Di­gi­ta­le Park­hil­fen Nütz­li­che Apps und As­sis­ten­ten sol­len künf­tig die Park­si­tua­ti­on re­vo­lu­tio­nie­ren

Der Stress bei der Park­platz­su­che und beim Ein­par­ken nimmt mit wach­sen­der Ver­kehrs­dich­te zu. Nütz­li­che Hil­fe kommt aus der di­gi­ta­len Welt in Form von Apps und As­sis­ten­ten

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Hol­ger Ip­pen

Oft be­gin­nen die größ­ten Pro­ble­me ei­ner Au­to­fahrt erst am Ziel: mit der Park­platz­su­che und dem Ein­par­ken. Schon der ers­te die­ser bei­den Punk­te ist mit­un­ter kei­ne ein­fa­che Auf­ga­be. Laut Ana­ly­sen von Ver­kehrs­ex­per­ten macht die Park­platz­su­che in Deutsch­land bis zu 30 Pro­zent des in­ner­städ­ti­schen Ver­kehrs aus. Der Vor­gang dau­ert auf das ein­zel­ne Fahr­zeug be­rech­net et­wa zehn Mi­nu­ten. Da­bei wer­den im Durch­schnitt 4,5 Ki­lo­me­ter zu­rück­ge­legt – und das nicht zum Null­ta­rif: Die Fahr­zeug­kos­ten be­lau­fen sich auf 1,35 Eu­ro, au­ßer­dem wird die Um­welt mit ei­nem Kli­ma­gas-Aus­stoß von 1,3 Ki­lo­gramm CO2 pro Park­platz­su­che be­las­tet. Das soll sich nun än­dern: Start-ups, fin­di­ge App-Ent­wick­ler und eta­blier­te Au­to-Zu­lie­fe­rer ha­ben viel­ver­spre­chen­de Lö­sun­gen in pet­to. Be­son­ders in­ter­es­sant ist das Cloud-ba­sier­te Com­mu­ni­ty-Par­king von Bosch. Da­bei geht es um ei­ne au­to­ma­ti­sier­te Park­lü­cken­su­che am Stra­ßen­rand. Im Vor­bei­fah­ren er­ken­nen und ver­mes­sen Au­tos Lü­cken zwi­schen ab­ge­stell­ten Fahr­zeu­gen. Die Tech­nik da­zu ha­ben mo­der­ne Au­tos be­reits an Bord: Die Sen­so­ren des Par­kas­sis­ten­ten er­le­di­gen die Auf­ga­be ganz ne­ben­bei und künf­tig bei je­dem Tem­po. Die so er­fass­ten In­for­ma­tio­nen über­trägt das Fahr­zeug un­per­so­na­li­siert in die Da­ten-Cloud, wo di­gi­ta­le Maps mit den An­ga­ben zu den frei­en Park­plät­zen er­gänzt wer­den. Wer in der Nä­he ei­ne Park­lü­cke sucht, be­kommt die nö­ti­gen Ziel­da­ten di­rekt auf sei­nem Na­vi an­ge­zeigt, und zwar so­gar mit fahr­zeug­spe­zi­fisch an­ge­pass­ter Park­lü­cken-Grö­ße – das Sys­tem weiß schließ­lich, ob der Park­platz­su­chen­de im Klein­wa­gen oder im Wohn­mo­bil un­ter­wegs ist. Für Park­häu­ser hat Bosch da­ge­gen ein spe­zi­el­les Park­raum-Ma­nage­ment-Sys­tem ent­wi­ckelt: Am Bo­den in­stal­lier­te Sen­so­ren er­ken­nen, ob ein Park­platz be­legt oder frei ist. Die­se Info ver­wal­tet ein Ser­ver in der Cloud. Park­platz­su­chen­de Au­to­fah­rer kön­nen ei­ne freie Lü­cke zum Bei­spiel auf ih­rem Smart­pho­ne oder im Fahr­zeug­dis­play ab­ru­fen, ge­zielt re- ser­vie­ren oder sich so­gar di­rekt per „in­Hou­seNa­vi­ga­ti­on“dort­hin lot­sen las­sen. Ein wei­te­res, mit­un­ter zeit­rau­ben­des Un­ter­fan­gen ist das Ein­par­ken – es kos­tet Ner­ven und geht nicht sel­ten schief. Sta­tis­ti­ken der Ver­si­che­rer be­le­gen, dass Park- und Ran­gier­un­fäl­le bis zu 40 Pro­zent al­ler Sach­schä­den bei Pkw-Un­fäl­len aus­ma­chen. Da­her sind As­sis­ten­ten, die dem Fah­rer das Ein- und Au­spar­ken ab­neh­men, so­wie das fah­rer­lo­se Par­ken wich­ti­ge Hil­fen mit gro­ßem Zu­kunfts­po­ten­zi­al. Her­stel­ler wie Con­ti­nen­tal, Va­leo, Cla­ri­on und Hit­a­chi set­zen auf das Re­mo­te Ga­ra­ge Par­king und ha­ben be­reits Pro­gram­me ent­wi­ckelt, die sich zwar noch in der Test­pha­se be­fin­den, aber schon gut funk­tio­nie­ren: Der Fah­rer über­lässt das Ran­gie­ren dem Re­mo­te-Sys­tem – al­ler­dings funk­tio­niert das nur in­ner­halb ei­nes Pri­vat­ge­län­des. Für den Park­vor­gang iden­ti­fi­zie­ren die Sur­round View-Ka­me­ras den Weg zur Ga­ra­ge. Be­stimm­te Ori­en­tie­rungs­punk­te merkt sich das Sys­tem in der An­lern­pha­se, al­so bei zwei bis drei Ran­gier­fahr­ten mit Fah­rer. Ist der Lern­vor­gang ab­ge­schlos­sen, kann das Sys­tem zu je­der Ta­ges­zeit und bei je­dem Wetter al­lein ein­par­ken – vor­aus­ge­setzt, der Fah­rer hält die Dri­ve-Tas­te auf dem Smart­pho­ne ge­drückt. Be­son­ders preis­wert hel­fen schon jetzt Smart­pho­ne-Apps bei der Park­platz­su­che und dem be­que­men bar­geld­lo­sen Be­zah­len.

Par­kremp­ler ade: Apps na­vi­gie­ren zu frei­en Park­lü­cken, und Ein­par­kas­sis­ten­ten

ken­nen kei­ne Unacht­sam­kei­ten

In Zu­kunft muss sich der Fah­rer beim Ein­par­ken in die Ga­ra­ge nicht ein­mal mehr im Fahr­zeug be­fin­den: Das Re­mo­te Par­king lässt sich per Sur­round View-Tech­no­lo­gie rea­li­sie­ren

In un­über­sicht­li­chen Si­tua­tio­nen warnt der Nah­be­reichs­ra­dar den Fah­rer vor her­an­na­hen­dem Qu­er­ver­kehr Beim Com­mu­ni­ty-ba­sed Par­king (Bosch) er­ken­nen vor­bei­fah­ren­de Au­tos freie Park­lü­cken und in­for­mie­ren via Cloud an­de­re Park­platz-Su­chen­de

Ein Sen­sor auf dem Stell­platz im Park­haus si­gna­li­siert freie Flä­chen. Per Bo­schApp (l.) kann man in Echt­zeit ei­nen frei­en Platz fin­den, re­ser­vie­ren und sich so­gar dort­hin lot­sen las­sen

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