In­fi­niti Q50

An die ge­schmei­di­ge Kraft des neu­en Bi­tur­bo-V6 im Q50 3.0t ge­wöhnt man sich schnel­ler als an die üb­ri­gen Ei­gen­hei­ten der ja­pa­ni­schen Po­wer-Li­mou­si­ne mit 405 PS

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con­nec­tivi­ty

Vol­le Kon­nek­ti­vi­tät mit Na­vi­ga­ti­on, Bo­se-Sound, DAB-Tu­ner, InTouchApps für E-Mail, Ka­len­der, Goog­le-Se­arch und mehr gibt es im Mul­ti­me­dia-Pa­ket (3350 Eu­ro für den Q50S Sport) oder se­ri­en­mä­ßig in der To­paus­stat­tung Sport Tech (59.400 Eu­ro). Blue­tooth, Frei­sprech­ein­rich­tung und Sprach­steue­rung sind eben­falls an Bord. Die Be­die­nung er­folgt weit­ge­hend in­tui­tiv über den un­te­ren Touch­screen, die Lenk­rad­t­as­ten und den DrehD­rück-Stel­ler auf dem Mit­tel­tun­nel.

E igent­lich sieht er ganz harm­los aus, der In­fi­niti Q50. Das et­was ver­schnör­kel­te Asia-De­sign macht die Li­mou­si­ne im BMW 3er-For­mat nicht un­be­dingt zum Hin­gu­cker. Da­bei wohnt un­ter der Hau­be neu­er­dings ein bö­ses Tier – 405 PS stark und stets zum An­griff be­reit. Ver­dutz­te Ge­sich­ter schau­en dem Q50 3.0t rat­los hin­ter­her, wenn er ganz lo­cker an­satz­los vor­bei­prescht. Zur Be­stä­ti­gung stem­peln sich 4,8 Se­kun­den für den Sprint von null auf 100 km/ h in das Dis­play des un­be­stech­li­chen GPS-Mess­ge­räts. Als Qu­er­ver­weis sei­en hier bei­spiel­haft Por­sche Boxs­ter oder Ford Mustang GT mit fet­tem Fün­fli­ter-V8 er­wähnt. Bei­de hät­ten im di­rek­ten Sprint­du­ell ge­gen den No­belNis­san das Nach­se­hen, auch weil der Heck­trieb­ler zu­min­dest auf grif­fi­gem As­phalt sei­ne Po­wer ef­fek­tiv auf die Stra­ße bringt. Der herz­er­fri­schen­de, zu­dem gut do­sier­ba­re und oben­drein an­ge­nehm fein klin­gen­de V6 er­kauft sich sein Leis­tungs­ver­mö­gen nicht mal mit ei­nem über­höh­ten Ver­brauch. Im ge­misch­ten Test­be­trieb nimmt sich der High­tech-Bi­tur­bo, der mit ei­ner ja­pa­ni­schen Sie­ben­stu­fen-Au­to­ma­tik von Jat­co ko­ope­riert, 10,2 Li­ter Su­per auf 100 km. Und es könn­te so­gar noch we­ni­ger sein, hät­ten sich die In­fi­niti-In­ge­nieu­re nicht die Start-Stopp-Funk­ti­on ge­spart.

Der Q50 ist ei­ne Fund­gru­be für High­tech-Freun­de

Ab­ge­se­hen da­von kom­men Tech­nik-Fans voll auf ih­re Kos­ten. Der Around View-Mo­ni­tor et­wa hat die Fahr­zeu­g­um­ge­bung kom­plett im Blick, hilft beim Ein­par­ken und warnt vor even­tu­el­len Kol­li­sio­nen. Auch das teil­au­to­no­me St­au­fol­ge­fah­ren er­mög­licht der In­fi­niti, in­dem er bei zu dich­tem Auf­fah­ren oder beim Ver­las­sen der Spur warnt und not­falls kor­ri­gie­rend ein­greift. Al­ler­dings wer­den Spur oder Hin­der­nis­se nicht im­mer zu­ver­läs­sig er­kannt. Ein wei­te­res tech­ni­sches High­light ist die Di­rekt-ad­ap­ti­ve Len- kung (DAS), die im Nor­mal­be­trieb oh­ne me­cha­ni­sche Ver­bin­dung zwi­schen Lenk­rad und Vor­der­ach­se funk­tio­niert. Die­ses ein­zig­ar­ti­ge Steer-by-Wi­re-Sys­tem kann sanf­te Lenk­kor­rek­tu­ren, z.B. auf holp­ri­ger Fahr­bahn oder bei Sei­ten­wind, au­to­ma­tisch aus­füh­ren. Zu­dem passt es Lenk­kraft und Über­set­zung dem Fahr­stil und dem ge­wähl­ten Fahr­mo­dus (Stan­dard, eco, Snow, Sport, Sport+) an. Klingt gut, fühlt sich aber sehr syn­the­tisch an, so­dass nie ein Ge­fühl für den nö­ti­gen Len­k­ein­schlag auf­kom­men mag. Am har­mo­nischs­ten lässt sich der Q50 im Stan­dard-Mo­dus be­we­gen, nicht zu­letzt weil hier die recht straff ab­ge­stimm­te Fe­de­rung ein we­nig kom­for­ta­bler ar­bei­tet. Auch der Raum­kom­fort spe­zi­ell im nied­ri­gen Fond be­wegt sich eher am un­te­ren En­de der Mit­tel­klas­se. Mehr Ge­fal­len fin­det da schon das durch­dach­te Be­dien­sys­tem mit den bei­den Touch­screens und dem Dreh-Drück-Stel­ler so­wie den Funk­ti­ons­tas­ten im Lenk­rad.

Et­was wil­der Stil­mix, aber gu­te Funk­tio­na­li­tät am Ar­beits­platz. Le­der und Au­to­ma­tik sind Se­rie

Mit dem Q50 ist man eher un­auf­fäl­lig un­ter­wegs – aber flott

Der Bi­tur­bo-V6 schiebt kräf­tig an mit 475 Nm von 1600 bis 5200 Tou­ren

Die Wahl des Fahr­mo­dus en­det meist im Stan­dard­pro­gramm

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