World of Ra­c­ing

Schluss nach nur ei­ner Run­de Ra­c­ing: Der FIA GT3-WM ging auf dem Stra­ßen­kurs die Zeit aus

AUTO ZEITUNG - - INHALT -

So führt sich der Mo­tor­sport selbst ad ab­sur­dum: Beim FIA GT World­cup für GT3Fahr­zeu­ge in Ma­cau wur­de das Ren­nen mit der Ro­ten Flag­ge ab­ge­bro­chen, kaum dass es nach ei­nem Neu­start frei­ge­ge­ben wor­den war. Der Grund: Un­mit­tel­bar nach dem Re-Start – zu­vor muss­ten nach ei­nem Crash in der ers­ten Run­de lan­ge Zeit Leit­plan­ken re­pa­riert wer­den – ver­un­fall­te der Bel­gi­er Lau­rens Vant­hoor schwer. Ge­ra­de als ihn Earl Bam­ber im WerksPor­sche 911 über­holt hat­te, über­steu­er­te Vant­hoors Au­di jen­seits von Tem­po 240 in die Leit­plan­ken, be­kam Un­ter­luft und über­schlug sich rück­wärts. Vant­hoor konn­te un­ver­letzt aus dem auf dem Dach lie­gen­ge­blie­be­nen R8 klet­tern. Das Ren­nen wur­de per Ro­ter Flag­ge ab­ge­bro­chen. Da bei Ro­ter Flag­ge der Stand der Run­de zu­vor gilt, wur­de Vant­hoor zum Sie­ger er­klärt – ob­wohl es die Re­geln er­for­dern, dass der­je­ni­ge, der ur­säch­lich für die Ro­te Flag­ge ver­ant­wort­lich ist, mit Sank­tio­nen zu rech­nen hat. Da­von sa­hen die Sport­kom­mis­sa­re je­doch ab. So­mit be­leg­te Por­sche-Pi­lot Ke­vin Est­re Rang zwei vor Ti­tel­ver­tei­di­ger Ma­ro En­gel im Mer­ce­des und Bam­ber, der noch ei­ne Fünf­se­kun­den-Zeit­stra­fe kas­sier­te.

Sie Frank fra­gen! Denn ei­gent­lich ist so ziem­lich je­der Platz, je­der Tor­bo­gen und je­des Ge­bäu­de ei­nen Klick auf den Aus­lö­ser wert. Mei­ne per­sön­li­chen Top Drei der Se­hens­wür­dig­kei­ten: Der Veits­dom mit be­steig­ba­rem Haupt­turm, die im­po­san­te Pra­ger Burg – spe­zi­ell nachts ein spek­ta­ku­lä­rer An­blick – und schließ­lich ein Gang über die welt­be­rühm­te Karls­brü­cke. Und dann wä­re da noch die tsche­chi­sche Kü­che … Gu­lasch mit Knö­deln oder böh­mi­sche Schlacht­plat­te? Pil­se­ner Ur­quell oder le­gen­dä­res Bud­wei­ser? Die Ent­schei­dun­gen wer­den auch beim abend­li­chen Es­sen nicht ge­ra­de ein­fa­cher. Der nächs­te Tag star­tet mit ex­tra-hei­ßem Cof­fee-to-go, Sitz­hei­zung und vol­lem Schei­ben­wi­sche­r­ein­satz, denn lei­der ha­ben uns die re­gen­ge­la­de­nen Wol­ken und der fri­sche Herbst­wind aus Rüs­sels­heim Rich­tung Os­ten ver­folgt. Höchs­te Zeit al­so um auf­zu­bre­chen. Ex­akt 377 Ki­lo­me­ter sind es noch bis No­so­vice. Die zahl­lo­se Au­to­bahn­bau­stel­len zie­hen die Fahrt­zeit zwar er­heb­lich in die Län­ge, ste­hen aber stell­ver­tre­tend für die ra­san­te Ent­wick­lung der In­fra­struk­tur, die in wei­ten Tei­len Ost­eu­ro­pas zu be­stau­nen ist. Ei­ne kur­ze Rast auf et­wa hal­ber Stre­cke in Brünn kommt da ge­le­gen. Die mit 380.000 Ein­woh­nern zweit­größ­te Stadt Tsche­chi­ens wirkt in punc­to Ar­chi­tek­tur und Geo­gra­phie fast wie ei­ne Mi­nia­tur­ver­si­on von Prag.

Der neue i30 ist genau auf den eu­ro­päi­schen Markt zu­ge­schnit­ten

Wir sind in­zwi­schen im Hy­un­dai-Werk in No­so­vice an­ge­kom­men und ha­ben be­reits eif­rig die rie­si­gen Pro­duk­ti­ons­hal­len mit der gi­gan­ti­schen Stahl­pres­se und den prä­zi­se ar­bei­ten­den Fer­ti­gungs­ro­bo­tern be­staunt. Der größ­te Blick­fang ist je­doch ein blau­er Vor­se­ri­en­typ des neu­en i30, der genau ne­ben un­se­rem ro­ten Rei­se­au­to parkt. Her­aus­for­dernd schaut er mich durch sei­ne LED-Schein­wer­fer an, das Blech­kleid wirkt schnör­kel­lo­ser als bis­her, und der neue „ Kas­ka­den“- Küh­ler­grill scheint nur so nach fri­schem Fahrt­wind zu gie­ren. Im In­nen­raum prä­sen­tiert sich der Neue ähn­lich luf­tig, da­für aber ei­ne gan­ze Ecke no­bler, und selbst mit deut­scher Gründ­lich­keit las­sen sich kei­ne Ver­ar­bei­tungs­schwä­chen fin­den. Noch mehr als dem ak­tu­el­len Mo­dell merkt man der drit­ten Ge­ne­ra­ti­on an, wes­halb Hy­un­dai Ent­wick­lung und Fer­ti­gung nach Eu­ro­pa aus­ge­la­gert hat: Der i30 muss die Kon­kur­renz aus Deutsch­land oder Frank­reich nicht fürch­ten, er trifft genau den eu­ro­päi­schen Ge­schmack. Ganz nach mei­nem Ge­schmack sind üb­ri­gens die ty­pisch ko­rea­ni­schen Spe­zia­li­tä­ten in der Werks­kan­ti­ne – jetzt fehlt zur Ver­dau­ung nur noch ei­ne war­me tsche­chi­sche Bier­wan­ne …

Trotz Über­schlag als Sie­ger ge­wer­tet: Vant­hoor Un­mit­tel­bar vor dem Crash: Vant­hoor im Au­di führt vor bei­den Werks-Por­sche

Ma­le­risch: Die Mol­dau teilt Prag in die Klein­sei­te mit der Burg und die Alt­stadt. Welt­be­rühmt ist die nur zu Fuß er­kund­ba­re Karls­brü­cke

Fort­schritt: Ne­ben ge­schlif­fe­ne­rer Op­tik rüs­tet die drit­te i30-Ge­ne­ra­ti­on mit mo­der­nen As­sis­tenz­sys­te­men und um­fas­sen­der Kon­nek­ti­vi­tät in punc­to Si­cher­heits­tech­nik und In­fo­tain­ment auf. Der Markt­start ist An­fang 2017

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