For­mel-E-Lenk­rad Da­ni­el Abt er­klärt sein Hand­werks­zeug

Das Lenk­rad dient spe­zi­ell in der For­mel E dem ef­fek­tivs­ten Um­set­zen der Fahr­stra­te­gie

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Gre­gor Mes­ser

D ani­el Abt hat al­les im Griff: Ener­gie-Ma­nage­ment, Re­ku­pe­ra­ti­on, Brems­kraft­ver­stel­lung, Bo­xen­funk, Speed Li­mi­ter und noch vie­les mehr bis hin zur Ak­ti­vie­rung des von den Fans per so­zia­len Me­di­en zu­ge­dach­ten FanBoosts. All das ge­lingt ihm mit dem mul­ti­funk­tio­nel­len Lenk­rad. „Das Lenk­rad selbst ist ein Ein­heits­bau­teil, al­so iden­tisch für al­le Teams“, sagt der jun­ge Kemp­te­ner. „Al­ler­dings kön­nen wir die Be­di­en­funk­tio­nen und auch das Dis­play in der Mit­te nach un­se­ren Be­dürf­nis­sen mo­di­fi­zie­ren.“Je­des Team – und manch­mal auch der ein oder an­de­re Fah­rer – hat sein individuell zu­sam­men­ge­stell­tes Lenk­rad, mit dem der Pi­lot nicht nur den rech­ten Weg ein­schlägt, son­dern das ihm auch als un­ab­ding­ba­re Steuerzentrale dient.

Wich­tigs­tes Kri­te­ri­um: Re­ku­pe­ra­ti­on

In der For­mel E ist der kon­stan­te Blick auf den Ener­gie­ver­brauch das A und O. Wie viel Pro­zent der 28-Ki­lo­watt-St­un­den, die dem Fah­rer in je­dem der bei­den Ein­satz­au­tos zur Ver­fü­gung ste­hen, ver­blei­ben noch? Ne­ben den vie­len Funk­tio­nen, die heut­zu­ta­ge an je­dem Renn­sport-Lenk­rad ein­ge­stellt und ab­ge­ru­fen wer­den kön­nen, ist die­se In­for­ma­ti­on auf dem Dis­play be­son­ders wich­tig. Dass dem Fah­rer vor Ren­nen­de die elek­tri­sche Ener­gie aus­geht, muss er un­be­dingt ver­mei­den. „Über das Dis­play wer­den wir stets über den ak­tu­el­len La­de­stand in­for­miert“, er­klärt Abt. Die Pi­lo­ten ori­en­tie­ren sich stets an ei­ner Vor­ga­be im Dis­play: „Die An­zahl der Run­den ist ein­ge­ge­ben. Auf die­ser Ba­sis wird dann das Ener­gie-Ver­brauchs­ziel ein­ge­stellt“, sagt Abt. Das so­ge­nann­te Tar­get wird ge­ge­be­nen­falls von Hand nach­jus­tiert – et­wa wenn ver­brauchs­ar­me Sa­fe­ty­Car-Pha­sen ei­nen hö­he­ren Ener­gie­ver­brauch zu­las­sen. Um mit ei­nem For­mel E stets im Ener­gie­fens­ter über die Run­den zu kom­men, ist ei­ne stän­di­ge Re­ku­pe­ra­ti­on wich­tigs­tes Kri­te­ri­um. „Im Ide­al­fall fährt man im­mer mit vol­ler Re­ku­pe­ra­ti­on“, sagt Abt und deu­tet auf die un­te­ren Wip­pen auf der Rück­sei­te des Lenk­rads. Das Pro­blem: Die Rück­ge­win­nung von Ener­gie funk­tio­niert nur an der Hin­ter­ach­se. Das Brems­kraft­ver­hält­nis muss zwi­schen Vor­de­r­und Hin­ter­ach­se vom Fah­rer stän­dig kor­ri­giert wer­den, um ein schlag­ar­ti­ges Aus­bre­chen zu ver­mei­den. Abt: „Das Au­to muss schließ­lich im­mer fahr­bar blei­ben.“

Da­ni­el Abt de­mons­triert die Wip­pen auf der Rück­sei­te: Die bei­den obe­ren links und rechts die­nen zum Ab­ru­fen des FanBoosts. Zieht er an den un­te­ren, wird Ener­gie re­ku­pe­riert

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