Ein di­gi­tal es Er­leb­nis

VW zeig­te auf der CES in Las Ve­gas, wie un­se­re Mo­bi­li­tät und das au­to­no­men Fah­ren im Zeit­al­ter der Di­gi­ta­li­sie­rung aus­se­hen kön­nen – in­di­vi­du­ell, in­tel­li­gent ver­netzt und nach­hal­tig be­wegt

AUTO ZEITUNG - - CONNECTIVITY · CES-NEUHEITEN - Hol­ger Ip­pen

Auf der welt­größ­ten Con­su­mer Elec­tro­nics Show, der CES in Las Ve­gas, prä­sen­tier­te Volks­wa­gen den nächs­ten Mei­len­stein in punc­to kom­for­ta­ble Be­die­nung. Schon heu­te kön­nen Fah­rer über App-Con­nect ihr Smart­pho­ne per App­le CarPlay, An­dro­id Au­to oder Mir­rorLink ins Au­to in­te­grie­ren. Doch das soll

künf­tig noch ein­fa­cher, kom­for­ta­bler und um­fang­rei­cher funk­tio­nie­ren. Da­zu wol­len die Wolfs­bur­ger gro­ße eta­blier­te In­ter­net-Por­ta­le in­te­grie­ren und so den In­sas­sen bis­her noch nicht da­ge­we­se­ne Ver­net­zun­gen zwi­schen Mensch, Fahr­zeug und Um­feld er­mög­li­chen. Prak­ti­ka­bel wird das Gan­ze über die Volks­wa­gen User-ID. Mit die­ser sol­len Nut­zer künf­tig ih­re per­sön­li­chen di­gi­ta­len Ein­stel­lun­gen und Di­ens­te ver­wal­ten, kon­fi­gu­rie­ren so­wie – und das ist der Clou – über­all mit hin­neh­men kön­nen, zum Bei­spiel bei ei­nem Fahr­zeug­wech­sel in ei­nen an­de­ren VW ei­nes Fa­mi­li­en­mit­glieds oder Freun­des, in den Miet­wa­gen oder beim Au­to­kauf di­rekt in das neue Mo­dell. Egal, in wel­ches Fahr­zeug sich der Nut­zer mit sei­ner User-ID setzt, sei­ne Lieb­lings­mu­sik, die Bild­schirm­kon­fi­gu­ra­ti­on und die rich­ti­ge Sitz­ein­stel­lung hat er di­rekt stets da­bei. Ein wei­te­res Bei­spiel der Fahr­zeug-In­te­gra­ti­on führ­te VW an­hand von Ama­zon Ale­xa vor. Die­ser Sprachas­sis­tent, der im Smart­pho­ne oder im häus­li­chen Um­feld längst

eta­bliert ist, lässt sich naht­los mit den Volks­wa­gen Car-Net Ser­vices ver­bin­den. Das er­wei­tert und er­leich­tert die Kom­mu­ni­ka­ti­on enorm und bie­tet Raum für völ­lig neue Mög­lich­kei­ten. So las­sen sich et­wa über die Frei­sprech­ein­rich­tung im Au­to vie­le häus­li­che Funk­tio­nen er­le­di­gen wie die Steue­rung von Lam­pen, Hei­zung, Tür­öff­ner oder Ge­gen­sprech­an­la­ge. Post­bo­te, Gäs­te oder gar Ein­bre­cher ste­hen vor der Tür? Nichts ent­geht ei­nem mehr. Es be­steht au­ßer­dem die Mög­lich­keit, Ale­xa zu bit­ten, das da­heim an­ge­fan­ge­ne Hör­buch im Au­to wei­ter vor­zu­le­sen – ganz ein­fach und oh­ne Knopf­druck: Ale­xa fühlt sich im­mer an­ge­spro­chen, wenn sie ih­ren Na­men hört. So kön­nen auch Ter­mi­ne oder Be­sor­gun­gen er­le­digt wer­den. Car-In­fos las­sen sich von zu Hau­se oder aus dem Bü­ro ab­fra­gen. Ein Bei­spiel: „Ale­xa, fra­ge Volks­wa­gen, wie viel Sprit noch im Tank ist.“Und wer sich im Au­to bei re­gen­nas­sem Wet­ter über schmie­ren­de Schei­ben­wi­scher är­gert, braucht nur zu

sa­gen: „Ich brau­che neue Wi­scher­gum­mis, Ale­xa.“Zu Hau­se an­ge­kom­men, fin­det er prompt ein Ama­zon-An­ge­bot im Wa­ren­korb vor … Schö­ne, neue Kom­merz­welt, aber in die­sem Fall im­mer­hin auf Wunsch.

Neu­es Fahr­zeug­kon­zept

Auf der CES stell­te Volks­wa­gen mit dem VW I.D. auch erst­mals dem ame­ri­ka­ni­schen Pu­bli­kum vor, wie sich das vi­sio­nä­re Elek­tro­fahr­zeug di­gi­tal in die ver­netz­te Welt ein­fü­gen soll. Die Se­ri­en­ver­si­on des I.D. soll be­reits 2020 star­ten und ab 2025 so­gar für das voll au­to­ma­ti­sier­te Fah­ren be­reit sein. Das Au­to auf Ba­sis des Mo­du­la­ren Elek­tri­fi­zie­rungs­bau­kas­tens (MEB) soll von ei­nem 170 PS star­ken Elek­tro­mo­tor an­ge­trie­ben wer­den, als Reich­wei­te gibt VW bis zu 600 Ki­lo­me­ter an. Das In­te­ri­eur im OneS­pace-Con­cept bie­tet ei­nen groß­zü­gig ge­schnit­te­nen In­nen­raum wie der des Pas­sat, ob­wohl der I.D. kür­zer ist als ein Golf – der Wen­dig­keit zu­lie­be. Und wer voll­au­to­ma-

ti­siert fah­ren will, um im Stop-and-go-Ver­kehr lie­ber noch et­was zu ar­bei­ten, muss nur das VW-Zei­chen auf der Lenk­rad­mit­te an­zu­tip­pen – schon taucht das Lenk­rad platz­spa­rend in das In­stru­men­ten­brett ein, und der VW fährt au­to­nom. Im Se­ri­en-I.D. wird sich vie­les von den CESI­de­en wie­der­fin­den – so s¿ol­len et­wa die per­sön­li­chen Sitz- und Kli­ma­ein­stel­lun­gen, fa­vo­ri­sier­te Ra­dio­sen­der, die≠ Kon­takt­da­ten des Smart­pho­nes und die Kon­fi­gu­ra­ti­on des Na­vis beim Ein­stieg ins Au­to au­to­ma­tisch und draht­los ins Fahr­zeug-Sys­tem ge­lan­gen. Auch An­zei­gen und Be­dien­ele­men­te ha­ben dann ei­ne neue Ent­wick­lungs­stu­fe er­reicht. VW spricht vom 3D Ac­tive In­fo Dis­play. Durch hin­ter­ein­an­der an­ge­ord­ne­te Bild­schir­me mit Glas-Op­tik ent­steht ei­ne 3D-An­mu­tung mit täu­schend ech­tem Tie­fen­ein­druck. Da­durch fin­det sich der Fah­rer zum Bei­spiel bei den Na­vi­ga­ti­ons­an­zei­gen schnel­ler zu­recht. Über ei­ne Blick­rich­tungs­er­ken­nung soll die Be­di­en­freund- lich­keit zu­dem noch­mals er­höht wer­den: Fällt der Blick auf den Bild­schirm, er­scheint die An­zei­ge pro­mi­nen­ter. Da­durch kann die An­zahl der Be­dien­ele­men­te ver­rin­gert wer­den. Be­son­ders ef­fekt­voll wirkt das AR Head-up-Dis­play: Dank Aug­men­ted Rea­li­ty (er­wei­ter­te Rea­li­tät) wird hier zum Bei­spiel der Ab­stand zum Vor­aus­fah­ren­den in die Front­schei­be ein­ge­blen­det. Zu­dem kann der Fah­rer den I.D. mit sei­nem Smart­pho­ne – als Di­gi­tal Key – öff­nen und star­ten. Ha­ben da­ge­gen Frau, Freun­din oder Ar­beits­kol­le­gen ei­ne Fahrt mit dem I.D. vor, dann kann der Ei­gen­tü­mer dies per di­gi­ta­ler Si­gna­tur er­lau­ben. Über das Smart­pho­ne schickt er ei­ne „tem­po­rä­re Fahr­be­rech­ti­gung“an das Han­dy des neu­en Nut­zers. Das Gan­ze lässt sich so­gar zeit­lich be­gren­zen, et­wa für ei­ne Spritz­tour oder ein Wo­che­n­en­de. Und es funk­tio­niert auch aus der Fer­ne, schließ­lich ist ei­ne her­kömm­li­che Schlüsselübergabe nicht mehr nö­tig. Schö­ne, neue Au­to-Zu­kunft.

Volks­wa­gen prä­sen­tier­te ei­nen bun­ten Strauß di­gi­ta­ler High­lights auf der CES in Las Ve­gas

Im au­to­no­men Mo­dus ver­schwin­det das Lenk­rad im In­stru­men­ten­brett – so ent­steht mehr Platz zum Ar­bei­ten

Das Zu­hau­se ist mit dem Au­to ver­bun­den. Die Be­die­nung ge­schieht kom­for­ta­bel über den Sprachas­sis­ten­ten Ale­xa

Der I.D. mit di­gi­ta­lem In­nen­raumKon­zept ist das ers­te Fahr­zeug auf Ba­sis des Mo­du­la­ren Elek­tri­fi­zie­rungs­bau­kas­tens (MEB)

Die di­gi­ta­le Schlüs­sel­frei­ga­be ist auch für Di­enst- und Miet­wa­gen ei­ne at­trak­ti­ve Lö­sung Bob er­hält von sei­ner Freun­din Ja­na die di­gi­ta­le Er­laub­nis, mit ih­rem Au­to zu fah­ren

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