Elek­tro­mo­bi­li­tät Cle­ve­res An­triebs­kon­zept von Zu­lie­fe­rer Ma­gna mit drei Mo­to­ren und Tor­que Vec­to­ring

Mit ei­nem cle­ve­ren drei­mo­to­ri­gen An­triebs­kon­zept zeigt Au­to­zu­lie­fe­rer Ma­gna, wel­che tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten für noch mehr Fahr­spaß und si­che­res Rei­sen durch ei­nen in­tel­li­gen­ten Elek­tro­an­trieb schon heu­te um­setz­bar sind

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Hol­ger Ip­pen

Elek­tro­mo­bi­li­tät nur als Um­welt­al­ter­na­ti­ve für mo­bi­le Öko-Freun­de? Die­ses Kli­schee ist längst pas­sé. Das wol­len auch die Ent­wick­ler des ka­na­disch-ös­ter­rei­chi­schen Au­to­zu­lie­fe­rers Ma­gna Po­wer­train mit ei­nem spek­ta­ku­lä­ren Pro­to­ty­pen ver­an­schau­li­chen. Da­zu stat­ten sie ein Tes­la Mo­del S mit ei­nem hoch­in­te­grier­ten eD­ri­ve-Sys­tem aus. Dem Funk­ti­ons­trä­ger Tes­la e1 spen­die­ren sie ei­ne elek­tri­sche Vor­der­ach­se, die 190 PS leis­tet und sich zu­dem kurz­zei­tig (zehn Se­kun­den) auf 217 PS boos­ten lässt. Da­bei lie­fert der von Ma­gna selbst ent­wi­ckel­te Elek­tro­mo­tor das sa­gen­haf­te Dreh­mo­ment von 3800 New­ton­me­tern. An der Hin­ter­ach­se (bis zu 380 PS) kom­men so­gar zwei die­ser Mo­to­ren zum Ein­satz, wo­mit ein Ge­s­amt-Dreh­mo­ment von sat­ten 5000 New­ton­me­tern be­reit­steht. Und zwar wie bei al­len Elek­tro­mo­to­ren be­reits ab der ers­ten Um­dre­hung. Ver­gleich­ba­re Mo­tor­kräf­te fin­det man in der au­to­mo­bi­len Welt sonst nicht – eher bei Loks und Schiffs­die­seln. Um sol­che ge­wal­ti­gen Mo­men­te op­ti­mal zu be­herr­schen, wur­den an die Mo­to­ren Un­ter­set­zungs­ge­trie­be an­ge­flanscht. Ein zu­sätz­li­ches me­cha­ni­sches Dif­fe­ren­zi­al an der Hin­ter­ach­se sorgt zu­dem für ei­ne in­tel­li­gen­te Ver­knüp­fung der bei­den E-Mo­to­ren. Die Ma­gnaTech­ni­ker spre­chen hier von Tor­que Vec­to­ring und mei­nen da­mit das Zu­tei­len des je­weils grö­ße­ren An­triebs­mo­ments auf das kur­ven­äu­ße­re Rad – al­so je­nes, das oh­ne­hin mehr Kraft auf die Stra­ße brin­gen kann. Wie der Pro­to­typ fährt, konn­ten wir be­reits in Schwe­den na­he des Po­lar­krei­ses auf me­ter­dick zu­ge- fro­re­nen Eis-Se­en tes­ten. Bei tie­fen Mi­nus­gra­den kann die per­fekt prä­pa­rier­te Eis-Ober­flä­che durch Auf­rau­en, Glatt­bürs­ten oder Po­lie­ren je nach Wunsch von grif­fi­gem As­phalt bis Schnee­glät­te al­le denk­ba­ren Un­ter­grün­de si­mu­lie­ren. Auf der Kreis­bahn las­sen sich mit dem bä­ren­star­ken Ma­gnaAn­trieb spek­ta­ku­lä­re Drifts und auf­ge­wühl­tes Schnee-Ge­stö­ber er­zeu­gen. Das macht nicht nur Spaß, son­dern lässt auch Er­kennt­nis­se zu: Wäh­rend mit dem Tes­laStan­dar­d­an­trieb be­reits bei Tem­po 60 die Gren­zen er­reicht sind und das ESP je­de wei­te­re Be­schleu­ni­gung un­ter­bin­det so­wie flei­ßig re­geln muss, um das Au­to nicht im Tief­schnee ab­seits der Test­bahn zu ver­sen­ken, wirkt die Ma­gna-Kon­stel­la­ti­on mit cle­ve­rer Re­ge­lungs- tech­nik und ei­nem Mo­tor mehr Wun­der. Der Tes­la e1 zieht trotz ab­ge­schal­te­ten ESP und weit hö­he­rer Tem­pi (bis 90 km/ h) si­cher sei­ne Bah­nen. Erst dann be­kommt man sanft die Ge­set­ze der Phy­sik zu spü­ren: Er drängt nach au­ßen. Doch im Ge­gen­satz zu Ver­gleichs­au­tos, et­wa ei­nem VW Golf R, kann der Fah­rer den Pro­to­ty­pen auch oh­ne As­sis­tenz­sys­te­me ein­fach und si­cher per in­tel­li­gen­ter An­triebs-Kraft­ver­tei­lung wie­der ein­fan­gen. Selbst im eng ge­steck­ten Hand­ling- Kurs über­zeugt der Stro­mer. Sein Trick: Er lie­fert über die drei se­pa­rat an­ge­steu­er­ten Mo­to­ren im­mer nur ge­nau so viel Kraft wie nö­tig ans je­wei­li­ge Rad. Da­durch wird so­gar schnel­les Fah­ren bis in den Grenz­be­reich si­cher und stress­frei­er.

Hin­ter­ach­se Die bei­den Mo­to­ren sind kom­pakt di­rekt am Achs­kör­per plat­ziert

Vor­der­achs­an­trieb Un­ter dem Kas­ten mit der Steu­er­ein­heit be­fin­det sich der flüs­sig­keits­ge­kühl­te Elek­tro­mo­tor mit an­ge­flansch­tem Stirn­rad-Ge­trie­be

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