Ei­ne neue ge­ne­ra­ti­on

Mit dem Con­cept EQ blickt Mer­ce­des in die Zu­kunft. Das Kon­zept­mo­dell steht für ei­ne neue Epo­che bat­te­rie­elek­tri­scher Fahr­zeu­ge im Zei­chen des Sterns

AUTO ZEITUNG - - SPECIAL ELEKTROMOBILITÄT - Ste­fan Mie­te

Bei Mer­ce­des ha­ben sie ei­nen Plan. Des­sen zen­tra­le Bot­schaft lau­tet sa­lopp for­mu­liert in et­wa so: Wer das Au­to er­fun­den hat, soll­te auch das Vor­schlags­recht für des­sen Nach­fol­ger ha­ben. Es geht um nichts we­ni­ger als die Wie­de­rer­fin­dung des Au­to­mo­bils und ei­ne schlüs­si­ge Ant­wort auf die Fra­ge, wie wir mor­gen fah­ren wol­len. Sie lau­tet C-A-S-E. „Die Mo­bi­li­tät der Zu­kunft bei Mer­ce­des­Benz stützt sich auf vier Säu­len“, er­klärt der Vor­stands­vor­sit­zen­de Die­ter Zet­sche die vier Buch­sta­ben. „Con­nec­ted, Au­to­no­mous, Sha­red und Electric. Con­cept EQ bringt all das kon­se­quent zu­sam­men.“Das gleich­na­mi­ge Kon­zept­mo­dell ver­eint sämt­li­che Aspek­te. Es ist ver­netzt, fährt von selbst und – na­tür­lich – elek­trisch. Na­tür­lich? „Ja, emis­si­ons­freie Au­tos sind die Zu­kunft“, be­tont Zet­sche, der mit der Prä­sen­ta­ti­on des spek­ta­ku­lä­ren Elek­tro-SUV auch gleich ei­ne neue Mar­ke ins Kon­zern-Port­fo­lio auf­ge­nom­men hat. Ihr Na­me: EQ.

Ska­lier­ba­re Ar­chi­tek­tur für neue Elek­tro­fahr­zeu­ge

Der im Stil ei­nes sport­li­chen Of­f­roa­ders ge­zeich­ne­te Con­cept EQ fußt auf ei­ner kom­plett neu­en Ar­chi­tek­tur, die spe­zi­ell für bat­te­rie­elek­tri­sche Fahr­zeu­ge ent­wi­ckelt wur­de. Sie gilt als höchst va­ria­bel und soll als tech­ni­sche Ba­sis für ei­ne Viel­zahl ge­plan­ter Elek­tro­mo­del­le die­nen. So kön­nen nicht nur Rad­stand und Spur­wei­te un­ter­schied­lich aus­fal­len, son­dern auch die üb­ri­gen Sys­tem­kom­po­nen­ten wie et­wa die ver­schie­den gro­ßen Bat­te­ri­en. Li­mou­si­nen, Kom­bis, Cou­pés und SUV – al­les ist mög­lich. Um die Son­der­stel­lung der neu­en E-Mo­del­le zu be­to­nen, setzt De-

si­gn­chef Gor­den Wa­ge­ner auf ei­ne ei­gen­stän­di­ge Elek­tro-Äs­t­he­tik: „Es ist ei­ne Neu­in­ter­pre­ta­ti­on un­se­rer Phi­lo­so­phie der sinn­li­chen Klar­heit. Gleich­zei­tig of­fen­bart das auf das We­sent­li­che re­du­zier­te De­sign ei­ne ver­füh­re­ri­sche Pro­gres­si­vi­tät.“Wäh­rend die Gr­und­form des Show­cars ty­pi­sche SUVZü­ge trägt, kenn­zeich­nen ein cou­péar­ti­ger Dach­ver­lauf und ein Shoo­ting Bra­ke-ähn­li­ches Heck das De­sign. Wich­tigs­te Ele­men­te der Elek­tro- Äs­t­he­tik sind die schwarz­glän­zen­de Mo­tor­hau­be und das dun­kel ge­tön­te Pan­o­ra- ma­dach, die – ver­bun­den durch die Wind­schutz­schei­be – op­tisch in­ein­an­der über­ge­hen. Klas­si­sche Au­ßen­spie­gel oder Tür­grif­fe sucht man beim Con­cept EQ ver­ge­bens: Ka­me­ras und be­rüh­rungs­sen­si­ti­ve Be­dien­ele­men­te über­neh­men de­ren Auf­ga­ben.

Ein 24 Zoll gro­ßer TFTBild­schirm in­for­miert

Und auch der In­nen­raum ist ein Be­reich, in dem das ge­ziel­te We­glas­sen ei­nen op­ti­schen Mehr­wert schafft. Statt vie­ler Knöp­fe, Tas­ten und Schal­ter er­folgt die Be­die­nung über Touch­screens. Auf­fäl­ligs­tes De­tail ist ein 53,0 x 11,0 Zen­ti­me­ter gro­ßer Mo­ni­tor, der al­le wich­ti­gen In­for­ma­tio­nen wie Fahr­da­ten, Reich­wei­te und Ge­schwin­dig­keit oder die Kar­ten­dar­stel­lung des Na­vi­ga­ti­ons­sys­tems wie­der­gibt. Der Fah­rer kann die An­zahl der In­for­ma­tio­nen stu­fen­wei­se er­hö­hen oder re­du­zie­ren – ganz nach Wunsch. Vor ei­ner Mer­ce­des-ty­pi­schen Spe­zia­li­tät macht die „Ent­knop­fung“des In­nen­raums frei­lich Halt: Die ei­nem sti­li­sier­ten Sitz nach­emp­fun­de­ne, im obe­ren Be­reich der Tür­ta­feln op­ti­mal plat­zier­te elek­tri­sche Sitz­ein­stel­lung folgt der be­kann­ten Lo­gik und liegt per­fekt zur Hand. Un­ge­wöhn­lich hin­ge­gen ist die Be­die­nung über be­rüh­rungs­emp­find­li­che „Touch Con­trols“in zwei der drei Lenk­rad­spei­chen. Hier kann der Fah­rer durch ver­schie­de­ne Me­nüs na­vi­gie­ren und per Klick Funk­tio­nen auf­ru­fen. Das se­ri­enn­na­he Show­car Con­cept EQ sieht an der Vor­der- und der Hin­ter­ach­se je­weils ei­nen Elek­tro­mo­tor vor. Der An­trieb er­folgt über al­le vier Rä­der mit achs­va­ria­bler Mo­men­ten­ver­tei­lung. Zwi­schen den Ach­sen ist im Fahr­zeug­bo­den die Li­thi­um-Io­nen-Bat­te­rie un­ter­ge­bracht. Sie bie­tet ei­ne Ge­samt­ka­pa­zi­tät von über 70 kWh und wird von Deut­sche ACCU­mo­ti­ve zu­ge­lie­fert, ei­ner Daim­lerToch­ter. Für das Se­ri­en­mo­dell, das En­de des Jahr­zehnts star­ten soll, sind elek­tri­sche An­trie­be mit ei­ner Leis­tung von bis zu 300 kW (408 PS) vor­ge­se­hen. Das ent­spricht bei­na­he der mo­to­ri­schen Wucht ei­ner aus­ge­wach­se­nen S- Klas­se. Zum Ver­gleich: Der 4,7-Li­ter-V8 im S 500 bringt es auf 335 kW (455 PS). Das ma­xi­ma­le Dreh­mo­ment von glat­ten 700 Nm ist so­gar iden­tisch. Und die Reich­wei­te? Bis zu 500 Ki­lo­me­ter fährt der EQ am Stück – voll elek­trisch na­tür­lich.

Ver­glas­ter Front­grill mit weiß be­leuch­te­tem Stern. LEDLicht­lei­ter in „electric blue“. Bo­den­plat­te samt in­te­grier­ter Pri­mär­spu­le zum in­duk­ti­ven La­den der Bat­te­rie

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