Per­fek­ti­on braucht so ih­re Zeit

AUTO ZEITUNG - - TECHNIK -

Bei der Hoch­zeit wird der Hin­ter­bau mit dem Kol­he­fa­ser-Mo­no­co­que des Vor­der­wa­gens ver­schraubt – jetzt nur auf­pas­sen, dass bei die­sem hoch­kom­ple­xen Hy­per-Tech­no­lo­gie-Puz­zle ja nichts aus der Rei­he läuft: Hin­ter­her wie­der aus­ein­an­der­schrau­ben müs­sen, weil am En­de noch ein ver­ges­se­nes Teil in den gro­ßen Ma­te­ri­al-Wa­gen liegt, geht kaum. Es folgt das In­te­ri­eur, das in die­sem Sta­tus ein we­nig aus­sieht wie ein An­zug beim Schnei­der: un­fer­tig, of­fe­ne Ka­bel­bäu­me, Schon­über­zü­ge. Dann wird dem Au­to per Kon­zern-In­ter­net ei­ne See­le her­un­ter­ge­la­den, in die Elek­tro­nik ge­spielt und in­ner­halb von zwei bis drei St­un­den ak­ti­viert. Ab auf den Rol­len­prüf­stand: To­ben­der Fahr­zeug­check bis 200 km/ h (im Ste­hen), erst da­nach wer­den die bis da­hin auf gro­ße Ge­stel­le ge­spann­ten Ka­ros­se­rie-Ele­men­te mon­tiert – und gleich wie­der ab­ge­deckt. Der Lack soll bei den nun fol­gen­den um­fang­rei­chen Fahr­tests ja kei­nen Krat­zer ab­be­kom­men. Fo­lie run­ter, sau­ber ma­chen, Was­ser­dich­tig­keits­test in der Mon­sun-Kam­mer, wie­der wa­schen, po­lie­ren, dann sechs St­un­den Qua­li­tät­scheck. Am En­de schaut der Chef per­sön­lich vor­bei – oh­ne das O.k. von Bu­gat­ti-Ge­ne­ral­di­rek­tor Chris­to­phe Pio­chon rollt kein Chi­ron vom Hof. Und erst jetzt ge­hört er wirk­lich Ih­nen. Sie be­nei­dens­wer­ter Glücks­pilz!

Ner­ven­sa­che: So­bald sich die bei­den Fahr­zeug­hälf­ten ge­fun­den ha­ben, geht es ans Ver­drah­ten und Ver­bin­den. Ka­bel­bäu­me wach­sen zu­sam­men, Lei­tun­gen für Sprit, Öl und Kühl­flüs­sig­keit wer­den durch­ge­zo­gen

auf die hin­te­re Fahr­zeug­hälf­te mit dem rie­si­gen wenn in Mols­heim ein Chi­ron ent­steht

Die Kon­di­tio­nie­rung der Fahr­zeu­ge­lek­tro­nik dau­er­te beim Vey­ron noch Ta­ge – der Chi­ron hat sein Be­wusst­sein nach St­un­den

Aus­geh­fein ma­chen für Per­for­mance-Tests: Bu­gat­ti checkt je­den Chi­ron auf der Stra­ße und ab­ge­sperr­tem Ge­län­de bis über 300 km/h

AU­TO ZEITUNGAu­tor Riegs­in­ger als Bei­fah­rer: „Erst wenn man beim Be­schleu­ni­gen be­wusst­los wird, ist ein Au­to wirk­lich schnell“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.