Der tra­di­ti­ons­rei­che Zu­lie­fe­rer Scha­eff­ler zeigt be­reits jetzt kon­kre­te Lö­sun­gen in punc­to Elek­tri­fi­zie­rung oder Bio-Hy­brid für die Mo­bi­li­tät von mor­gen

Das Au­to von mor­gen fährt elek­trisch, au­to­nom und ist ver­netzt. Schon heu­te zeigt der tra­di­ti­ons­rei­che Zu­lie­fe­rer Scha­eff­ler kon­kre­te tech­ni­sche Lö­sun­gen, die den Weg in die­se Zu­kunft be­rei­ten

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Jür­gen Voigt

Mit der täg­lich zu­neh­men­den Di­gi­ta­li­sie­rung und Ver­net­zung ver­än­dern sich un­ser Le­ben und un­ser All­tag – in ei­nem Tem­po, das vor ein paar Jah­ren noch kei­ner für mög­lich ge­hal­ten hat. Un­ser täg­li­ches Le­ben wie­der­um ist ge­prägt von Mo­bi­li­tät, und wem zu die­sem The­ma aus­schließ­lich das Au­to ein­fällt, der soll­te sei­nen Ho­ri­zont ein we­nig er­wei­tern. Das hat der welt­weit ak­ti­ve Zu­lie­fe­rer Scha­eff­ler längst ge­tan und bil­det be­reits kon­kre­te Sze­na­ri­en für die ver­netz­te Mo­bi­li­tät von mor­gen ab. Dass sich die di­gi­ta­le Welt im­mer en­ger mit dem tra­di­tio­nel­len Au­to­bau ver­bin­det, wird mitt­ler­wei­le re­gel­mä­ßig zum Jah­res­an­fang deut­lich, wenn sich na­he­zu sämt­li­che Fahr­zeug­her­stel­ler und Zu­lie­fe­rer auf der Elek­tro­nik­mes­se CES in Las Ve­gas ver­sam­meln. So auch Scha­eff­ler. Ver­netzt, au­to­nom und elek­trisch – da sind sich die Ex­per­ten ei­nig – sind die Trends, die das Au­to der Zu­kunft aus­ma­chen. Das sieht auch Scha­eff­ler-Tech­no­lo­gie-Vor­stand Pro­fes­sor Pe­ter Gutz­mer so: „Die Au­to­mo­bil­in­dus­trie

be­fin­det sich in ei­nem dra­ma­ti­schen Wan­del, den wir als Ent­wick­lungs­part­ner be­glei­ten. Wir zei­gen, wie die Vi­sio­nen von au­to­ma­ti­sier­tem Fah­ren, Elek­tri­fi­zie­rung und Ver­net­zung in die Rea­li­tät um­zu­set­zen sind.“

Maß­ge­schnei­der­te Mo­bi­li­täts­lö­sun­gen wie der Bio-Hy­brid sind ge­fragt

Dass sich die Mo­bi­li­tät ins­be­son­de­re in den im­mer dich­ter be­sie­del­ten ur­ba­nen Räu­men längst nicht mehr auf das Au­to kon­zen­triert, liegt auf der Hand. Dies führt zu maß­ge­schnei­der­ten Lö­sun­gen, et­wa dem von Scha­eff­ler vor­ge­stell­ten Bio-Hy­bri­den – im Grun­de ein Elek­tro-Fahr­rad mit vier Rä­dern und Wet­ter­schutz. Da­zu kom­men ro­bo­ter­ar­ti­ge Bus­se, die die Fahr­gäs­te voll­au­to­nom und elek­trisch ans Ziel brin­gen. An­ge­trie­ben wer­den die­se Trans­por­ter von se­ri­en­rei­fen E-Mo­to­ren, die Scha­eff­ler raum­spa­rend und en­er­gie­ef­fi­zi­ent in den Rä­dern un­ter­bringt und so mög­lichst viel Raum für Pas­sa­gie­re und Nutz­last lässt. Das sind kei­ne aus der Luft ge­grif­fe­nen Hirn­ge­spins­te, son­dern Scha­eff­ler ver­fügt hier über das Know­how und die Mit­tel, sol­che neu­en Mo­bi­li­täts­lö­sun­gen als Part­ner der Au­to­mo­bil­in­dus­trie in­ner­halb re­la­tiv kur­zer Zeit in die Rea­li­tät um­zu­set­zen. Doch zu ei­ner funk­tio­nie­ren­den Mo­bi­li­täts­lö­sung kommt es erst durch die Ver­knüp­fung der ein­zel­nen Trans­port­mög­lich­kei­ten – vom Elek­tro-Skate­board über den Pkw bis hin zur Hoch­ge­schwin­dig­keits­bahn. Ver­knüp­fung be­deu­tet in je­dem Fall das Er­fas­sen, Aus­tau­schen und Auf­be­rei­ten von Da­ten und sehr gro­ßen Da­ten­men­gen. Bei Scha­eff­ler nimmt die Zu­kunft zum Bei­spiel auch durch die stra­te­gi­sche Part­ner­schaft mit dem EDV-Rie­sen IBM kon­kre­te For­men an. Ge-

„Wir skiz­zie­ren kei­ne abs­trak­ten Vi­sio­nen, wir be­sit­zen die Fä­hig­keit, Pro­duk­te Rea­li­tät wer­den zu las­sen“Prof. Pe­ter Gutz­mer Tech­no­lo­gie-Vor­stand, Scha­eff­ler

mein­sam soll ei­ne di­gi­ta­le Platt­form auf­ge­baut wer­den als Fun­da­ment für die Ver­ar­bei­tung von gro­ßen Da­ten­men­gen. Ei­ne eng­ma­schi­ge, da­bei weit­rei­chen­de und leis­tungs­fä­hi­ge Ver­net­zung ist schon heu­te Gr­und­vor­aus­set­zung für au­to­ma­ti­sier­te, sich selbst or­ga­ni­sie­ren­de Pro­zes­se („In­dus­trie 4.0“) und er­öff­net un­ge­ahn­te wei­te­re Mög­lich­kei­ten, auch oder be­son­ders für ei­nen boo­men­den Mecha­nik-Spe­zia­lis­ten wie Scha­eff­ler. Schon jetzt kom­men Bau­tei­le wie La­ger und Kupp­lun­gen in den ver­schie­dens­ten Ar­ten von Ma­schi­nen, Fahr­zeu­gen und sons­ti­gen Trans­port­mit­teln zum Ein­satz. Die­se Kom­po­nen­ten wä­ren – mit ent­spre­chen­der Sen­so­rik aus­ge­stat­tet – in der La­ge, in ei­nem kon­kur­renz­los eng­ma­schi­gen Netz Da­ten zu er­fas­sen und über ei­ne leis­tungs­fä­hi­ge In­ter­net­ver­bin­dung wei­ter­zu­ge­ben. „Das Au­to wird Teil des In­ter­nets der Din­ge“, sagt Gutz­mer vor­aus. Das kön­nen In­for­ma­tio­nen über den Be­triebs­zu­stand ei­ner Ma­schi­ne bis hin zur Er­fas­sung ei­nes dro­hen­den De­fekts sein, aber auch Da­ten über die In­fra­struk­tur, zum Bei­spiel ein Schlag­loch, das über die Sen­so­rik im elek­tro­me­cha­nisch ar­bei­ten­den Wank­sta­bi­li­sa­tor er­fasst wur­de. Oder in­tel­li­gen­te Rad­la­ger könn­ten zum Bei­spiel den Zu­stand ei­nes Stra­ßen- bzw. Schie­nen­net­zes prak­tisch in Echt­zeit ge­ne­rie­ren und dar­stel­len. Aus die­ser weit­rei­chen­den Er­fas­sung und Be­wer­tung von Ma­schi­nen und Struk­tu­ren kann auch ein um­fang­rei­ches Ge­schäfts­feld ent­ste­hen. Denn wer ei­nen mög-

li­chen De­fekt früh­zei­tig er­kennt, kann sich auch recht­zei­tig und zu­ver­läs­sig um des­sen Be­he­bung küm­mern und dies als Di­enst­leis­tung an­bie­ten. Dem star­ken Trend zur Elek­tri­fi­zie­rung un­se­rer mo­bi­len Welt trägt Scha­eff­ler be­reits heu­te Rech­nung, und da­mit ist nicht nur das star­ke En­ga­ge­ment in der For­mel E ge­meint. In vie­len Se­ri­en­fahr­zeu­gen steckt be­reits in­tel­li­gen­te Elek­tro-Mecha­nik von Scha­eff­ler, wie zum Bei­spiel der leis­tungs­fä­hi­ge und en­er­gie­ef­fi­zi­ent ar­bei­ten­de ak­ti­ve Wank­sta­bi­li­sa­tor, der auch im Ver­bund mit ei­nem 48-Volt-Teil­b­ord­netz be­trie­ben wer­den kann. Die 48-Volt-Tech­nik er­öff­net wei­te­re Mög­lich­kei­ten der Hy­bri­di­sie­rung, et­wa die elek­tri­sche Hin­ter­ach­se im Scha­eff­ler Con­cept­car, die dau­er­haft ei­ne elek­tri­sche Leis­tung von 20 kW so­wie ein An- fahr­mo­ment von 2000 Nm auf­bringt. Zu­dem er­laubt die E-Ma­schi­ne ei­ne ef­fi­zi­en­te Brem­s­ener­gie­rück­ge­win­nung. Das Ent­kop­peln des An­triebs zum an­triebs­lo­sen „Segeln“auch ober­halb von 70 km/ h ist hier eben­falls mög­lich. In Ver­bin­dung mit ei­nem kon­ven­tio­nel­len Vor­der­rad­an­trieb rea­li­siert die in­te­grier­te E-Hin­ter­ach­se zu­dem auf ele­gan­te Art ei­nen ver­lust­ar­men All­rad­an­trieb. Die 48-Volt-Tech­nik wird sich wei­ter ver­brei­ten, auch zum Be­trei­ben von leis­tungs­star­ken Mild-Hy­brid-An­trie­ben in­klu­si­ve kom­for­ta­bler Start-Stopp-Funk­ti­on so­wie für den An­trieb von elek­tri­schen Tur­bo­la­dern. Da­mit ist Scha­eff­ler be­reits in der La­ge, kon­ven­tio­nel­le An­trie­be be­deu­tend ef­fi­zi­en­ter und schad­stoff­är­mer zu ma­chen. Wich­tig ist hier stets, neue Tech­no­lo­gi­en ei­nem mög­lichst gro­ßen Kun­den­kreis zu ver­tret­ba­ren Kos­ten zu­gäng­lich zu ma­chen. Da­zu zählt die au­to­ma­tisch be­tä­tig­te Kupp­lung e-clutch, die auch in ei­nem hand­ge­schal­te­ten Fahr­zeug das en­er­gie­ef­fi­zi­en­te an­triebs­lo­se „Segeln“er­mög­licht. Sol­che prag­ma­ti­schen Tech­no­lo­gi­en ha­ben bei Scha­eff­ler al­so eben­so ih­re Be­deu­tung wie kom­ple­xe Zu­kunfts-Sze­na­ri­en.

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Auch das ist die Welt von Scha­eff­ler: das Kon­trol­lie­ren von rei­bungs­lo­sen, sich selbst or­ga­ni­sie­ren­den Pro­duk­ti­ons­pro­zes­sen (In­dus­trie 4.0)

Sen­sor-La­ger er­fas­sen den Be­triebs­zu­stand der Ma­schi­ne und über­mit­teln die Da­ten über ei­ne Cloud

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