Vans BMW

Mit dem Re­nault Grand Scé­nic der drit­ten Ge­ne­ra­ti­on füh­ren die Fran­zo­sen die Tra­di­ti­on fa­mi­li­en­taug­li­cher Kom­pakt­vans fort. Bei uns geht der Gal­li­er di­rekt mit star­ker Kon­kur­renz aus Deutsch­land und Ko­rea auf Tour. Wer kommt als ers­ter ans Ziel?

AUTO ZEITUNG - - INHALT - [ TEXT El­mar Sie­pen FOTOS Da­nie­la Loof ]

2er Gran Tou­rer Ford Grand C-MAX · Kia Ca­rens · Opel Za­fi­ra Re­nault Grand Scé­nic · VW Tou­ran

Mit 681 kg Zu­la­dung ran­giert der Grand Scé­nic an der Spit­ze des Test­felds

Sta­tis­ti­ker ha­ben es ge­nau aus­ge­rech­net: Die deut­sche Durch­schnitts­fa­mi­lie hat im Schnitt nur 1,47 Kin­der. Dar­an kann es al­so nicht lie­gen, wenn Au­to­mo­bil­her­stel­ler trotz der gras­sie­ren­den SUV-Ma­nie wa­cker an ge­räu­mi­gen Kom­pakt­vans in der Mo­dell­pa­let­te fest­hal­ten und die­se auch noch or­dent­lich ver­kau­fen. Viel­mehr wird es wohl de­ren Viel­sei­tig­keit im All­tag sein, die den prak­ti­schen Reiz aus­macht. An­de­rer­seits dürf­te für de­ren Käu­fer auch das Fahr­ge­fühl den Aus­schlag ge­ben, das ent­steht, wenn man et­was hö­her als in ei­nem Pkw sitzt und in groß­zü­gig ver­glas­ten Mo­no­s­paceFahr­gast­zel­len durch die Land­schaft glei­tet. Da­bei ist es ganz egal, ob der Weg zur Ar­beit oder in den ver­dien­ten Ur­laub führt. Den jüngs­ten Neu­zu­gang in der Sze­ne der kom­pak­ten Grö­ßen lie­fern die Fran­zo­sen, de­nen man ja oh­ne­hin ei­ne recht prag­ma­ti­sche Hal­tung zum Au­to­mo­bil nach­sagt. Der eins­ti­ge Slo­gan „ Au­tos zum Le­ben“ist längst der eher all­ge­mein­gül­ti­gen „Pas­si­on for Li­fe“(über­setzt: Lei­den­schaft für das Le­ben) ge­wi­chen. Mal se­hen, ob der Neue, auf Wunsch mit sie­ben Sit­zen vor­fah­ren­de, Grand Scé­nic die Pra­xis­taug­lich­keit sei­ner Vor­gän­ger trotz­dem be­wahrt hat. Im­mer­hin war­ten star­ke Geg­ner: Der Platz­hirsch VW Tou­ran, der Opel Za­fi­ra und der Ford Grand C-MAX ver­tre­ten die nüch­tern- so­li­de deut­sche Sek­ti­on des Seg­ments, der BMW 2er Gran Tou­rer will mit Sport­lich­keit und Pre­mi­um­an­spruch ge­gen­hal­ten, wäh­rend der Kia Ca­rens aus Ko­rea bis­lang als Ge­heim­tipp in Sa­chen Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis gilt.

Ka­ros­se­rie

Dass der Re­nault Grand Scé­nic ge­gen­über dem klei­ne­ren Scé­nic ei­nen um sie­ben Zen­ti­me­ter län­ge­ren Rad­stand auf­weist (2804 Mil­li­me­ter zu 2734 Mil­li­me­ter), kommt vor al­lem den Fond­pas­sa­gie­ren in Form von mehr Knie­frei­heit zu­gu­te. Vorn man­gelt es dem Fran­zo­sen im Ge­gen­satz zu sei­nen Kon­kur­ren­ten al­ler­dings et­was an In­nen­hö­he. Beim Rau­m­an­ge­bot schnei­det der Kia ins­ge­samt et­was bes­ser ab. Das bes­te Raum­ge­fühl in­des of­fe­riert der VW Tou­ran, was nicht zu­letzt an sei­ner be­tont kas­ten­för­mi­gen Ka­ros­se­rie liegt. In­fol­ge­des­sen punk­tet er – wie der Ford – mit der bes­ten Über­sicht­lich­keit. Beim Re­nault schrän­ken hier spe­zi­ell die nicht voll­stän­dig ver­senk­ba­ren Fond­kopf­stüt­zen den Blick nach hin­ten ein. In­fol­ge der Mo­no­s­pace-Bau­wei­se mit mehr oder we­ni­ger steil nach vorn ab­fal­len­den Mo­tor­hau­ben und des­halb nicht ein­seh­ba­ren vor­de­ren Fahr­zeug-En­den emp­fiehlt sich beim Kauf auf je­den Fall die Be­stel­lung von Park­sen­so­ren vorn, so­fern die­se nicht – wie beim Re­nault – se­ri­en­mä­ßig sind. Die wohl wich­tigs­te Fra­ge beim Kauf ei­nes Vans ist die nach der Va­ria­bi­li­tät. Ob Bau­markt-Tour oder Moun­tain­bike-Wo­chen­en­de – wer sich für ein sol­ches Fahr­zeug ent­schei­det, möch­te schließ­lich für al­le Trans­port­even­tua­li­tä­ten ge­rüs­tet sein. Mit Aus­nah­me des Grand Scé­nic, der le­dig­lich über

ei­ne asym­me­trisch ge­teilt klapp­ba­re Rück­sitz­leh­ne ver­fügt, las­sen sich bei den Ri­va­len die hin­te­ren drei Ein­zel­sitz­leh­nen je­weils se­pa­rat um­klap­pen. Längs ver­schieb­ba­re Sit­ze und in der Nei­gung ein­stell­ba­re Rü­cken­leh­nen sind über­all Stan­dard. Mit Aus­nah­me von BMW und Ford bie­ten al­le Kan­di­da­ten nach Um­le­gen der Leh­nen in der zwei­ten Rei­he ei­ne durch­gän­gig ebe­ne La­de­flä­che. Der Clou im Ford: Die Sitz­flä­che des mitt­le­ren Fond­sit­zes lässt sich in die Kon­so­le des rech­ten klap­pen, wo­durch in der Mit­te mehr La­de­hö­he – et­wa für den Trans­port ei­nes Fahr­rads – ent­steht. Für die Auf­rüs­tung mit sie­ben Sitz­plät­zen ver­lan­gen die Her­stel­ler zwi­schen 640 (VW) und 800 Eu­ro (Re­nault). Die bei­den zu­sätz­li­chen Plät­ze kom­men je­doch bes­ten­falls für Kin­der in Fra­ge. Zu­dem schrump­fen die Kof­fer­räu­me bei sie­ben­sit­zi­ger Nut­zung auf ein Mi­ni­mum. Kia, Re­nault und VW bie­ten se­ri­en­mä­ßig um­klapp­ba­re Bei­fah­rer­sitz­leh­nen, BMW ver­langt hier­für 160 Eu­ro. Beim La­de­vo­lu­men schnei­det der VW mit 743 bis 1980 Li­tern am bes­ten ab. Am an­de­ren En­de der Ska­la ran­giert der Kia, der 536 bis 1694 Li­ter bie­tet – da­mit hält er aber im­mer noch mehr be­reit als so man­cher Kom­bi. Geht es um die ma­xi­mal zu­läs­si­ge Zu­la­dung, reckt der Re­nault mit 681 Ki­lo­gramm sei­ne Na­se nach vorn. Im All­tag pro­fi­tie­ren die Ford-Be­sit­zer von den Schie­be­tü­ren, die den Ein- und Aus­stieg in en­gen Park­lü­cken deut­lich er­leich­tern und vor so man­chem Krat­zer im Tür­blech schüt­zen. Al­ler­dings ist beim The­ma Qua­li­tät im Grand C-MAX noch Luft nach oben, wie an der Kof­fer­raum­aus­klei­dung und den Spalt­ma­ßen er­kenn­bar ist. Dies gilt in noch aus­ge­präg­te­rem Ma­ße für den Neu­zu­gang in der Sze­ne, den Grand Scé­nic. Hier ge­sel­len sich zu den teils un­gleich­mä­ßi­gen Pas­sun­gen auch noch ver­ein­zelt Klap­per­ge­räu­sche auf schlech­ter Fahr­bahn da­zu. In die­ser Dis­zi­plin un­ter­mau­ert der ma­kel­los ge­fer­tig­te BMW 218d Gran Tou­rer den Pre­mi­um­an­spruch der Mar­ke. Im­mer­hin kann der Fran­zo­se mit ei­ner zeit­ge­mä­ßen Si­cher­heits­aus­stat­tung auf­war­ten, wird aber auf der Ziel­ge­ra­den vom VW Tou­ran über­holt, der ihm bei­spiels­wei­se die Op­ti­on auf ei­nen Trai­ler As­sist (An­hän­ger-Ran­gie­r­as­sis­tent, 350 Eu­ro) und auf selbst­ver­sie­geln­de Rei­fen (750 Eu­ro, ab High­li­ne) vor­aus hat. Hin­sicht­lich der Be­die­nung zeigt der BMW mit klar er­kenn­ba­rer und über­sicht­lich an­ge­ord­ne­ter Me­nü­füh­rung sei­nes iD­ri­veSys­tems, wie es rich­tig geht. Kei­ne Fra­ge, mit dem Bay­ern kann man als Miet­wa­gen pro­blem­los nach ei­nem ar­beits­rei­chen Tag auch noch um 22.00 Uhr oh­ne vor­he­ri­ges um­fang­rei­ches Stu­di­um der Be­triebs­an­lei­tung star­ten, denn man fin­det sich auf An­hieb zu­recht. Auf­fäl­lig im Re­nault ist hier, dass sein Touch­screen nicht im­mer auf die ers­te Be­rüh­rung re­agiert und der Wech­sel von ei­nem Me­nü ins an­de­re mit­un­ter et­was um­ständ­lich ist. Dies merkt zum Bei­spiel,

Ein Kof­fer­raum­vo­lu­men von 743 bis 1980 Li­tern bie­tet nur der VW Tou­ran

wer von der Na­vi-Kar­ten­an­sicht ins Mul­ti­me­dia-Me­nü wech­seln möch­te, das nicht di­rekt an­ge­wählt wer­den kann. Gut da­ge­gen: die Um­klapp­mög­lich­keit der Rück­sitz­leh­nen per Tas­ten­druck vom Kof­fer­raum aus.

Fahr­kom­fort

Vans sind ge­ra­de­zu prä­des­ti­niert für Langstre­cken. Folg­lich kommt dem Sitz­kom­fort ei­ne ent­schei­den­de Be­deu­tung zu. Hier zeigt der BMW, mit sei­nen op­tio­na­len Sport­sit­zen (490 Eu­ro), der Opel mit sei­nen Er­go­no­mie-Sit­zen (685 Eu­ro) und der Tou­ran mit den TopKom­fort­sit­zen der High­li­ne-Aus­stat­tung (2500 Eu­ro ex­tra), wie sich Langstre­cken der Band­schei­benSchre­cken neh­men lässt. Sehr be­quem ge­pols­tert, ga­ran­tie­ren sie ent­spann­tes Rei­sen für Rü­cken­und Ge­säß­mus­ku­la­tur. Da­ge­gen er­schei­nen die vor­de­ren se­ri­en­mä­ßi­gen Sitz­ge­le­gen­hei­ten von Ford und Re­nault man­chen als et­was zu weich ge­pols­tert, wäh­rend den Kia der rut­schi­ge Le­der­be­zug (Op­ti­on) Punk­te kos­tet. Al­ler­dings ver­dient sich der Grand Scé­nic mit sei­ner se­ri­en­mä­ßi­gen Mas­sa­ge­funk­ti­on, der elek­trisch ein­stell­ba­ren Len­den­wir­bel­stüt­ze und der va­ria­blen Ober­schen­kel­auf­la­ge ei­nen Ex­tra-Bo­nus. Im Fond sind es ne­ben den Pols­tern bei al­len Kan­di­da­ten zu­sätz­lich die Sitz­po­si­tio­nen, die den Kom­fort­ein­druck stär­ker noch als vorn be­ein­flus­sen. Hier ge­fal­len der Za­fi­ra und der Tou­ran mit ei­ner or­dent­li­chen Ober­schen­kel­auf­la­ge. Die C- MAXFond­sit­ze zwin­gen eher zum Ho­cken als zum Sit­zen, weil man die Bei­ne stark an­win­keln muss. Das trifft mehr oder we­ni­ger auch für die Kia- und Re­nault-Fonds zu. Der Ge­räu­schein­druck beim Rei­sen wird im Grand Scé­nic par­ti­ell durch Pol­ter­ge­räu­sche aus den Rad­häu­sern beim Über­fah­ren von Schlag­lö­chern ge­trübt. Das sub­jek­tiv an­ge­nehms­te Klang­bild hin­ter­lässt hier der Tou­ran, wäh­rend der BMW 2er Gran Tou­rer mit dem nied­rigs­ten In­nen­ge­räusch­pe­gel auf­war­ten kann. Die Dis­zi­plin der Er­go­no­mie geht an den Volks­wa­gen, dicht ge­folgt vom BMW. Der Neu­ling Re­nault ge­fällt eben­so wie der Kia mit ei­nem groß­zü­gi­gen Abla­ge­an­ge­bot, un­ter an­de­rem mit blick­ge­schütz­ten Fä­chern im Bo­den des Fahr­zeug-Fonds. Im Fran­zo­sen ist al­ler­dings der Sitz­leh­nen-Ein­stell­he­bel schlecht er­reich­bar, und auch der gro­ße Zen­tral-Bild­schirm lässt sich bei Son­nen­ein­strah­lung nicht im­mer gut ab­le­sen. Top: Der Kia Ca­rens bringt als Ein­zi­ger se­ri­en­mä­ßig ei­ne ZweiZo­nen-Kli­ma­au­to­ma­tik und die Op­ti­on auf ei­ne Be­lüf­tung der Vor­der­sit­ze mit, wel­che in den Som­mer­mo­na­ten schweiß­ver­kleb­te Hem­den ver­hin­dert. Dass kon­ven­tio­nel­le Fahr­wer­ke nicht zwin­gend schlech­ter sein müs­sen als je­ne mit ad­ap­ti­ven Dämp­fern, be­weist der Ford Grand C-MAX. Stra­ßen­bau­li­chen Nach­läs­sig­kei­ten be­geg­net er bei­spiels­wei­se we­sent­lich sou­ve­rä­ner als der mit Dy­na­mi­scher Dämp­fer Con­trol be­stück­te BMW 218d Gran Tou­rer. Ins­be­son­de­re Qu­er­kan­ten lässt die­ser sei­ne In­sas­sen deut­li­cher spü­ren als der Ford. Auch wenn der Stra­ßen­be­lag ei­nem

In nur 9,3 Se­kun­den sprin­tet der BMW 2er auf 100 km/ h. Schnel­ler ist kei­ner

Fli­cken­tep­pich gleicht, teilt der BMW dies sei­nen Pas­sa­gie­ren durch Ka­ros­se­rie­zit­tern et­was un­ge­fil­ter­ter mit als der Ford, der sich in lee­rem Zu­stand beim Fe­dern und Dämp­fen knapp vor den eben­falls kon­ven­tio­nell ge­fe­der­ten Kia schiebt. Der Re­nault spricht zwar sen­si­bel an, aber Fro­st­auf­brü­che oder Schlag­lö­cher reicht er recht tro­cken wei­ter – ein Ver­hal­ten, das er auch un­ter Be­la­dung zeigt. Hier­für dürf­te si­cher die un­ge­wöhn­li­che (se­ri­en­mä­ßi­ge) 20-Zoll-Be­rei­fung in der Di­men­si­on 195/55 R 20 H mit­ver­ant­wort­lich sein. Der Opel Za­fi­ra, be­stückt mit dem Flex­ri­deFahr­werk, kann im un­be­la­de­nen Zu­stand in sei­nen Fe­der-Dämp­fer-Ei­gen­schaf­ten den kon­ven­tio­nell dämp­fen­den Ford Grand CMAX eben­falls nicht de­klas­sie­ren, über­holt ihn aber mit vol­ler Be­la­dung, weil er dann spür­bar sat­ter ab­rollt. So über­trifft er auch den eben­falls mit ad­ap­ti­ven Dämp­fern be­stück­ten VW Tou­ran (DCC, 1045 Eu­ro), der un­ter Last et­was steif­bei­ni­ger wirkt, aber we­ni­ger Ka­ros­se­rie­be­we­gun­gen pro­du­ziert. In der Sum­me kommt beim Fe­de­rungs­kom­fort al­ler­dings kein Kon­kur­rent am VW vor­bei.

Mo­tor / Ge­trie­be

Auch wenn der Die­sel­mo­tor vie­ler­orts in der Kri­tik steht: Als Mo­to­ri­sie­rung der Ver­nunft gibt es für ihn der­zeit im Kom­pakt­van-Seg­ment kei­ne Al­ter­na­ti­ve. Schließ­lich gilt es, ver­gleichs­wei­se hoch auf­ra­gen­de Ka­ros­se­ri­en, die deut­lich schwe­rer als kon­ven­tio­nel­le fünf­tü­ri­ge Kom­pakt­wa­gen sind, an­ge­mes­sen und spar­sam zu be­we­gen. Ent­spre­chend setzt Kia beim Ca­rens auf ein 1,7 Li­ter-Ag­gre­gat mit 141 PS. Re­nault ver­zich­tet dem­ge­gen­über auf 100 Ku­bik­zen­ti­me­ter, holt da­für mit zwei Tur­bo­la­dern aus sei­nem 1,6-Li­ter-Selbst­zün­der 160 PS und bie­tet den Mo­tor aus­schließ­lich mit Sechs­gang-Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be an. Der BMW, für die­sen Test nur mit der Acht­stu­fen-Au­to­ma­tik ver­füg­bar, so­wie der Ford und der VW lie­gen mit 2,0-Li­ter-Trieb­wer­ken und 150 PS leis­tungs­mä­ßig in der Mit­te, wäh­rend der Opel mit 170 PS leicht nach oben aus­reißt. Dies kann der Za­fi­ra aber in­fol­ge sei­nes höchs­ten Leer­ge­wichts im Test (1783 Ki­lo­gramm) nicht in ei­nen Vor­sprung bei den Fahr­leis­tun­gen um­mün­zen. So be­schleu­nigt er von null auf 100 km/ h zwar in 9,4 Se­kun­den, doch nimmt ihm der 20 PS schwä­che­re BMW noch ein Zehn­tel ab, und bei der Höchst­ge­schwin­dig­keit (208 km/ h) liegt er mit Re­nault und VW le­dig­lich gleich­auf. Am an­de­ren En­de der Fahr­leis­tungs­ska­la ran­giert der Kia, der sich mit 10,5 Se­kun­den bis zur 100-km/ h-Mar­ke deut­lich mehr Zeit gönnt als sei­ne Kon­kur­ren­ten und es auch in punc­to Höchst­ge­schwin­dig­keit bei 189 km/ h be­wen­den lässt. Folg­lich fällt im di­rek­ten Fahr­ver­gleich mit den Ri­va­len schnell auf, dass man im Ko­rea­ner sicht­lich Mü­he hat, den An­schluss an die deut­schen Mit­strei­ter nicht zu ver­lie­ren und auch öf­ter die Gän­ge wech­seln muss – in die­sem Fall mit dem op­tio­na­len Sie­ben­gan­gDop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be. Dies gilt auch für den Re­nault Grand Scé­nic, des­sen Hu­b­raumDe­fi­zit auf die Ri­va­len ge­ra­de bei Über­hol­vor­gän­gen oder an Stei­gun­gen spür­bar ist. Da hilft es nicht, dass er mit 380 Nm nach dem Opel Za­fi­ra Tou­rer (400 Nm) auf dem Pa­pier das zweit­höchs­te Ma­xi­mal-Dreh­mo­ment lie­fert. In Sa­chen Kraft­ent­fal­tung mar­kie­ren die 150-PS-Die­sel von BMW und VW die Spit­ze des Test­felds. Was die Kraft­über­tra­gun­gen an­geht, wech­selt kei­ne Au­to­ma­tik die Gän­ge so schnell und punkt­ge­nau wie die Acht­stu­fen-Box des BMW. Da­ge­gen sucht das Re­naul­tDop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be die Kraft in der Ru­he, denn die Kenn­li­ni­en der Schalt­box sind ganz auf Kom­fort ge­trimmt. Dies äu­ßert sich in ver­hält­nis­mä­ßig lan­gen Öff­nungs- und Schließ­zei­ten der Kupp­lun­gen – selbst dann, wenn es im Sport-Mo­dus ein­mal schnell

BMW 218d Gran Tou­rer 150 PS, Vor­der­rad­an­trieb, 0-100 km/ h in 9,3 s, 207 km/ h Spit­ze, 6,8 l D/ 100 km, 32.850 Eu­ro Re­nault Grand Scé­nic ENER­GY dCi 160 EDC 160 PS, Vor­der­rad­an­trieb, 0-100 km/ h in 10,2 s, 208 km/ h Spit­ze, 6,3 l D/ 100 km, 34.990 Eu­ro* * Grund­preis inkl. Sechs­gang-Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be Ford Grand C-MAX 2.0 TDCi 150 PS, Vor­der­rad­an­trieb, 0-100 km/ h in 9,7 s, 202 km/ h Spit­ze, 6,6 l D/ 100 km, 27.700 Eu­ro

Ex­tra­va­gant: Die Ar­ma­tu­ren­ta­fel be­ein­druckt mit ih­rem gro­ßen, senk­recht an­ge­ord­ne­ten Touch­screen

Die schma­len Rei­fen set­zen der Kur­ven­dy­na­mik des Fran­zo­sen na­tür­li­che Gren­zen

Prak­tisch: Druck­tas­ten zum Um­klap­pen der Rück­sit­ze im Kof­fer­raum

Groß und schmal: 195er-Rei­fen im 20-Zol­lFor­mat die­nen der Op­tik, nicht dem Kom­fort

Auch Neu­lin­ge ori­en­tie­ren sich im Tou­ranCock­pit dank gu­ter Über­sicht­lich­keit sehr schnell

Die Heck­an­sicht des Ti­gu­an se­hen die Kon­kur­ren­ten in vie­len Test­dis­zi­pli­nen

Am Tou­ran-Touch­screen las­sen sich di­ver­se Fahr­pro­fi­le kon­fi­gu­rie­ren

Im Fond des VW sit­zen Pas­sa­gie­re aus­nahm­los am be­quems­ten im gan­zen Test­feld

Er­go­no­misch durch­dach­te An­ord­nung der Be­dien­ele­men­te und ein Bild­schirm mit sehr ho­her Auf­lö­sung

Auf Rei­sen er­mög­licht der op­tio­na­le 61-Li­ter-Tank 897 Ki­lo­me­ter Reich­wei­te

Das He­ad-up-Dis­play gibt es nur mit Na­vi-Sys­tem für 2490 Eu­ro

Der Fahr­er­leb­nis­schal­ter zur Wahl des Fahr­mo­dus ist se­ri­en­mä­ßig an Bord

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