Mit­tel­klas­se-SUV

Au­di Q5 · BMW X3 · Land Ro­ver Dis­co­very Sport · Mer­ce­des GLC · VW Ti­gu­an

AUTO ZEITUNG - - INHALT - [ TEXT El­mar Sie­pen FO­TOS Da­nie­la Loof ]

Mit dem nach dem Q7 zwei­ten SUV in der Mo­dell­pa­let­te ist Au­di wahr­lich ein gro­ßer Wurf ge­lun­gen: Seit 2008 ha­ben die In­gol­städ­ter von ih­rem Mit­tel­klas­se-SUV rund 1,6 Mil­lio­nen Stück ver­kauft. Ei­ne Er­folgs­ge­schich­te, die mög­lichst von der zwei­ten Ge­ne­ra­ti­on, die ab so­fort im me­xi­ka­ni­schen San Jo­sé Chia­pa vom Band läuft, fort­ge­schrie­ben wer­den soll. Da­für ha­ben sich die Au­dia­ner mäch­tig ins Zeug ge­legt: Mit ei­ner neu­en Luft­fe­de­rung samt ad­ap­ti­ven Dämp­fern, ei­nem fort­schritt­li­che­ren All­rad­an­trieb, der den Q5 – wenn mög­lich – kraft­stoffspa­rend nur als Front­trieb­ler fah­ren lässt, Fah­rer­hil­fen wie dem Qu­er­ver­kehras­sis­ten­ten, der beim rück­wärts Au­spar­ken vor her­an­na­hen- den Fahr­zeu­gen warnt, oder dem im Lauf des Jah­res kom­men­den St­au­fol­ge­fahr­sys­tem sol­len die Ver­käu­fer bei po­ten­zi­el­len Kun­den künf­tig mög­lichst er­folg­reich Über­zeu­gungs­ar­beit leis­ten. Vor­her steht je­doch die Test­ar­beit zur Stand­ort­be­stim­mung an. Die Geg­ner sind BMW X3, Land Ro­ver Dis­co­very Sport und Mer­ce­des GLC da­zu. Und weil der VW Ti­gu­an hier­zu­lan­de das meist­ver­kauf­te SUV ist, darf na­tür­lich auch der eher wer­ti­ge Wolfs­bur­ger nicht feh­len.

Ka­ros­se­rie

Auf den vor­de­ren Plät­zen ver­mit­telt der neue, ge­gen­über dem Vor­gän­ger nur um gut drei Zen­ti­me­ter auf 4,66 Me­ter ge­wach­se­ne Au­di Q5 zu­sam­men mit dem VW Ti­gu­an das bes­te Raum­ge­fühl. BMW X3 und Land Ro­ver Dis­co­very Sport sind vor al­lem im Bein-Be­reich et­was knap­per ge­schnit­ten. Im Fond bie­tet der In­gol­städ­ter zwar ei­nen Hauch mehr El­len­bo­gen­frei­heit als der Wolfs­bur­ger, of­fe­riert aber da­für we­ni­ger Ma­xi­mal­knie­raum. Am an­de­ren En­de der Ska­la ran­giert hier der Mer­ce­des GLC, auf des­sen Rück­bank sich Groß­ge­wach­se­ne deut­lich be­eng­ter füh­len als in den an­de­ren Test­kan­di­da­ten. Doch ne­ben den Pas­sa­gie­ren braucht auch das Ge­päck Platz, im­mer­hin wer­den die­se Au­tos oft als Fa­mi­li­en­fahr­zeu­ge be­wegt. Das am häu­figs­ten ge­nutz­te und des­halb in der Wer­tung stär­ker ge­wich­te­te Stan­dard­kof­fe­raum­vo­lu­men be­trägt zwi­schen 541 (Land Ro­ver) und 550 Li­tern ( Au­di, BMW und Mer­ce­des).Ei­nen Punk­te­vor­sprung holt sich hier der Ti­gu­an mit be­acht­li­chen 615 Li­tern, wäh­rend der Land Ro­ver mit 1698 Li­tern das größ­te Ma­xi­mal­vo­lu­men be­reit­hält. In Sa­chen Va­ria­bi­li­tät bie­ten bis auf Land Ro­ver al­le ei­ne drei­ge­teilt klapp­ba­re Rü­cken­leh­ne, doch nur der BMW und der VW of­fe­rie­ren durch­gän­gig ebe­ne La­de­flä­chen für den ge­sam­ten Kof­fer­raum. Im­mer­hin gibt es bei Q5 (op­tio­nal), Dis­co­very Sport und Ti­gu­an (bei­de se­ri­en­mä­ßig) ei­ne ver­schieb­ba­re Rück­sitz­bank. Oben­drein ste­hen beim Bri­ten zwei Zu­satz­sit­ze in der Preis­lis­te (1326 Eu­ro)

Mit 7,5 Se­kun­den von null auf 100 km/ h sprin­tet der kräf­ti­ge Mer­ce­des GLC am schnells­ten

Hin­sicht­lich der Zu­la­dung kann der GLC-Test­wa­gen mit 546 kg am meis­ten ein­pa­cken. Die An­hän­ge­last fällt mit 2500 Ki­lo­gramm bei Land Ro­ver, Mer­ce­des und VW am höchs­ten aus. In der Wer­tungs­ka­te­go­rie Be­die­nung fällt auf, dass der Touch­screen des Land Ro­ver Dis­co­very nicht im­mer auf die ers­te Be­rüh­rung re­agiert. Auch fehlt sei­nem se­ri­en­mä­ßi­gen Na­vi­ga­ti­ons­sys­tem ei­ne deut­lich ge­kenn­zeich­ne­te Ziel­füh­rungs­funk­ti­on. Die lang­sa­men Re­ak­tio­nen auf Ein­ga­be­be­feh­le be­wei­sen, dass der Bri­te in Sa­chen Rech­ner­leis­tung nicht mehr auf dem ak­tu­el­len Stand ist. Apro­pos Na­vi­ga­ti­on: Wer die Ziel­adres­se im Au­di statt per Sprach­be­fehl mit Hil­fe der Buch­sta­ben­ein­ga­be vor­nimmt, fin­det die Auf­lis­tung des Al­pha­bets auf dem Bild­schirm in ei­ner Li­nie, aus der dann per Dreh-Drück-Stel­ler aus­zu­wäh­len ist. Prak­ti­scher funk­tio­niert das Gan­ze im BMW, wo die Buch­sta­ben kreis­för­mig an­ge­ord­net und mit dem deut­lich leicht­gän­gi­ge­ren iD­ri­ve-Con­trol­ler schnel­ler an­zu­steu­ern sind. Über­haupt zeigt der Münch­ner am bes­ten, wie man ei­ne Viel­zahl von Be­di­en­funk­tio­nen so struk­tu­rie­ren und an­ord­nen kann, dass de­ren Aus­füh­rung mög­lichst we­nig vom Ver­kehrs­ge­sche­hen ab­lenkt. Das Co­mand-Sys­tem im Mer­ce­des könn­te hier und da ei­ne über­sicht­li­che­re Be­di­en­füh­rung ver­tra­gen.

Fahr­kom­fort

Al­le Test­kan­di­da­ten le­ben auf gro­ßem Fuß, sprich: op­tio­na­ler 19oder 20-Zoll-Be­rei­fung. Das dient zwei­fel­los der Op­tik und lässt die Mit­tel­klas­se-SUV stäm­mig da­ste­hen, be­ein­flusst aber mit den ver­gleichs­wei­se ho­hen un­ge­fe­der­ten Mas­sen auch hier die Fe­derDämp­fer-Ei­gen­schaf­ten. Hier ge­ben Mer­ce­des und Au­di mit ih­ren op­tio­na­len Luft­fe­de­run­gen und ad­ap­ti­ven Dämp­fern ei­ne für die­se Fahr­zeug­gat­tung be­ein­dru­cken­de Vor­stel­lung ab. Gro­bes Ge­läuf wird in den meis­ten Fäl­len förm­lich glatt­ge­bü­gelt. Das gilt so­wohl im un­be­la­de­nen Zu­stand als auch un­ter Aus­nut­zung der vol­len Nutz­last. Le­dig­lich ver­ein­zel­te Fro­st­auf­brü­che und Fahr- bahn­ab­sät­ze wer­den spe­zi­ell bei nied­ri­gen Tem­pi nicht ganz so sou­ve­rän weg­ge­fil­tert. Der­lei Une­ben­hei­ten reicht der mit auf­preis­pflich­ti­gen ad­ap­ti­ven Dämp­fern be­stück­te Ti­gu­an noch we­ni­ger ge­fil­tert an die In­sas­sen wei­ter. Hier wirkt der mit ei­ner eben­falls op­tio­na­len „Dy­na­mi­schen Dämp­fer Con­trol“aus­ge­rüs­te­te BMW sub­jek­tiv mi­ni­mal ge­schmei­di­ger. Die­ses Bild kehrt sich bei Fahr­ten an der Zu­la­dungs­gren­ze al­ler­dings um. Als ein­zi­ger rollt der Land Ro­ver Dis­co­very Sport mit kon­ven­tio­nel­lem Fahr­werk an, das zwar ei­ner­seits leer wie be­la­den über be­acht­li­che Fe­der­weg­re­ser­ven ver­fügt, an­de­rer­seits beim Fah­ren auf dritt­klas­si­gem As­phalt aber auch mehr Auf­bau­be­we­gun­gen pro­du­ziert, was die In­sas­sen dann stets in Ver­ti­kal­be­schleu­ni­gung ver­setzt. Wie gut, dass die Vor­der­sit­ze des Bri­ten ei­ne or­dent­li­che Pols­te­rung auf­wei­sen. Doch ist de­ren le­der­ne Ober­flä­che zu glatt, was im Ver­bund mit den nur schwach aus­ge­präg­ten Sitzwan­gen viel zu we­nig Sei­ten­halt bei Kur­ven­fahrt be­deu­tet. Die BMW-Stan­dard-Sit­ze sind hier nur ge­ring­fü­gig bes­ser. Ana­to­misch op­ti­mal, weil mit sehr gu­ter Sei­ten­füh­rung aus­ge­stat­tet, fal­len die Sit­ze von Au­di und Mer­ce­des aus, wo­bei der In­gol­städ­ter sei­nen Front­pas­sa­gie­ren zu­sätz­lich noch mit mehr Schul­ter­ab­stüt­zung ver­wöhnt. Im Fond rei­sen Ti­gu­an-Pas­sa­gie­re am be­quems­ten. Zwar sind die Sitz-

mö­bel hier we­ni­ger kon­tu­riert als et­wa im Au­di, da­für ist die Ober­schen­kel­auf­la­ge die bes­te in­ner­halb des Test­quin­tetts. Da in der Re­gel we­der Feld noch Flur, statt­des­sen eher Fern­stra­ßen die Hei­mat die­ser SUV sind, ver­die­nen auch Dis­zi­pli­nen wie Ge­räu­schein­druck oder Kli­ma­ti­sie­rung Auf­merk­sam­keit. Mit der ner­ven­scho­nen­ds­ten Akus­tik er­freu­en der Au­di und der Mer­ce­des ih­re In­sas­sen. Gut ge­kap­sel­te Mo­to­ren und bes­tens ge­dämm­te Ab­roll­ge­räu­sche tra­gen zum ho­hen Langstre­cken­kom­fort der zwei bei. Hin­sicht­lich Hei­zen und Küh­len set­zen sich wie­der­um der GLC und Dis­co­very am bes­ten in Sze­ne, denn bei ih­nen ist ei­ne ge­trenn­te Kli­ma­ti­sie­rung von Fah­rer- und Bei­fah­rer­sei­te Se­rie. Au­di und BMW las­sen sich dies ex­tra be­zah­len, in die­sen Preis­re­gio­nen ei­gent­lich ein Un­ding.

Mo­tor / Ge­trie­be

Mit ih­ren Vier­zy­lin­der-Die­seln sind die fünf Mit­tel­klas­se-SUV durch die Bank gut mo­to­ri­siert und ge­hen ei­nen ge­sun­den Kom­pro­miss zwi­schen Kraft­be­darf und Kos­ten­bi­lanz ein. Doch wei­sen die Cha­rak­te­re der An­trie­be deut­li­che Un­ter­schie­de auf. Da der neue, 194 PS star­ke 2,0-Li­ter-Die­sel von Mer­ce­des (Kenn­zei­chen OM 654) für den GLC noch nicht zur Ver­fü­gung steht, grei­fen die Stutt­gar­ter der­zeit noch auf den al­ten 2,1-Li­ter-Selbst­zün­der zu­rück, der es in der 204-PS-Ver­si­on in sich hat. Sei­ne 500 Nm sor­gen da­für, dass er nicht nur bei den Fahr­leis­tungs­mes­sun­gen, son­dern auch im Au­to­bahn-All­tag die Kon­kur­renz auf Ab­stand hält. Selbst bei den Ver­brauchs­fahr­ten, die un­ter win­ter­li­chen Be­din­gun­gen statt­fan­den, schnitt der GLC mit ei­nem Test­ver­brauch von nur 7,5 Li­ter Die­sel auf 100 Ki­lo­me­tern am bes­ten ab. Sei­ne Neun­stu­fenAu­to­ma­tik stellt stets die rich­ti­ge Fahr­stu­fe pa­rat, nimmt sich für das Wech­seln der Gän­ge aber mit­un­ter et­was Zeit. Das 190 PS star­ke Au­di-Ag­gre­gat ist mit 7,9 Li­ter Test­ver­brauch ge­ring­fü­gig durs­ti­ger. Sein Dreh­mo­ment liegt mit ma­xi­mal 400 Nm ex­akt auf dem Ni­veau der wei­te­ren deut­schen Ri­va­len und kann in­fol­ge­des­sen mit dem kräf­ti­gen Punch des Mer­ce­des-Trieb­werks nicht mit­hal­ten. Der Mo­tor des VW ist mit dem des

Au­di eng ver­wandt, er­mög­licht aber in den mess­re­le­van­ten Dis­zi­pli­nen ge­ring­fü­gig schlech­te­re Fahr­leis­tun­gen und spielt den Ge­wichts­vor­teil des Wolfs­bur­gers erst bei Be­schleu­ni­gun­gen auf hö­he­re Tem­pi aus. Auch ar­bei­tet er hör- und fühl­bar knur­ri­ger. Der Ti­gu­an ist wie sein In­gol­städ­ter Kon­kur­rent mit ei­nem Sie­ben­gang-Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be be­stückt. Bei­de las­sen nach dem mor­gend­li­chen Kalt­start durch­aus leich­te Schalt­ru­cke spü­ren. Der 2,0-Li­ter-Die­sel im Land Ro­ver Dis­co­very ist an ei­ne op­tio­na­le Neun­stu­fen-Au­to­ma­tik ge­kop­pelt, die bei Kick­down-Vor­gän­gen ei­ne Ge­denk­se­kun­de be­nö­tigt, um das Zahn­rä­der­werk zu sor­tie­ren. Das hilft dem Bri­ten al­ler­dings we­nig, denn sein mit 1975 Ki­lo­gramm höchs­tes Leer­ge­wicht drückt ei­ner­seits or­dent­lich aufs Tem­pe­ra­ment und hebt an­de­rer­seits den Test­ver­brauch auf 8,7 Li­ter an. Apro­pos Ver­brauch: Die Mess­fahr­ten zei­gen deut­lich, dass sich SUV bei zu­rück­hal­ten­dem Gas­fuß ver­gleichs­wei­se spar­sam be­we­gen las­sen. Es ist aber eben­so mög­lich, den Ver­brauch durch ei­nen hö­he­ren Voll­last-An­teil mehr als zu ver­dop­peln.

Fahr­dy­na­mik

Das Zu­sam­men­spiel von Len­kung, Fahr­werk und Brem­sen stellt in der Ent­wick­lung ei­nes Mit­tel­klas­se- SUV ho­he An­for­de­run­gen, wenn sich die­se Fahr­zeu­ge an­ge­sichts der üp­pi­gen Leer­ge­wich­te auch noch mit ei­ner Por­ti­on Fahr- ver­gnü­gen be­we­gen las­sen sol­len. Die­se Auf­ga­be ha­ben die VW-In­ge­nieu­re am bes­ten ge­löst. Auf dem Hand­ling­kurs wirkt der Ti­gu­an fast wie ein Kart. Ein za­cki­ges, zu­gleich aber sehr ziel­ge­nau­es Ein­len­ken dank der Pro­gres­si­vLen­kung und ein ho­hes Qu­er­be­schleu­ni­gungs­po­ten­zi­al kenn­zeich­nen sei­ne fahr­dy­na­mi­sche Vor­stel­lung. Im Sport­mo­dus sei­nes ad­ap­ti­ven Fahr­werks neigt der Nie­der­sach­se in Kur­ven je­doch zu leicht pum­pen­den Auf­bau­be­we­gun­gen, wenn die Fahr­bahn nicht top­fe­ben ist. Ver­su­che mit an­de­ren Fahr­mo­di brin­gen hier kei­ne Ab­hil­fe. Das hat je­doch we­der Ein­fluss auf die Fahr­si­cher­heit noch auf die Run­den­zei­ten: Der Ti­gu­an ist schlicht mit Ab­stand der Schnells­te und lie­fert aus 100 km/ hauch die kür­zes­ten Brems­we­ge bis zum Still­stand. Sein Kon­zern kon­kur­rent Q 5, im­mer­hin 164 Ki­lo­gramm schwe­rer, wirkt ähn­lich gut aus­ba­lan­ciert und neu­tral, ist aber wie zu er­war­ten nicht ganz so agil. Kur­ven durch­eilt er mit mehr Sei­ten­nei­gung. Je nach Fahr­si­tua­ti­on spürt man in Keh­ren dar­über hin­aus bei­spiels­wei­se deut­lich, wie der neue quat­tro-An­trieb mit Hil­fe sei­ner La­mel­len kupp­lung am Sie­ben­gang-Dop­pel kupp­lungs­ge trie­be– wenn nö­tig – mehr Kraft zur Hin­ter­ach­se lei­tet, um ei­ne op­ti­ma­le Trak­ti­on zu ge­währ­leis­ten. Der BMW be­sticht mit sei­ner va­ria­blen Sport­len­kung, die ihm das bes­te Fahr­bahn-Feed­back im Test­feld ga­ran­tiert. Doch zeigt sich der

Mit 33,0 Me­tern aus 100 km/ h lie­fert der Ti­gu­an den kür­zes­ten War­mB­rems­weg

X3 im Grenz­be­reich we­ni­ger neu­tral als sei­ne deut­schen Kon­kur­ren­ten und schiebt schon bei ge­rin­ge­rem Tem­po frü­her über die Vor­der­ach­se zum Kur­ven­au­ßen­rand. Zwar lässt sich sei­ne Brem­se von al­len Test­kan­di­da­ten am bes­ten do­sie­ren, den­noch ha­dert der Bay­er wie schon in ei­nem frü­he­ren Test mit zu lan­gen Brems­we­gen: Er be­nö­tigt mit war­mer An­la­ge 36 Me­ter bis zum Stand. Über­ra­schend dy­na­misch zeigt sich auf dem Hand­ling­kurs der GLC. Dank ziel­ge­nau­er Len­kung lässt er sich bes­tens di­ri­gie­ren und wirkt eben­falls recht hand­lich. Ge­rin­ge Sei­ten­nei­gung und we­ni­ge Auf­bau­be­we­gun­gen die­nen hier der Fahr­prä­zi­si­on. Al­ler­dings schla­gen zwei See­len in sei­ner Brust: ei­ner­seits das dy­na­mi­sche Ta­lent, an­de­rer­seits der über­eif­ri­ge, wenn­gleich mit ho­her Re­gel­gü­te agie­ren­de Schleu­der­schutz, der bei for­cier­ter Gan­gart stets ge­winnt. Mit dem se­ri­en­mä­ßi­gen Ter­rainRe­s­pon­se-Sys­tem ist der Land Ro­ver Dis­co­very auch für die ei­ne oder an­de­re Of­f­road- Ein­la­ge ge­rüs­tet, und wur­de eher we­ni­ger auf As­phalt­dy­na­mik ge­trimmt. Auf dem hand­ling­kurs er­for­dert er für Rich­tungs­än­de­run­gen ver­gleichs­wei­se gro­ße Lenk­win­kel, was in en­gen Wech­sel­kur­ven mehr Kur­be­lei er­for­dert als bei der Kon­kur­renz. Hin­zu kom­men star­ke Auf­bau­be­we­gun­gen, wo­durch er in der Sum­me recht trä­ge wirkt. Auch we­gen des ab­rupt und recht grob re­geln­den ESP wech­selt der Fah­rer rasch vom Ge­schwin­dig­keits- in den Ge­las­sen­heits­mo­dus. Und mit 36,7 Me­tern ist der Kalt­brems­wert des Bri­ten der längs­te im Test.

Kos­ten / Um­welt

Kei­ne Fra­ge, das Preis­ge­fü­ge die­ser Mit­tel­klas­se- SUV er­reicht im Pkw-Be­reich schon fast Ober­klas­se-Ni­veau. Und so ist ein fi­nan­zi­el­les Pols­ter für An­schaf­fung und Un­ter­halt dem reue­lo­sen Fahr­ver­gnü­gen aus­ge­spro­chen dien­lich. Mit test­re­le­van­ter Aus­stat­tung kna­cken Au­di Q5 und Land Ro­ver Dis­co­very die 50.000-Eu­ro-Mar­ke. Am an­de­ren En­de liegt der Ti­gu­an, der mit 43.490 Eu­ro bis zu 7590 Eu­ro güns­ti­ger kommt als die Kon­kur­renz. Auch bei der Wert­min­de­rung muss man sich als Pri­vat­käu­fer dar­auf ein­stel­len, laut DAT bin­nen vier Jah­ren und 80.000 Ki­lo­me­tern über 23.000 Eu­ro ab­zu­schrei­ben. Ei­ne Aus­nah­me bil­det hier er­neut der Ti­gu­an, der ma­xi­mal 21.030 Eu­ro ver­liert. Bei den Werk­statt­kos­ten sind Dis­co­very und GLC laut ADAC-Schät­zung die Teu­ers­ten. Das trifft bei den Ver­si­che­rungs­kos­ten für Vol­lund Teil­kas­ko so­wie den Auf­wen­dun­gen für den Kraft­stoff auf den En­g­län­der eben­falls zu. So kommt es, dass sich am En­de der VW Ti­gu­an den Ka­pi­tel­sieg holt

Im Hand­ling legt der im­mer­hin fast zwei Ton­nen schwe­re Q5 ei­ne über­ra­schen­de Agi­li­tät an den Tag Au­di

Land­kar­ten-An­zei­ge dank vir­tu­al cock­pit auch zwi­schen Ta­cho und Dreh­zahl­mes­ser

Die be­quems­ten Sit­ze im Test: tol­ler Sei­ten­halt und top Schul­ter­ab­stüt­zung

Für Of­f­road-Aus­flü­ge ist un­ter an­de­rem ei­ne Nei­gungs­win­kel­an­zei­ge an Bord

Die va­ria­ble Sport­len­kung ver­mit­telt dem X3-Piloten das bes­te Feed­back von der Fahr­bahn BMW

Klas­si­sche BMW-Op­tik mit mo­der­nem, leicht ver­ständ­li­chem Be­di­en­kon­zept

Die Stan­dard­sit­ze sind den haus­ei­ge­nen Sport­sit­zen in punc­to Kom­fort un­ter­le­gen

Die nicht ver­senk­ba­ren Kopf­stüt­zen im X3-Fond stö­ren die Rück­sicht er­heb­lich

Der Leich­tes­te im Test ist zu­gleich auch der Hand­lichs­te und lie­fert folg­lich die bes­ten Run­den­zei­ten

Die Ables­bar­keit der Ar­ma­tu­ren ist ta­del­los. Das Lenk­rad birgt zu vie­le Tas­ten

Top-Kom­fort­sit­ze mit ab­so­lut lang­stre­ck­en­taug­li­cher Pols­te­rung

Se­rie: längs- und nei­gungs­ein­stell­ba­re Rück­sit­ze für hö­he­re Va­ria­bi­li­tät

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