Kia Pi­can­to

Mehr Qua­li­tät, mehr Platz, mehr Kom­fort, mehr Aus­stat­tung – der kom­plett neu ent­wi­ckel­te Kia Pi­can­to hat nun das Zeug zum Klas­sen­pri­mus

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Micha­el God­de

Bil­li­ge Aus­stell­fens­ter im Fond, kei­ne aus­zieh­ba­ren Kopf­stüt­zen, nack­tes Blech im In­nen­raum? Nein, nicht beim neu­en Pi­can­to. Wäh­rend an­de­re, vor al­lem eu­ro­päi­sche Her­stel­ler bei ih­ren Kleins­ten den Rot­stift krei­sen las­sen, in­ves­tiert Kia in sei­nen fre­chen Flit­zer. Der Pi­can­to soll raus aus sei­nem Schat­ten­da­sein. Ganz nach dem Mot­to „Wer zu­letzt lacht, lacht am bes­ten“ha­ben die Ko­rea­ner ab­ge­war­tet, bis VW das Face­lift des Up ein­ge­führt hat und Hy­un­dai sich auf dem Er­folg des i10 aus­ruht, um an­zu­grei­fen. Denn es sind ge­nau die­se bei­den Se­ri­en­sie­ger, die der neue Pi­can­to auf die Plät­ze ver­wei­sen will. Wie Kia das schaf­fen will? Punkt eins: mit gu­tem Kom­fort. Den Grund­stein da­zu leg­te Kia mit der neu­en, in­ten­siv ver­steif­ten Ka­ros­se­rie. Die Ko­rea­ner ha­ben den An­teil an hoch­fes­ten Stäh­len auf 44 Pro­zent ver­dop­pelt, er­ziel­ten da­mit ei­ne um 33 Pro­zent stei­fe­re Struk­tur und re­du­zier­ten gleich­zei­tig das Ge­wicht um 23 Ki­lo.

Der Kia Pi­can­to über­zeugt mit gu­tem Kom­fort

Das ist die Ba­sis für ein fein an­spre­chen­des und aus­ge­wo­gen ar­bei­ten­des Fe­der-Dämp­fer-Se­t­up. Kan­ten und Fu­gen ab­sor­biert der Klei­ne mit fei­nen Ma­nie­ren. Da­bei ist der Pi­can­to zu­dem an­ge­nehm lei­se un­ter­wegs. Die op­ti­mier­te Ge­räu­schi­so­lie­rung an der An­triebs­ein­heit und im Ar­ma­tu­ren­trä­ger­be­reich so­wie an den neur­al­gi­schen Punk­ten der Ka­ros­se­rie zeigt gro­ße Wir­kung. Das mit neu­en, stei­fe­ren Sta­bi­li­sa­to­ren, ei­ner nach vorn ge­rück­ten Vor­der­ach­se und ei­ner um fast zwei Ki­lo­gramm er­leich­ter­ten hin­te­ren Ver­bund­len­ker­ach­se aus­ge­stat­te­te Fahr­werk macht den kleins­ten Kia zum ech­ten Kur­ven­räu­ber. Dort, wo sein Vor­gän­ger trä­ge den Rich­tungs­wün­schen sei­nes Fah­rers folg­te, bo­ckig über Kan­ten stol­per­te und früh das ESP um Hil­fe rief, prä­sen­tiert sich der Neue als deut­lich um­gäng­li­cher. Der Pi­can­to wetzt auch dank di­rek­ter über­setz­ter Len­kung er­fri­schend leicht­fü­ßig durch die Ge­gend. Das rad­se­lek­ti­ve „Tor­que Vec­to­ring by Bra­king“(Un­ter­funk­ti­on des ESP) un­ter­stützt da­bei das ziel­si­che­re Ein­lenk­ver­hal­ten. Dem klei­nen Drei­zy­lin­der-Saug­mo­tor mit 67 PS fehlt hin­ge­gen das da­zu pas­sen­de Tem­pe­ra­ment aus nied­ri­gen Dreh­zah­len. In der Stadt ist das aber ne­ben­säch­lich. Der Pi­can­to schwimmt übe­r­all lo­cker mit. Am En­de der ers­ten Test­fahrt mit dem Drei­zy­lin­der und op­tio­na­lem Start-Stopp-Sys­tem durch Bar­ce­lo­na und das Um­land mel­de­te der Bord­com­pu­ter knap­pe fünf Li­ter Durch­schnitts­ver­brauch. Wah­re Grö­ße zeigt der Pi­can­to im In­nen­raum. Ob­wohl die Ka­ros­se-

rie ex­akt so lang ist wie beim Vor­gän­ger, bie­tet der Kia nicht zu­letzt auf Grund sei­nes län­ge­ren Rad­stan­des im In­nen­raum spür­bar mehr Platz. Fah­rer und Bei­fah­rer sto­ßen nicht mehr mit ih­rer Schul­ter an die B-Säu­le. Weil Kia das Ar­ma­tu­ren­brett samt Lenk­säu­le hö­her po­si­tio­niert hat, fin­den die Knie auch mehr Bein­frei­heit vor – zu­dem ist es at­trak­ti­ver ge­stal­tet. Im Fond geht es klas­sen­ty­pisch knapp zu. Der Kof­fer­raum mar­kiert aber mit 255 Li­ter Vo­lu­men (ma­xi­mal 1010 Li­ter) im ASeg­ment den Best­wert. Das Bes­te im neu­en Pi­can­to sind aber, ne­ben der grund­so­li­den Ver­ar­bei­tung und an der im Sicht­be­reich gu­ten Ma­te­ri­al­qua­li­tät, die Vor­der­sit­ze. Vor al­lem ih­re ho­hen, an­ge­nehm an­lie­gen­den Leh­nen mit den groß­zü­gig ein­stell­ba­ren Kopf­stüt­zen sind in die­ser Klas­se ech­te High­lights. Was der klei­ne Kia kos­tet? Der Drei­zy­lin­der bleibt in der Gr­und­aus­stat­tung mit 9990 Eu­ro at­trak­tiv güns­tig. Ein vier­tü­ri­ger VW Up mit 60 PS ist be­reits 500 Eu­ro teu­rer. Der Pi­can­to bringt zu­dem ein Ra­dio mit USB- und AUX-An- schluss se­ri­en­mä­ßig mit – Fea­tu­res, die bei VW ex­tra kos­ten. Schon für das Ba­sis­mo­dell lässt sich zu­dem der au­to­no­me Not­brems­as­sis­tent (590 Eu­ro) or­dern. Das Sys­tem lei­tet im Ernst­fall bis Tem­po 165 ei­ne Not­brem­sung ein, wäh­rend die meis­ten Ci­ty-Not­brems­sys­te­me der Kon­kur­renz nur bis 50 km/ h ak­tiv sind. Ei­ne Kli­ma­an­la­ge kos­tet min­des­tens 890 Eu­ro. Das gro­ße 7-Zoll-Na­vi mit Touch­screen und Ein­bin­dung ei­nes Smart­pho­nes über App­le CarPlay oder An­dro­id Au­to lässt sich al­ler­dings erst mit hö­he­rer Aus­stat­tung für 890 Eu­ro kom­bi­nie­ren. Das ak­tu­el­le Top­mo­dell mit Vier­zy­lin­der und 84 PS steht als GT-Li­ne seit dem 1. April für 14.990 Eu­ro beim Händ­ler. Der 100-PS- Drei­zy­lin­der-Tur­bo er­gänzt das Pro­gramm erst im kom­men­den Herbst.

FA­ZIT: Der neue Kia Pi­can­to bringt mit sei­nem gu­ten Kom­fort, der so­li­den Ver­ar­bei­tung, dem güns­ti­gen Preis und ein­zig­ar­ti­ger sie­ben­jäh­ri­ger Ga­ran­tie al­les mit, um end­lich groß raus­zu­kom­men.

Der neue Kia Pi­can­to ist deut­lich lei­ser und kom­for­ta­bler un­ter­wegs als sein Vor­gän­ger

Ein­fa­che Be­die­nung, gu­te Er­go­no­mie, Na­vi­ga­ti­on in­klu­si­ve Touch­screen op­tio­nal

Dop­pel­ter La­de­bo­den ge­gen Auf­preis im Ge­päck­raum

Sehr gu­te, nicht nur für ei­nen Klein­wa­gen gro­ße Sit­ze

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