Hy­un­dai i30 N „Per­for­man­cePack“

Was bei BMW un­ter „M“läuft, fir­miert bei Hy­un­dai künf­tig un­ter „N“– „N“für Nür­burg­ring. Wir fuh­ren den GTI-Her­aus­for­de­rer auf Ba­sis des i30 ge­nau dort

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Horst von Saurma

War es Glück, Blau­äu­gig­keit oder bis ins De­tail durch­dach­tes Kal­kül? Das Aben­teu­er 24h- Ren­nen auf dem Nür­burg­ring mit ei­nem Vor­se­ri­en-Au­to in An­griff zu neh­men, das hät­te auch ganz an­ders aus­ge­hen kön­nen. Aber nein: 50. Ge­samt­rang, Vier­ter in der Zwei­li­terTur­bo-Klas­se – die­sen Traum he­gen an­de­re schon seit Jah­ren, und das mit ver­meint­lich so­li­de aus­ge­tes­te­tem Ma­te­ri­al. Mit ih­rem Ent­wick­lungs­zen­trum in Rüs­sels­heim, der neu­en Fa­b­rik im tsche­chi­schen No­so­vice und dem Test­zen­trum am Nür­burg­ring mei­nen es die Ko­rea­ner ernst. Und vor al­lem jetzt mit ih­rer neu­en sport­li­chen „N“-Li­nie, dem dar­aus ent­stan­de­nen Erst­lings­werk i30 N und al­lem, was den Nür­burg­ring und sein un­ver­gleich­lich ho­hes An­for­de­rungs­pro­fil an­geht. In­so­fern wa­ren die 145 oh­ne grö­ße­re Kom­pli­ka­tio­nen im Renn­tem­po ab­sol­vier­ten Run­den bei den 24h die här­tes­te denk­ba­re Rei­fe­prü­fung. Ei­ne, die mit Aus­zeich­nung be­stan­den wur­de. Au­ßer­dem hat das vor­ab ei­nen schö­nen Aus­blick auf das ge­ge­ben, was wir de- sign­tech­nisch und farb­lich in Zu­kunft er­war­ten dür­fen. Und auch wir, die wir im An­schluss an das Ren­nen um und auf der Nür­burg­ring-Nord­schlei­fe ers­te in­ten­si­ve Ein­drü­cke sam­meln konn­ten, kon­sta­tie­ren: Der neue Hy­un­dai i30, in der Ba­sis­ver­si­on be­reits mit gro­ßen Me­ri­ten un­ter­wegs und ge­fei­ert, wird sich in der ab Ok­to­ber bei den Händ­lern be­reit­ste­hen­den sport­li­chen N-Va­ri­an­te auch dies­seits des Nür­burg­rings ei­ne gro­ße Fan­ge­mein­de schaf­fen. Das liegt in der kon­se­quent ent­wi­ckel­ten Be­reit­schaft, nicht nur dem ak­ti­ven Sport­fah­rer ein schar­fes Werk­zeug in die Hand zu ge­ben. Der i30 N stellt auch gro­ße Zuf­rie­den­heit bei den­je­ni­gen her, die es im All­tag zi­vi­ler, be­que­mer und gern auch et­was un­auf­fäl­li­ger ha­ben wol­len. Ein weich­ge­spül­ter Ein­heits­brei? Mit­nich­ten. „Cor­ne­ring“, „Ba­lan­ce of Per­for­mance“und „Re­a­dy to ra­ce“– frei aus dem Eng­li­schen über­setzt be­deu­ten die Punk­te im Las­ten­heft so viel wie ex­trem gei­les, weil aus­ge­wo­ge­nes, agi­les und si­che­res Fahr­ver­hal­ten. Selbst mit der oh­ne dem

Sperr­dif­fe­ren­zi­al „e-LSD“und zi­vi­le­ren 250 PS an­tre­ten­den Ba­sis­ver­si­on of­fen­bart der front­ge­trie­be­ne i30 N ein fan­tas­ti­sches Ta­lent zum Kur­ven­räu­bern, oh­ne da­bei so ty­pi­sche Mit­bring­sel zu of­fen­ba­ren wie ein bö­ses Zer­ren in der Len­kung und/oder ein Drif­ten nach au­ßen über die Vor­der­ach­se, aus­ge­löst durch man­geln­de Trak­ti­on. Die mit be­sag­ter Sper­re, stär­ke­rem 275-PS-Mo­tor, grö­ße­ren Brems­schei­ben und 19-Zoll-Rä­dern an­tre­ten­de Ver­si­on mit „Per­for­mance-Pack“of­fen­bart erst am Li­mit auf der Rund­stre­cke, dann aber in sehr spitz­fin­di­ger, höchst be­geis­tern­der Wei­se, was es mit der neu­en Front­an­triebs-Tech­nik von Hy­un­dai auf sich hat. Ab­so­lu­te Neu­tra­li­tät wah­rend, da­bei ex­trem kur­ven­wil­lig und nur bei Be­darf sanft und ge­hor­sam mit dem Heck ein­dre­hend, carvt der in al­len Be­lan­gen ex­trem um­gäng­li­che Front­trieb­ler durch schnel­le oder lang­sa­me Kur­ven­ver­läu­fe, dass es ei­ne hel­le Freu­de ist. An­triebs­ein­flüs­se in der Len­kung? Nicht die Spur. Trak­ti­ons­ver­lus­te we­gen zu ho­her Sperr­wir­kung? Kei­ne. Ho­he Kur­ven­ge­schwin­dig­kei­ten? In je­dem Fall. Die elek­trisch un­ter­stüt­ze Len­kung ent­puppt sich in die­sem kom­pli­zier­ten Zu­sam­men­spiel ge­wis­ser­ma­ßen als Ka­ta­ly­sa­tor. Sie schafft es, dem schnel­len Front­trieb­ler bei al­ler Agi­li­tät und quer­dy­na­mi­scher Klas­se ein ru­hi­ges, sou­ve­rä­nes Na­tu­rell bei­zu­brin­gen. Die im Kon­kur­ren­zUm­feld viel­fach be­ob­ach­te­te Ner­vo­si­tät geht dem ers­ten ech­ten Sport­ler der Mar­ke völ­lig ab: Er zieht sich wie am Kur­ven­li­ne­al ge­zo­gen aus der Kur­ve, bremst sou­ve­rän wie ein Gro­ßer und ge­horcht auch sonst aufs Wort. Er lässt sei­nen Fah­rer zu­dem selbst schal­ten. Und das stellt sich in der Pra­xis als so hin­rei­ßend un­ter­halt­sam dar, dass man kaum mehr auf die Idee kommt, nach ei­nem au­to­ma­ti­sier­ten Ge­trie­be zu fra­gen.

FA­ZIT: Ein rund­um ge­lun­ge­ner Ein­stieg in die Kom­pakt­Sport­ler-Sze­ne. Der Hy­un­dai i30 N mit Per­for­mance Pack ist ex­trem schnell un­ter­wegs und be­sticht den­noch mit gu­tem Fahr­kom­fort und bes­tem Un­ter­hal­tungs­wert.

Ta­choska­la bis 300 km/h und die bei­den gro­ßen Fahr­mo­diSchal­ter di­rekt am Lenk­rad

Wie es sich ge­hört: wun­der­bar zu schal­ten­des, ma­nu­el­les Sechs­gang-Ge­trie­be

Beim 24h-Ren­nen schon gut in Form: 145 Run­den oh­ne Zwi­schen­fall, 50. Ge­samt­rang, Vier­ter in der Klas­se. Die Far­be stimmt auch schon …

Gu­te Sound­an­la­ge: zwei En­d­roh­re mit sport­lich an­ge­mes­se­nem, aber zi­vi­lem Klang

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