Por­sche Pan­ame­ra

Im Seg­ment die­ser kraft­strot­zen­den Li­mou­si­nen zählt vor al­lem ei­nes: Leis­tung. Den­noch for­dert der neue Por­sche die 600-PS-Ri­va­len mit „nur“550 PS her­aus

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Mar­tin Ur­ban­ke

ge­gen Au­di RS 7 Per­for­mance, BMW M6 Gran Cou­pé, Ca­dil­lac CTS-V

Mag es auf den ers­ten Blick un­fair er­schei­nen, dass der kom­plett neue Por­sche Pan­ame­ra Tur­bo mit ei­nem ver­meint­lich kla­ren Leis­tungs­man­ko ins Ren­nen um die Kro­ne als bes­te Sport­li­mou­si­ne star­tet, so er­weist sich ein­mal mehr, dass die PS-An­ga­be al­lein nicht ent­schei­dend ist. Zu­mal die Ent­wick­ler nicht nur die Sport­lich­keit im Vi­sier hat­ten, son­dern der zwei­ten Pan­ame­ra-Ge­ne­ra­ti­on auch mehr Kom­fort, Platz und Con­nec­tivi­ty, aber we­ni­ger Ver­brauch ins Las­ten­heft ge­schrie­ben ha­ben. Die neue Ka­ros­se­rie hält am Kon­zept mit gro­ßer Heck­klap­pe und vier­sit­zi­ger Be­stuh­lung fest, bie­tet aber tat­säch­lich mehr Raum als die des Vor­gän­gers und über­trumpft die Ri­va­len fühl­bar. Da­bei lässt der Por­sche die Zweck­mä­ßig­keit kei­nes­wegs au­ßer Acht, son­dern of­fe-

riert auch ei­ne enor­me Zu­la­dung von 543 Ki­lo. Falls das nicht reicht, kann er als ein­zi­ger in die­sem Quar­tett so­gar mit ei­ner An­hän­ger­kupp­lung (bis 2,2 Ton­nen, opt.) auf­war­ten. Der RS 7 Sport­back er­weist sich eben­falls als sehr ge­räu­mig, an Bord von BMW und Ca­dil­lac stößt man am ehes­ten ir­gend­wo an. Mit dem luf­ti­gen In­nen­raum schafft der neue Pan­ame­ra bes­te Vor­aus­set­zun­gen für ma­xi­ma­len Fahr­kom­fort, der durch die ad­ap­ti­ven Sport­sit­ze (1404 Eu­ro) wir­kungs­voll un­ter­stützt wird: Die Pols­ter um­schlie­ßen oh­ne ein­zu­en­gen und ent­las­ten die Mus­ku­la­tur, so­dass man selbst nach lan­gen Etap­pen ent­spannt aus­steigt. Das ad­ap­ti-ve Luft­fe­der-Fahr­werk mit den op­tio­na­len 21-Zoll-Rä­dern (3284 Eu­ro) spricht bei nied­ri­gem Tem­po zwar et­was harsch an, bie­tet je­doch be­acht­li­che Re­ser­ven und zeigt sich pe­ni­bel ab­ge­stimmt. Die drei Kon­tra­hen­ten ha­ben durch­weg ei­ne spür­bar straf­fe­re Gr­und­ab­stim­mung – und sind akus­tisch prä­sen­ter. Das heißt na­tür­lich nicht, dass der eben­falls kom­plett neu ent­wi­ckel­te Vier­li­ter-V8-Bi­tur­bo im Por­sche kei­nen an­ge­mes­sen fas­zi­nie­ren­den Sound ent­fes­seln wür­de. Im Ge­gen­teil. Al­ler­dings lässt sich die In­ten­si­tät per Tas­ten­druck (und Gas­pe­dal) je nach Wunsch do­sie­ren. Auf je­den Fall legt der Mo­tor im Tur­bo-Pan­ame­ra ei­ne mus­ter­gül­ti­ge Lauf­ru­he an den Tag und bie­tet zu­dem ei­ne na­he­zu per­fekt Kraft­ent­fal­tung. Er hängt je­der­zeit spon­tan am Gas, baut ei­nen enor­men Schub auf und dreht mit Leich­tig­keit bis auf 6800 Tou­ren. Ge­nau­so über­zeu­gend: das neu­er­dings acht­stu­fi­ge Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be. Und: Ob­wohl schwers­tes Au­to im Test, ver­braucht der Por­sche mit 12,8 Li­tern am we­nigs­ten Treib­stoff. Durs­tigs­ter ist der CTS-V, des­sen Cor­vet­te-Mo­tor 15,8 Li­ter ver­feu­ert. Die Fahr­dy­na­mik des neu­en Pan­ame­ra? Über­ra­gend. Best­zei­ten in Hand­ling und Sla­lom, prä­zi­se und agi­le All­rad-Len­kung (2047 Eu­ro), op­ti­ma­le Trak­ti­on, spie­le­risch leich­te Be­herrsch­bar­keit – al­les su­per. Ein Ex­tra-Lob ge­bührt der Kar­bon-Ke­ra­mik-Brem­se (8937 Eu­ro), die sich punkt­ge­nau do­sie­ren lässt und den Bu­si­ness-Bo­li­den nach nur 33,7 m (kalt) bzw. 30,8 m (warm) aus 100 km/ h zum Still­stand bringt.

be­ein­dru­ckend, mit wel­cher Leich­tig­keit der Por­sche blitz­schnell fährt

Das neu­ar­ti­ge Be­di­en­kon­zept schafft Klar­heit im ge­räu­mi­gen Pan­ame­ra-Cock­pit

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