VW I.D.

Auch in Zu­kunft fah­ren wir Golf und Pas­sat, doch par­al­lel da­zu star­tet ab 2020 ei­ne kom­plett neue Pa­let­te von Elek­tro­au­tos wie der VW I.D.

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Jür­gen Voigt

V W ist stark im Kom­pakt­seg­ment, bei den Vans und den kom­pak­ten SUV. Und das, so be­stä­tigt es Klaus Bi­sch­off, Lei­ter Volks­wa­gen De­sign, soll auch so blei­ben, wenn wir in Zu­kunft nicht mehr mit TDI und TSI, son­dern rein elek­trisch un­ter­wegs sind. Die Wei­chen sind je­den­falls ge­stellt. Ab 2020 star­tet par­al­lel zu Golf, Pas­sat & Co. ei­ne völ­lig neue Pro­dukt­fa­mi­lie rein elek­tri­scher Fahr­zeu­ge. Ers­ter Re­prä­sen­tant ist der VW I.D., der als Stu­die be­reits En­de 2016 in Pa­ris vor­ge­stellt wur­de. Die­ses Con­cept Car ver­mit­telt ei­nen Ein­druck des­sen, was uns ab 2020 er­war­tet. Jen­seits von Mes­se­hal­len und Prä­sen­ta­ti­ons­büh­nen wirkt das für ei­nen VW un­ge­wohnt ge­styl­te Au­to dich­ter an der Rea­li­tät, als es ist. Das je nach Licht­ein­fall farb­lich chan­gie­ren­de „frosted whi­te“bil­det ei­nen har­ten Kon­trast zu den leuch­tend blau­en Ele­men­ten und der schwar­zen Dach­par­tie. Letz­te­re wer­den wir im Se­ri­en­au­to wohl eben­so wie­der­fin­den wie die re­la­tiv groß­for­ma­ti­gen Rä­der.

Kom­plett neue, fle­xi­ble Platt­form für Elek­tro­au­tos

Tech­nisch ba­sie­ren die künf­ti­gen elek­tri­schen VW-Mo­bi­le auf der ge­mein­sa­men, in ih­ren Ab­mes­sun­gen sehr fle­xi­bel nutz­ba­ren Platt­form des Mo­du­la­ren Elek­tri­fi­zie­rungs­bau­kas­ten, kurz MEB. Wäh­rend die Bat­te­rie fast den kom­plet­ten Fahr­zeug­bo­den ein­nimmt, in­te­griert sich im Heck ei­ne kom­pak­te Ein­heit aus E-Mo­tor, Ge­trie­be mit kon­stan­ter Über- set­zung so­wie der Leis­tungs­elek­tro­nik, die für das Um­for­men und Re­geln der Strö­me zu­stän­dig ist. Zwar lässt sich der MEB mit ei­nem wei­te­ren E-Mo­tor vorn auch zum All­rad­ler aus­bau­en, der VW I.D. ist je­doch ein Heck­trieb­ler mit kom­pak­tem An­trieb an der Hin­ter­ach­se – der Kä­fer lässt grü­ßen. Und tat­säch­lich misst Klaus Bi­sch­off dem VW I.D. als Ein­tritt in das Elek­tro- Zeit­al­ter ei­ne ähn­lich epo­cha­le Be­deu­tung bei wie dem Kä­fer oder dem Golf. „Der Elek­tro­an­trieb schafft für De­si­gner deut­lich grö­ße­re Frei­räu­me. Wir mi­ni­mie­ren die Kühl­luft­öff­nun­gen, rü­cken die Ach­sen weit nach au­ßen und ge­ne­rie­ren atem­be­rau­ben­de Pro­por­tio­nen“, so Bi­sch­off. Stimmt. Ob­wohl der I.D. mit ei­ner Län­ge von 4,10 Me­tern

und ei­ner Brei­te von 1,80 Me­tern kaum grö­ßer ist als ein Klein­wa­gen, wirkt er prä­sent und stäm­mig, was auch am im Ver­hält­nis zur Ge­samt­län­ge gro­ßen Rad­stand von 2,75 Me­tern liegt. Das be­kommt man vor al­lem im In­ne­ren zu spü­ren, wo die Luf­tig­keit des Raums so­wie die re­du­zier­ten Be­dien­ele­men­te ei­ne loun­ge­ar­ti­ge At­mo­sphä­re ver­mit­teln. Mit klapp­ba­ren Fond­sit­zen und gro­ßer Heck­klap­pe ist zu­dem für all­tags­taug­li­che Va­ria­bi­li­tät und bis zu 960 Li­ter La­de­vo­lu­men ge­sorgt. Die nach hin­ten glei­ten­den Fond­tü­ren wie auch die Ka­me­ras an­stel­le der Au­ßen­spie­gel wer­den es je­doch nicht in die Se­rie schaf­fen.

Der VW I.D. macht sei­nem Fah­rer das Le­ben leich­ter

Der Um­gang mit dem I.D. ist denk­bar ein­fach: Rein­set­zen, das „D“auf dem Touch­lenk­rad drü­cken, Gas ge­ben, und der I.D. zischt laut­los da­von. Ge­bremst wird kon­ven­tio­nell, und ge­parkt wird mit dem Druck auf „P“– fer­tig. Dar­über hin­aus wird sich das künf­ti­ge Se­ri­en­au­to durch ei­ne Fül­le von wei­te­ren Funk­tio­nen und Ei­gen­schaf­ten aus­zeich­nen: Je nach Equip­ment reicht die La­dung der Bat­te­rie – 80-Pro­zent-La­dung in 30 Mi­nu­ten – für 400 bis 600 km Reich­wei­te, ma­xi­mal soll der 125 kW (170 PS) star­ke VW Tem­po 160 er­mög­li­chen. Und der I.D. wird voll ver­netzt sein, um sei­nem Fah­rer das Le­ben zu er­leich­tern. Ab 2025 soll auch ein voll au­to­no­mer Be­trieb (I.D. Pi­lot) mög­lich sein, bei dem das Lenk­rad ins Ar­ma­tu­ren­brett zu­rück­weicht. Ziel ist es, ab 2025 ei­ne Mil­li­on E-Au­tos zu ver­kau­fen. Und da­für muss der Preis stim­men. So ein kom­pak­ter Stro­mer wie der I.D. soll im Grund­preis auf dem Ni­veau ei­nes gut aus­ge­stat­te­ten Golf TDI lie­gen, al­so deut­lich un­ter 30.000 Eu­ro. Klaus Bi­sch­off hat mit dem über­aus ge­lun­ge­nen I.D.-De­sign je­den­falls schon mal ei­nen wich­ti­gen Bei­trag zum Er­rei­chen die­ser ehr­gei­zi­gen Zie­le ge­leis­tet.

FA­ZIT: Elek­trisch, cle­ver, ver­netzt – so sieht die Zu­kunft von Volks­wa­gen aus. Der VW I.D. ver­kör­pert all dies auf ei­ne neue, sehr at­trak­ti­ve Wei­se und zieht die Bli­cke auf sich.

Die LED-Schein­wer­fer für Fahr­licht (u.) und Blin­ker kön­nen z.B. auch Fuß­gän­gern per Grün­licht Vor­rang si­gna­li­sie­ren

Die Pro­por­tio­nen des I.D. so­wie das farb­lich ab­ge­setz­te Dach und gro­ße Rä­der wer­den ab 2020 auch dem Se­ri­en­au­to zu­teil

Viel frei­er Raum und Va­ria­bi­li­tät. Das Se­ri­en­au­to wird je­doch B-Säu­len und kon­ven­tio­nel­le Fond­tü­ren be­kom­men

Der kom­pak­te hin­te­re Achs­an­trieb lässt ge­nug Platz für den La­de­raum – je nach Sitz­be­le­gung bis zu 960 Li­ter

Im voll­au­to­ma­ti­sier­ten Fahr­mo­dus (I.D. Pi­lot) fährt das Mul­ti­funk­ti­ons­lenk­rad ins Cock­pit ein

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