Ford Der

Kei­ne Mar­ke konn­te im dies­jäh­ri­gen Image-Re­port der AU­TO ZEI­TUNG so viel Plät­ze gut­ma­chen wie Ford. Erst­mals er­reich­ten die Köl­ner mit Rang sie­ben die Top Ten. AU­TO ZEI­TUNG sprach da­zu mit dem Chef der Ford-Wer­ke Gun­nar Herr­mann und dem Ford-Deutsch­land-C

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Das Ge­spräch führ­ten Vol­ker Ko­erdt und Klaus Uck­row

Chef der Ford-Wer­ke Gun­nar Herr­mann und Ver­kaufs­chef Wolf­gang Kopp­lin im Ge­spräch

Ford ist der gro­ße Ge­win­ner des AU­TO ZEITUNGI­mage-Re­ports. Wor­in se­hen Sie die Grün­de?

Herr­mann: Die Ent­wick­lung kor­re­liert per­fekt mit den Fort­schrit­ten bei un­se­ren neu­en Pro­duk­ten. Das De­sign ist bes­ser ge­wor­den, und bei der Qua­li­tät ha­ben wir deut­lich zu­ge­legt. Wir se­hen das auch bei an­de­ren Stu­di­en. In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren hat sich die Zu­ver­läs­sig­keit un­se­rer Mo­del­le ver­bes­sert. Es macht sich be­zahlt, dass wir kon­ti­nu­ier­lich ler­nen, ver­bes­sern und sehr hoch­wer­ti­ge Au­tos bau­en.

Auch bei den Zu­las­sun­gen ist Ford gut un­ter­wegs. Erst­mals in der Ge­schich­te wur­de Opel über­holt …

Kopp­lin: Ja, das stimmt. Dar­über freu­en wir uns sehr. Auch das ist ei­ne Be­stä­ti­gung für die gu­te Pro­dukt­pa­let­te, ins­be­son­de­re der Ku­ga ver­kauft sich her­vor­ra­gend. Au­ßer­dem wer­den von un­se­ren Kun­den in Deutsch­land in­zwi­schen 60 Pro­zent hoch­wer­ti­ge Aus­stat­tun­gen wie Ti­ta­ni­um ge­or­dert. Ford wird in­zwi­schen als va­lue for mo­ney wahr­ge­nom­men.

Was er­war­ten Sie von der Über­nah­me von Opel durch Peu­geot?

Herr­man: Kon­kre­te Aus­wir­kun­gen wer­den sich erst En­de des Jah­res zei­gen. Kon­kur­renz be­lebt das Ge­schäft, es bleibt span­nend.

Wie viel hat der neue Mustang, der erst­mals of­fi­zi­ell in Deutsch­land er­hält­lich ist, auf das Image Ein­fluss ge­nom­men?

Herr­mann: Selbst­ver­ständ­lich hat uns der Mustang gut­ge­tan. Er ist ein hoch emo­tio­na­les Au­to zu ei­nem ab­so­lut un­schlag­ba­ren Preis. Sport­li­ches De­sign, tol­le Fahr­leis­tun­gen und ein bä­ren­star­ker Acht­zy­lin­der fas­zi­nie­ren auch heu­te noch. Aber wir ha­ben auch ein wei­te­res um­fang­rei­ches Per­for­mance- Pro­gramm, das der Mar­ke im Image si­cher eben­falls hilft. Wir ha­ben kon­se­quent die ST-Mo­del­le aus­ge­baut, die es un­ter an­de­rem beim Fies­ta – ein­fach ein fan­tas­ti­sches Au­to, das sich wie ein Go­kart fährt – und beim Fo­cus ST gibt, der auch als Die­sel er­hält­lich ist. Und dann sind da na­tür­lich auch noch der Fo­cus RS und eben die Su­per Image Cars wie der Mustang. Die sport­li­che Aus­stat­tung ST-Li­ne gibt es au­ßer­dem in vie­len un­se­rer Fahr­zeu­ge, und die Nach­fra­ge liegt weit über un­se­ren Er­war­tun­gen. So wird je­der drit­te Ku­ga, der der­zeit ge­or­dert wird, mit ei­ner ST-Li­ne ver­kauft. Die Sport­lich­keit wird von den Kun­den ge­wünscht – Ford steht eben auch für Per­for­mance, gu­te Fahr­wer­ke und prä­zi­se Len­kun­gen. Und ein Ford muss emo­tio­nal rich­tig knal­len. Kopp­lin: Was uns beim Image zu­sätz­lich hilft, ist die im­mer bes­se­re Rest­wert-Ent­wick­lung. Das liegt un­ter an­de­rem an dem ge­rin­gen An­teil von Kurz­zu­las­sun­gen und an den gu­ten Aus­stat­tun­gen der Fahr­zeu­ge, weil sie vom Kun­den di­rekt spe­zi­fi­ziert wer­den. Bei uns ist der Kun­de nicht ge­zwun­gen, ein Fahr­zeug zu neh­men, das der Händ­ler ge­ra­de auf dem Hof ste­hen hat. Er kann sein Au­to sel­ber be­stü­cken und per­so­na­li­sie­ren und be­kommt es trotz­dem in­ner­halb kür­zes­ter Zeit aus­ge­lie­fert. Das macht den Kun­den zu­frie­den und er­höht zu­dem die Wert­be­stän­dig­keit des Au­tos.

Las­sen Sie uns ei­nen Blick in die Zu­kunft wer­fen. Wel­che Lü­cken se­hen Sie noch im Ford-Mo­dell­pro­gramm?

Herr­mann: Bei den SUV nimmt die Frag­men­tie­rung wei­ter zu. So wer­den wir bis 2020 zwei wei­te­re SUV im Pro­gramm an­bie­ten, ein C- und ein B-SUV. Au­ßer­dem füh­ren wir ge­ra­de die Mo­dell­ver­si­on Ac­tive ein. Sie star­tet mit dem neu­en Fies­ta, der in der letz­ten Wo­che in un­se­rem Köl­ner Werk in die Se­ri­en­pro­duk­ti­on ge­gan­gen ist. Da­hin­ter ver­birgt sich ein um 16 Mil­li­me­ter hö­her­ge­leg­tes Fahr­zeug mit vie­len at­trak­ti­ven De­tails. Wir pla­nen,

die­se Aus­stat­tungs­li­nie auf wei­te­re Mo­del­le aus­zu­wei­ten.

Man­che Her­stel­ler straf­fen ja in­zwi­schen ihr Mo­dell­pro­gramm. Was steht bei Ford auf der Streich­lis­te? Könn­te das der B-MAX sein?

Herr­mann (lacht): Das könn­te mög­lich sein, doch das kön­nen wir jetzt noch nicht sa­gen. Tat­sa­che ist, dass das Van-Seg­ment schwie­rig wird. Aber un­ser C- MAX hat ei­ne gro­ße Fan-Ge­mein­de, der bleibt im Pro­gramm. Der Sport­van S-MAX ist ein ein­zig­ar­ti­ges Pro­dukt oh­ne di­rek­te Kon­kur­renz und räu­bert auch bei den Pre­mi­um-Kom­bis. Ge­ra­de bei dem neu­en All­rad­mo­dell mit Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be ver­zeich­nen wir ho­he Ero­be­rungs­ra­ten.

Ford hat vie­le Die­sel im Pro­gramm. Wie se­hen Sie hier die Ent­wick­lung?

Herr­mann: Das ist ei­ne schwie­ri­ge Fra­ge, wir se­hen uns die Ent­wick­lung ge­nau an. Aber im­mer noch ist der Die­sel, ge­ra­de als Eu­ro 6, sehr at­trak­tiv. Es ist si­cher zu früh zu sa­gen, dass er ver­schwin­det. Die tech­ni­sche Wei­ter­ent­wick­lung wird na­tür­lich schwie­ri­ger und ins­be­son­de­re für Klein­wa­gen wahr­schein­lich zu teu­er. Kopp­lin: Al­le ak­tu­el­len Die­sel von Ford er­fül­len die Eu­ro-6-Ab­gas­norm und sind da­mit au­ßer­halb der Dis­kus­si­on. Aber ge­ne­rell se­hen wir ei­ne stei­gen­de Nach­fra­ge nach un­se­ren EcoBoost-Ben­zin­mo­to­ren. Ins­be­son­de­re der fünf­mal als „En­gi­ne of the Ye­ar“aus­ge­zeich­ne­te Ein­li­ter- Drei­zy­lin­der-Mo­tor ist in Mo­del­len wie Fies­ta, Fo­cus oder C-MAX sehr er­folg­reich. Die Kun­den mit ho­hen Ki­lo­me­ter­leis­tun­gen hal­ten je­doch ein­deu­tig an den Eu­ro-6Die­seln fest – sie schät­zen al­so un­ver­än­dert den spar­sa­men und sou­ve­rä­nen Selbst­zün­der.

Ih­re Drei­zy­lin­der-Ben­zin­mo­to­ren sind ein gro­ßer Wurf – bau­en Sie die Mo­to­ren­fa­mi­lie wei­ter aus?

Herr­mann: Als nächs­tes kommt ein Drei­zy­lin­der mit 1,5 Li­ter Hu­b­raum und Zy­lin­der­ab­schal­tung. Bei Teil­last se­gelt der Mo­tor und schal­tet da­bei ei­nen Zy­lin­der ab. Das spart et­wa sechs Pro­zent Kraft­stoff und funk­tio­niert her­vor­ra­gend, wenn man den Wa­gen rol­len lässt. Ers­tes Au­to mit dem neu­en Mo­tor wird An­fang 2018 der neue Fies­ta ST mit 200 PS sein. Kopp­lin: Da­mit wer­den wir den CO2-Aus­stoß wei­ter ver­bes­sern kön­nen. Das ist ge­ra­de in Märk­ten mit ho­hen Steu­ern auf den CO2Aus­stoß von gro­ßer Be­deu­tung.

Ford gibt sich bei der Elek­tro­mo­bi­li­tät noch re­la­tiv be­deckt. Oder täuscht das?

Herr­mann: Wir sind voll im Plan und füh­ren ge­ra­de den in Tech­nik und Reich­wei­te ver­bes­ser­ten Fo­cus Electric ein. Bis 2021 wird die Elek­tri­fi­zie­rung deut­lich um­fang­rei­cher sein. So wer­den wir bis da­hin 13 Se­ri­en­fahr­zeu­ge mit elek­tri­fi­zier­tem An­triebs­strang auf den Markt brin­gen, dar­un­ter zwei rei­ne BEV. Wir ge­ra­ten da nicht ins Hin­ter­tref­fen. So ist un­ter an­de­rem auch der Mustang in ei­ner Voll-Hy­brid-Ver­si­on ge­plant.

Was kön­nen Sie uns zu den BEV-Fahr­zeu­gen sa­gen?

Herr­mann: Wir ar­bei­ten an ei­nem neu­en CUV (Cross­over Uti­li­ty Ve­hi­cle) mit rei­nem Elek­tro­an­trieb und ei­ner vor­aus­sicht­li­chen Reich­wei­te von min­des­tens 482 km (nach US-Norm). Mehr möch­te ich da­zu der­zeit noch nicht ver­ra­ten.

Wo kann sich Ford wei­ter ver­bes­sern?

Herr­mann: Wir ha­ben beim Pro­dukt-Port­fo­lio ei­nen gu­ten Job ge­macht. Das Preis-Leis­tung-Ver­hält­nis, die Per­for­mance so­wie das De­sign der Au­tos stim­men. Ich per­sön­lich wür­de mir noch mehr Per­for­mance wün­schen, zum Bei­spiel den Ford Edge mit dem Sechs­zy­lin­der-Li­on-Die­sel – die­sen gibt es bei Ja­gu­ar Land Ro­ver. Und wir müs­sen be­stän­dig am Li­ne-up wei­ter­ar­bei­ten. Die er­folg­rei­che Ar­beit in Mar­ke­ting und Ver­trieb wer­den wir ge­mein­sam mit un­se­ren Ver­triebs- und Ser­vice-Part­nern fort­set­zen. Ich glau­be, wir sind wirk­lich auf dem rich­ti­gen Weg.

Gun­nar Herr­mann (56) ge­hört be­reits seit 2012 als Vice Pre­si­dent Qua­li­ty der Ge­schäfts­füh­rung von Ford Eu­ro­pa an, An­fang 2017 wur­de er zu­sätz­lich zum Vor­sit­zen­den der Ge­schäfts­füh­rung der Köl­ner Ford-Wer­ke er­nannt.

Wolf­gang Kopp­lin (49) ist seit 2010 Di­rek­tor Ver­kauf von Ford in Deutsch­land und seit 2014 Mit­glied der Ge­schäfts­füh­rung der Köl­ner Ford-Wer­ke. An­fang 2017 wur­de er zum stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den der Ge­schäfts­füh­rung be­ru­fen.

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