For­mel E Mit dem drit­ten Sieg in Fol­ge setz­te Re­naul­tPi­lot Bu­emi sei­ne Er­folgs­se­rie in Bu­e­nos Ai­res fort

Re­naults Werks­team er­lebt in der For­mel E ein Er­folgs­er­leb­nis nach dem an­de­ren: Dem am­tie­ren­den Meis­ter Sé­bas­ti­en Bu­emi ge­lang beim drit­ten Sai­son­lauf in Bu­e­nos Ai­res der drit­te Sai­son­sieg in Fol­ge

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Gre­gor Mes­ser

Es ist ei­ne Bi­lanz, die sich se­hen las­sen kann – und mit der sich die Re­gié Re­nault auch gern brüs­tet: Die Fran­zo­sen ha­ben die letz­ten sechs Läu­fe zur For­mel E für sich ent­schie­den – zwölf der bis­lang 24 aus­ge­tra­ge­nen Ren­nen gin­gen auf das Kon­to der Elek­tro-Equi­pe um e.damsTe­am­chef Je­an-Paul Dri­ot und des vier­ma­li­gen For­mel-1-Cham­pi­ons Alain Prost. Und dem am­tie­ren­den For­mel-E-Meis­ter Sé­bas­ti­en Bu­emi ge­lang mit sei­nem Tri­umph zu­letzt in Bu­e­nos Ai­res ein lu­pen­rei­ner Hattrick: drei Sie­ge in Fol­ge bei den ers­ten drei Läu­fen der Sai­son 2016/17. Die Kräf­te­ver­hält­nis­se ha­ben sich in der ers­ten welt­weit aus­ge­tra­ge­nen Se­rie mit rein elek­trisch be­trie­be­nen Renn­wa­gen kaum ge­än­dert: Vorn liegt Re­nault, dicht ge­folgt vom deut­schen Ab­tScha­eff­ler-Team, erst da­hin­ter kommt der gro­ße Rest. Ein­zel­ne Her­stel­ler wie DS, Ma­hin­dra oder Next­ev set­zen zwar im­mer wie­der Ach­tungs­er­fol­ge. Doch Re­nault scheint un­an­ge­foch­ten. Das wird nun auch ver­mehrt durch Te­chee­tah be­wie­sen: Das Team aus Chi­na ver­traut in die­ser Sai­son auf den An­triebs­strang von Re­nault – und ist an der Spit­ze mit da­bei. Bei nur 100.000 Dol­lar liegt der fi­nan­zi­el­le Ein­satz für das be­gehr­te High­tech-Mo­dul. So sieht es das Sport­li­che Re­gle­ment vor. Das Abt-Scha­eff­ler-Team hat­te in der ar­gen­ti­ni­schen Haupt­stadt zwar die Mög­lich­keit, erst­mals seit ver­gan­ge­nem Früh­som­mer, den Spieß um­zu­dre­hen, denn Vi­ze­meis­ter Lu­cas di Gras­si er­ober­te sei­ne ers­te Po­le Po­si­ti­on in sei­ner For­mel-E-Kar­rie­re. Doch im Ren­nen plag­te den Bra­si­lia­ner nach gu­tem Start un­er­hör­tes Un­ter­steu­ern: „Mein ers­tes Au­to schob in al­le Rich­tun­gen.“Deut­lich bes­ser lief es für die Gras­si nach dem Fahr­zeug­tausch in der zwei­ten Renn­hälf­te: Mit Ver­ve kämpf­te er sich an Bu­emis Team­kol­le­gen Ni­co­las Prost auf Rang drei zu­rück. Mehr war nicht drin, der Zug war für ihn ge­gen Bu­emi und den Te­chee­tah-Pi­lo­ten Je­an-Eric Ver­g­ne schon ab­ge­fah­ren. Im Cock­pit ist Bu­emi stets ein har­ter Hund: kom­pro­miss­los mit den Geg­nern, ehr­gei­zig bis ganz un­ten im rech­ten Fuß. „Scha­de, dass ich die Ex­tra­punk­te für die Po­le Po­si­tio­nen ver­passt ha­be“, ha­der­te der 31-jäh­ri­ge Schwei­zer doch tat­säch­lich nach sei­nem drit­ten Sai­son­sieg. „Nun ver­su­chen wir mal, uns über die­sen Sieg zu freu­en.“Wirk­lich? An­de­re wür­den völ­lig aus­flip­pen. Re­nault ver­fügt wei­ter­hin über das leis­tungs­ef­fi­zi­en­tes­te Kon­zept. Da hängt Abt-Scha­eff­ler hin­ter­her – wenn auch nur leicht. In der Zwi­schen­sai­son hat sich bei der deut­schen Ab­ord­nung nur we­nig ge­än­dert, an­geb­lich, weil zu we­nig Bud­get zur Ver­fü­gung stand.

Qua­si haus­in­ter­ne Kon­kur­renz

In­ter­es­sant ist die Her­kunft der E-Mo­to­ren: Abt-Scha­eff­ler wird von Com­pact Dy­na­mics be­lie­fert. Das Un­ter­neh­men aus Starn­berg ge­hört mitt­ler­wei­le zum Scha­eff­ler-Im­pe­ri­um. Re­nault in­des be­zieht sein Ag­gre­gat von der eng­li­schen Edel­schmie­de Zy­tek. Die­se ge­hört seit 2014 zu Con­ti­nen­tal. Scha­eff­ler wie­der­um wur­de Mit­te 2008 größ­ter An­teils­eig­ner von Con­ti­nen­tal. Man ist an der Spit­ze der For­mel E al­so un­ter sich.

Ge­nie­ßen die Zeit der Tri­um­phe: e.dams-Re­nault-Te­am­chef Je­an-Paul Dri­ot, die Pi­lo­ten Ni­co­las Prost und Sé­bas­ti­en Bu­emi so­wie Alain Prost

Glei­ches Bild seit dem Auf­takt in Hong­kong im Ok­to­ber: Bu­emi fei­ert Sie­ge am lau­fen­den Band

Dau­er­ri­va­li­tät seit drei Sai­sons (hier im ver­gan­ge­nen Ju­li): di Gras­si und Bu­emi

Schnell, aber sel­ten schnel­ler als Bu­emi: Ni­co­las Prost ist die Num­mer 2 bei Re­nault

Start in Bu­e­nos Ai­res: Po­le­set­ter Di Gras­si ist schon durch; Bu­emi (l.) at­ta­ckiert Ver­g­ne

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