Gu­te Per­spek­ti­ve?

Viel ist in den ver­gan­ge­nen Ta­gen über die ge­mein­sa­me Zu­kunft von Opel und PSA spe­ku­liert wor­den. Die AUTO ZEITUNG weiß schon jetzt, wel­che neu­en Mo­del­le künf­tig kom­men. Ob der Die­sel ei­ne ro­si­ge Zu­kunft hat, darf be­zwei­felt wer­den. Doch dass er der­zeit n

AUTO ZEITUNG - - MEINUNG - Vol­ker Ko­erdt, Chef­re­dak­teur

Hät­ten wir die be­rühm­te Glas­ku­gel, wüss­ten wir, wie die Zu­kunft des neu­en Ge­mein­schafts­un­ter­neh­mens PSA (Ci­tro­ën, Peu­geot und DS) und Opel so­wie die des der­zeit so hef­tig ge­schol­te­nen Die­sel­mo­tors aus­sieht. Auf­bau­end auf den der­zei­ti­gen Fak­ten könn­te zu­min­dest die Zu­kunft von Opel gut aus­se­hen. Die Rüs­sels­hei­mer Mar­ke, die un­ter GM-Ägi­de oh­ne Per­spek­ti­ve war, kann von der Über­nah­me durch PSA nur pro­fi­tie­ren. Sy­ner­gi­en beim Ein­kauf, bei der Ent­wick­lung, den Mo­dell­platt­for­men, beim Händ­ler­netz und bei der Er­schlie­ßung neu­er Märk­te wer­den lang­fris­tig bei­den Mar­ken hel­fen. PSA-Chef Car­los Ta­va­res hat die Mar­ken Peu­geot und Ci­tro­ën bin­nen zwei Jah­ren sa­niert und 2016 ei­nen Ge­winn von 3,2 Mrd. Eu­ro er­zielt, wäh­rend Opel in den ver­gan­ge­nen 17 Jah­ren Ver­lus­te schrieb. Aber aus Sicht vie­ler Opelaner heißt das nichts Gu­tes: Der als har­ter Sa­nie­rer be­kann­te Por­tu­gie­se wird Opel-Wer­ke schlie­ßen, das Ent­wick­lungs­zen­trum in Rüs­sels­heim ver­klei­nern und vie­le Ar­beits­plät­ze ab­bau­en. Au­ßer­dem soll die An­zahl der Platt­for­men re­du­ziert wer­den – an­ders ist Opel nicht über­le­bens­fä­hig. Wel­che neu­en Mo­del­le Opel und PSA in Pla­nung ha­ben und wie stark sie ge­gen den VW-Kon­zern auf­ge­stellt sind, le­sen Sie in un­se­rer Ti­tel­ge­schich­te ab Sei­te 8. Die ab dem kom­men­den Jahr dro­hen­den Fahr­ver­bo­te in Städ­ten wie Stutt­gart, Ham­burg oder Re­gens­burg ha­ben ei­ne wah­re Hys­te­rie um den Ab­ge­sang des Die­sels aus­ge­löst. Da­bei wer­den meist al­le Selbst­zün­der in ei­nen Topf ge­wor­fen. Tat­sa­che ist aber, dass Die­sel­mo­to­ren, die die Ab­gas­norm Eu­ro 6 er­fül­len, nicht mit Fahr­ver­bo­ten be­legt wer­den und in den Pla­nun­gen der Au­to­mo­bil­her­stel­ler ei­ne wich­ti­ge Rol­le spie­len. Un­ser gro­ßer Ver­gleich ab Sei­te 68 mit Die­sel-, Ben­zin- und Plug-in­Hy­brid-An­trie­ben von Au­di, Mer­ce­des, BMW und VW be­legt, dass der Selbst­zün­der, ins­be­son­de­re bei den gro­ßen SUV, kei­ne Al­ter­na­ti­ve hat. Je grö­ßer und schwe­rer die Au­tos sind, je mehr Au­to­bahn­ki­lo­me­ter zu­rück­ge­legt wer­den, um­so mehr spielt der Die­sel sei­ne Vor­tei­le aus. Der Plug-in-Hy­brid emp­fiehlt sich im Grun­de nur für die Stadt. Hier kann die­ses An­triebs­sys­tem im Elek­tro­mo­dus ganz kla­re Vor­tei­le für sich ver­bu­chen. Al­ler­dings sieht es in der Kos­ten­bi­lanz im Ver­gleich zu den Die­sel- und Ben­zi­ner-Ver­sio­nen oft schlech­ter aus. Auch Kri­ti­ker des Die­sels wis­sen, dass der Flot­ten­aus­stoß von 95 g CO2/ km, der 2020 von den Her­stel­lern er­reicht wer­den muss, oh­ne Selbst­zün­der nicht zu schaf­fen ist. Wer jetzt vor ei­ner Kauf­ent­schei­dung steht, kann ei­nen Eu­ro-6Die­sel al­so ge­trost in Be­tracht zie­hen. Bei äl­te­ren, ge­brauch­ten Die­seln mit Eu­ro 5 oder Eu­ro 4 ist al­ler­dings Vor­sicht ge­bo­ten. Sie wer­den beim Rest­wert auf je­den Fall ver­lie­ren.

Bei gro­ßen SUV wie dem BMW X5 führt kein Weg am Die­sel vor­bei, wie der Ver­brauchs­ver­gleich der AUTO ZEITUNG be­weist

Ei­ner der Ga­ran­ten, dass es mit Peu­geot wie­der auf­wärts geht: das Er­folgs­mo­dell 3008

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