Pu­re Per­for­mance: Der Zwei­li­ter-Tu­bro leis­tet 380 PS und 451 Nm

AUTO ZEITUNG - - RAT­GE­BER -

Ein­fach nur Wahn­sinn – wow! Der ers­te Kon­takt mit dem Kon­zept­fahr­zeug Hy­un­dai RN30 auf dem Pa­ri­ser Au­to­sa­lon sorg­te für kol­lek­ti­ve Sprach­lo­sig­keit und reg­te die Mes­se­be­su­cher trotz ei­nes min­des­tens um die dop­pel­te Schlag­fre­quenz er­höh­ten Pul­ses zum Träu­men an. Kein Wun­der, denn schon im Stand strahlt die auf der neu­en drit­ten Ge­ne­ra­ti­on des Kom­pakt­mo­dells i30 ba­sie­ren­de Stu­die pu­re Per­for­mance aus: Fast zwei Me­ter breit, nur 1,36 Me­ter hoch und rund­um mit üp­pi­gem Spoi­ler­werk ver­se­hen, scheint das Per­for­mance-Mo­dell nur dar­auf zu war­ten, sich auf Renn­stre­cken­asphalt fest­sau­gen zu kön­nen und in sel­bi­gen ei­ne Best­zeit nach der an­de­ren zu bren­nen. Sei­ne Geg­ner dürf­ten da­bei nur den rie­si­gen Heck­dif­fu­sor samt wei­ßen Ke­ra­mik-Ab­gas­roh­ren so­wie die ab­ge­dun­kel­ten LEDRück­leuch­ten zu se­hen be­kom­men. Der Fah­rer da­ge­gen blickt auf ein Lenk­rad mit in­te­grier­ter Na­vi­ga­ti­on mit Gy­ro­skoptech­no­lo­gie, das die ak­tu­el­len und ge­fah­re­nen Run­den­zei­ten wie­der­gibt. Um­schlos­sen von Scha­len­sit­zen, oh­ne ab­len­ken­den Mul­ti­me­di­aSchnick­schnack und mit dem Wis­sen um den sta­bi­len Über­roll­kä­fig ist ech­tes Renn­fah­rerFee­ling ga­ran­tiert. Hier merkt man dem Con­cept-Car deut­lich an, dass Hy­un­dai über viel Mo­tor­sport-Know­how ver­fügt. Coo­les Gim­mick: Der RN30 hat ins­ge­samt drei Ka­me­ras, die in den A-Säu­len so­wie auf dem Dach un­ter­ge­bracht sind. Ein hei­ßer Ritt im Grenz­be­reich, der leicht pa­ni­sche Blick des Bei­fah­rers oder ei­ne qual­men­de Drift­ein­la­ge – all das kann auf Vi­deo auf­ge­zeich­net, ana­ly­siert und zum Sam­meln von Li­ke-Kom­men­ta­ren in den so­zia­len Netz­wer­ken ge­teilt wer­den. Ei­nen Dau­men nach oben gibt es be­stimmt auch für die Gestal­tung der Front: Bö­se und an­griffs­lus­tig hal­ten die schwarz ein­ge­fass­ten Schein­wer­fer Aus­schau nach der nächs­ten Kur­ve, wäh­rend der „Kas­ka­den“-Küh­ler­grill für Frisch­luft­zu­fuhr sorgt. Auf der Mo­tor­hau­be thront zu­dem ein be­ein­dru­cken­der Luft­aus­lass, der die Hit­ze aus dem

Ma­schi­nen­raum über das Fahr­zeug hin­weg­lei­tet. Al­les an­de­re als hei­ße Luft stel­len der­weil die Leis­tungs­da­ten des Zwei­li­ter-Tur­bo­ben­zi­ners dar: Das hoch­auf­ge­la­de­ne Ag­gre­gat mo­bi­li­siert statt­li­che 380 PS, was ei­ner be­acht­li­chen Li­ter­leis­tung von 190 Pfer­den ent­spricht. 451 New­ton­me­ter be­trägt das ma­xi­ma­le Dreh­mo­ment – da macht sich im rech­ten Fuß doch ein deut­lich ver­nehm­ba­res Zu­cken be­merk­bar. Für die Kraft­über­tra­gung ist ein Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be ver­ant­wort­lich, das dank sei­ner nass lau­fen­den Kupp­lun­gen enor­mer Be­las­tung – und so­mit auch enor­mer Hit­ze – stand­hal­ten soll. Da­mit der RN30 sei­ne ge­ball­te Power ad­äquat in Vor­trieb um­wan­deln kann, über­nimmt ein per­ma­nen­ter All­rad­an­trieb die Kraft­ver­tei­lung. Ihm zur Sei­te steht ein elek­tro­nisch ge­re­gel­tes Sperr­dif­fe­ren­zi­al, das das Dreh­mo­ment je nach Be­darf rad­wei­se por­tio­niert. Bei so viel Theo­rie möch­te man sich so­fort in die tie­fe Sitz­scha­len pres­sen, nach dem ecki­gen Vo­lant grei­fen und sich auf Ide­al­li­ni­en­Su­che be­ge­ben … Aber stopp! Der ko­rea­ni­sche Per­for­mance-Bo­li­de ist ein Kon­zept­fahr­zeug, was ihn für die meis­ten so gut wie un­er­reich­bar und vor al­lem un­fahr­bar macht. Wirk­li­chen Grund zur Ent­täu­schung gibt es al­ler-

dings nicht, denn die Stu­die bie­tet ei­nen Aus­blick auf die be­reits an­ge­kün­dig­te Sport­ver­si­on des i30 (sie­he rechts).

Vor­freu­de auf den Se­ri­en­sport­ler

Ganz so bra­chi­al wie das Con­cept-Car dürf­te der Se­ri­en­sport­ler i30 trotz des Na­mens­zu­sat­zes „N“wohl nicht da­her­kom­men. Al­ler­dings sol­len sich beim Se­ri­en­fahr­zeug di­ver­se De­si­gnan­lei­hen an die Stu­die fin­den, um den spor­ti­ven An­spruch des „N“-Mo­dells zu un­ter­strei­chen. So trägt der neue Kom­pak­te den aus­drucks­star­ken „Kas­ka­den“-Küh­ler­grill und wird als „N“-Ver­si­on mit gro­ßem Dach­kan­ten­spoi­ler vor­fah­ren. Dass Hy­un­dai beim Ka­ros­se­rie­bau des Se­ri­en-i30 auf den in Zu­sam­men­ar­beit mit BASF ent­wi­ckel­ten ge­wichts­spa­ren­den Hoch­leis­tungs­kunsst­stoff des RN30 zu­rück­grei­fen wird, ist aus Kos­ten­grün­den eher un­wahr­schein­lich. Fest­ge­legt ha­ben sich die Ko­rea­ner da­ge­gen schon in punc­to An­trieb: Der Zwei­li­ter-Tur­bo­ben­zi­ner der Stu­die wird auch das Se­ri­en­mo­dell an­trei­ben, je­doch mit klei­ne­rem Tur­bo­la­der und des­halb we­ni­ger Leis­tung. Bis es so­weit ist, be­trach­ten wir die Stu­die RN30 und träu­men von Leis­tung und Kur­ven – und ein biss­chen vom neu­en i30 N.

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