Sko­da und Volks­wa­gen

Aus­blick auf die kom­men­den High­lights der zwei Kon­zern­brü­der – vom VW Golf über den Sko­da Ye­ti bis zum VW Ar­te­on Shoo­ting Bra­ke

AUTO ZEITUNG - - INHALT -

Die Tin­te des am 28. März des Jah­res 1991 un­ter­zeich­ne­ten Ver­trags ist längst ge­trock­net. Bei­sam­men sa­ßen der Vor­stands­vor­sit­zen­de des schon da­mals größ­ten eu­ro­päi­schen Au­to­mo­bil­her­stel­lers VW und der tsche­chi­sche In­dus­trie­mi­nis­ter. Das, was Carl Horst Hahn und Jan Vr­ba da­mals si­gnier­ten, lei­te­te die all­mäh­li­che Ein­glie­de­rung des frü­he­ren Staats­be­triebs Sko­da in das nie­der­säch­si­sche Au­to­im­pe­ri­um ein. Ein glän­zen­des Ge­schäft, wie sich her­aus­stel­len soll­te. Die tra­di­ti­ons­rei­che Au­to­mo­bil­mar­ke aus Böh­men wur­de mit Deut­scher Mark und mo­der­ner Tech­nik von Ost­block- auf West­ni­veau ge­trimmt und steht heu­te selbst­be­wusst da. Ex­akt 1.127.700 Sko­da ha­ben die Tsche­chen 2016 ab­ge­setzt, 6,8 Pro­zent mehr als im Jahr zu­vor. Und auch die größ­te Kon­zern­mar­ke steht un­ter Dampf. Stram­me 5.987.800 VW ge­lang­ten von Ja­nu­ar bis De­zem­ber in Kun­den­hand, im­mer­hin 2,8 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Und noch ei­ne Er­folgs­zahl: Wäh­rend der VWKon­zern we­gen des Ab­gas-Skan­dals vor der US-Jus­tiz in Sack und Asche geht, spu­cken sei­ne 120 Fa­b­ri­ken durch­schnitt­lich 28.253 Au­tos aus. Pro Tag wohl­ge­merkt. Sa­gen­haf­te 10.312.400 Ein­hei­ten

sämt­li­cher Kon­zern­mar­ken wur­den 2016 aus­ge­lie­fert – 3,8 Pro­zent mehr als 2015. Der Gi­gant muss blu­ten, aber er steht.

Sko­da setzt künf­tig auf mu­ti­ge­res De­sign

„Es ge­lingt uns zu­neh­mend, mit ei­nem emo­tio­na­len De­sign, ak­tu­ells­ter Au­to­mo­bil­tech­nik und den vie­len prak­ti­schen Vor­tei­len ei­nes Sko­da neue Kun­den zu be­geis­tern“, sagt der am­tie­ren­de Mar­ken­chef Bern­hard Mai­er, der die­ses Jahr noch weit bes­se­re Zah­len er­war­tet. Mit dem neu­en Ko­diaq steht ein ech­tes Zug­pferd im Stall, und ei­ne gan­ze Rei­he von Face­lifts (u.a. Ci­ti­go, Ra­pid, Oc­ta­via) dürf­te wei­te­re Wucht ent­fal­ten. Spe­zi­ell das zi­tier­te emo­tio­na­le De­sign hat es dem Sko­da-Chef an­ge­tan, der ge­nau weiß, dass wei­te- res Wachs­tum mit Pfif­fig­kei­ten wie Eis­krat­zern im Tank­de­ckel und au­to­ma­tisch aus­fah­ren­den Tür­kan­ten­scho­nern al­lein nicht zu er­rei­chen ist. Schon der nächs­te, auf 2020 ter­mi­nier­te Sko­da Oc­ta­via soll des­halb ein De­si­gn­knül­ler wer­den. Fla­cher, brei­ter, mit schrä­ger ge­stell­ten, „schnel­le­ren“vor­de­ren Dach­säu­len und ei­ner mar­kan­ten Sei­ten­li­nie soll der vier­te Oc­ta­via der Neu­zeit stär­ker auf­fal­len, oh­ne die prak­ti­schen Vor­zü­ge der Bau­rei­he auf­zu­ge­ben. Da­zu ge­hö­ren ein im Klas­sen­ver­gleich sehr gu­tes Platz­an­ge­bot (La­de­vo­lu­men ak­tu­ell: 460 bis 1580 Li­ter), ei­ne ein­fa­che Be­die­nung und gut­mü­ti­ge Fahr­ei­gen­schaf­ten. Tech­nisch hält sich der neue Kom­pakt­kläss­ler wie stets dicht am

VW Golf, des­sen Mo­dell­wech­sel für En­de 2019 im Plan steht.

Bei­de schöp­fen auch künf­tig aus dem mo­du­la­ren Qu­er­bau­kas­ten. Brei­ter ge­fä­chert wird et­wa das An­ge­bot des neu­en, per Par­ti­kel­fil­ter ge­rei­nig­ten 1,5-Li­ter-Ben­zi­ners (130 bis 200 PS). Die VW-Tech­ni­ker ver­spre­chen bei dem nach dem so­ge­nann­ten Mil­ler-Brenn­ver­fah­ren ar­bei­ten­den Vier­zy­lin­der-Tur­bo ei­nen um bis zu zehn Pro­zent hö­he­ren Wir­kungs­grad. Der mit 12,5:1 hoch­ver­dich­ten­de, ober­halb des drei­zy­lin­dri­gen 1.0 TSI (115 PS) ran­gie­ren­de Ben­zi­ner ver­fügt über Zy­lin­der­ab­schal­tung und kommt kon­zern­weit ins Pro­gramm. Wäh­rend der ak­tu­el­le Golf VII be­reits mit Plug-in-Hy­brid­an­trieb er­hält­lich ist (Golf GTE), soll die­se Tech­nik im neu­en Oc­ta­via erst­mals an­ge­bo­ten wer­den. Die­se Be­rei­che­rung trifft auf Be­währ­tes, denn die durch­zugs­star­ken, spar­sa­men und für Viel­fah­rer prak­tisch al­ter­na­tiv­lo­sen Vier­zy­lin­derTur­bo­die­sel mit 1,6 und 2,0 Li­ter Hu­b­raum (der­zeit 110 bis 184 PS) blei­ben im Pro­gramm. Die vom Ab­gas-Skandal be­trof­fe­nen 1,2-, 1,6- und 2,0-Li­ter-TDI des frü­he­ren Typs EA 189 wer­den nicht mehr pro­du­ziert. Auch im Be­reich der Kon­nek­ti­vi­tät le­gen die Tsche­chen nach. Die Sko­da Con­nect Mo­bi­le App er­laubt künf­tig in al­len Bau­rei­hen den Fern­zu­griff. Die In­fo­tain­ment­sys­te­me kön­nen mit dem In­ter­net ver­bun­den wer­den und No­t­ru­fe ab­set­zen. Sko­da Con­nect gibt es schon für den neu­en Ko­diaq und den über­ar­bei­te­ten, be­reits be­stell­ba­ren Oc­ta­via. Zu­rück zum Golf: Wäh­rend der bis­her 4,26 Me­ter lan­ge Best­sel­ler nicht an Grö­ße zu­le­gen wird und auch in den Grund­pro­por­tio­nen – fla­cher Vor­der­wa­gen, ge­ra­de Flan­ken oh­ne aus­ge­präg­te Schul­ter­par­tie, brei­te, op­tisch auf die Hin­ter­rä­der „ge­stütz­te“C-Säu­len – sei­ner Li­nie treu bleibt, gibt es im In­ne­ren grö­ße­re Ve­rän­de­run­gen. Dis­plays statt Knöp­fe so­wie ei­ne er­wei­ter­te Sprach- und Ges­ten­steue­rung ste­hen im Las­ten­heft. „Wir ar­bei­ten an der Ver­net­zung al­ler Steu­er­ge­rä­te“, ver­rät ein Ent­wick­ler und er­gänzt: „In ei­nem gut aus­ge­stat­te­ten Golf gibt es bis zu 50 da­von.“Al­le­samt po­ten­zi­el­le Feh­ler­quel­len, de­ren Ver­net­zung Fehl­funk­tio­nen mi­ni­miert. In­ter­es­sant: Mit der nächs­ten Ge­ne­ra-

„Wir bei Volks­wa­gen wer­den künf­tig in je­dem Kern­seg­ment ein SUV an­bie­ten“Her­bert Diess, VW-Vor­stands­chef

VW Golf VII Stil­pfle­ge ei­ner Iko­ne. Wäh­rend VW mit den neu­en Elek­tro­mo­del­len (I.D.) auch im De­sign ganz neue We­ge geht, sol­len die Klas­si­ker noch­mals mehr Wer­tig­keit aus­drü­cken. Ent­wurf für den En­de 2019 ge­plan­ten Golf

VW Po­lo Soll als „klei­ner Golf“wie­der den Qua­li­täts­maß­stab im Seg­ment de­fi­nie­ren. Da­zu ge­hö­ren vie­le Ex­tras aus hö­he­ren Klas­sen und neue Mo­to­ren. Dar­un­ter sind auch spar­sa­me 1,6-Li­ter-Tur­bo­die­sel

sko­da Oc­ta­via Von sym­pa­thisch-ge­fäl­lig zu sport­lich-emo­tio­nal. Schon der Su­perb be­weist den neu­en ge­stal­te­ri­schen Mut der Mar­ke. Der für 2020 ge­plan­te, ganz neue Oc­ta­via geht noch ei­nen Schritt wei­ter. Ei­ne kla­re An­sa­ge auch in Rich­tung der putz­mun­te­ren Kon­kur­renz aus Ko­rea

Sko­da Fa­bia Der ge­räu­mi­ge Klein­wa­gen ist deut­lich jün­ger als der 2009 ein­ge­führ­te Po­lo. Im nächs­ten Jahr sol­len neue Stoß­fän­ger, ge­än­der­te Lam­pen und neue Farb­kom­bi­na­tio­nen den zweit­kleins­ten Tsche­chen auf­wer­ten

VW T-Roc Viel­ver­spre­chen­der Neu­zu­gang als sport­li­che Al­ter­na­ti­ve zum grö­ße­ren Ti­gu­an mit Front- und All­rad­an­trieb. Ak­ti­ve Dämp­fer sind in­des nicht ge­plant. Preis ab 20.000 Eu­ro. Der T-Roc wird in Por­tu­gal ge­baut

VW Toua­reg Auch die drit­te Ge­ne­ra­ti­on wird ein Mer­ce­des-Geg­ner. Zwei 3,0-Li­ter-V6-TDI (218 und 272 PS) sind ge­plant. Der 435 PS mäch­ti­ge 4,0-Li­ter-V8 TDI von Au­di ist wahr­schein­lich. Pre­mie­re im Sep­tem­ber

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