AUF ER­FOLGS­KURS

McLa­ren baut erst seit we­ni­gen Jah­ren Stra­ßen-Sport­wa­gen – ist aber schon jetzt sehr er­folg­reich

AUTO ZEITUNG - - WIRTSCHAFT - Mar­tin Ur­ban­ke

Be­reits seit drei Jah­ren ist die 2009 ge­grün­de­te Au­to­mo­ti­ve-Spar­te von McLa­ren nun pro­fi­ta­bel“, bi­lan­ziert Mi­ke Fle­witt. Der Vor­stands­vor­sit­zen­de der bri­ti­schen Sport­wa­genSchmie­de führt dies je­doch we­ni­ger auf die ruhm­rei­che F1-His­to­rie des Renn­stalls zu­rück als viel­mehr auf die Fahr­zeu­ge selbst: „Wir glau­ben lei­den­schaft­lich dar­an, dass un­se­re Fahr­zeu­ge die bes­ten Fah­rer-Au­tos sind.“Auch wenn es ei­ne Viel­zahl von star­ken Wett­be­wer­bern im Seg­ment gä­be, so Fle­witt wei­ter, ha­be man sich von An­fang an dar­auf kon­zen­triert, das mar­ken­ty­pi­sche Fahr­ge­fühl nicht durch Kom­pro­mis­se zu ver­wäs­sern. „ Au­ßer­dem sind wir schein­bar recht gut dar­in, Kun­den an uns zu bin­den“, führt der Bri­te wei­ter aus. Sehr zuf­rie­den zeigt er sich zu­dem über den Er­folg der in die­sem Jahr ein­ge­führ­ten Mo­del­le der Sport Se­ries (540C, 570S, 570GT). Um die Nach­fra­ge zu be­frie­di­gen, ar­bei­tet das 2011 fer­tig­ge­stell­te MPC (McLa­ren Pro­duc­tion Cen­ter) in­zwi­schen im Zwei­schicht-Be­trieb. Bis En­de des Jah­res rech­net Fle­witt erst­mals mit über 3000 Ein­hei­ten.

Bis 2018 er­war­ten die Bri­ten ei­nen wei­te­ren An­stieg auf et­wa 4500 Ein­hei­ten – wo­mit die Ka­pa­zi­tät der Fer­ti­gung dann auch fast voll­stän­dig er­schöpft wä­re.

Mi­ke Fle­witt ver­folgt bis 2022 klar de­fi­nier­te Zie­le

Nach­dem es in den ver­gan­gen fünf Jah­ren galt, das Un­ter­neh­men zum Lau­fen zu brin­gen, blickt Fle­witt nun mit Zu­ver­sicht nach vorn und skiz­ziert sei­ne Stra­te­gie für die nächs­ten fünf Jah­re: Das Un­ter­neh­men in­ves­tiert rund ei­ne Mil­li­ar­de Pfund in die Ent­wick­lung von nicht we­ni­ger als 15 neu­en Mo­del­len und Va­ri­an­ten. Da­bei be­tont Fle­witt, dass McLa­ren sich auch auf ab­seh­ba­re Zeit auf zwei- sit­zi­ge Mit­tel­mo­tor­sport­wa­gen kon­zen­trie­ren wer­de: „Das ist, was wir am bes­ten kön­nen. Da ha­ben un­se­re In­ge­nieu­re groß­ar­ti­ge tech­ni­sche Kom­po­nen­ten ent­wi­ckelt – im­mer mit dem An­spruch, das ul­ti­ma­ti­ve Fah­rer­au­to im je­wei­li­gen Seg­ment zu bau­en.“Bis 2022 soll fer­ner je­der zwei­te McLa­ren Hy­brid­tech­nik nut­zen – man mun­kelt in die­sem Zu­sam­men­hang auch von ei­nem neu­en V6 ne­ben dem haus­ei­ge­nen V8Bi­tur­bo. Die Hy­bri­de sol­len aber nicht nur die Ef­fi­zi­enz op­ti­mie­ren, son­dern man möch­te nach den Er­fah­run­gen mit dem P1 die Vor­tei­le ei­ner li­nea­ren Leis­tungs­ent­fal­tung so­wie des fast ver­zö­ge­rungs­frei­en An­spre­chens auch auf an­de­re Bau­rei­hen über­tra­gen. „Da­bei müs­sen wir je­doch das Ge­wicht im Au­ge be­hal­ten“, so Fle­witt. Ein Hy­brid- oder Elek­tro-Au­to darf nicht schwe­rer sein als ein kon­ven­tio­nel­les Au­to. „Da liegt noch ei­ni­ge Ar­beit vor den In­ge­nieu­ren.“

Der P1-Nach­fol­ger wird ein ex­tre­mer E-Sport­ler

Viel spe­ku­liert wird der­zeit über ei­nen mög­li­chen Nach­fol­ger des P1. Fle­witt setzt hier in ers­ter Li­nie auf ein Elek­tro-Kon­zept, das al­ler­dings eben­so emo­tio­nal sein muss wie bis­her die Ver­bren­ner – und das erst dann in Pro­duk­ti­on ge­hen wird, wenn der tech­no­lo­gi­sche Fort­schritt dem Fahr­zeug fahr­dy­na­mi­sche Qua­li­tä­ten er­mög- licht, die mit der bis­he­ri­gen Tech­no­lo­gie nicht zu er­rei­chen ge­we­sen sind. Ein aus­ge­spro­chen am­bi­tio­nier­tes Ziel. Doch schon für den iko­ni­schen F1 von 1992 hat­te Ron Den­nis sei­ner­zeit höchs­te Er­war­tun­gen an den ge­nia­len Kon­struk­teur Gor­don Mur­ray ge­stellt: „Wenn wir ein sol­ches Au­to bau­en, dann muss es nicht nur der bes­te je da­ge­we­se­ne Sport­wa­gen wer­den, son­dern der

bes­te Sport­wa­gen, der je­mals ge­baut wer­den wird.“Nicht ganz so ehr­gei­zig, aber für die jun­ge Mar­ke den­noch im­mens wich­tig dürf­te der Nach­fol­ger des 650S re­spek­ti­ve der Su­per Se­ries wer­den, des­sen De­büt wir auf dem Gen­fer Sa­lon er­war­ten. Zum De­sign sagt Fle­witt nur: „Sei­en Sie auf ei­ne Über­ra­schung ge­fasst!“Na klar, das sind wir von McLa­ren ja schon ge­wohnt …

Rund­gang durch die McLa­ren-Zen­tra­le im eng­li­schen Wo­king: CEO Mi­ke Fle­witt (blau­es Hemd) er­klärt AZChef­re­dak­teur Vol­ker Ko­erdt (l.) und AZRe­dak­teur Mar­tin Ur­ban­ke (2.v.l.) sei­ne Stra­te­gie und ver­spricht 15 Neu­hei­ten in fünf Jah­ren

Mit den drei Mo­del­len der Sport Se­ries stieg die Pro­duk­ti­on 2016 auf über 3000 Au­tos pro Jahr

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