Gip­fel - Stür­mer

Mit dem Ya­ris WRC ge­lang To­yo­ta beim Come­back in der Ral­lye-WM ein star­ker zweiter Rang. Doch es bleibt noch viel Ar­beit

AUTO ZEITUNG - - SPORT · RALLYE - Gre­gor Mes­ser

Es is 18 Jah­re her, seit ein To­yo­ta bei ei­ner Ral­lye ei­nen Po­dest­platz er­obert hat. Da­mals steu­er­te Car­los Sainz in Aus­tra­li­en sei­nen Co­rol­la auf Rang zwei. Als Drit­ter im Ziel: der da­ma­li­ge Welt­meis­ter Tom­mi Mä­ki­nen. Da­nach stieg To­yo­ta aus der Ral­lye-WM aus, um sich in der For­mel 1 zu en­ga­gie­ren. Aus der Kö­nigs­klas­se ver­ab­schie­de­ten sich die Ja­pa­ner En­de 2009, en­ga­gier­ten sich fort­an in Le Mans und star­te­ten Mit­te 2015 ein Par­al­lel­pro­jekt: Fir­men­chef Akio To­yo­da per­sön­lich for­cier­te den Wie­der­ein­stieg in den Ral­lye­sport auf höchs­tem Ni­veau. Und je­ner Vier­fach-Welt­meis­ter von 1996 bis 1999, Tom­mi Mä­ki­nen, über­zeug­te den Kon­zern­len­ker aus Fer­n­ost, dass ei­gent­lich nur er als Te­am­chef für den Ral­lye-Re­launch in Fra­ge kom­men könn­te.

Schwie­ri­ger Neu­start

Das neue Pro­jekt wur­de al­ler­or­ten skep­tisch ver­folgt. Mä­ki­nen neig­te zu lo­gis­ti­schen Es­ka­pa­den, als er das Team zu­nächst in Est­land sta­tio­nie­ren woll­te. Da­von ist der Ex-Champ wie­der ab­ge­rückt: Nun be­fin­det sich die Ba­sis im fin­ni

schen Pu­up­po­la na­he Jy­väs­ky­lä – dem Zen­trum des fin­ni­schen Ral­ly­sports. Dass der Neu­start nicht leicht fal­len wür­de, si­gna­li­sier­te auch der schnel­le Ab­gang des Grie­chen Micha­el Zo­tos. Der In­ge­nieur, einst mit Mä­ki­nen im Su­ba­ru-Team un­ter­wegs, warf im ver­gan­ge­nen Som­mer die Bro­cken hin – weil Mä­ki­nen zu in­ten­siv in die Kon­struk­ti­on ge­pfuscht ha­ben soll, raunt man sich hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand zu. Wer da auch im­mer im Team das Re­gel­werk nicht rich­tig ver­stan­den ha­ben mag, ist auch da­für ver­ant­wort­lich, dass To­yo­ta bei der Ral­lye Mon­te Car­lo nur dank fest zu­ge­drück­ter Au­gen der Tech­ni­schen Kom­mis­sa­re und Aus­nah­me­ge­neh

mi­gung star­ten durf­te. Denn der Ya­ris WRC ent­sprach nicht dem tech­ni­schen Re­gle­ment. Der obe­re An­lenk­punkt der hin­te­ren Stoß­dämp­fer wur­de um ei­nen Zen­ti­me­ter zu hoch kon­stru­iert. Bis zum nächs­ten Lauf in Schwe­den An­fang Fe­bru­ar muss al­so nach­ge­bes­sert wer­den. An­ge­sichts di­ver­ser Wi­der­stän­de ent­wi­ckel­te sich das To­yo­taCome­back aber doch noch zur Feel­good-Sto­ry. Nicht zu­letzt auch des­halb, weil die Kon­kur­renz bei ex­trem rut­schi­gen Ver­hält­nis­sen wie­der und wie­der strau­chel­te. To­yo­ta un­ter­lie­fen bei der Mon­te er­staun­lich we­nig Feh­ler – an­de­rer­seits kein all­zu gro­ßes Wun­der an­ge­sichts der ab­ge­leis­te­ten rund 20.000 Test­ki­lo­me­ter, drei­vier­tel da­von auf Schot­ter. Ju­ha Hän­ni­nen rutsch­te je­doch schon früh ge­gen ei­nen Baum. Fort­an nutz­te man sei­nen Ein­satz als wei­te­ren Test. Der Fin­ne leg­te sich aber schon auf der zwei­ten Prü­fung mit der dritt­bes­ten Zeit ins Zeug. „ Da wuss­ten wir, dass un­ser Au­to nicht so schlecht sein kann“, freu­te sich Mä­ki­nen. Auf Ja­riMat­ti Lat­va­la in­des war Ver­lass: Der von Dau­er-Cham­pi­on Sé­bas­ti­en Ogier oft ge­de­mü­tig­te ExVolks­wa­gen-Pi­lot steu­er­te sei­nen Ya­ris su­perb auf den zwei­ten Rang – trotz des stän­di­gen Är­gers mit ei­nem Treib­stoff-Sen­sor am zwei­ten Tag. Sel­ten zu­vor er­leb­te man Lat­va­la so ent­spannt. Vi­el­leicht liegt es dar­an, dass im Team al­le Fin­nisch spre­chen? Lat­va­las zweiter Platz war ein ers­tes High­light für To­yo­ta. „Wir hät­ten hier nie mit ei­nem zwei­ten Rang ge­rech­net“, gab Te­am­chef Mä­ki­nen zu.

Hoch hin­aus: Lat­va­la über­rasch­te bei der Ral­lye Mon­te Car­lo mit Rang zwei – trotz Sen­sor- und An­las­ser­pro­ble­men

Po­kalstem­men: Bei­fah­rer Miik­ka Ant­ti­la und Ja­ri-Mat­ti Lat­va­la fei­er­ten ih- ren zwei­ten Rang hin­ter dem er­neu­ten Mon­te-Sie­ger Sé­bas­ti­an Ogier (Ford)

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