Glän­zen­der Er­folg

Was tau­gen Cock­pit-Sprays? In un­se­rem ak­tu­el­len Zu­be­hör-Rat­ge­ber müs­sen sich zwölf Pro­duk­te ei­nem har­ten La­bor- und Pra­xis­test stel­len

AUTO ZEITUNG - - FASZINATION · HYUNDAI RN30 -

Be­reits in den frü­hen 60er-Jah­ren ka­men schwar­ze Kunst­stoff­flä­chen an Ama­tu­ren­ta­feln, Kon­so­len und Tür­ver­klei­dun­gen in Mo­de. Ihr Nach­teil: Durch sta­ti­sche Auf­la­dung zie­hen sol­che Ma­te­ria­li­en Staub an, wo­durch sie schnell schmut­zig aus­se­hen. Und das Rei­ni­gen mit ei­nem feuch­ten Tuch hin­ter­lässt un­schö­ne Spu­ren. Dar­über är­ger­te sich auch der 21-jäh­ri­ge – spä­te­re Po­ly­merChe­mi­ker – Joe Pal­cher. Kurz ent­schlos­sen ent­wi­ckel­te der Süd­ka­li­for­ni­er ei­ne „Wund­er­for­mel“und mix­te im Uni-La­bor ein Rei­ni­gungs­mit­tel, das der Ober­flä­che nicht nur al­ten Glanz und Farb­tie­fe zu­rück­gibt, son­dern auch die sta­ti­sche An­zie­hungs­kraft re­du­ziert und so­mit schmutz­ab­wei­send wirkt. Das war die Ge­burts­stun­de von Amor All. In­zwi­schen bie­ten Tank­stel­len, Au­to­tei­le­lä­den, Dis­coun­ter und On­line-Shops ei­ne brei­te Pa­let­te an Kunst­stoff­rei­ni­gern und Tie­fen­pfle­gern in ei­ner brei­ten Preis­span­ne. Wir woll­ten wis­sen, in­wie­weit sich die­se Pro­duk­te un­ter­schei­den und was sie tau­gen. Da­zu kauf­ten wir Mit­tel im Preis­be­reich zwi­schen zwei und 24 Eu­ro ein. Im La­bor- und Pra­xis­test muss­ten sie dann zei­gen, was sie wirk­lich kön­nen. Zu­sätz­lich kon­trol­lier­ten wir Ver­träg­lich­kei­ten so­wie die Hand­ha­bung – und auch der Preis floss mit in die Be­wer­tung ein. Das Er­freu­li­che zu­erst: Al­le ge­tes­te­ten Cock­pit-Rei­ni­ger er­fül­len ih­re Auf­ga­be und be­kom­men von uns so­gar ei­ne Kauf­emp­feh­lung. Die gro­ßen Un­ter­schie­de be­gin­nen je­doch beim Preis – und teu­er heißt hier nicht gleich bes­ser. Die teu­ren Pro­duk­te sind in un­se- rem Test so­gar die Schluss­lich­ter. Me­gui­ar’s Quik In­te­ri­or De­tailer Clea­ner für 11,29 Eu­ro und AERO Im­ma­cu­la­te In­te­ri­or Clea­ner zu 23,99 Eu­ro be­le­gen die vor­letz­ten Plät­ze, und die durch die Au­di-Au­to­häu­ser ver­trie­be­ne Au­di Cock­pit-Pfle­ge für 8,75 Eu­ro lan­det gar auf dem letz­ten Rang. Der Test­sie­ger Cock­pitSpray Fresh von Ca­ram­ba und der zweit­plat­zier­te Ni­grin Cock­pit Spray kos­ten da­ge­gen mit 4,45 Eu­ro bzw. 4,75 Eu­ro nur halb so viel. Das güns­tigs­te Pro­dukt im Test, PrimAu­to Cock­pit Pfle­ge, gibt es be­reits für zwei Eu­ro und bie­tet mit 750 ml fast dop­pelt so viel In­halt wie das teu­ers­te Pro­dukt von AERO. Bei der ei­gent­li­chen Haupt­auf­ga­be, der Rei­ni­gungs­wir­kung, lie­fert der Aral Cock­pit-Spray das bes­te Er­geb­nis – vol­le Punkt­zahl bei al­len ge­prüf­ten Ver­schmut­zungs­ar­ten. Der Clea­ner von AERO, die Cock­pit-Pfle­gen von Li­qui Mo­ly, So­nax und RS 1000 zei­gen da­ge­gen Schwä­chen beim Ent­fer­nen von Ku­li-Stri­chen. Beim Kampf ge­gen Öl und Wa­gen­schmie­re ha­ben al­le bis auf das Aral-Pro­dukt Pro­ble­me. Am schlech­tes­ten schnei­den hier die Kan­di­da­ten von AERO, Au­di, bilo­xxi, Ni­grin und So­nax ab. Wäh­rend Co­la- und Saft-Rück­stän­de für al­le kein Pro­blem dar­stel­len, schwä­chelt fast die Hälf­te al­ler Pro­duk­te beim Be­sei­ti­gen von ein­ge­trock­ne­tem Milch­kaf­fee. Das be­deu­tet: aber­ma­li­ges Ein­sprü­hen und rub­beln. Er­freu­lich: Schlie­ren­bil­dung und un­ge­woll­te Farb­ver­än­de­run­gen tre­ten bei kei­nem Pro­dukt auf. Auch mit ei­nem gleich­mä­ßi­gen Ober­flä­chen­glanz kön­nen sämt­li­che Test­pro­ban­den über­zeu­gen. Zu­dem bie­ten al­le ei­ne nach­weis­ba­re und wir­kungs­vol­le an­ti­sta­ti­sche Wir­kung, die ein er­neu­tes Ver­schmut­zen nach der Rei­ni­gungs-Be­hand­lung hin­aus­zö­gert. Un­se­re La­bor­mes­sun­gen zum wir­kungs­vol­len Schutz vor dem zer­stö­re­ri­schen UV-Licht er­ge­ben klei­ne Dif­fe­ren­zen. Die Hälf­te al­ler Pro­duk­te er­hält die vol­le Punkt­zahl, die Cock­pit- Pfle­ge von Li­qui Mo­ly er­reicht da­ge­gen nur 23 von 30 Punk­ten, und die Au­di

Cock­pit-Pfle­ge, das Ca­ram­ba-Pro­dukt so­wie die Mit­tel von Ni­grin, PrimAu­to und So­nax müs­sen sich mit 25 Punk­ten zuf­rie­den ge­ben. Wich­tig wa­ren uns auch Hand­ha­bung und Ma­te­ri­al­ver­träg­lich­kei­ten: Un­schö­ne Fle­cken auf Tex­til-Pols­tern hin­ter­las­sen Ni­grin und RS 1000. Bei Le­der­sit­zen pat­zen vor al­lem die Pro­duk­te von Aral, Au­di und bilo­xxi. Da­ge­gen sind al­le Pro­duk­te mit Po­lykar­bo­nat (Dis­play) und Gum­mi­tei­len gut ver­träg­lich. Är­ger­lich ist al­ler­dings, wenn die Gum­mi-Fuß­mat­ten mit ein­ge­sprüht wer­den: Dann be­steht Rutsch­ge­fahr. Nur das Pro­dukt von AERO punk­tet hier, wäh­rend spe­zi­ell die Rei­ni­ger von bilo­xxi, Li­qui Mo­ly, Me­gui­ar’s und PrimAu­to schmie­ren. Die bes­te Do­sier­bar­keit bie­tet die Spray-Fla­sche von Ni­grin, dicht ge­folgt von dem Ar­mor All-Be­häl­ter. Die flüs­si­gen Pfle­ger von AERO, Ca­ram­ba, So­nax, Ni­grin las­sen sich am bes­ten ver­tei­len. Die Ge­rü­che rei­chen üb­ri­gens von neu­tral über Ci­trus bis Va­nil­le. An­ge­nehm fällt be­son­ders der Duft des Tie­fen­pfle­gerPio­niers Ar­mor All auf, ste­chend riecht da­ge­gen nur der RS 1000.

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