PSA und Opel ge­gen VW

Vier Mar­ken, ein Ziel: Im Schul­ter­schluss mit Opel wol­len Ci­tro­ën, DS und Peu­geot Volks­wa­gen an­grei­fen. Kann das gut­ge­hen? Ex­klu­si­ver Aus­blick auf die Mo­dell­stra­te­gi­en von PSA und VW

AUTO ZEITUNG - - INHALT -

Wel­cher der bei­den GroßKon­zer­ne hat die bes­se­re Zu­kunft? Ei­ne Ana­ly­se

Die Ge­schich­te der Au­to­mo­bil­in­dus­trie ist die über ei­nes der här­tes­ten Ge­wer­be der Welt. Die Sum­men, um die es geht, sind gi­gan­tisch. Im­mer. Egal, ob In­ves­ti­tio­nen, Um­sät­ze, Ge­win­ne oder Ver­lus­te – als kleins­te Ein­heit scheint die Mil­li­ar­de zu gel­ten. Die Größ­ten un­ter den Blech-Gi­gan­ten ent­las­sen jähr­lich mehr als zehn Mil­lio­nen Fahr­zeu­ge auf die Stra­ße. Die Ge­schich­te der Au­to­in­dus­trie ist auch die vom Fres­sen und Ge­fres­sen-Wer­den, in­klu­si­ve der Mög­lich­keit, dass sich je­mand da­bei kräf­tig ver­schluckt. Der auf ei­ner ver­meint­li­chen „Hoch­zeit im Him­mel“her­un­ter­ge­würg­te Chrys­ler-Hap­pen et­wa ist Daim­ler au­ßer­or­dent­lich schlecht be­kom­men und wur­de 2007 wie­der aus­ge­spuckt. Ein Fehl­biss im Mil­li­ar­den­for­mat. Und auch die bun­te Samm­lung der von Ford zu­sam­men­ge­kauf­ten Pre­mier Au­to­mo­ti­ve Group (PAG), in der no­ble Fa­b­ri­ka­te wie As­ton Mar­tin, Land Ro­ver, Ja­gu­ar oder Vol­vo ge­bün­delt wur­den, flopp­te ko­los­sal. So­gar das Zwölf-Mar­ken-Im­pe­ri­um von Volks­wa­gen muss­te si­cher ge­glaub­ten Bo­den wie­der frei­ge­ben. Die Ver­ein­nah­mung von Su­zu­ki schei­ter­te an kul­tu­rel­len Dif­fe­ren­zen zwi­schen Ja­pa­nern und Nie­der­sach­sen.

Bye, bye, De­troit. Bon­jour Pa­ris

Jetzt wird das nächs­te Ka­pi­tel im Buch des Auto-Dar­wi­nis­mus auf­ge­schla­gen. Dies­mal wol­len Gal­li­er mit Hes­sen ihr Glück ver­su­chen. Der sehr sel­te­ne Fall dürf­te ein­tre­ten, dass sich ein aus­län­di­sches Un­ter­neh­men ein Stück der deut­schen Au­to­in­dus­trie zu­recht­legt. Zu­min­dest ei­nes, das als deutsch wahr­ge­nom­men wird, denn ob­gleich die Adam Opel AG seit 88 Jah­ren Teil des US-Rie­sen Ge­ne­ral Mo­tors ist, gilt die 1862 ge­grün­de­te Blitz­mar­ke als Teu­to­nen­werk. Soll­te die Li­ai­son zwi­schen der Grou­pe PSA samt de­ren Mar­ken Peu­geot, Ci­tro­ën und DS mit dem Zwil­lings­pär­chen Opel/ Vaux­hall wie ge­plant En­de des Jah­res in ei­ner or­dent­li­chen Über­nah­me mün­den, wür­de ein eu­ro­päi­sches Schwer­ge­wicht ent­ste­hen, das dem in der Zeit vor dem Die­selskan­dal noch all­mäch­tig er­schei­nen­den VW-Kon­zern die Stirn bie­ten kann. Zu­min­dest in Eu­ro­pa, denn Opel ist ein­zig in der al­ten Welt ei­ne gro­ße Num­mer, und die Mar­ken so­wie Mo­del­le des PSA-Kon­zerns sind in den USA prak­tisch un­be­kannt. Zu­kunfts­tech­no­lo­gi­en wie die Di­gi­ta­li­sie­rung und Elek­tri­fi­zie­rung des Fah­rens, das selbst­fah­ren­de Auto und stren­ge CO2-Auf­la­gen wer­den aber­mals Un­sum­men ver­schlin­gen. Kei­ne Fra­ge. Packt der 2013 selbst noch von der Plei­te be­droh­te PSA-Kon­zern das? Muss sich VW bald warm an­zie­hen? Und was wird aus Opel?

Ers­te ge­mein­sa­me Mo­del­le

Be­gin­nen wir bei den Opel-Neu­hei­ten. Zwei da­von sind be­reits Ab­le­ger von PSA und wer­den in Kür­ze auf den Markt kom­men. Der Me­ri­va- Nach­fol­ger Opel Cross­land X ba­siert auf dem­sel­ben mo­du­lar auf­ge­bau­ten Kom­po­nen­ten­satz wie der neue Ci­tro­ën C3

Air­cross, der im Herbst den C3 Pi­cas­so be­erbt. Auch der auf An­fang 2019 ter­mi­nier­te Peu­geot 2008 ist ein Schwes­ter­mo­dell des klei­nen Opel-Cross­over. Al­len drei ge­mein sind die Ab­kehr vom Mi­ni­van-De­sign und die sti­lis­ti­sche Hin­wen­dung zum be­lieb­ten SUV-Look. Her­aus kommt die neue Gat­tung Cross­over Uti­li­ty Ve­hi­cle, kurz CUV, al­so das zünf­tig auf­tre­ten­de Mul­ti­funk­ti­ons­au­to. Oh­ne

All­rad­an­trieb zwar, da­für aber mit ho­her In­nen­raum­va­ria­bi­li­tät und viel Platz auf klei­ner Flä­che. Der in Genf als Stu­die prä­sen­tier­te C3 Air­cross ist 4,15 Me­ter lang, 1,74 Me­ter breit und 1,63 Me­ter hoch. Der Cross­land X kommt auf 4,21 Me­ter Län­ge, 1,83 Me­ter Brei­te und 1,61 Me­ter Hö­he. Ben­zi­ner: 1,2-Li­ter-Drei­zy­lin­der (81/110/130 PS); Tur­bo­die­sel: 1,6 Li­ter (99/120 PS). Die Prei­se rei­chen von 16.850 Eu­ro für den Ba­sis­ben­zi­ner bis zu 24.000 Eu­ro für den Top-Die­sel in der höchs­ten Aus­stat­tung. Das zwei­te Ge­mein­schafts­werk be­trifft den at­trak­tiv ge­zeich­ne­ten, für En­de 2017 ge­plan­ten Opel

Grand­land X, der sich die Tech­nik mit dem be­reits er­hält­li­chen

Peu­geot 3008 teilt. Mit ei­ner Län­ge von rund 4,45 Me­tern soll der eben­falls nur mit Front­an­trieb ge­plan­te Hoch­sit­zer ge­gen Sof­tOf­f­roa­der wie den Nis­san Qas­h­qai an­tre­ten. Peu­geot legt grö­ßen­mä­ßig noch ei­ne Schip­pe drauf. Voi­là, die Lan­g­aus­ga­be des 3008 heißt

5008. Auf des­sen 4,64 Me­tern ist Platz für bis zu sie­ben Sit­ze. Sei­ne sechs Mo­tor­va­ri­an­ten de­cken ein Spek­trum von 100 bis 180 PS ab. All­rad­an­trieb ist zu­min­dest in Sicht und wird in Gestalt ei­ner Plug-in-Hy­brid-Ver­si­on im Lauf des nächs­ten Jah­res kom­men. Auch die Lif­te­sty­le­mar­ke DS dockt an Kom­pakt­klas­se­die fran­zö­si­sche3 door Ge­mein­schafts­tech­nik an. Der neue DS 4 soll En­de 2019 auf den Markt kom­men als kom­pak­tes Schräg­heck so­wie in ei­ner at­trak­ti­ven Shoo­ting

Bra­ke-Ver­si­on. Et­was frü­her im Jahr star­tet der neue DS 4 Cross­back, ein 4,12 Me­ter kur­zes Kom­pakt-SUV, das auf den Mi­ni Coun­try­man zielt und mit zahl­rei­chen Kom­fort-Fea­tu­res an­ge­bo­ten wer­den soll. Da­zu ge­hö­ren Ma­trixlicht, Fer­nen­trie­ge­lung per Han­dy, ein He­ad-up-Dis­play und auch ein So­und­sys­tem mit Laut­spre­chern von Fo­cal. Tech­ni­sches High­light ist ei­ne rein Volks­wa­gen bat­te­rie­elek­tri­schTi­gu­an an­ge­trie­be­ne Ver­si­on. Bei Opel hält einst­wei­len der ab 21.990 Eu­ro er­hält­li­che Za­fi­ra die Stel­lung. Der qua­li­ta­tiv über­zeu­gen­de Kom­pakt­van soll­te nach dem bis­lang gel­ten­den GM-Plan so lan­ge ge­baut wer­den, wie Kun­den­in­ter­es­se be­steht – und dann er­satz­los aus­lau­fen. Ein Grund für ein frü­he­res Aus dürf­te un­ter den neu­en Be­din­gun­gen die tech­ni­sche Ba­sis na­mens Del­ta sein – die glo­ba­le Kom­pakt­fahr­zeug­ar­chi­tek­tur von Ge­ne­ral Mo­tors für hand­li­che Mo­del­le von Opel/ Vaux­hall, Buick und Chev­ro­let. Grund: PSA-Chef Car­los Ta­va­res („Opel soll deutsch blei­ben“) sucht den Er­folg. Um mög­lichst bald über gro­ße Men­gen glei­cher Kom­po­nen­ten die Kos­ten zu sen­ken, wol­len die Fran­zo­sen so schnell wie mög­lich auf ei­ge­ne Bau­käs­ten um­steu­ern und die GM-Tech­nik ab­ha­ken.

Glei­che Ba­sis für al­le: Opel künf­tig mit PSA-Tech­nik

Ein Zu­lie­fe­rer: „Sie wer­den nicht ei­nen Tag län­ger Li­zenz­ge­büh­ren nach De­troit über­wei­sen als un­be­dingt nö­tig. Die PSA-Ein­käu­fer sind be­reits un­ter­wegs und spre­chen über hö­he­re Kon­tin­gen­te.“Im Kl­ar­text: Künf­ti­ge Opel wer­den al­le­samt auf PSA-Bau­käs­ten ba­sie­ren. Da­von gibt es zwei: den zu­sam­men mit dem chi­ne­si­schen PSA-An­teils­eig­ner Dong­feng ent­wi­ckel­ten für klei­ne Mo­del­le, die Com­mon Mo­du­lar Platt­form (CMP). Kom­pak­te und grö­ße­re Fahr­zeu­ge fu­ßen auf der Ef­fi­ci­ent

Mo­du­lar Plat­form (EMP2). Ei­nes da­von wird im Jahr 2021 der nächs­te Opel As­tra sein. In­ter­es­sant: Bei­de in Rad­stand und Län­ge va­ria­blen Bau­käs­ten sind elek­tri­fi­zier­bar. Im Fall der CMP-Ba­sis (e-CMP) ist PSA nach den Wor­ten von Ta­va­res 2019 start­klar. Der auf dem Chev­ro­let Bolt ba­sie­ren­de, noch gar nicht auf dem Markt ein­ge­führ­te Opel Am­pe­ra-e könn­te durch ei­nen neu­en Stro­mer mit fran­zö­si­scher An­triebs­tech­nik er­setzt wer­den. Die Vor­tei­le lie­gen auf der Hand: Da oh­ne­hin erst zu Be­ginn des nächs­ten Jahr­zehnts mit ei­ner nen­nens­wer­ten Nach­fra­ge nach Elek­tro­au­tos zu re­chen ist, kommt PSA um teu­re Li­zenz­ge­büh­ren her­um und bringt gleich sei­nen ei­ge­nen Elek­tro-Opel. Auch der noch ei­ner Ko­ope­ra­ti­on von GM und Fi­at (Pun­to) ent­stam­men­de, be­reits 2006 ein­ge­führ­te und 2014 über­ar­bei­te­te Opel Cor­sa soll 2019 durch ei­nen Nach­fol­ger auf der fran­zö­si­schen Klein­wa­gen­ba­sis er­setzt wer­den. Da­mit wird ei­ne Bau­tei­le­ver­wandt­schaft mit dem be­reits er­hält­li­chen Ci­tro­ën C3 und dem für 2019 ge­plan­ten Peu­geot 208 her­ge­stellt. Ein wei­te­res Ge­mein­schafts­pro­jekt ist das für 2018 ver­ein­bar­te Mo­dell­trio aus den drei Nütz­lin­gen Ci­tro­ën Ber­lin­go,

Peu­geot Part­ner und dem neu­en Opel Com­bo, die sämt­lich aus dem EMP2-Pool schöp­fen – al­le­samt ge­räu­mi­ge Fa­mi­li­en-Vans zu Start­prei­sen von knapp un­ter 18.000 Eu­ro. Stich­wort leich­te Nutz­fahr­zeu­ge: Schon heu­te er­reicht PSA rund 20 Pro­zent Markt­an­teil in Eu­ro­pa. Die Um­stel­lung des Opel Vi­va­ro (Re­nault Tra­fic) auf PSA soll den Ab­satz deut­lich er­hö­hen und der Nutz­fahr­zeug­spar­te von VW Ge­wer­be­kun­den ab­ja­gen. Noch völ­lig of­fen ist die Zu­kunft von Opel-Stand­or­ten. Spe­ku­la­tio­nen be­tref­fen das Mon­ta­ge­werk in Ei­se­nach (Adam, Cor­sa) und die Kom­po­nen­ten­fer­ti­gung in Kai­sers­lau­tern. Doch auch die bei­den Fer­ti­gungs­stät­ten in Groß­bri­tan­ni­en sind nicht sa­kro­sankt. Das Nutz­fahr­zeug­werk in Lu­ton et­wa könn­te eben­so ein Op­fer der Ver­kaufs- und un­ab­seh­ba­ren Br­ex­itFol­gen wer­den wie die Fa­b­rik in El­les­me­re Port, wo der As­tra Sports

Tou­rer vom Band läuft. Das zwei­te As­tra-Werk im pol­ni­schen Glei­witz gilt als pro­fi­ta­bler, die Qua­li­tät der dort ge­bau­ten Au­tos als hö­her. Der Stamm­sitz in Rüs­sels­heim ist we­gen des dor­ti­gen Ent­wick­luns­zen­trums wich­tig. Dort wird auch der neue In­si­gnia Grand

Sport (ab 25.940 Eu­ro) ge­baut, der in sei­ner heu­ti­gen Form noch die längs­te Zu­kunft ha­ben wird. Das statt­li­che Mit­tel­klas­se­mo­dell (Fahr­be­richt Sei­te 52) wird im PSA- Port­fo­lio an der Sei­te des neu­en

Peu­geot 508 fest­ma­chen, der im Herbst 2018 zu uns kommt und ab 2019 auch in ei­ner rund 230 PS leis­ten­den Va­ri­an­te mit Plug-in-Hy­brid-An­trieb an­ge­bo­ten wer­den soll, die rund 50 km rein elek­trisch zu­rück­le­gen kann. Die Ben­zi­ner wer­den ein Leis­tungs­spek­trum von 130 bis 205 PS ab­de­cken, die Die­sel 110 bis 180 PS. Die Li­fe­sty­le­mar­ke DS zielt noch ein Stück­chen hö­her und will ab Herbst 2019 mit dem rund 4,85 Me­ter lan­gen DS 9 ge­gen Au­di A4 und Co. an­tre­ten und zu­gleich frü­he­re Fans des cha­rak­ter­star­ken Ci­tro­ën C6 be­geis­tern. De­nen bleibt die hy­drop­neu­ma­ti­sche Fe­de­rung zwar künf­tig ver­wehrt – sie wird mit dem in die­sen Ta­gen aus­lau­fen­den C5 Ge­schich­te sein –, doch soll ein auf­wän­di­ges Sys­tem mit ad­ap­ti­ven Dämp­fern ein ähn­lich sänf­ten­ar­ti­ges Fahr­ge­fühl ver­mit­teln. Und auch ein

DS-Edel-SUV ist im Wer­den. Ab 2021 soll der grö­ßen­mä­ßig zwi­schen Au­di Q5 und Q7 an­ge­sie­del­te All­rad­ler star­ten, der die Ver­kaufs­be­zeich­nung DS 9 Cross­back tra­gen könn­te und eben­falls als Plug-in­Hy­brid kommt. Wäh­rend ein rund 230 PS star­ker 1,6-Li­ter-Tur­bo­ben­zi­ner die Vor­der­ach­se an­treibt, soll ein 65 kW (88 PS) kräf­ti­ger E-Mo­tor die Hin­ter­ach­se ver­sor­gen. Bleibt die Fra­ge nach der Zu­kunft des ähn­lich po­si­tio­nier­ten Opel

Ome­ga X, dem gro­ßen SUV der Rüs-

sels­hei­mer, das ab 2019 eben­da auf den In­si­gnia-Bän­dern mit­lau­fen soll­te. Wahr­schein­lichs­tes Sze­na­rio ist auch hier das Um­schwen­ken auf den Hy­brid-fä­hi­gen PSAU­ni­ver­sal­bau­kas­ten EMP2, um Li­zenz­zah­lun­gen für die Nut­zung der ur­sprüng­lich an­ge­dach­ten Ge­ne­ral Mo­tors-Platt­form (E2XX) zu ver­mei­den. Da­mit ist auch der zu­min­dest op­tio­na­le All­rad­an­trieb si­cher­ge­stellt, den das Mo­dell im Mer­ce­des GLE-For­mat braucht. Bau­käs­ten, Platt­for­men, Gleich­tei­le: Das Tech­nik-Ei­ner­lei ist aus Kos­ten­sicht sinn­voll und für den Ver­kaufs­er­folg un­ge­fähr­lich, so­lan­ge die für den Kun­den wahr­neh­ma­ren Ge­mein­sam­kei­ten vor Klas­sen und Mar­ken Halt ma­chen. Ein Pas­sat ist eben kein Golf und ein Seat nun mal kein Au­di.

Die Lehr­meis­ter: VW zeigt, was Bau­käs­ten kön­nen

Wir sind beim Volks­wa­gen-Kon­zern an­ge­langt, der al­lein im nächs­ten Jahr rund sie­ben Mil­lio­nen Au­tos auf Ba­sis des Mo­du­la­ren Qu­er­bau­kas­tens pro­du­zie­ren will – al­len vor­an den Klas­sen­pri­mus Golf (Sei­te 24). Des­sen Neu­auf­la­ge ist für En­de 2019 ge­plant und wird ein Evo­lu­ti­ons­schritt sein. Die ty­pi­schen Grund­pro­por­tio­nen blei­ben, doch darf der nach wie vor gut 4,26 Me­ter lan­ge Kom­pak­te mehr Ge­sicht zei­gen. Und ja, der Die­sel bleibt auch künf­tig ein wich­ti­ger Be­stand­teil des An­triebs­port­fo­li­os. Die Re­de ist von Vier­zy­lin­der-TDI mit 1,6 und 2,0 Li­ter Hu­b­raum (ak­tu­ell 110 bis 184 PS). Hin­zu kom­men Ben­zin-Di­rekt­ein­sprit­zer als Drei- (1,0-Li­ter) und Vier­zy­lin­der (1,5-Li­ter, 2,0-Li­ter). Und so­gar ein kom­pak­ter Sechs­zy­lin­der könn­te es in den Vor­der­wa­gen des neu­en Golf R schaf­fen. Ver­su­che mit 3,0- und 2,5-Li­ter-Ma­schi­nen lau­fen be­reits, ent­schie­den ist in­des noch nichts. Spruch­reif ist da­für der Ein­zug neu­er Be­dien­sys­te­me mit zu­sätz­li­chen Dis­plays statt Knöp­fen und ei­ner

ver­fei­ner­ten Sprach­steue­rung. Auf dem Volks­wa­gen Eco­sys­tem, ei­ner Di­gi­tal­platt­form, sol­len VWKun­den die Mög­lich­keit ha­ben, Ein­stel­lun­gen und Di­ens­te leicht zu kon­fi­gu­rie­ren und über­all­hin mit­neh­men zu kön­nen. „Al­ways on“-Funk­tio­nen und neue As­sis­tenz­sys­te­me, die das teil­au­to­no­me Fah­ren auch in der Kom­pakt­klas­se aus­brei­ten, ste­hen beim neu­en Golf oben­an. Ei­ne Her­aus­for­de­rung für die Kon­kur­renz.

Der klei­ne Golf: neu­er VW Po­lo ab Sep­tem­ber

Bei den Klein­wa­gen soll der auf 4,10 Me­ter ge­streck­te Po­lo die Sou­ve­rä­ni­tät des Golf ins Seg­ment brin­gen. Da­zu zäh­len Ma­te­ria­li­en mit noch­mals bes­se­rer An­fass­qua­li­tät als beim Vor­gän­ger so­wie Aus­stat­tungs­de­tails aus hö­he­ren Klas­sen. Voll­di­gi­tal­an­zei­gen et­wa oder ein ak­ti­ver Park­pi­lot sind ge­plant. Als wei­te­res Ex­tra kom­men LED-Schein­wer­fer ins Pro­gramm. Die Mo­to­ren de­cken ei­ne Leis­tungs­span­ne von 65 bis 200 PS ab – dar­un­ter ein 1.0Drei­zy­lin­der (80 bis 115 PS) und der neue 1.5-Tur­bo­ben­zi­ner (150 PS).

Spä­ter im Jahr soll der Po­lo GTI mit ei­nem 2,0-Li­ter-Vier­zy­lin­der-Tur­bo (200 PS) fol­gen. Die­sel: 1.6 TDI (80 bis 110 PS). Aus dem­sel­ben Mo­to­ren­port­fo­lio wird auch der Seat Aro­na schöp­fen, – ein be­son­ders hand­li­ches, 4,20 Me­ter kur­zes Soft-SUV auf Ba­sis des neu­en Seat Ibi­za, dem neu­en De­sign-High­light sei­ner Klas­se. Der aus­schließ­lich mit Front­an­trieb ge­plan­te Aro­na wird be­reits En­de des Jah­res und da­mit kurz vor dem auf 2018 ter­mi­nier­ten, tech­nisch na­he­zu iden­ti­schen VW

T-Cross und ei­nem Sko­da Ci­ty-SUV ver­füg­bar sein. Al­le drei sol­len ge­gen den Opel Cross­land X und sei­ne bei­den PSA-De­ri­va­te an­tre­ten. Sechs neue Kon­kur­ren­ten aus zwei Kon­zern-Bau­käs­ten – Mo­dell­viel­falt dank Gleich­teile­po­li­tik. Das funk­tio­niert na­tür­lich auch ei­ne Stu­fe hö­her, wo der neue, bis zu 367 PS star­ke Au­di Q3 ( RS Q3), der auf 4,40 Me­ter ge­wach­se­ne Sko­da

Ye­ti II und der auf Wunsch sie­ben­sit­zi­ge VW Ti­gu­an All­s­pace star­ke Mo­del­lal­ter­na­ti­ven bil­den Stich­wort Al­ter­na­ti­ve: Es geht na­tür­lich auch ganz an­ders – näm­lich elek­trisch. VW ar­bei­tet an ei­nem SUV-Ab­le­ger der neu­en Mo­dell­fa­mi­lie I.D., die ih­rer­seits ei­nem Bau­kas­ten ent­springt: dem Mo­du­la­ren Elek­tri­fi­zie­rungs­bau­kas­ten, kurz MEB. Dar­aus soll ab 2020 ei­ne gan­ze Pa­let­te bat­te­rie­elek­trisch be­trie­be­ner Kon­zern­mo­del­le ent­ste­hen. Die je nach ge­wünsch­ter Reich­wei­te un­ter­schied­lich gro­ßen Li­thi­um-Io­nen-Bat­te­ri­en wie­gen bis zu 450 Ki­lo­gramm und lie­gen crash­ge­schützt im Fahr­zeug­bo­den. Ihr Saft soll ei­nen 122 kW (170 PS) star­ken Elek­tro­mo­tor ver­sor­gen und Reich­wei­ten von bis zu 600 Ki­lo­me­tern er­mög­li­chen.

Au­di bringt ein Lu­xus-SUV, Sko­da den Su­per-Su­perb

Ei­ne wei­te­re Spe­zia­li­tät, die das enor­me Pro­dukt­port­fo­lio des VWKon­zerns er­wei­tern soll, ist der neue Au­di Q8. Das gro­ße, auf dem Q7 ba­sie­ren­de SUV-Cou­pé wur­de jüngst als Stu­die prä­sen­tiert. Den An­trieb über­nimmt ein 3,0-Li­terTFSI mit Mild­hy­brid-Tech­no­lo­gie. Da­bei wird ein 450 PS star­ker V6Tur­bo­ben­zi­ner mit ei­nem elek­trisch an­ge­trie­be­nen Ver­dich­ter kom­bi­niert. Ein Star­ter­ge­ne­ra­tor sorgt für Re­ku­pe­ra­ti­on und un­ter­stützt um­ge­kehrt als 20 kW leis­ten­der Elek­tro­mo­tor den Vor­trieb. Be­son­de­re Wucht wird Au­dis V8Me­ga­die­sel ent­fal­ten. Der 435 PS mäch­ti­ge 4.0 TDI ent­fes­selt ein ma­xi­ma­les Dreh­mo­ment von 900 New­ton­me­tern. Der da­mit aus­ge­rüs­te­te SQ7 be­gnügt sich nach EU-Norm mit 7,0 Li­ter Die­sel. Ein star­kes Ar­gu­ment für den Selbst­zün­der im neu­en SQ8. Das fi­na­le Auto auf un­se­rem Streif­zug durch die Mo­del­le der Zu­kunft ist der neue Sko­da Su­perb des Jahr­gangs 2021 (Ent­wurf Sei­te 8), der ein ganz neu­es Licht auf die Mar­ke Sko­da wer­fen soll – die De­sign

mar­ke Sko­da, die un­ter dem neu­en Chef Bern­hard Mai­er or­dent­lich Dampf macht. Ge­räu­mig wie stets, aber mit ei­ner noch re­prä­sen­ta­ti­ve­ren Front, gro­ßen Rä­dern und brei­ter Sta­tur – so dürf­te sich der mit Ben­zin-, Die­sel- und Hy­brid­an­trieb so­wie als Front- und All­rad­ler ge­plan­te Top-Sko­da end­gül­tig in die Pha­lanx der Bu­si­ness­mo­del­le ein­rei­hen. Si­cher­heits­und As­sis­tenz­sys­te­me nach neu­es­tem Stand in­klu­si­ve. Der Qu­er­bau­kas­ten macht’s mög­lich.

Peu­geot 2008 Das Cross­over ist ein tech­ni­scher Zwil­ling des Opel Cross­land X und wird vom sel­ben Band lau­fen. Start: 2019

Sko­da Su­perb Ein ech­tes De­si­gnS­tate­ment soll der für 2021 ge­plan­te Top-Sko­da wer­den. Mo­derns­te Tech­nik, Hy­brid­an­trieb, All­rad auf Wunsch

Opel Cor­sa Der ers­te wirk­lich neue Cor­sa seit 2006 wird 2019 an den Start ge­hen. Die Tech­nik stammt be­reits von PSA (Peu­geot 208)

VW Golf Der Meis­ter sei­ner Klas­se zeigt künf­tig mehr Ge­sicht. Di­gi­tal­an­zei­gen und neue Kon­nek­ti­vi­täts­an­ge­bo­te prä­gen die ach­te Ge­ne­ra­ti­on

DS 9 Nicht auf VW, son­dern gleich auf den Au­di A4 zielt die­se neue Li­mou­si­ne der Li­fe­style-Mar­ke DS. Auch ei­ne Elek­tro­ver­si­on ist ge­plant

Peu­geot 208 Iden­ti­sche Tech­nik wie beim Ci­tro­ën C3 in völ­lig ei­gen­stän­di­gem Ge­wand. Der Peu­geot-Best­sel­ler wird 2019 er­neu­ert

Ci­tro­ën C3 Den fre­chen Fan­zo­sen mit dem auf­fäl­li­gen De­sign gibt es ab 11.990 Eu­ro. Mo­to­ren von 68 bis 110 PS, dar­un­ter zwei Die­sel

DS 7 Cross­back Die Edel-Aus­ga­be des­sel­ben Tech­nik-The­mas. Leis­tung bis 220 PS. Markt­start im Ja­nu­ar 2018

Ci­tro­Ën C3 Air­cross Neu­es Cross­over im De­sign­stil des C3. Auf­fäl­lig sind die hoch plat­zier­ten Schein­wer­fer

Opel Cross­land X Ver­wechs­lung aus­ge­schlos­sen: Der Opel ist ein Tech­nik-Zwil­ling des Ci­tro­ën C3 Air­cross (oben)

Peu­geot 3008 Der Fran­zo­se ist be­reits er­hält­lich. Mo­to­ren von 120 bis 180 PS, Prei­se ab 22.900 Eu­ro

ein Tech­ni­kDop­pel oh­ne Klon-Ef­fekt. Das Opel-Cross­over star­tet im No­vem­ber

Mar­ke VW; EU (in­klu­si­ve Deutsch­land) und EFTA; Opel in­klu­si­ve Vaux­hall

VW Po­lo Wert­ar­beit auf 4,10 Me­ter Län­ge ver­spricht VW beim „klei­nen Golf“, der als GTI 200 PS leis­ten wird. Der Po­lo kommt im Sep­tem­ber

Der neue Mar­ken­be­n­ja­min wirkt deut­lich er­wach­se­ner als der 2010 ein­ge­führ­te Erst­ling. Mit Drei- und Vier­zy­lin­dern. Start 2018 Au­di A1

schi­cke Spa­nier ist das ers­te Kon­zern­mo­dell der Po­loKlas­se, das auf dem neu­en Bau­kas­ten MQB 0 ba­siert – mehr Län­ge und Brei­te Seat Ibi­za Der

Au­di Q3 Die zwei­te Ge­ne­ra­ti­on legt deut­lich zu. Die Län­ge wächst von 4,39 auf rund 4,50 Me­ter – grö­ße­rer Rad­stand, mehr Platz

Sko­da Ye­ti II Ti­gu­an auf Tsche­chisch. Auch der Ye­ti wächst – auf 4,40 Me­ter. Erst­mals mit pro­gram­mier­ba­rem Di­gi­tal­cock­pit

VW I.D. SUV

Die Schar der­neu­en Elek­tro­mo­del­le von VW um­fasst auch ein SUV. Reich­wei­ten von bis­zu 600 Ki­lo­me­tern sind ge­plant

VW Ti­gu­an All­s­pace Mit 4,70 Me­tern so groß­wie der Sko­da Ko­diaq und auf Wunsch eben­falls mit sie­ben Sit­zen

Au­di SQ8

Lu­xus-SUV im Cou­pé-Stil. Der 450 PS star­ke V8-TDI aus dem Q7 kommt dort mit 7,0 Li­tern aus: Me­ga-Auf­tritt trifft Mi­ni-Durst

Seat Aro­na Neu­es Ein­stiegs-SUV der Mar­ke auf Ba­sis des Ibi­za. All­rad­an­trieb ist für den 4,20 Me­ter kur­zen Spa­nier nicht ge­plant.

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