Fer­ra­ri GTC4Lus­so T

Fer­ra­ri spen­diert sei­nem Vier­sit­zer ei­nen V8-Bi­tur­bo und Heck­an­trieb

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Micha­el God­de

Nein, der neue GTC4Lus­so T mit V8-Bi­tur­bo und Heck­an­trieb er­setzt nicht den all­rad­ge­trie­be­nen GTC4Lus­so mit sei­nem mo­nu­men­ta­len V12-Ag­gre­gat. Und der Lus­so T teilt sich zwar die ele­gan­te Ka­ros­se­rie so­wie die Tran­sax­le-Bau­wei­se mit an der Hin­ter­ach­se po­si­tio­nier­tem Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be mit dem V12-Mo­dell, doch die Cha­rak­te­re un­ter­schei­den sich gänz­lich. Der neue Tur­bo liegt schlicht­weg bes­ser in die Hand. Al­les fühlt sich ei­nen Spur fes­ter, bes­ser an­ge­bun­den, in­ten­si­ver an. Die ex­trem leicht­gän­gi­ge Len­kung des V12 ist dem neu­en Lus­so fremd. Sei­ne Len­kung kommt mit deut­lich we­ni­ger Kraft­un­ter­stüt­zung aus, ver­mit- telt viel mehr Kon­takt zu den Vor­der­rä­dern und be­ant­wor­tet die Wün­sche sei­nes Fah­rers fast mit den glei­chen un­mit­tel­ba­ren Re­ak­tio­nen wie ein 488 GTB. Der Lus­so T tauscht das ele­gan­te GT-Fahr­ge­fühl des All­rad­lers ge­gen das ei­nes ras­si­gen Su­per­sport­lers. We­ni­ger Ge­wicht und die deut­lich bes­se­re Achs­last­ver­tei­lung von 46 zu 54 Pro­zent statt 52 zu 48 Pro­zent las­sen den V8-Tur­bo-Lus­so, spie­le­risch über die kur­vi­gen Land­stra­ßen der Tos­ka­na tan­zen. Dort, wo der Zwölf­zy­lin­der sein Li­mit er­reicht, legt der T nach. Kurs­kor­rek­tu­ren im Kur­ven­ver­lauf quit­tiert er nicht mit dem leich­ten Un­ter­steu­ern des All­rad­lers, son­dern mit be­din­gungs­lo­ser Spur­treue. Re­gel­recht mit­rei­ßend ist die Trak­ti­on, wel­che der Lus­so auf­baut. Im Ver­ein mit den fein­füh­lig ab­ruf­ba­ren 760 New­ton­me­tern und 610 PS (V12: 690 PS und 697 New­ton­me­ter) steu­ert man den T be­ste­chend prä­zi­se und mit irr­sin­ni­gem Speed durch al­le Ra­di­en. Was ihm fehlt, ist die atem­be­rau­bend in­ten­si­ve V12-Arie. Der V8-Bi­tur­bo klingt zwar voll­mun­dig tief und in­ten­siv, aber im­mer ei­ne Spur syn­the­tisch. Den ge­lun­ge­nen Kom­fort, mit dem der V12-Lus­so lan­ge Etap­pen leicht­fü­ßig ab­spult, bie­tet der Bi­tur­bo eben­falls. Und er hat den Vor­teil, dass er spar­sa­mer ist. Er soll mit 11,6 Li­tern auf 100 Ki­lo­me­tern 3,4 Li­ter we­ni­ger ver­feu­ern. Ge­rin­ge Be­triebs­kos­ten wer­den Fer­ra­ri-Kun­den aber nur be­dingt in­ter­es­sie­ren, wie auch der Preis­vor­teil von 36.000 Eu­ro ge­gen­über dem Mo­dell mit V12.

FA­ZIT: Fer­ra­ri hat mit der Ent­schei­dung, den GTC4Lus­so mit Heck­an­trieb und V8Bi­tur­bo zu ent­wi­ckeln, ei­ne rich­ti­ge Ent­schei­dung ge­trof­fen. Er ist kei­ne ab­ge­speck­te Ver­si­on des Zwölf­zy­lin­ders, son­dern er­wei­tert das Port­fo­lio um ei­ne deut­lich dy­na­mi­sche­re Va­ri­an­te des vier­sit­zi­gen Sport­wa­gen-Kon­zepts.

Der V8-Bi­tur­bo stellt ma­xi­mal 760 Nm ab 3000 Tou­ren be­reit

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