Land Ro­ver Dis­co­very

Mit dem kom­plett neu­en Land Ro­ver Dis­co­very auf ei­ner epi­schen Rei­se durch die spek­ta­ku­lä­ren Fels­for­ma­tio­nen von Utah und Ari­zo­na

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Mar­tin Ur­ban­ke

Gut, dass die Rund­um­sicht im neu­en Land Ro­ver Dis­co­very un­ge­trübt ist. So kön­nen wir das atem­be­rau­ben­de Pan­ora­ma, das der Zi­on Na­tio­nal Park bie­tet, ganz be­quem vom voll kli­ma­ti­sier­ten Fah­rer­sitz aus ge­nie­ßen und müs­sen den wohn­li­chen Bri­ten nicht ver­las­sen. Schließ­lich wol­len wir noch ein gan­zes Stück weit fah­ren, denn wir sind auf ei­ner Tour durch das Grenz­ge­biet von Utah und Ari­zo­na, wo hin­ter je­der Bie­gung neue Fels­for­ma­tio­nen in Oran­ge-Rot auf­tau­chen, de­ren Schön­heit schlicht sprach­los macht. Und das mit ei­nem Au­to, das durch sei­ne Sou­ve­rä­ni­tät in je­der – noch so schrä­gen – La­ge über­zeugt. Es gibt noch viel zu ent­de­cken …

Kom­for­ta­bler Rei­se­wa­gen, her­aus­ra­gen­der Of­f­roa­der

Was so­fort auf­fällt, ist die ru­hi­ge Art des größ­ten­teils aus Alu ge­fer­tig­ten Of­f­roa­ders. Un­ter der Hau­be brummt der neue In­ge­ni­um­Die­sel mit Twin­tur­bo (zwei La­der) lei­se vor sich hin und be­schleu­nigt den aus­ge­spro­chen ge­räu­mi­gen Dis­co­very dank 240 PS und ei­nem ma­xi­ma­len Dreh­mo­ment von 500 Nm mü­he­los. Da­bei ent­puppt sich der All­rad­ler auch noch als ge­nüg­sam und spult die Rei­se im Schnitt

mit ei­nem Ver­brauch von et­was mehr als acht Li­tern je 100 km ab. Si­cher auch ein Ver­dienst der acht­stu­fi­gen ZF-Au­to­ma­tik, die mög­lichst früh hoch­schal­tet und den Mo­tor so stets im op­ti­ma­len Be­reich hält. Ent­spre­chend ge­las­sen spu­len wir Mei­le um Mei­le ab und kön­nen uns gar nicht satt­se­hen an der vor­über­zie­hen­den Land­schaft. Das mo­der­ne InCon­trol Touch Pro-Sys­tem hält uns wäh­rend­des­sen nicht nur mit gu­ter Mu­sik bei Lau­ne, son­dern auch in­for­miert: Bis zu acht mo­bi­le End­ge­rä­te kön­nen ins bord­ei­ge­ne WiFi-Netz in­te­griert wer­den, und die Na­vi­ga­ti­on un­ter­stützt den Fah­rer auch ab­seits be­fes­tig­ter Stra­ßen. Un­ser Stich­wort! Al­so run­ter vom As­phalt, schließ­lich steu­ern wir ei­nen der fä­higs­ten Of­f­roa­der über­haupt. Die hö­hen­ein­stell­ba­re Luft­fe­de­rung ga­ran­tiert ei­ne Bo­den­frei­heit von bis zu 283 mm. Sitzt der Dis­co den­noch auf, hebt sich das Au­to kurz­zei­tig so­gar noch wei­ter an, um sich selbst be­frei­en zu kön­nen. Was­ser­durch­fahr­ten dür­fen 90 cm tief sein, oh­ne dass der Lan­dy un­ter­geht. Im Ge­gen­teil: Wird es noch tie­fer, wür­de er auf­schwim­men, da­bei aber den Kon­takt zum Bo­den ver­lie­ren. Wäh­rend wir uns durch den san­di­gen Grund ei­nes – tro­cke­nen – Fluss­laufs wüh­len, de­mons­triert der va­ria­ble All­rad sei­ne sen­si­ble Ab­stim­mung. Und bei dem an­schlie­ßen­den Ver­such, den Creek auf di­rek­ter Li­nie zu ver­las­sen und ein­fach das stei­le Fels­ufer zu er­klim­men, ver­blüfft uns das Sys­tem er­neut, in­dem es den Wa­gen ganz läs­sig him­mel­wärts klet­tern lässt. Was könn­te die­ses Au­to im Ge­län­de ei­gent­lich auf­hal­ten?

Wir keh­ren wie­der zu­rück auf die Stra­ße, fol­gen wei­ter dem High­way 89 bis zum La­ke Po­well und hal­ten uns dann nach Sü­den – par­al­lel zum Fluss­lauf des Co­lo­ra­do. Ein Blick hin­ab in den 300 Me­ter tief ein­ge­gra­be­nen Hor­ses­hoe Bend lässt uns ah­nen, wie ein Hin­der­nis be­schaf­fen sein muss, das den Dis­co­very stop­pen könn­te. Wir sind in­zwi­schen in Ari­zo­na und hal­ten west­wärts auf die spek­ta­ku­lä­re Na­va­jo Bridge zu, die uns zu den im­po­san­ten Ver­mil­li­on Cliffs hin­über­trägt. Hier wirkt der Wes­ten Ame­ri­kas noch wild. Viel­leicht auch ein biss­chen öde, denn die Cliffs of­fen­ba­ren ih­re bi­zar­ren For­ma­tio­nen nur Wan­de­rern. Doch wir pas­sie­ren das bis zu 1000 Me­ter hoch auf­ra­gen­de Sand­stein­pla­teau und er­freu­en uns an den aus­ge­spro­chen be­que­men Sit­zen so­wie dem auf­fal­lend gu­ten Ge­räusch­kom­fort. Kaum zu glau­ben, dass der gro­ße All­rad­ler tat­säch- lich von ei­nem Vier­zy­lin­der mit nur zwei Li­ter Hu­b­raum an­ge­trie­ben wird. Dank sei­ner mo­der­nen Kon­struk­ti­on läuft der Selbst­zün­der je­doch an­nä­hernd vi­bra­ti­ons­frei und lei­se. Selbst beim Aus­dre­hen ver­liert er nie die Con­ten­an­ce, zeigt aber ei­ne sehr li­nea­re Kraft­ent­fal­tung. Dank Twin­tur­bo-Auf­la­dung gip­felt die­se in sat­ten 500 Nm. Noch mehr Po­wer hat der Sechs­zy­lin­der-Die­sel (Td6), der es auf mäch­ti­ge 600 Nm bringt. Doch schon der Sd4 glei­tet völ­lig un­be­ein­druckt vom An­stieg auf rund 2200 Hö­hen­me­ter die ge­wun­de­ne Stra­ße in den Kai­bab Na­tio­nal Fo­rest hin­auf. Bei der an­schlie­ßen­den Ab­fahrt hin­un­ter nach Free­do­nia be­ein­druckt er dann mit ei­nem prä­zi­sen und spon­ta­nen Ein­lenk­ver­hal­ten. Die Stra­ßen­la­ge des Dis­co­very ver­mit­telt so­fort Ver­trau­en, oh­ne je­doch un­nö­ti­gen sport­li­chen Ehr­geiz zu we­cken. Wer es den­noch über­treibt, wird vom DSC (ESP) sanft ein­ge­bremst und auf Kurs ge­hal­ten. Über­haupt war­tet der neue Dis­co mit zahl­rei­chen Si­cher­heits­sys­te­men auf – wie et­wa ei­nem Spur­hal­teAs­sis­ten­ten oder ei­ner au­to­no­men Not­brems­funk­ti­on. Ei­ne ty­pi­sche Ei­gen­heit hat sich der Dis­co­very zu­dem bis in die fünf­te Ge­ne­ra­ti­on hin­ein be­wahrt: sei­ne ho­he Va­ria­bi­li­tät. Er bie­tet bis zu sie­ben Sit­ze, die sich op­tio­nal so­gar per Smart­pho­ne von au­ßer­halb des Fahr­zeugs um­le­gen oder auf­stel­len las­sen. De­tails wie die elek­tri­sche in­ne­re Heck­klap­pe zeu­gen von pra­xis­na­hen und durch­dach­ten Lö­sun­gen. Das gilt na­tür­lich für al­le Mo­torVer­sio­nen: die Vier­zy­lin­der-Die­sel Td4 (180 PS, ab 50.500 Eu­ro) und Sd4 (240 PS, ab 54.400 Eu­ro) so­wie die V6-Ty­pen Td6 (258 PS, Die­sel) und Si6 (340 PS, Ben­zi­ner) – bei­de ab 58.800 Eu­ro.

Nach­hal­ti­ger Stra­ßen­bau: Schrott­au­tos stüt­zen am High­way 89 die Bö­schung

Auf den end­lo­sen High­ways des ame­ri­ka­ni­schen Süd­wes­tens glänzt der Dis­co­very mit ho­hem Kom­fort

Aus­sichts­punkt am High­way 89: Hor­ses­hoe Bend des Co­lo­ra­do

Coral Pink Sand Du­nes: end­los Spaß für nur acht Dol­lar pro Au­to und Tag

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