Pro & Con­tra Die­sel und E-Au­tos

Elek­tro­mo­bi­li­tät

AUTO ZEITUNG - - LESERBRIEFE -

Das E-Au­to ist zwar ei­ne neue Tech­nik, die ge­gen­über dem alt­ein­ge­ses­se­nen Die­sel noch Nach­hol­be­darf hat. Das wird sich aber in den nächs­ten Jah­ren deut­lich än­dern. Der Die­sel hat nicht mehr viel Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al, die Schad­stoff­re­du­zie­rung be­dingt ei­nen enor­men tech­ni­schen Auf­wand und funk­tio­niert in der Pra­xis nur un­ge­nü­gend. In den nächs­ten 20 bis 30 Jah­ren wird un­se­re Strom­er­zeu­gung wohl zum größ­ten Teil aus re­ge­ne­ra­ti­ver Ener­gie be­ste­hen – Öl und Koh­le wer­den kei­ne Rol­le mehr spie­len. Dann ist ein E-Au­to wirk­lich „sau­ber“, der Die­sel bleibt im­mer mehr oder we­ni­ger „dre­ckig“. Da­mit die E-Mo­bi­li­tät wirk­lich Er­folg hat, müs­sen al­ler­dings pra­xis­ge­rech­te Au­tos her, die min­des­tens 300 km rea­le Reich­wei­te ha­ben. Hier kom­men Mo­del­le wie Opel Am­pe­ra-e oder Tes­la Mo­del 3 in Fra­ge, die auch preis­lich er­schwing­lich sind. Und die Prei­se wer­den mit hö­he­ren Stück­zah­len si­cher noch sin­ken. Zu­dem muss die In­fra­struk­tur aus­ge­baut wer­den. Hier hat Tes­la ei­ne ei­ge­ne La­de­stel­len-In­fra­struk­tur ge­schaf­fen, weil man nur dann E-Au­tos ver­kau­fen kann. Tes­la wird in den nächs­ten Jah­ren Ge­win­ne er­wirt­schaf­ten, weil die­se In­ves­ti­tio­nen jetzt ge­tä­tigt sind, die bis­her die Ge­win­ne auf­fra­ßen. Un­ser künf­ti­ges La­de­stel­len­netz soll­te aus La­de­säu­len mit min­des­tens 120 kW – wie bei den Tes­laSäu­len – be­ste­hen, bis­her dau­ert der La­de­vor­gang viel zu lan­ge. Oben­drein müs­sen die Ak­kus der Fahr­zeu­ge da­für ge­eig­net sein. Wenn dies so um­ge­setzt wür­de – gro­ße Ak­ku-Ka­pa­zi­tät, kur­ze La­de­zei­ten, nied­ri­ge­re Prei­se –, dann spricht gar nichts mehr für den Die­sel. Ha­rald Hahn Ehl­scheid

Ich ver­ste­he nicht, war­um E-Au­tos so ge­lobt wer­den. Auch die Ein­spa­rung von War­tungs­kos­ten ist für mich nicht nach­voll­zieh­bar. Bei ei­ner Lauf­leis­tung von 200.000 km fal­len eben­falls 13 In­spek­tio­nen an – plus Ver­schleiß­tei­le. Stro­mer lie­gen schon bei der An­schaf­fung rund 6000 bis 10.000 Eu­ro über der ei­nes ver­gleich­ba­ren Die­sels. Wie lan­ge die Bat­te­ri­en hal­ten, ist un­be­kannt. Und als Ge­brauch­ter ist ein E-Au­to nicht mehr zu ver­kau­fen, da Tech­nik und Ent­wick­lung im­mer wei­ter­ge­hen. Ein neu­er Satz Bat­te­ri­en liegt zur Zeit bei 7500 bis 10.000 Eu­ro. In Be­zug auf die Um­welt sind eben­falls kei­ne Vor­tei­le ge­gen­über dem Die­sel vor­han­den, da noch im­mer die La­de­ver­lus­te von zehn bis 20 Pro­zent igno­riert wer­den. Bei ei­nem Ver­brauch von 20 kW/100 km er­gibt das ei­nen CO -Wert, der ei­nem Die­sel­ver­brauch von ca. sechs bis sie­ben Li­tern ent­spricht. Da­mit ist der Stro­mer nicht um­welt­freund­li­cher, und trotz steu­er­li­cher För­de­rung kos­tet er bei zehn Jah­ren Lauf­leis­tung rund 7500 bis 15.000 Eu­ro mehr. Beim ak­tu­el­len Strom­mix wird zu­dem kein Wort be­züg­lich des hoch­gif­ti­gen Qu­eck­sil­bers ver­lo­ren, das bei der Er­zeu­gung ent­steht, kein Wort über die Ent­sor­gung der gif­ti­gen Bat­te­ri­en oder über die gif­ti­gen Ab­ga­se, die bei der Fer­ti­gung der Wind­rä­der ent­ste­hen. Da­mit ist der Stro­mer kei­ne Al­ter­na­ti­ve, da er die Um­welt stär­ker be­las­tet als ein Die­sel. Statt­des­sen soll­te die Ent­wick­lung mo­der­ner Mo­to­ren vor­an­ge­trie­ben wer­den. Selbst bei ei­nem Preis­an­stieg von 2000 Eu­ro wä­re der Ver­bren­ner im­mer noch wirt­schaft­li­cher als der Stro­mer – und um­welt­freund­li­cher. H. Borr­mann Mettmann

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