VW Elek­tro-Bus

Neue Idee aus Wolfs­burg: Ein VW Bus im ty­pi­schen „Bul­li“-De­sign mit Platz oh­ne En­de und elek­trisch an­ge­trie­ben mit Strom, et­wa aus Wind­kraft. Die Se­ri­en-Chan­cen stei­gen

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Ste­fan Mie­te

Volks­wa­gen wird elek­trisch. Wenn nichts da­zwi­schen­kommt, wird das eins­ti­ge Kä­fer-Im­pe­ri­um ab 2025 pro Jahr mehr als ei­ne Mil­li­on Elek­tro­au­tos auf die Welt­märk­te schi­cken. So will es der Vor­stand. Ein un­ge­heu­rer Kraft­akt ist da­zu nö­tig, sehr viel Geld und na­tür­lich je­de Men­ge Kun­den, die be­reit sind für ei­ne völ­lig an­de­re Art des Au­to­fah­rens. Denn mit der Elek­tri­fi­zie­rung schrei­tet auch die Au­to­no­mi­sie­rung vor­an. Auf­bruch, Chan­ce, Ri­si­ko – aus die­sem Ge­misch be­zie­hen die Krea­ti­ven um VW-De­si­gn­chef Klaus Bi­sch­off ih­re Ener­gie. Ein gan­zer Strauß neu­er Mo­del­le reift in ih­ren Stu­di­os her­an: Kom­pak­te, Cou­pé-Li­mou­si­nen und SUV, die al­le­samt vom cle­ve­ren Pa­cka­ge des neu­en, un­ter Ent­wick­lungs­vors tand F ran kWelsc hin Re­kord­zeit ent­wor­fe­nen Mo­du­la­ren Elek­tri­fi­zie-rungs­bau­kas­ten pro­fi­tie­ren sol­len. Des­sen wich­tigs­te Ei­gen­schaft ist ei­ne schlicht­weg her­vor­ra­gen­de Raum öko­no­mie. Wo­ke inkl obi­ger Ver­bren­nungs­mo­tor, kein sper­ri­ges Ge­trie­be und kei­ne kraft über­tra gen deKard an­wel­le mehr Raum be­an­spru­chen, kön­nen die De­si­gner völ­lig neue Ide­en ent­fal­ten.

So viel Platz wie im lan­gen Mul­tivan

Zu den Bes­ten ge­hört ein voll­elek­tri­scher Bus im fa­bel­haf­ten VW Bul­li-Dress. Mit rund 4,90 Me­tern so lang wie ein nor­ma­ler Mul­tivan, bie­tet der an­ge­dach­te Stro­mer so viel nutz­ba­ren In­nen­raum wie die 40 Zen­ti­me­ter län­ge­re

Stretch-Ver­si­on des be­kann­ten „T6“. Der Ab­stand zwi­schen den Ach­sen be­trägt 3,30 Me­ter. Die en­er­gie­spen­den­den Li­thi­um-Io­nen-Ak­kus lie­gen crash­ge­schützt im Bat­te­rie­trog da­zwi­schen und sor­gen mit ih­rer Mas­se von rund 500 kg an die­ser Stel­le für ei­ne bei­na­he aus­ge­gli­che­ne Achs­last­ver­tei­lung so­wie tie­fe Schwer­punkt­la­ge. Im Fall ei­ner Se­ri­en­fer­ti­gung soll ihr Saft Reich­wei­ten von rund 500 Ki­lo­me­tern er­mög­li­chen – nicht im Schön­wet­ter­mo­dus, son­dern un­ter Re­al­be­din­gun­gen. Wo Mo­dell­va­ri­an­ten heu­te nach Hu­b­räu­men und Leis­tung ge- staf­felt sind, wer­den künf­tig die Spei­cher­ka­pa­zi­tät der Ak­kus und die kW-Zahl der elek­tri­schen An­trie­be den Preis be­stim­men. So steht zum Bei­spiel ein 122 kW (150 PS) star­ker E-Mo­tor be­reit. Des­sen An­ord­nung folgt – wie beim Stu­di­en­mo­dell I.D. – dem Heck­mo­tor-Prin­zip. Die kom­pak­te E-Ma­schi­ne sitzt zwi­schen den Hin­ter­rä­dern. Auch ei­nen All­rad­an­trieb hat Welschs Ent­wick­lungs­mann­schaft in pet­to. In die­sem Fall wird ein zu­sätz­li­cher klei­ner E-Mo­tor na­he der Vor­der­ach­se plat­ziert. Im Ge­gen­satz zu klas­si­schen Mo­del-

len mit Ver­bren­nungs­mo­tor be­ginnt der In­nen­raum des E-Bul­li auf Hö­he der Vor­der­ach­se. Im kur­zen Vor­bau ste­cken le­dig­lich ein Chrash­mo­dul, die La­de­plat­te für das in­duk­ti­ve La­den, Kli­ma­an­la­ge und Licht­tech­nik. Die­se für die künf­ti­gen E-Au­tos von VW kenn­zeich­nen­de Bau­wei­se ist für die De­si­gner ei­ne Steil­vor­la­ge, denn ein ech­ter VW Bus ist eben kein Na­sen­bär: Stei­le Front, auf­rech­te Sitz­po­si­ti­on, Schie­be­tü­ren, in Re­la­ti­on zum Wa­gen­kör­per nicht zu gro­ße Fens­ter­flä­chen und brei­te hin­te­re Dach­säu­len mit an­ge­deu­te­ten Luft­schlit­zen – so geht Bul­li. Apro­pos Luft: Wer sei­nen Strom aus Wind­kraft be­zieht, der kann den E-Bul­li so­gar zum „Air-Bus“ma­chen. Ein gu­ter Grund, ihn zu bau­en.

Der elek­tro­bau­kas­ten er­laubt viel de­sign-frei­heit

Kom­for­ta­ble Na­vi-Darstel­lung: Die In­for­ma­tio­nen wer­den drei­di­men­sio­nal in die Front­schei­be pro­ji­ziert, so­dass sie bis zu 15 Me­ter vor dem Au­to zu schwe­ben schei­nen

Mo­du­la­rer Elek­tri­fi­zie­rungs-Bau­kas­ten (MEB): Ne­be­nag­gre­ga­te vorn, Li­thi­um-Io­nen-Ak­kus zwi­schen den Ach­sen, Mo­tor hin­ten, Rä­der weit au­ßen

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