­gen Mar­ke

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.