SUV BMW X3 · Ford Edge · Hy­un­dai San­ta Fe Mer­ce­des GLC · Sko­da Ko­diaq · VW Ti­gu­an

Der neue Sko­da Ko­diaq schickt sich mit sei­ner cle­ve­ren Mix­tur aus Raum­aus­nut­zung, Prak­ti­ka­bi­li­tät und Kom­fort an, die Her­zen der SUV-Fans zu er­obern. Der Weg an die Spit­ze des Seg­ments führt aber über bä­ren­star­ke Geg­ner …

AUTO ZEITUNG - - INHALT - [ TEXT Mar­cel Küh­ler FOTOS Klaus Hu­ber-Abend­roth ]

Sko­da hat sich lan­ge Zeit ge­las­sen mit sei­nem ers­ten gro­ßen All­rad­ler. Doch nun will der neue Ko­diaq das hart um­kämpf­te SUV-Seg­ment auf­mi­schen. Sei­ne größ­ten Vor­zü­ge: die prak­ti­sche Ka­ros­se­rie, die um­fang­rei­che Si­cher­heits­aus­stat­tung und die Sko­da-ty­pisch volks­na­he Preis­ge­stal­tung. Reicht das, um die eta­blier­ten Kon­kur­ren­ten aus­zu- ste­chen? Ge­gen den 190 PS star­ken Ko­diaq 2.0 TDI 4x4 in den Ring stei­gen der tech­nisch eng Ver­wand­te, eben­falls 190 PS kräf­ti­ge VW Ti­gu­an 4Mo­ti­on 2.0 TDI, der läs­si­ge Ford Edge 2.0 TDCI 4x4 mit 210 PS so­wie der ko­rea­ni­sche Rou­ti­nier Hy­un­dai San­ta Fe 2.2 CRDi 4WD (200 PS). Kom­plet­tiert wird das Test­feld durch die bei­den ed­len Pre­mi­um-Mo­del­le BMW X3 xD­ri­ve20d (190 PS) und Mer­ce­des GLC 250 d 4Ma­tic (204 PS).

Ka­ros­se­rie

Um es gleich vor­weg­zu­neh­men: Je­des der sechs SUV bie­tet ge­nü­gend Raum, um min­des­tens vier Er­wach­se­ne jed­we­der Sta­tur auch auf lan­gen Stre­cken art­ge­recht un­ter­zu­brin­gen. Den­noch ver­fügt der Ko­diaq, der auf der ver­län­ger- ten Ar­chi­tek­tur des VW Ti­gu­an auf­baut und für 750 Eu­ro Auf­preis auch als Sie­ben­sit­zer er­hält­lich ist, als Al­lein­stel­lungs­merk­mal über ei­ne Bein­frei­heit im Fond, die selbst ge­stan­de­nen Chauf­feur­sLi­mou­si­nen zur Eh­re ge­rei­chen wür­de. Doch das ist bei Wei­tem nicht der ein­zi­ge Plus­punkt des tsche­chi­schen Neu­lings. Pfif­fi­ge De­tails wie der aus­klapp­ba­re Tür-

kan­ten­schutz – ei­ne Ford-Er­fin­dung, auf die der Edge er­staun­li­cher­wei­se ver­zich­tet – oder die zahl­rei­chen Abla­ge­mög­lich­kei­ten be­wei­sen, wie am­bi­tio­niert die Tsche­chen den Ein­stieg in die für sie bis da­to frem­de Klas­se an­ge­hen. Und auch das Kof­fer­raum­vo­lu­men stellt mit bis zu 2065 Li­ter Fas­sungs­ver­mö­gen al­les bis­her im Kompakt- be­zie­hungs­wei­se Mit-

tel­klas­se-SUV-Seg­ment Da­ge­we­se­ne in den Schat­ten. Al­ler­dings ent­steht beim Um­le­gen der Rück­sitz­leh­nen ei­ne Stu­fe im Ge­päck­raum, die das Ver­stau­en lan­ger Ge­gen­stän­de er­schwert. Ab­hil­fe schafft ein op­tio­na­ler va­ria­bler La­de­bo­den (160 Eu­ro), der den Hö­hen­un­ter­schied aus­gleicht. Un­ser Test­wa­gen hat die­se Op­ti­on je­doch nicht an Bord. Apro­pos Va­ria­bi­li­tät: Wie auch der Hy­un­dai San­ta Fe und der VW Ti­gu­an ver­fügt der Ko­diaq über ei­ne ver­schieb­ba­re, drei­tei­li­ge Rück­bank. Dar­über hin­aus las­sen sich die bei­den letzt­ge­nann­ten Kon­zern­brü­der mit ei­ner um­leg­ba­ren Bei­fah­rer­sitz­leh­ne or­dern. Die Pre­mi­um-SUV von BMW und Mer­ce­des ver­fü­gen zwar eben­falls über drei­ge­teilt um­leg­ba­re Fond­sitz­leh­nen, ver­schieb­bar sind ih­re Sitz­flä­chen in Rei­he zwei je­doch nicht. Schluss­licht in Sa­chen Va­ria­bi­li­tät ist der Ford Edge, der le­dig­lich ei­ne zwei­ge­teilt um­leg­ba­re Rück­bank oh­ne Ver­schie­be­mög­lich­keit be­inhal­tet. Zu­dem eig­net sich der seit 2016 in Deutsch­land an­ge­bo­te­ne Edge mit ei­ner ma­xi­ma­len An­hän­ge­last von ge­ra­de ein­mal 2000 Ki­lo­gramm am we­nigs­ten als Zug­fahr­zeug. Er­freu­lich hin­ge­gen: Der gro­ße Ford bie­tet be­reits se­ri­en­mä­ßig ein üp­pi­ges Sor­ti­ment an Si­cher­heits­sys­te­men. So ge­hö­ren bei ihm an­ders als et­wa bei den Pre­mi­um-Mo­del­len von BMW und Mer­ce­des ein Mü­dig­keits­war­ner, ein Spur­hal­teas­sis­tent, ein ak­ti­ver Not­brems­as­sis­tent oder auch ei­ne Ver­kehrs­zei­chen­er­ken­nung zum Aus­lie­fe­rungs­stan­dard. Der Sko­da Ko­diaq und der VW ver­fü­gen über ei­ne sehr ähn­li­che Si­cher­heits­aus­stat­tung, die un­ter an­de­rem Not­brems-(Serie) und Stau­as­sis­ten­ten oder Um­ge­bungs­ka­me­ras (bei­des je­weils op­tio­nal) um­fasst. Zu­dem sind die bei­den VW-Kon­zern-Mo­del­le die ein­zi­gen Test­kan­di­da­ten, die mit Sei- te­n­air­bags für den Fond oder ei­nem An­hän­ge­ras­sis­ten­ten ge­or­dert wer­den kön­nen. Hy­un­dai fasst die As­sis­tenz­sys­te­me für den San­ta Fe ge­bün­delt zu­sam­men. Be­stand­tei­le des 1800 Eu­ro teu­ren Si­cher­heits-Pa­kets sind ei­ne ad­ap­ti­ve Ge­schwin­dig­keits­re­gel­an­la­ge, ein Not­brems­as­sis­tent, ein To­ter-Win­kel-War­ner so­wie ei­ne Qu­er­ver­kehrs­war­nung. Von der Be­die­nung her zählt der Ko­rea­ner ge­mein­sam mit dem BMW, des­sen iD­ri­ve-Con­trol­ler nach wie vor der Maß­stab ist, zu den Mus­ter­schü­lern. Auch Ko­diaq und Ti­gu­an, dem al­len­falls ein et­was zu tief plat­zier­ter Mul­ti­me­dia-Mo­ni­tor an­zu­krei­den ist, über­zeu­gen. Der Ford ver­wirrt durch sei­ne ver­zweig­ten Me­nü­struk­tu­ren, wäh­rend der Mer­ce­des durch ein Viel­zahl an Ein­ga­be­mög­lich­kei­ten Ge­wöh­nung er­for­dert.

Fahr­kom­fort

Mit Aus­nah­me des Ford Edge und des Hy­un­dai San­ta Fe be­strei­ten die All­rad­ler den Ver­gleichs­test mit op­tio­na­len ad­ap­ti­ven Dämp­fern. Der Mer­ce­des GLC hat zu­dem ei­ne Luft­fe­de­rung an Bord. Der­art ge­rüs­tet ent­schei­det der Daim­ler die Kom­fort­wer­tung klar für sich. Kein an­de­res Fahr­zeug im Feld über­spielt Une­ben­hei­ten je­der Art so ge­las­sen wie der no­ble Schwa­be. Ge­ra­de auch mit ma­xi­ma­ler Be­la­dung be­ein­druckt sein Set-up durch ein un­ge­ahn­tes Maß an Re­ser­ven – egal, bei wel­cher Ge­schwin­dig­keit. Dar­über hin­aus ge­nie­ßen die vor­de­ren Fahr­gäs­te den bes­ten Sitz­kom­fort. Ver­ant­wort­lich da­für sind die be­quem ge­pols­ter­ten, mit reich­lich Sei­ten­ab­stüt­zung ge­seg­ne­ten Op­ti­ons­sit­ze, die mit 238 Eu­ro mar­ken­un­ty­pisch güns­tig sind. Aber auch der Sko­da Ko­diaq bie­tet ei­nen sehr an­spre­chen­den Sit­zund Fe­de­rungs­kom­fort, über­spielt klei­ne wie gro­be Fahr­bahn­schä- den glei­cher­ma­ßen kom­pe­tent und liegt auf der Au­to­bahn an­ge­nehm satt – je­den­falls im von uns fa­vo­ri­sier­ten Nor­mal-Mo­dus. Im sof­te­ren Com­fort-Mo­dus neigt der Tsche­che auf lan­gen Wel­len zum Nach­wip­pen, wäh­rend der Sport­mo­dus im All­tag ei­gent­lich über­flüs­sig ist. Der VW Ti­gu­an ver­hält sich auch durch sei­ne 20-Zoll-Op­ti­ons­be­rei­fung, die na­tur­ge­mäß we­ni­ger Ei­gen­dämp­fung als et­wa die 18-Zol­lRä­der des Ko­diaq mit­bringt, ins­ge­samt straf­fer. So wirkt er ge­ra­de auf Kan­ten et­was stö­ßi­ger. An­sons­ten meis­tert der Wolfs­bur­ger al­le Her­aus­for­de­run­gen, die un­se­re Stra­ßen an ein Fahr­werk stel­len, mit Bra­vour und hält die­se weit­ge­hend von den Fahr­gäs­ten fern. Lan­ges Rei­sen be­güns­ti­gen über­dies die so­ge­nann­ten Top-Kom­fort­sit­ze, die ih­re Be­zeich­nung zu Recht tra­gen und zur Aus­stat­tung High­li­ne ge­hö­ren. Au­ßer­dem bie­tet der VW ge­mein­sam mit dem Sko­da, der über die bau­glei­che Rück­bank ver­fügt, sei­nen Fond­gäs­ten den bes­ten Sitz­kom­fort. Der BMW X3 weist ei­nen ähn­li­chen Fe­de­rungs­kom­fort auf wie der VW Ti­gu­an. Sei­ne Fe­der-/ Dämp­fer-Ele­men­te spre­chen sehr sen­si­bel auf An­re­gun­gen wie her­vor­ste­hen­de Gul­ly-De­ckel an, sto­ßen bei vol­ler Be­la­dung aber schnell an ih­re Gren­zen. Die Se­ri­en-Sit­ze dürf­ten in­des mehr Sei­ten­halt be­reit­stel­len, wäh­rend die tief mon­tier­te Rück­bank bei Groß­ge­wach­se­nen stark an­ge­win­kel­te Bei­ne mit sich bringt. Dass für ei­nen an­ge­mes­se­nen Fe­de­rungs­kom­fort nicht zwin­gend elek­tro­nisch ge­re­gel­te Fahr­werks­sys­te­me nö­tig sind, be­weist hin­ge­gen der Edge. Egal, ob leer oder mit ma­xi­ma­ler Zu­la­dung: Der gro­ße Ford liegt stets satt auf der Stra­ße, gleicht be­son­ders gro­be Schä­den im As­phalt sehr gut aus und of­fen­bart bis in ho­he Ge­schwin­dig­keits­be­rei­che je­de Men­ge Re­ser­ven. Der Hy­un­dai San­ta Fe, der zwei­te im Bun­de mit kon­ven­tio­nel­len Dämp­fern, kann da nicht ganz mit­hal­ten. Vor al­lem auf der Au­to­bahn ist die Ka­ros­se­rie des Ko­rea­ners häu­fi­ger in Be­we­gung als die des Ford. Zu­dem sind sei­ne Re­ser­ven bei vol­ler Be­la­dung frü­her auf­ge­braucht. Der Sitz­kom­fort ist hin­ge­gen gut, die Vor­der­sit­ze bie­ten or­dent­lich Sei­ten­halt. Das Glei­che gilt für die äu­ße­ren Plät­ze der Rück­bank, die aber – wie die des Ford Edge – et­was straf­fer ge­pols­tert sein dürf­ten.

Mo­tor / Ge­trie­be

Mit ih­ren mo­der­nen 2,0 bis 2,2 Li­ter gro­ßen Vier­zy­lin­der-Tur­bo­die­seln sind die sechs Test­kan­di­da­ten samt und son­ders mehr als aus­rei­chend mo­to­ri­siert. Den ins­ge­samt sprit­zigs­ten Ein­druck hin­ter­lässt je­doch der 204 PS star­ke Bi-Tur­bo­die­sel des Mer­ce­des GLC 250 d. Der kul­ti­viert lau­fen­de Vier­zy­lin­der sorgt im Ver­bund mit der flott schal­ten­den Neun­stu­fen-Au­to­ma­tik für die bes­ten Fahr­leis­tun­gen. So er­le­digt der 1954 Ki­lo­gramm schwe­re Daim­ler den Stan­dard­sprint in nur 7,7 Se­kun­den. Und auch von der Höchst-

Der Sko­da Ko­diaq ist ge­ra­de ein­mal 29 Ki­lo­gramm

schwe­rer als der kür­ze­re VW Ti­gu­an

ge­schwin­dig­keit her liegt der Schwa­be mit 222 km/ h deut­lich vor sei­nen Wett­strei­tern. Al­ler­dings er­kauft sich das Trieb­werk sein Tem­pe­ra­ment mit dem größ­ten Durst – wenn­gleich ein Durch­schnitts­ver­brauch von 7,6 Li­tern für sich ge­nom­men völ­lig in Ord­nung geht. Dicht auf den Fer­sen sind dem Mer­ce­des die tech­nisch en­gen Ver­wand­ten von Sko­da und VW, die mit der­sel­ben An­triebs­ein­heit, be­ste­hend aus ei­nem 190 PS star­ken TDI und ei­nem Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be mit sie­ben Gän­gen, be­stückt sind. Vor die­sem Hin­ter­grund fal­len die Fahr­leis­tun­gen ähn­lich aus. So kna­cken bei­de nach ex­akt 8,1 Se­kun­den die 100-km/ h-Mar­ke und sind mit 210 ( Sko­da) be­zie­hungs­wei­se 212 km/ h (VW) an­nä­hernd gleich schnell. Mit ei­nem Durch­schnitts­ver­brauch von glat­ten sie­ben Li­tern er­weist sich der Ko­diaq üb­ri­gens als der Spar­sams­te die­ses Test-Sex­tetts – auch wenn der Ti­gu­an le­dig­lich 0,1 Li­ter mehr Kraft­stoff ver­brennt. Eben­falls ei­ne sehr ähn­li­che Per­for­mance le­gen der BMW X3 und der Hy­un­dai San­ta Fe an den Tag – ob­wohl der Ko­rea­ner mit 200 PS zehn Pfer­de­stär­ken mehr un­ter der Hau­be hat. Bei­de fast gleich schwe­ren SUV sprin­ten in 8,3 Se­kun­den auf 100 km/ h. Al­ler­dings müs­sen die Gän­ge im San­ta Fe bei die­ser Übung von Hand sor­tiert wer­den, wäh­rend der Münch­ner auf sei­ne ge­wohnt per­fekt agie­ren­de op­tio­na­le Acht­stu­fen-Au­to­ma­tik ver­trau­en kann. Der Hy­un­dai stand zum Test­zeit­punkt her­stel­ler­sei­tig aus­schließ­lich mit dem leicht zu schal­ten­den ma­nu­el­len Sechs­gang-Ge­trie­be zur Ver­fü­gung. Weit­ge­hend trau­te Ei­nig­keit herrscht da­für ein­mal mehr beim Ver­brauch: Mit 7,5 Li­tern ist der San­ta Fe nur ge­ring­fü­gig, näm­lich 0,1 Li­ter, durs­ti­ger als der BMW. Ob­wohl mit sei­nem 210 PS star­ken, ker­nig klin­gen­den Bi-Tur­bo­die­sel no­mi­nell der kräf­tigs­te Krax­ler im Feld, fährt der Ford Edge 2.0 TDCi den an­de­ren in den Be­schleu­ni­gungs­prü­fun­gen hin­ter­her. Der Grund: Aus nied­ri­gen

Dreh­zahl­be­rei­chen nimmt der Edge eher zö­ger­lich Fahrt auf. Als Ein­zi­ger be­nö­tigt er mehr als neun Se­kun­den für den Sprint auf Land­stra­ßen­tem­po. Die Höchst­ge­schwin­dig­keit von 211 km/ h liegt hin­ge­gen auf dem Ni­veau der Kon­kur­renz. Sel­bi­ges gilt für den Ver­brauch: Mit durch­schnitt­lich 7,3 Li­tern er­weist sich der gro­ße Ford eben­falls nicht als über­mä­ßi­ger Trin­ker.

Fahr­dy­na­mik

Sport­lich am­bi­tio­nier­te SUV-Fans dürf­ten am VW Ti­gu­an, der die­sen Test mit 20 Zoll gro­ßer Op­ti­ons­be­rei­fung so­wie di­rek­ter, mit­teil­sa­mer Pro­gres­siv­len­kung (225 Eu­ro) be­strei­tet, gro­ße Freu­de ha­ben. Der Wolfs­bur­ger prä­sen­tiert sich in die­ser Kon­fi­gu­ra­ti­on klar als Chef­dy­na­mi­ker des Sex­tetts. Der Ti­gu­an folgt Lenk­be­feh­len na­he­zu an­satz­los und er­reicht die höchs­ten Kur­ven­tem­pi. Da­bei bleibt er stets neu­tral und kann sich auf die un­be­irr­ba­re Trak­ti­on sei­nes All­rad­an­triebs ver­las­sen. Die­se Ei­gen­schaf­ten ver­hel­fen ihm auch auf dem Hand­ling­kurs zur mit Ab- stand schnells­ten Run­den­zeit. Die top do­sier­ba­re so­wie stand­fes­te Brems­an­la­ge run­det das un­ge­mein po­si­ti­ve Bild ab, das der VW in den fahr­dy­na­mi­schen Dis­zi­pli­nen hin­ter­lässt. Tra­di­tio­nell viel Fahr­freu­de bie­tet auch der BMW X3, der mit sei­ner tol­len va­ria­blen Sport­len­kung (250 Eu­ro) und dem agi­len Hand­ling auf sich auf­merk­sam macht, auch wenn er mit der vom Her­stel­ler ge­wähl­ten Misch­be­rei­fung ei­ne stär­ke­re Ten­denz zum Un­ter­steu­ern of­fen­bart als der VW. Die ver­gleichs­wei­se lan­gen Brems­we­ge wer­fen ihn in der Ka­pi­tel­wer­tung aber zu­rück. Als ähn­lich kur­ven­wil­lig prä­sen­tiert sich der Ford, der den Hand­ling­kurs fast so schnell wie der BMW um­run­det. Da­bei ka­schiert der er­staun­lich leicht­fü­ßi­ge Edge, des­sen op­tio­na­le ad­ap­ti­ve Len­kung ge­rin­ge Lenk­win­kel er­for­dert und recht viel Ge­fühl ver­mit­telt, ge­schickt sei­ne schie­re Mas­se. Im­mer­hin wiegt der in Ka­na­da pro­du­zier­te Rie­se mit 1980 Ki­lo­gramm sat­te 182 Ki­lo­gramm mehr als der Wolfs­bur­ger. Le­dig­lich 29 Ki­lo­gramm mehr als der kür­ze­re Kon­zern­geg­ner bringt der Sko­da Ko­diaq auf die Waa­ge. Den­noch wirkt er auch auf­grund der we­ni­ger di­rek­ten Len­kung et­was schwer­fäl­li­ger als der VW. Dies be­legt die Run­den­zeit auf der Rund­stre­cke: Dem Tsche­chen feh­len fast zwei Se­kun­den auf den Ti­gu­an. Ein ech­tes High­light da­für ist die fast schon sen­sa­tio­nell gu­te Brem­sper­for­mance. Mit war­mer An­la­ge be­nö­tigt der Neu­ling le­dig­lich 32,8 Me­ter, um aus 100 km/ h voll­stän­dig zum Ste­hen zu kom­men. Der Mer­ce­des GLC bleibt auf dem Hand­ling­kurs durch sein hart ein­grei­fen­des ESP der­weil un­ter sei­nen Mög­lich­kei­ten. Dank des gu­ten Grip­ni­veaus der Rei­fen, der prä­zi­sen Len­kung und der ge­rin­gen Sei­ten­nei­gung nimmt der Daim­ler viel Ge­schwin­dig­keit mit in Kur­ven hin­ein, am Kur­ven­aus­gang li­mi­tiert aber der elek­tro­ni­sche Ret­tungs­an­ker das Her­aus­be­schleu­ni­gen, so­bald auch nur ein Hauch Un­ter­steu­ern auf­tritt. Aus die­sem Grund ist der GLC vor dem Hy­un­dai San­ta Fe der Zweit­lang­sams­te im Feld. Letz­te­rer macht mit sei­ner recht ge­fühl­lo­sen, im Grenz­be­reich zu­dem ver­här­ten­den Len­kung und dem eher be­hä­bi­gen Ein­lenk­ver­hal­ten samt kräf­ti­ger Sei­ten­nei­gung un­miss­ver­ständ­lich klar, dass die sport­li­che Kur­ven­hatz nicht sei­ne Sa­che ist. Und auch die Brems­we­ge dürf-

Der Sko­da Ko­diaq be­nö­tigt nur 32,8 Me­ter für ei­ne Voll­brem­sung mit war­mer An­la­ge

ten, wie im Fall des BMW, gern kür­zer aus­fal­len.

Um­welt / Kos­ten

Ein gu­tes Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis ist seit je­her ei­nes der Er­folgs­re­zep­te der Mar­ke Sko­da. Dies­be­züg­lich macht auch der Ko­diaq 2.0 TDI 4x4 kei­ne Aus­nah­me. Im Ge­gen­teil, der Grund­preis von 37.040 Eu­ro für das mo­men­ta­ne Spit­zen­mo­dell ist fast schon ei­ne Kampf­an­sa­ge an die Kon­kur­renz – zu­mal der Neu­ling im Ge­gen­satz zu manch an­de­rem Mo­dell aus Mla­dá Bo­le­s­lav mit ei­ner gu­ten Se­ri­en­aus­stat­tung glänzt. Schließ­lich gibt es den 190-PS-Die­sel erst ab der mitt­le­ren Aus­stat­tung Am­bi­ti­on. So­mit ge­hö­ren Zwei­zo­nen­Kli­ma­au­to­ma­tik, Park­sen­so­ren fürs Heck oder auch Di­gi­tal­ra­dio stets zum Aus­lie­fe­rungs­um­fang. Aber auch der be­wer­te­te Preis, der die Zu­schlä­ge für das ad­ap­ti­ve Fahr­werk und die 18-Zoll-Be­rei­fung ent­hält, liegt maß­geb­lich un­ter dem sei­ner Wett­be­wer­ber. Des­halb ge­winnt der Sko­da das Kos­ten­ka­pi­tel mit or­dent­li­chem Vor­sprung. Mit ei­nem be­wer­te­ten Preis von 41.800 Eu­ro, der auch dem Grund­preis ent­spricht, ist der eben­falls sehr um­fang­reich aus­ge­stat­te­te Hy­un­dai San­ta Fe das zweit­güns­tigs­te An­ge­bot im Feld. Ein wei­te­rer Plus­punkt sind die groß­zü­gi­gen Ga­ran­tie­leis­tun­gen des Her­stel­lers in­klu­si­ve fünf­jäh­ri­ger Tech­nik­ga­ran­tie. Al­ler­dings kos­tet die vor­gest­ri­ge Mul­ti­me­dia-Aus­stat­tung vie­le Punk­te. Am an­de­ren En­de der Preis­spi­ra­le be­we­gen sich die Pre­mi­um-Mo­del­le von BMW und Mer­ce­des, de­ren Grund­prei­se be­reits deut­lich über de­nen des Sko­da lie­gen – wo­bei der Mer­ce­des noch ein­mal rund 4000 Eu­ro teu­rer ist als der BMW. Au­ßer­dem sind bei­de Test­wa­gen mit zahl­rei­chen wer­tungs­re­le­van­ten Op­tio­nen aus­ge­rüs­tet, die den be­wer­te­ten Preis in die Hö­he trei­ben. Den­noch: Das teu­ers­te Fahr­zeug in die­sem Ver­gleichs­test ist der Ford Edge, der mit dem ge­tes­te­ten 210-PS-Die­sel eben­falls das Top­mo­dell der Bau­rei­he ist. Dar­über hin­aus ist bei ihm mit dem höchs­ten Wert­ver­lust zu rech­nen – ein wei­te­rer Grund, war­um der Ford ge­mein­sam mit dem Mer­ce­des auf dem letz­ten Platz in der Ka­pi­tel­wer­tung lan­det. Preis­lich in der gol­de­nen Mit­te sor­tiert sich der VW Ti­gu­an ein, der test­re­le­van­te Ex­tras im Wert von 5115 Eu­ro ent­hält, dar­un­ter die ad­ap­ti­ven Sit­ze und die 20-Zol­lBe­rei­fung. Die lau­fen­den Kos­ten be­we­gen sich hin­ge­gen auf dem Le­vel des Sko­da, der den VW in der Ge­samt­rech­nung aber auf den zwei­ten Platz ver­weist.

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