Vil­la Kun­ter­bunt

Mit mint­grü­nem An­strich und fran­zö­si­schem Schick bringt der neue Ci­tro­ën C3 Far­be und fri­schen Wind in die Klein­wa­gen-Klas­se. Reicht der stil­si­che­re Auf­tritt aus, um Hy­un­dai i20, Opel Cor­sa, Re­nault Clio und VW Po­lo die Show zu steh­len?

AUTO ZEITUNG - - DACIA SANDERO TCE 90 · TEST -

Wie viel Au­to braucht der Mensch? Und kön­nen ak­tu­el­le Klein­wa­gen jeg­li­che All­tags­auf­ga­ben er­fül­len, oder sind sie bloß Zweit­wa­gen für die Stadt? Die­sen Fra­gen wol­len wir auf den Grund ge­hen und neh­men den neu­en Ci­tro­ën C3 zum An­lass. Der Fran­zo­se ist ein Klein­wa­gen mit gro­ßem An­spruch und legt den bie­de­ren Charme blas­ser Mi­ni­ma­lis­ten dank fran­zö­si­schem Schick und smar­ten De­tails stil­si­cher ab. Das wur­de aber auch Zeit, denn der Klas­sen­pri­mus Hy­un­dai i20 und der Top­sel­ler VW Po­lo ha­ben sich längst vom ein­ge­schränk­ten Klein­wa­gen­an­spruch ent­fernt. Auch Opel Cor­sa und Re­nault Clio sind mit den ak­tu­el­len Ge­ne­ra­tio­nen ge­reift und er­wach­se­ner ge­wor­den. Zeit al­so für ei­nen Ver­gleich der klei­nen All­roun­der mit Ben­zi­nag­gre­ga­ten zwi­schen 82 PS im Ci­tro­ën und kna­cki­gen 100 PS im Bug von Hy­un­dai so­wie Opel.

Ka­ros­se­rie

Auch wenn die Ka­te­go­ri­sie­rung Klein­wa­gen gleich ei­ne Grö­ßen­ein­ord­nung vor­gibt, prä­sen­tiert sich das Test­feld beim Platz­an­ge­bot er­staun­lich ge­räu­mig. Ins­be­son­de­re der i20 über­zeugt mit ei­ner vor­bild­li­chen Raumöko­no­mie. Auf den Vor­der­sit­zen ha­ben selbst groß­ge­wach­se­ne Fah­rer ge­nü­gend Be­we­gungs­frei­heit in al­le Rich­tun­gen, der Opel Cor­sa macht sei­ne Sa­che kaum schlech­ter. Nä­her an den Tü­ren und we­ni­ger gut in- te­griert rei­sen Fah­rer und Bei­fah­rer in den bei­den fran­zö­si­schen Flit­zern so­wie dem Wolfs­bur­ger Tau­send­sas­sa – das kann der er­go­no­misch vor­bild­lich ge­stal­te­te i20 bes­ser. Und dank des groß­zü­gi­gen Ein­stell­be­reichs von Lenk­rad und Sit­zen fin­den Hy­un­dai-Fah­rer ei­ne dau­er­haft ent­spann­te Sitz­po­si­ti­on. Ne­ben dem at­trak­ti­ven Am­bi­en­te des i20 ha­be die Ko­rea­ner zu­dem auch des­sen Funk­tio­na­li­tät nicht ver­nach­läs­sigt. Mit 326 Li­ter Stau­raum hin­ter der Fond­leh­ne bie­tet der Hy­un­dai aus­rei­chend Platz für den Klein­fa­mi­li­en-Kurz­ur­laub. Clio und C3 fas­sen nur 300 Li­ter, im Cor­sa sind es 285 Li­ter, der Volks­wa­gen bie­tet be­schei­de­ne 280 Li­ter Ge­päck­raum­vo­lu­men. Opel ist cle­ver und stat­tet den Cor­sa auf Wunsch mit ei­nem hin­ter dem Heck­stoß­fän­ger ver­steck­ten, aus­zieh­ba­ren Fahr­rad­trä­ger aus (670 Eu­ro). Der i20 und der Po­lo bie­ten dank gro­ßer Fä­cher un­ter den Kof­fer­raum­bö­den ei­nen prak­ti­schen al­ter­na­ti­ven Stau­raum, und im Clio kann man bei um­ge­leg­tem Bei­fah­rer­sitz auch lan­ges La­de­gut trans­por­tie­ren. We­ni­ger va­ria­bel ist der neue Ci­tro­ën C3, des­sen Fond­leh­ne zwar asym­me­trisch um­klappt, al­ler­dings teilt dann ei­ne ho­he Stu­fe den La­de­bo­den. Au­ßer­dem liegt sei­ne La­de­kan­te deut­lich hö­her als der Kof­fer­raum­bo­den, was das Be- und Ent­la­den er­schwert. Dass Hy­un­dai, Opel und Re­nault ih­re Stadt­flit­zer für grö­ße­re Auf­ga­ben po­si­tio­nie­ren, be­weist ein-

Der neue Ci­tro­ën C3 hat mit 3996 Mil­li­me­tern die kür­zes­te Ka­ros­se­rie in die­sem Test

mal mehr die zu­läs­si­ge An­hän­ge­last von 1000 (i20), 1150 (Cor­sa) und 1200 kg (Clio). Ci­tro­ën und Volks­wa­gen da­ge­gen las­sen ih­re Klein­wa­gen le­dig­lich 450 re­spek­ti­ve 500 Ki­lo­gramm zie­hen. Das bes­te Si­cher­heits­pa­ket bie­tet in die­sem Test der Rüs­sels­hei­mer mit Spur­hal­te-und Spur­wech­sel­as­sis­ten­ten, Ab­stands­ra­dar, Xe­non-Schein­wer­fern, No­t­ruf­sys­tem, Ver­kehrs­zei­chen­er­ken­nung und Iso­fix-Ki­der­sitz­be­fes­ti­gung für den Bei­fah­rer­sitz (al­les op­tio­nal). Auch Po­lo und C3 ge­ben sich si­cher­heits­tech­nisch er­freu­lich er­wach­sen. Beim Po­lo ist die Mul­ti­kol­li­si­ons­brem­se be­reits se­ri­en­mä­ßig mit an Bord. Wer 515 Eu­ro in­ves­tiert, fährt mit au­to­ma­ti­scher Dis­tanz­re­ge­lung in­klu­si­ve Um­feld­be­ob­ach­tung, die den Ab­stand zum Vor­der­mann hält und bei dro­hen­der Kol­li­si­on au­to­ma­tisch ei­ne Voll­brem­sung ein­lei­tet, bis der Wa­gen steht. Bei Hy­un­dai und Re­nault gibt es die­se Tech­nik nicht, und für den C3, der se­ri­en­mä­ßig so­gar ei­nen Spur- und Auf­merk­sam­keits­as­sis­ten­ten an Bord hat, wird der be­son­ders für Stadt­fahr­ten wich­ti­ge Not­brems­as­sis­tent erst spä­ter in die Preis­lis­te auf­ge­nom­men. Ei­nen gu­ten Ein­druck macht der neue Gal­li­er aber schon jetzt im In­nen­raum – doch lei­der nur auf den ers­ten Blick. Denn wäh­rend das C3-Cock­pit mit ei­nem ge­lun­gen Ma­te­ri­al­mix und mo­di­schen Stof­f­e­in­la­gen fran­zö­si­schen Schick prä­sen­tiert, ent­täuscht das klapp­ri­ge Hart­plas­tik in den Tü­ren. Auch sei­nem Lands­mann Clio und dem Cor­sa fehlt die qua­li­ta­ti­ve Kon­se­quenz, die i20 und Po­lo zei­gen. Je­des Bau­teil sitzt hier pass­ge­nau, und die Ma­te­ri­al­qua­li­tät über­zeugt – wenn auch dem Sty­ling in bei­den Fäl­len der Pfiff des Ci­tro­ën C3 fehlt.

Fahr­kom­fort

Dass Klein­wa­gen nur im Kurz­stre­cken­ver­kehr fah­ren und man des­halb Ab­stri­che beim Kom­fort ma­chen muss, war ges­tern. Vier­me­ter-Flitzer von heu­te bie­ten ge­nü­gend Platz, um mit ih­nen zu ver­rei­sen – und auf lan­gen Au­to­fahr­ten sind an­stän­di­ge Pols­ter, ein fein an­spre­chen­des Fahr­werk so­wie ei­ne gu­te Er­go­no­mie un­ver­zicht­bar. Hy­un­dai und VW ha­ben die be­quems­ten Sit­ze im Pro­gramm, de­ren Kon­tu­rie­rung und

Len­den­wir­bel­un­ter­stüt­zung ei­ne auf Dau­er an­ge­neh­me Kör­per­hal­tung er­mög­li­chen. Und die lan­gen i20-Leh­nen vorn bie­ten so­gar Groß­ge­wach­se­nen Halt bis in den Schul­ter­be­reich und lie­gen da­mit min­des­tens auf Kom­pakt­wa­genNi­veau. Im Re­nault muss man eben­falls nicht schon nach 100 Ki­lo­me­tern den Rast­platz an­steu­ern um Dehn­übun­gen zu ma­chen, al­ler­dings sind des­sen Pols­ter seit­lich et­was we­ni­ger fest ge­formt. Opel ist be­kannt für gut ge­form­te Sit­ze und be­stä­tigt dies mit be­que­mer Fah­rer-Po­si­ti­on so­wie an­stän­di­gem Sei­ten­halt. Al­ler­dings stört ei­ne auf der Hö­he zwi­schen Len­den­wir­bel und Steiß­bein ho­ri­zon­tal un­ter dem Pols­ter ver­lau­fen­de Me­tall­stre­be, die et­was auf den Rü­cken drückt. Ganz im Ge­gen­teil da­zu der Ci­tro­ën: Des­sen Pols­ter sind zu weich und bie­ten dem Kör­per nur we­nig Halt. Im C3-Fond da­ge­gen passt der Kom­fort, noch bes­ser al­ler­dings auf den leicht an­ge­schräg­ten Rück­bän­ken in i20 und Po­lo. ClioPas­sa­gie­re hin­ge­gen sit­zen hin­ten mit an­ge­win­kel­ten Bei­nen und kön­nen des­halb nicht die ge­sam­te Bein­auf­la­ge aus­nut­zen, weil die Sitz­flä­che sehr flach steht. Im Cor­sa ist es ähn­lich, wo­bei hier et­was mehr Kon­tu­rie­rung ge­bo­ten wird. Dass es sich bei al­ler Grö­ße und Aus­ge­reift­heit im­mer noch um Klein­wa­gen han­delt, merkt man dar­an, dass man im Fond die­ses Quin­tetts zu dritt nicht mehr be­quem sitzt. Mit vier Per­so­nen be­setzt hält man es je­doch in je­dem der Test­wa­gen gut aus. Apro­pos Be­quem­lich­keit: Wo­hin mit Porte­mon­naie, Son­nen­bril­le, Ge­trän­ke­be­cher und Te­le­fon? Im i20 fin­det man die meis­ten und prak­tischs­ten Vers­tau­mög­lich­kei­ten. Be­son­ders pfif­fig ist das gro­ße Fach mit Me­dia-An­schlüs­sen vor dem Schalt­knauf. Die­ses bie­tet auch der neue C3, wo­bei die De­si­gner dank der ra­di­ka­len Re­du­zie­rung von Tas­ten und Knöp­fen im Cock­pit noch Platz für ein griff­güns­ti­ges Fach un­ter dem Touch­screen fan­den. Viel mehr Abla­ge­mög­lich­kei­ten of­fe­riert der fri­sche Fran­zo­se hin­ge­gen nicht. Zu­dem ist sei­ne La­de­kan­te mit 82 Zen­ti­me­tern be­son­ders hoch, was die Er­go­no­mie-Be­wer­tung aber­mals drückt. Ei­nen bes­se­ren Ein­druck hin­ter­lässt der Ci­tro­ën mit sei­nem weich aus­ge­leg­ten Fahr­werk, das Une­ben­hei­ten gut vom Ka­ros­se­rie­auf­bau trennt. Al­ler­dings könn­ten die Dämp­fer auf grö­be­ren Kan­ten und Ab­sät­zen et­was sen­si­bler an­spre­chen. Fährt man die­sel­be Stre­cken mit ho­her Be­la­dung, sind die Stö­ße prä­sen­ter und die Fe­de­rungs­re­ser­ven end­lich. Ei­ne bes­se­re Fi­gur macht der Hy­un­dai. Des­sen Dämp­fer sind zwar straf­fer aus­ge­legt, spre­chen aber sehr sen­si­bel an und tas­ten den Un­ter­grund förm­lich ab, statt über Une­ben­hei­ten zu sprin­gen – ein vol­ler Kof­fer­raum und vier Per­so­nen än­dern dar­an nicht viel. We­gen sei­ner im Ver­gleich sport­li­chen Be­rei­fung ver­liert der manch­mal et­was steif­bei­nig wir­ken­de Opel ein paar Zäh­ler, und der Re­nault lei­det dar­un­ter, dass

C3 und Clio sind im Hand­ling über sechs Se­kun­den

lang­sa­mer als der agi­le Cor­sa

sei­ne Ka­ros­se­rie stän­dig leicht in Be­we­gung ist. Auch der Auf­bau des in der Blu­eMo­ti­on-Va­ri­an­te se­ri­en­mä­ßig mit straf­fe­rem Fahr­werk und Tie­fer­le­gung aus­ge­stat­te­ten VW Po­lo ist mehr in Be­we­gung. Zwar fil­tern sei­ne Fe­der-Dämp­fer-Ele­men­te an der Vor­der­ach­se Gul­li­de­ckel oder Ap­shalt­auf­brü­che ef­fi­zi­ent, die Hin­ter­ach­se quit­tiert sol­che Her­aus­for­de­run­gen je­doch stel­len­wei­se plump und pol­t­rig.

Mo­tor / Ge­trie­be

Le­dig­lich 82 PS holt der neue C3 aus sei­nem 1,2 Li­ter klei­nen Drei­zy­lin­der­mo­tor – oh­ne Tur­bo. Der Saug-Ben­zi­ner wirkt zwar sehr trä­ge, braucht mit 6,1 Li­ter Su­per aber we­nig Sprit. Man­ko des Ci­tro­ën-An­triebs: die aus­ge­lei­ert wir­ken­de Schal­tung, die im Ver­gleich zu den Pen­dants von i20, Cor­sa oder Po­lo jeg­li­che Prä­zi­si­on ver­mis­sen lässt. Das spar­sams­te Ag­gre­gat im Test kommt von VW (5,4 Li­ter S/100 km). Der Ein­li­terMo­tor ist quir­lig, hat die bes­te Lauf­kul­tur un­ter den Drei­zy­lin­dern und be­schleu­nigt den leich­ten so­wie wind­schlüp­fi­gen Po­lo Blu­eMo­ti­on bis auf 191 km/ h. Noch ei­ne Spur ru­hi­ger ar­bei­tet der dreh­freu­di­ge, zwangs­be­at­me­te Vier­zy­lin­der von Opel, der beim Zwi­schen­spurt nur des­halb Zeit ver­liert, weil er sei­ne Kraft via Sechs­gang-Ge­trie­be über­trägt. Die Wett­be­wer­ber ha­ben ei­nen Gang we­ni­ger und so bei der Elas­ti­zi­täts­mes­sung ei­nen Vor­teil. Der Cor­sa kon­tert im All­tag mit nied- ri­ge­ren Dreh­zah­len (2500 /min bei 130 km/ h; Ci­tro­ën: 3800 /min; Po­lo: 3000 /min) und spon­ta­ne­rem An­tritt aus dem Dreh­zahl­kel­ler. Al­ler­dings be­nö­tigt er – wie auch der i20 – am meis­ten Sprit (6,5 Li­ter Su­per). Üb­ri­gens: Die Ab­wei­chung zwi­schen Prüf­stands- und Tes­tver­brauch ist beim i20 am größ­ten. Der Hy­un­dai-Drei­zy­lin­der-Tur­bo klingt ker­nig, ist elas­tisch, dreh­freu­dig, ver­hilft dem Ko­rea­ner hier zur bes­ten Sprint­zeit und macht ihn bei Be­darf 188 km/ h schnell. Was im i20 nicht ge­fällt, sind die gro­ßen Dreh­zahl­sprün­ge beim Gang­wech­sel und die nicht op­ti­ma­le Leis­tungs-Do­sie­rung mit dem Gas­pe­dal. Der Tur­bo­druck fällt schnell ab, so­dass man bei nie­der­tou­riger Fahrt und nach dem Schalt­vor­gang ei­nen Leis­tungs­ein­bruch spürt. Beim An­fah­ren aus dem Stand ge­lingt es zu­dem nicht im­mer, die op­ti­ma­le Dreh­zahl zu fin­den. Trotz sei­nes nied­ri­gen Dreh­mo­ments und nur 90 PS ist der TCeMo­tor von Re­nault er­staun­lich elas­tisch, ent­fal­tet sei­ne Kraft recht har­mo­nisch, doch beim Sprint geht ihm die Pus­te aus.

Fahr­dy­na­mik

Brei­te 17-Zoll-Rä­der und ei­ne kna­cki­ge Fahr­werks­ab­stim­mung sor­gen beim Opel Cor­sa für ei­ne aus­ge­spro­chen dy­na­mi­sche Hand­ling­vor­stel­lung. Dort, wo die Kon­kur­renz – selbst der eben­falls mit 17-Zoll-Rad­satz aus­staf­fier­te C3 – über die Vor­der­rä­der schie­ben, baut der klei­ne Rüs­sels­hei­mer noch Tem­po auf. Das recht gro­ße Lenk­mo­ment und die kon­se­quen­te Rück­mel­dung von der Vor­der­ach­se sor­gen zu­dem für ei­ne pro­blem­lo­se und lust­vol­le Fahr­zeug­kon­trol­le. Der Opel macht sei­ne Ri­va­len auf dem Hand­ling­par­cours und in der Sla­lom­gas­se zu Sta­tis­ten. Nur der i20 hält ei­ni­ger­ma­ßen An­schluss. Er pro­fi­tiert von sei­ner or­dent­li­chen Rück­mel­dung über die Len­kung. Der Ko­rea­ner lässt sich sau­ber durch Kur­ven füh­ren. Da­bei bleibt er lan­ge neu­tral, be­vor er am Li­mit über­schüs­si­ge Ener­gie si­cher über die Vor­der­rä­der schie­bend ab­baut. Aus en­gen Keh­ren her­aus fehlt dem quir­li­gen An­trieb des Asia­ten aber vor al­lem der Grip, mit dem der Cor­sa sei­ne Kraft auf den As­phalt bringt.

Ei­gent­lich ge­hört auch der Po­lo zu den fahr­ak­ti­ven Klein­wa­gen. Als 1.0 TSI Blu­eMo­ti­on bringt er zwar ei­ne straff-sport­li­che Ab­stim­mung mit, al­ler­dings ist die Spar-Va­ri­an­te des klei­nen VW an roll­wi­der­stands­op­ti­mier­te 15Zoll-Rä­der ge­bun­den. Trotz des fei­nen Lenk­ge­fühls ver­schiebt die­se auf Ef­fi­zi­enz und nicht auf Grip ge­trimm­te Kom­bi­na­ti­on den Grenz­be­reich nach un­ten. Dem Clio, aber vor al­lem dem C3 fehlt der Punch, mit dem ins­be­son­de­re der Cor­sa da­von­stürmt. Die 82 PS und im Ver­gleich schwa­chen 118 New­ton­me­ter des C3 ha­ben al­le Mü­he die gro­ßen 17-Zöl­ler dy­na­misch in Ro­ta­ti­on zu ver­set­zen. Sei­ner Len­kung fehlt die gu­te Kon­trol­le aus der Mit­tel­la­ge her­aus, mit der i20, Cor­sa und Po­lo Fahr­spaß ver­mit­teln. Der Re­nault gibt sich beim Ein­len­ken und im Kur­ven­ver­lauf ei­ne Spur ver­bind­li­cher als sein fran­zö­si­scher Mit­strei­ter. Den feh­len­den Schwung im Kur­ven­ver­lauf kann aber auch er nicht mit her­aus­ra­gen­der Dy­na­mik aus­glei­chen. Schlech­te Brems­leis­tun­gen trü­ben auf der an­de­ren Sei­te die fahr­dy­na­mi­schen Qua­li­tä­ten des Cor­sa. Kei­ner der Ri­va­len braucht mehr Stre­cke, um aus Tem­po 100 zum Still­stand zu kom­men als er. Ci­tro­ën, Re­nault und VW ver­zö­gern auf glei­chem so­li­den Ni­veau. Der Hy­un­dai packt je­doch deut­lich nach­hal­ti­ger zu. Er braucht mit kal­ten Brem­sen aus Tem­po 100 2,7 Me­ter we­ni­ger Weg als der Opel. Auch mit war­mem Sys­tem bleibt er stand­fest und er­mög­licht im Fall ei­ner Voll­brem­sung vor ei­nem Hin­der­nis ei­nen ent­schei­den­den Über­le­bens­raum von bis zu 1,3 Me­tern.

Kos­ten / Um­welt

In kaum ei­nem an­de­ren Seg­ment spielt der Preis ei­ne so ent­schei­den­de Rol­le wie bei den Klein­wa­gen. In die­sem Test ha­ben die Fran­zo­sen die bes­ten An­ge­bo­te. Der Ci­tro­ën C3 kos­tet als Pu­reTech 82 nur 12.890 Eu­ro. Auch Re­nault of­fe­riert mit dem Clio Ener­gy TCe 90 ein Fahr­zeug für Spar­füch­se: Der 90 PS Ben­zi­ner fährt für 15.190 Eu­ro in der Li­mi­ted-Aus­stat­tung vor – die zweit­höchs­te Spe­zi­fi­ka­ti­on im ClioPort­fo­lio mit se­ri­en­mä­ßi­ger Kli­ma­an­la­ge. Der i20 ist ab Werk eben­falls kli­ma­ti­siert, al­le an- de­ren Her­stel­ler ver­lan­gen hier­für ei­nen Auf­preis. Kaum zu top­pen ist die fünf­jäh­ri­ge Tech­ni­kGa­ran­tie von Hy­un­dai. Das Ver­trau­en in die Halt­bar­keit der ei­ge­nen Pro­duk­te könn­te auch Opel beim Ab­satz hel­fen. Die Rüs­sels­hei­mer ge­wäh­ren ne­ben den üb­li­chen Ga­ran­ti­en auf die Tech­nik, Lack und ge­gen Durch­ros­tun­gen le­dig­lich ei­ne Mo­bi­li­täts­ga­ran­tie von zwölf Mo­na­ten.

Freie Fahrt für krea­ti­ve Köp­fe: Der neue C3 ist ein sty­li­scher Klein­wa­gen mit gu­tem Kom­fort Ci­tro­ën

Kei­ne Fra­ge, der C3 ist schick, die Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät lässt aber Luft nach oben

6,1 Li­ter Su­per braucht der kaum elas­ti­sche Drei­zy­lin­der-Saug­mo­tor mit 82 PS auf 100 km

Den wei­chen Pols­tern fehlt es an Kon­tu­rie­rung; ho­he Sitz­po­si­ti­on

Der Clio kommt schnit­tig da­her mit DachAb­riss­kan­te und in den C-Säu­len ver­steck­ten Fond­tür­öff­nern

Ana­log-Di­gi­tal-In­stru­men­ten-Mix, klei­nes Ra­dio mit zen­tra­ler Te­le­fon-Hal­te­rung

Clio-Sitz mit gu­ter Pols­te­rung, aus­rei­chen­der Kon­tu­rie­rung und Platz für je­de Sta­tur

Die Schal­tung dürf­te et­was prä­zi­ser und kna­cki­ger sein

Die Blu­eMo­ti­on-Va­ri­an­te ist ein paar Mil­li­me­ter tie­fer­ge­legt und hat klei­ne Luft­lei­ter um die gro­ße Heck­schei­be

Klar ge­glie­der­tes VW-Cock­pit, über­sicht­li­che In­stru­men­tie­rung, vie­le Lenk­rad-Tas­ten

Spar­sa­mer (5,4 l) und elas­ti­scher Tur­boben­zi­ner mit drei Zy­lin­dern und 95 PS

Tol­ler Kom­fort vorn, auch auf lan­gen Etap­pen. Et­was ho­he Sitz­po­si­ti­on

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