Wirt­schaft: Lu­ca de Meo, seit 2015 Se­at-Vor­stands­vor­sit­zen­der, kann zu­frie­den sein: Seit No­vem­ber 2012 geht es für die spa­ni­sche VW-Toch­ter stramm berg­auf

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Lu­ca de Meo Der Ita­lie­ner ist seit 2015 Vor­stands­vor­sit­zen­der von Se­at. Zu­vor ar­bei­te­te er für Au­di, VW, Al­fa Ro­meo und Fi­at Das Ge­spräch führ­ten Vol­ker Ko­erdt und Ste­fan Mie­te

Im Vor­jahr lief es für Se­at rund. Wie se­hen die ers­ten Mo­na­te 2017 aus?

Wir sind sehr zu­frie­den: Im Ja­nu­ar und Fe­bru­ar stie­gen un­se­re welt­wei­ten Ver­käu­fe um 13,6 Pro­zent. Auch in Deutsch­land lie­gen wir 8,5 Pro­zent über Vor­jahr. Zu­dem hat Se­at den größ­ten Auf­trags­be­stand seit rund 20 Jah­ren. Das macht mich zu­ver­sicht­lich, dass wir auch 2017 wie­der schwar­ze Zah­len schrei­ben wer­den.

Was sind die Grün­de für das Wachs­tum?

Wir ha­ben aktuell ei­ne so gu­te Pro­dukt­pa­let­te wie noch nie in der Ge­schich­te von Se­at. Mit dem Le­on ST und dem Ate­ca konn­ten wir un­ser An­ge­bot an ent­schei­den­den Stel­len er­wei­tern. Wir ha­ben be­wie­sen, dass wir im Markt punk­ten, wenn wir die neu­es­ten Tech­no­lo­gi­en des VW-Kon­zerns zur Ver­fü­gung ha­ben.

In die­sem Jahr star­tet der neue Ibi­za. Was er­war­ten Sie von dem Best­sel­ler?

Klein­wa­gen wa­ren im­mer ei­ne Spe­zia­li­tät un­se­res Hau­ses. Der Ibi­za ist für Se­at sehr wich­tig: Trotz des an­hal­ten­den LeonEr­folgs ent­fal­len auf ihn 37 Pro­zent un­se­rer welt­wei­ten Ver­käu­fe. Au­ßer­dem sind wir stolz, mit der nächs­ten Ge­ne­ra­ti­on des Ibi­za die ers­te Mar­ke des Kon­zerns zu sein, die die MQBA0-Platt­form nutzt. Wir ha­ben den An­spruch, das bes­te Au­to des Seg­ments an­zu­bie­ten.

Und auch mit dem SUV Aro­na wird Se­at der Ers­te im Kon­zern sein?

Das stimmt. Der nächs­te Schritt in un­se­rer wei­te­ren Ent­wick­lung ist, dass wir im Kon­zern als Ers­te neue Fahr­zeug­kon­zep­te prä­sen­tie­ren. So ist der Se­at Aro­na das ers­te B-SUV des VW-Kon­zerns. Auch er ba­siert auf der MQBA0-Platt­form. Und 2018 star­tet un­ser drit­tes SUV als gro­ßes Flagg­schiff der Mar­ke.

Das Image von Se­at ist jung und sport­lich. Wür­de da nicht ein fünf­tü­ri­ges Sport­cou­pé pas­sen?

Un­se­re Kun­den sind im Schnitt die jüngs­ten in Eu­ro­pa. Und Se­at hat nach Kia und Hy­un­dai die höchs­te Ero­be­rungs­ra­te der Bran­che. Mei­ne Idee ist, dass wir mit der Mo­dell­fa­mi­lie des nächs­ten Le­on un­se­re Kom­pe­tenz in Kon­zep­t­in­no­va­tio­nen be­wei­sen. Sie wer­den dann ei­ne zu­sätz­li­che Ka­ros­se­rie­va­ri­an­te se­hen, die im Markt kom­plett neu ist. Das ist der nächs­te lo­gi­sche Schritt in un­se­rer Pro­dukt­stra­te­gie.

Se­at hat noch kein Elek­tro­au­to im Pro­gramm. Wie sieht Ih­re Pla­nung aus?

Wir wer­den 2019 mit un­se­rem ers­ten Elek­tro­au­to im Markt star­ten. Es wird ein rei­nes bat­te­rie­elek­tri­sches Mo­dell sein. Un­ser Vor­teil: Als re­la­tiv klei­ne Mar­ke kön­nen wir im VW-Kon­zern von des­sen Ent­wick­lun­gen pro­fi­tie­ren. So ste­hen mit dem e-Golf und dem e-Up be­reits zwei be­währ­te Mo­del­le als Tech­nik­spen­der für Elek­tro­va­ri­an­ten von Se­at Le­on oder Mii zur Ver­fü­gung. Au­ßer­dem dis­ku­tie­ren wir aktuell im Kon­zern, ob wir den künf­ti­gen Mo­du­la­ren Elek­tri­fi­zie­rungs­bau­kas­ten MEB auch für Se­at ver­wen­den. Doch end­gül­tig ent­schie­den ist noch nichts.

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