Peu­geot 308

Nach knapp vier­jäh­ri­ger Bau­zeit spen­diert Peu­geot dem er­folg­rei­chen 308 ein Face­lift. Ganz neu: ein sau­be­rer 1,5-Li­ter-Die­sel­mo­tor mit 130 PS

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Cas­par Win­kel­mann

Recht­eckig statt rund: Ver­mut­lich wird nur Mar­ken­ken­nern die neue Form der Tank­klap­pe des über­ar­bei­te­ten Peu­geot 308 auf­fal­len. Den­noch ein wich­ti­ges De­tail, denn hin­ter dem nun deut­lich grö­ße­ren De­ckel ver­birgt sich bei Mo­del­len mit dem neu­en 1,5-Li­ter-Die­sel­mo­tor auch der Tank­s­tut­zen für das vom SCRKa­ta­ly­sa­tor be­nö­tig­te AdBlue. Ab­gas­rei­ni­gung und Emis­si­ons­re­du­zie­rung stan­den ganz oben im Las­ten­heft der Mo­to­ren­ent­wick­ler – des­halb er­füllt der neue Blu­eHDi 130 be­reits ab Sep­tem­ber 2017 die erst ab 2020 gel­ten­de Eu­ro-6c-Norm. Be­deu­tet kon­kret: Der Prüf­stands-NOx-Grenz­wert darf dann in der Pra­xis höchs­tens um das 1,5-Fa­che über­schrit­ten wer­den. Auch in punc­to Ver­brauch soll der neue und zehn PS stär­ke­re Selbst­zün­der das Vor­gän­ge­r­ag­gre­gat un­ter­bie­ten.

Der neue Die­sel bie­tet aus­rei­chen­de Fahr­leis­tun­gen

Kon­kre­te Wer­te nennt Peu­geot nicht, weil der Mo­tor noch nicht ho­mo­lo­giert ist. Bei Test­fahr­ten auf Land­stra­ßen und Au­to­bah­nen mel­de­te der Bord­com­pu­ter ei­nen Durch­schnitts­ver­brauch von 5,8 Li­tern. Mit et­was Zu­rück­hal­tung im rech­ten Fuß und frü­hem Hoch­schal­ten sind auch Wer­te um die vier Li­ter mög­lich. Gut ge­dämmt und sehr kul­ti­viert ver­rich­tet das 130 PS star­ke Die­sel­trieb­werk sei­ne Ar­beit. Schon bei 1750 /min liegt das ma­xi­ma­le Dreh­mo­ment von 300 Nm an, und so be­schleu­nigt der Fran­zo­se auch aus nied­ri­gen Dreh­zahl­re­gio­nen kraft­voll. Schalt­fau­les Crui­sen ist al­so kei­ne Pro­blem, doch bei be­herz­ter Fahr­wei­se stö­ren die et­was lan­gen Schalt­we­ge der ob­li­ga­to­ri­schen Sechs­gang-Box. Auch wenn das Be­schleu­ni­gungs­ver­mö­gen so­wie der Top­speed von 203 km/ h in den meis­ten Si­tua­tio­nen zu­frie­den­stel­len dürf­ten, bie­tet der stärks­te Die­sel mit zwei Li­ter Hu­b­raum, 180 PS und 400 New­ton­me­tern deut­lich mehr Po­wer. Au­ßer­dem er­füllt er eben­falls die stren­ge Abags­norm Eu­ro 6c und fährt stets mit ei­ner neu­en, sanft schal­ten­den Acht­stu­fen-Au­to­ma­tik des ja­pa­ni­schen Ge­trie­be­her­stel­lers Ai­sin vor. In­ter­es­sen­ten müs­sen aber mit ei­nem vor­aus­sicht­li­chen Mehr­preis von min­des­tens 6000 Eu­ro rech­nen. An­sons­ten fährt der 308 nach dem Face­lift wie ge­wohnt. Der Fe­de­rungs­kom­fort über­zeugt, auch wenn der Test­wa­gen we­gen sei­ner 18 Zoll gro­ßen Op­ti­ons­be­rei­fung et­was un­wirsch auf ein­zel­ne Schlag­lö­cher und Kan­ten an­spricht. Prä­zi­se und si­cher lässt sich der Peu­geot durch Kur­ven di­ri­gie­ren, all­zu sport­li­chen Am-

bi­tio­nen schiebt die Fahr­dy­na­mik­re­ge­lung aber mit Nach­druck ei­nen Rie­gel vor. Die In­nen­raum­ge­stal­tung bleibt vom Face­lift na­he­zu un­be­rührt: Über das mar­ken­ty­pisch klei­ne Lenk­rad schaut man – an­ders als bei den ak­tu­el­len SUV-Mo­del­len 3008 und 5008 – wei­ter­hin auf ana­lo­ge In­stru­men­te. Neu ist da­ge­gen ei­ne 3D-Na­vi­ga­ti­on, die bei ih­rer Rou­ten­be­rech­nung auf Stau­in­for­ma­tio­nen in Echt­zeit zu­rück­greift und zu­sätz­li­che In­fos zu Wet­ter­ver­hält­nis­sen oder Kraft­stoff­prei­sen lie­fert. Die Be­die­nung er­folgt wie ge­habt über ei­nen be­rüh­rungs­sen­si­blen Zen­tral­bild­schirm, auf dem sich jetzt per App­le CarPlay oder An­dro­id Au­to die In­hal­te ei­nes ge­kop­pel­ten Smart­pho­nes spie­geln las­sen. Die ver­bes­ser­te Auf­lö­sung ge­fällt, doch man­che Sym­bo­le sind sehr klein und nicht op­ti­mal ab­les­bar.

Up to da­te: das An­ge­bot an As­sis­tenz­sys­te­men

Auch von au­ßen fällt die Über­ar­bei­tung des 308 mo­de­rat aus: Der Küh­ler­grill steht nun stei­ler und be­her­bergt das Lö­wen­em­blem. In der neu de­sign­ten Front­schür­ze ist die Ra­dar­sen­so­rik ei­ni­ger As­sis­ten­ten un­ter­ge­bracht. Kol­li­si­ons­war­nung, Ci­ty-Not­brems­sys­tem mit Per­so­nen­er­ken­nung, Mü­dig­keits­war­ner, ak­ti­ver Spur­hal­te- und wech­sel­as­sis­tent so­wie Ab­stands­re­gel­tem­po­mat und Fern­licht­as­sis­tent – die aus 3008 und 5008 be­kann­te Si­cher­heits­tech­nik ist nun auch kom­plett für den 308 er­hält­lich. Bei un­se­ren Test­fahr­ten ar­bei­te­ten die Sys­te­me zu­ver­läs­sig, ein­zig die Übe­r­eif­rig­keit des Spur­hal­teas­sis­ten­ten stör­te zu­wei­len. So er­folg­ten kor­ri­gie­ren­de Len­k­ein­grif­fe, ob­wohl man sich noch deut­lich in­ner­halb der Fahr­spur be­fand. Prei­se nennt Peu­geot für den 308 mit dem ab Sep­tem­ber er­hält­li­chen Blu­eHDi 130 üb­ri­gens noch nicht. Für den wei­ter­hin be­stell­ba­ren Die­sel­mo­tor mit 120 PS wer­den 24.250 Eu­ro fäl­lig.

FA­ZIT: Der neue 1,5-Li­terDie­sel über­zeugt mit gu­ten Fahr­leis­tun­gen und Lauf­ru­he. Dass er be­reits die­ses Jahr die ab 2020 gül­ti­ge Norm Eu­ro 6c ein­hält, ist ein ech­tes Kauf­ar­gu­ment. Auch gut: die mo­der­ne Si­cher­heits­tech­nik.

Be­kann­tes Cock­pit mit klei­nem Lenk­rad und auf­ge­setz­ten In­stru­men­ten

Be­kann­tes 308-Heck, jetzt mit stets ein­ge­schal­te­ten Rück­leuch­ten

Das neue Na­vi­sys­tem lie­fert Echt­zeit-Stau­in­for­ma­tio­nen

Vom Vo­lant ver­deckt: He­bel für den Ab­stands­tem­po­ma­ten

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