Kampf den Au­to­die­ben

Dank in­no­va­ti­ver Tech­nik kön­nen ge­stoh­le­ne Fahr­zeu­ge auf­ge­spürt und ihr Weg über eu­ro­pa­weit ver­teil­te Alarm­zen­tren nach­ver­folgt wer­den. Im bes­ten Fall las­sen sie sich da­durch so­gar wie­der­be­schaf­fen

AUTO ZEITUNG - - CONNECTIVITY · DIEBSTAHLSCHUTZ - Hol­ger Ip­pen

Au­to-Ma­fia und pro­fes­sio­nel­le Die­bes­ban­den ar­bei­ten schnell – und oft viel zu lan­ge un­be­merkt. Be­trof­fe­ne ste­hen dann über­rascht in der lee­ren Ga­ra­ge oder su­chen ver­ge­bens den Park­platz ab. Dann bleibt nur die Rück­er­stat­tung von der Ver­si­che­rung – ein mü­der Trost, denn die zahlt meist nur den Zeit­wert. Be­son­ders är­ger­lich ist es, wenn es sich bei dem ge­stoh­le­nen Fahr­zeug um ein au­to­mo­bi­les Schätz­chen han­delt oder es mit be­la­de­nem Kof­fer­raum rei­se­fer­tig be­reit­stand: Lap­top, Fo­to- und Sport­aus­rüs­tung so­wie die kom­plet­te Fe­ri­en-Gar­de­ro­be sind futsch. Gut be­ra­ten ist, wer sein Au­to mit ei­ner GPS-Or­tung aus­ge­stat­tet hat. Vo­da­fo­ne Au­to­mo­ti­ve bie­tet so­gar ei­ne Fahr­zeu­g­or­tung mit in­ter­na­tio­na­lem Si­cher­heits­netz­werk an. Da­zu er­warb das bri­ti­sche Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men 2014 den ita­lie­ni­schen Tele­ma­tik-Ex­per­ten Co­bra und bau­te des­sen Zen­tra­le in Ita­li­en zum Kom­pe­tenz­zen­trum für InCar Tele­ma­tics aus. Han­nes Amets­rei­ter, Deutsch­land-Chef von Vo­da­fo­ne: „Wir sind be­reits heu­te füh­rend bei der Fahr­zeug­ver­net­zung – zum Bei­spiel mit in die Fahr­zeu­ge­le­kro­nik in­te­grier­ten SIMKar­ten – und brin­gen künf­tig mit un­se­rem 5G-Netz voll­au­to­no­me Au­tos vom La­bor auf die Stra­ße. “Auch Ge­rä­te mit GPS- und GSM-Mo­du­len, wie sie für das ab 2018 vor­ge­schrie­be­ne No­t­ruf­sys­tem e-Call ge­braucht wer­den,

ge­hö­ren schon zum Stan­dard der Vo­da­fo­ne-Elek­tro­nik. Genau das ist ei­ne gu­te Vor­aus­set­zung für vie­le Tele­ma­tik-Di­ens­te – al­so auch je­ne, die beim Auf­spü­ren ge­stoh­le­ner Fahr­zeu­ge not­wen­dig sind. Das Gan­ze funk­tio­niert über die von Na­vi­ga­ti­ons­ge­rä­ten be­kann­te Sa­tel­li­ten-Or­tung: Der GPS-Emp­fän­ger im Au­to be­rech­net an­hand der Sa­tel­li­ten-Si­gna­le per­ma­nent und ex­akt den Stand­ort. Wenn sich das ab­ge­stell­te Au­to oh­ne Schlüs­sel­si­gnal des Fahr­zeug­be­sit­zers be­wegt, wird die An­la­ge ak­tiv. Durch In­te­gra­ti­on wei­te­rer Sen­so­ren wer­den auch Ab­schleppund Ein­bruchs­ver­su­che so­wie das Ab­klem­men der Star­ter-Bat­te­rie er­kannt. Doch an­stel­le ei­nes lau­ten Alarm­si­gnals be­nach­rich­tigt das Sys­tem per SMS die Si­cher­heits­zen­tra­le. Sol­che Tech­ni­ken wer­den in­zwi­schen von ver­schie­de­nen Zu­lie­fe­rern so­wie Elek­tro­nik-Spe­zia­lis­ten mit un­ter­schied­lichs­ten An­zei­ge- und Warn­mög­lich­kei­ten an­ge­bo­ten (sie­he rech­te Spal­te). Doch das Con­nex ge­nann­te Sys­tem von Vo­da­fo­ne kann noch mehr: Es mel­det den Dieb­stahl di­rekt an ei­ne Alarm­zen­tra­le, zeigt den ak­tu­el­len Stand­ort bei Be­darf auf ei­ner App an und lei­tet die Wie­der­be­schaf­fung ein. Da­zu setzt Con­nex auf Zen­tren in über 49 Län­dern in Eu­ro­pa, Asi­en so­wie Nord- und Süd­ame­ri­ka. Im Dieb­stahl­fall küm­mern sich dann die na­tio­na­len Alarm­zen­tra­len in Zu­sam­men­ar­beit mit der ört­li­chen Po­li­zei um die Or­tung und Si­cher­stel­lung der ge­stoh­le­nen Fahr­zeu­ge. „Das ist wich­tig, denn in kei­nem Fall ist es rat­sam, selbst ak­tiv zu wer­den. Ban­den ver­tei­di­gen ih­re Beu­te und schre­cken vor nichts zu­rück“, weiß Pao­lo De­ser­ti, Lei­ter des Si­cher­heits­zen­trums, aus lang­jäh­ri­ger Er­fah­rung. Das Vo­da­fo­ne Con­nex-Si­cher­heits­sys­tem wur­de zum Schutz hoch­wer­ti­ger Fahr­zeu­ge ent­wi­ckelt und gilt als er­folg­rei­ches Kon­zept. „Das be­weist un­se­re ho­he Wie­der­be­schaf­fungs­ra­te von fast 95 Pro­zent“, sagt De­ser­ti. Seit vie­len Jah­ren bie­ten auch Au­to­her­stel­ler wie Por­sche, Ferar­ri, Lam­bor­ghi­ni & Co. ei­ne Va­ri­an­te von Con­nex als Ori­gi­nal­zu­be­hör an. Die Fahr­zeu­ge wer­den mit ei­ner spe­zi­el­len, fest ein­ge­bau­ten Tele­ma­tik­box aus­ge­lie­fert, die für die lü­cken­lo­se Funk­über­tra­gung sorgt. Für die Or­tung ist hier ei­ne gu­te Netz­ab­de­ckung wich­tig, die so­gar über die Net­ze ver­schie­de­ner ört­li­cher Pro­vi­der funk­tio­niert. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen dem Sys­tem und den Alarm­zen­tren er­folgt ver­schlüs­selt über den Vo­da­fo­ne-ei­ge­nen Con­nex Ser­ver, der in ei­nem spe­zi­ell ge­schütz­ten Ser­ver­park in Eu­ro­pa steht. Auch ei­ne Nach­rüs­tung ist mög­lich: Das Top-Sys­tem Con­nex Guar­di­an et­wa ist für ein­ma­lig 700 Eu­ro plus 20 Eu­ro Mo­nats­ge­bühr zu ha­ben. Doch auch die Die­be rüs­ten wei­ter nach: Pro­fi-Ban­den sind oft mit GPS-Jam­mern (Stör­sen­dern) un­ter­wegs, die die GPS-Si­gna­le un­ter­drü­cken. Da­ge­gen will sich Vo­da­fo­ne mit neu­en Zu­falls-Al­go­rith­men wapp­nen, die das GPSSi­gnal vor den Jam­mern ver­ste­cken.

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Se­cu­ri­ty Ope­ra­ti­ons Cen­ter (Bus­to/Ita­li­en): Si­cher­heits-Chef Pao­lo De­ser­ti ent­schei­det, wel­che Schrit­te bei der Ver­fol­gung ei­nes ge­stoh­le­nen Au­tos nö­tig sind

Au­to weg? Mit GPS-Tra­cker an Bord ist noch nicht al­les zu spät. Doch jetzt ist pro­fes­sio­nel­le Hil­fe rat­sam

Die Tele­ma­tik-Pla­ti­ne aus der Vo­da­fo­ne Au­to­mo­ti­ve-Fa­b­rik in Va­re­se/Ita­li­en ent­hält auch ei­ne spe­zi­el­le, auf­ge­lö­te­te SIM-Kar­te für Te­le­fo­nie so­wie Da­ten

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