BMW X1 xD­ri­ve18d

Den An­griff der Neu­auf­la­ge des Best­sel­lers VW Ti­gu­an kann der BMW X1 pa­rie­ren und sam­melt da­bei mit grö­ße­ren fahr­dy­na­mi­schen Ta­len­ten ent­schei­den­de Punk­te

AUTO ZEITUNG - - INHALT - El­mar Sie­pen

ge­gen Ford Ku­ga 2.0 TDCi 4x4, Hy­un­dai Tuc­son 2.0 CRDi 4WD, VW Ti­gu­an 2.0 TDI SCR 4Mo­ti­on

D ie ers­te Ge­ne­ra­ti­on des VW Ti­gu­an hat­te sich über die Jah­re hin­weg zum best­ver­kauf­ten Kom­pakt-SUV in Deutsch­land ent­wi­ckelt. Klar, dass das neue Mo­dell naht­los an die­sen Er­folg an­knüp­fen soll. Die da­für nö­ti­gen Qua­li­tä­ten bringt der Ti­gu­an zwei­fel­los mit. Aber die Kon­kur­renz ist nicht von Pap­pe: Nicht zu­letzt BMW ge­lang mit der 2015 vor­ge­stell­ten Neu­auf­la­ge des X1 ein Voll­tref­fer. Ei­ne gro­ße Stär­ke des Mün­che­ners liegt da­bei in der Fahr­dy­na­mik. Auch dank der op­tio­na­len, sehr fein­füh­li­gen va­ria­blen Sport­len­kung lenkt er za­ckig ein und bleibt auch bei ho­hen Kur­ven­ge­schwin­dig­kei­ten weit­ge­hend neu­tral, be­vor das Sta­bi­li­täts­pro­gramm DSC spät, aber recht­zei­tig ein­greift. Beim deut­lich kopf­las­ti­ge­ren Ti­gu­an hin­ge­gen muss der elek­tro­ni­sche

Hel­fer deut­lich frü­her agie­ren, macht dies aber sehr fein­füh­lig. Das un­ter­steu­ern­de Fahr­ver­hal­ten kos­tet auf dem Hand­ling­kurs aber wert­vol­le Zeit, die Stre­cke um­run­det der Wolfs­bur­ger gleich schnell wie der 14 PS schwä­che­re Hy­un­dai Tuc­son mit zu­dem tei­gi­ger und da­mit recht un­prä­zi­ser Len­kung. Der Ford Ku­ga, der kurz vor ei­nem Face­lift steht, wie­der­um wird ziem­lich en­er­gisch von sei­nem ESP ein­ge­bremst. Best­wer­te er­zielt der BMW X1 bei den Ver­zö­ge­rungs­mes­sun­gen. Für den Stopp aus 100 km/ h be­nö­tigt er mit kal­ter Brems­an­la­ge 34,5 Me­ter, bei war­men Schei­ben und Be­lä­gen nur 33,5 Me­ter – das ist je­weils min­des­tens ein Me­ter we­ni­ger als bei den drei Kon­kur­ren­ten. Das Fahr­dy­na­mik-Ka­pi­tel ent­schei­det der X1 da­mit deut­lich für sich, und hat auch im Be­reich Mo­tor/Ge­trie­be leicht die Na­se vorn. Zwar muss er sich bei der Be­schleu­ni­gung auf Land­stra­ßen-Tem­po dem Ti­gu­an (9,0 s) um ei­ne hal­be Se­kun­de ge­schla­gen ge­ben, ist da­für mit ei­ner Höchst­ge­schwin­dig­keit von 204 km/ h et­was schnel­ler auf der Au­to­bahn. In den üb­ri­gen drei Be­wer­tungs­be­rei­chen hat der BMW hin­ge­gen das Nach­se­hen ge­gen­über dem Ti­gu­an – aber zu­meist nur ver­hält­nis­mä­ßig knapp. So ha­ben bei­spiels­wei­se Fah­rer und Bei­fah­rer im BMW spür­bar we­ni­ger Platz als im Ti­gu­an und müs­sen sich auch beim Ge­päck deut­lich stär­ker ein­schrän­ken (Kof­fer­raum­vo­lu­men BMW: 505 – 1550 l, VW: 615 – 1655 l). Sie kön­nen sich da­für aber an der bes­se­ren Ma­te­ri­al- und Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät im In­te­ri­eur er­freu­en und ge­nie­ßen auf den auf­preis­pflich­ti­gen Sport­sit­zen (490 Eu­ro) des BMW den bes­ten Sitz­kom­fort in­ner­halb des Quar­tetts. Die Fond­pas­sa­gie­re hin­ge­gen sit­zen im Ti­gu­an am be­quems­ten. Auch fe­dert der mit ad­ap­ti­ven Dämp­fern (DCC, 1045 Eu­ro) aus­ge­stat­te­te Wolfs­bur­ger fein­füh­li­ger als der Rest des Test-Fel­des. Beim Grund­preis ist der Ti­gu­an (32.025 Eu­ro) fast 3000 Eu­ro güns­ti­ger als der BMW (34.900 Eu­ro). Da zur Be­wer­tung aber die test­re­le­van­te Aus­stat­tung mit ein­ge­rech­net wird, schmilzt der Vor­sprung des Nord­deut­schen auf nicht mal 900 Eu­ro zu­sam­men. In der End­ab­rech­nung fährt der BMW X1 mit dem 150-PS-Die­sel so­mit ei­nen knap­pen Sieg ein.

Der BMW X1 über­zeugt mit sei­ner sehr fein­füh­li­gen va­ria­blen sport­len­kung

Sehr gu­te Er­go­no­mie und no­bles Am­bi­en­te in­klu­si­ve hoch­auf­lö­sen­dem Bild­schirm

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