Ral­lye-Star oh­ne Al­lü­ren

Wer 1978 ein tol­ler Hecht sein woll­te, leg­te sich die Sport­ver­si­on des Au­tos zu, mit dem Wal­ter Röhrl in der Ral­lye-WM auf­trumpf­te

AUTO ZEITUNG - - FIAT 131 SPORT · AUTOS, AN DIE WIR UNS ERINNERN - Karsten Reh­mann

Der ehe­ma­li­ge Ral­lye-Welt­meis­ter Wal­ter Röhrl ist in­zwi­schen 70 Jah­re alt und im­mer noch be­kannt wie ein bun­ter Hund. Aber das Au­to, mit dem er sei­nen ers­ten WM-Ti­tel ge­wann, kennt heu­te kaum noch je­mand. Der Fi­at 131 spiel­te ei­ne un­spek­ta­ku­lä­re Ne­ben­rol­le in der un­te­ren Mit­tel­klas­se, bis Car­lo Abarth ihm für den Ein­satz in der Ral­lye-WM ei­ne Kraft­kur ver­pass­te. Von 1976 bis 1981 ge­wann der 131 da­nach 20 WM-Läu­fe, und Wal­ter Röhrl si­cher­te sich sei­nen ers­ten WM-Ti­tel. Für al­le Hob­by­Röhrls leg­te Fi­at dar­auf­hin als Ba­sis ei­ne zwei­tü­ri­ge Sport­ver­si­on mit dem dreh­freu­di­gen Zwei­li­ter-„TwinCam“-Mo­tor und Fünf­gang-Ge­trie­be auf. Der 131 „Sport“wur­de nur in den Au­ßen­far­ben An­thra­zit und Oran­ge aus­ge­lie­fert. Wei­te­re Er­ken­nungs­zei­chen wa­ren der Git­ter­grill mit klei­ne­ren Zu­satz­schein­wer­fern und die Front­schür­ze mit in­te­grier­tem Spoi­ler. Un­ter leicht aus­ge­stell­ten Rad­häu­sern sa­ßen auf Wunsch 14Zoll-Alu-Rä­der mit Pi­rel­li P6-Nie­der­quer­schnitts­rei­fen. Vom ker­nig-ag­gres­si­ven An­saug­ge­räusch des Mo­tors be­glei­tet, stürm­te die­ser Fi­at in 10,6 Se­kun­den von null auf 100 km/ h und raff­te sich trotz be­schei­de­ner ae­ro­dy­na­mi­scher Qua­li­tä­ten zu 180 km/ h Spit­ze auf. Mehr als die ab­so­lu­ten Fahr­leis­tungs­wer­te trug dem Fi­at je­doch sein Fahr­ver­hal­ten Sym­pa­thie­punk­te ein, denn die kom­pe­tent ab­ge­stimm­te Hin­ter­ach­se er­mög­lich­te ho­hes Tem­po in lang­ge­zo­ge­nen Kur­ven und ge­stat­te­te in en­gen Keh­ren Drift­ein­la­gen in bes­ter Ral­lye-Ma­nier. Mit der Lust am Ral­lye­sport ver­lor Fi­at auch den Sinn für sport­li­che Heck­trieb­ler. Dem 131 trau­ern die Fans heu­te noch nach.

Die­ser Fi­at 131 wur­de als Ral­lye­wa­gen ein­ge­setzt, da­her der sta­bi­le Über­roll­bü­gel und das Sport­lenk­rad. Klar ab­les­ba­re In­stru­men­te, prä­zi­se Schal­tung

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