BMW 730d

Der BMW 730d hat beim Ge­wicht ab­ge­speckt und tech­nisch kräf­tig nach­ge­legt. Das bringt ihm im Du­ell mit der Mer­ce­des S-Klas­se in mehr­fa­cher Hin­sicht wich­ti­ge Vor­tei­le

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Micha­el God­de

ge­gen Mer­ce­des S 350 d

W eni­ger Ge­wicht, mehr Klas­se: So lässt sich der neue 7er kurz und knapp be­schrei­ben. Auch wenn die Ge­wichts­dif­fe­renz von 120 kg (Leer­ge­wicht Test: BMW 1927 kg; Mer­ce­des 2047 kg) zwi­schen die­sen bei­den Lu­xus­li­mou­si­nen ge­ring er­scheint, wirkt sie sich doch in vie­len Be­reich aus. Das be­ginnt mit der Ef­fi­zi­enz der bei­den Dreili­ter-Tur­bo­die­sel­trieb­wer­ke. Der Rei­hen­sechs­zy­lin­der des 7er lässt die­sen nicht nur in 5,9 Se­kun­den aus dem Stand auf 100 km/ h sprin­ten (S-Klas­se: 6,8 s), mit ei­nem Test­ver­brauch von 7,5 Li­ter Die­sel kon­su­miert er zu­dem auf 100 Ki­lo­me­tern 1,2 Li­ter we­ni­ger als der Mer­ce­des-V6. In Kom­bi­na­ti­on mit dem grö­ße­ren Tank re­sul­tiert dar­aus ei­ne 235 Ki­lo­me­ter grö­ße­re Reich­wei­te – ge­ra­de im Seg­ment der Lu­xus-Rei­se­li­mou­si­nen ein wich­ti­ges Ar­gu­ment. Beim Fahr­kom­fort hin­ge­gen be­geg­nen sich der Mer­ce­des, der die et­was be­que­me­ren Vor­der­sit­ze bie­tet, und der BMW, auf des­sen Fond­bank die Pas­sa­gie­re an­ge­neh­mer rei­sen, auf Au­gen­hö­he. Die se­ri­en­mä­ßi­gen Luft­fe­de­run­gen bei­der Kan­di­da­ten glei­chen Une­ben­hei­ten je­der Art äu­ßerst sou­ve­rän aus. Erst bei ex­trem schlech­ten Stra­ßen­zu­stän­den kris­tal­li­siert sich das bes­se­re An­sprech­ver­hal­ten des Bay­ern im Ver­gleich zum mit­un­ter stö­ßig agie­ren­den Schwa­ben her­aus. Bei der Fahr­dy­na­mik fal­len die Un­ter­schie­de dann wie­der deut­lich grö­ßer aus. Auch dank der All­rad-Len­kung mit ih­rem glas­kla­ren Feed­back lässt sich der BMW 7er aus­ge­spro­chen prä­zi­se über kur­ven­rei­che Pis­ten di­ri­gie­ren. Hin­zu kom­men ei­ne gu­te Trak­ti­on, ein brei­ter Grenz­be­reich, das fein­füh­lig re­geln­de Sta­bi­li­täts­sys­tem so­wie die bes­se­ren Brems­wer­te. Da ein Groß­teil des Mer­ce­des­Mehr­ge­wichts auf des­sen Vor­der­ach­se drückt, schiebt er über die­se stär­ker zum äu­ße­ren Kur­ven­rand, was wie­der­um ein stär­ke­res Ein­grei­fen der Re­gel­sys­te­me nach sich zieht. Die Vor­tei­le bei Ef­fi­zi­enz, Fahr­dy­na­mik und Kom­fort er­kauft sich der BMW al­ler­dings zu­min­dest teil­wei­se auch mit­hil­fe auf­preis­pflich­ti­ger Op­tio­nen. Trotz des fast iden­ti­schen Grund­prei­ses steht so­mit un­ter Be­rück­sich­ti­gung der test­re­le­van­ten Ex­tras ein Preis­vor­teil von 4660 Eu­ro für den Mer­ce­des zu Bu­che. Hin­zu kom­men im Kos­ten­ka­pi­tel ei­ne leicht bes­se­re Wert­ver­lust­pro­gno­se und um­fang­rei­che­re Ga­ran­tie­leis­tun­gen.

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