Kia Stin­ger

Letz­te Ab­stim­mungs­fahr­ten auf der Nord­schlei­fe er­lau­ben ei­nen ers­ten Ein­druck

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Mar­tin Ur­ban­ke

Der Kia Stin­ger läuft in Ko­rea be­reits vom Band, wäh­rend die Eu­ro­pa-Ver­si­on die­ser Ta­ge nun auch noch den letz­ten Fein­schliff auf der Nord­schlei­fe des Nür­burg­rings er­hält, be­vor sie im Spät­herbst auf den Markt kommt. Für uns ei­ne will­kom­me­ne Ge­le­gen­heit, ers­te Fah­rein­drü­cke am Steu­er des künf­ti­gen Top­mo­dells zu sam­meln. Der Stin­ger ist zwar das bis­lang schnells­te Stra­ßen­mo­dell der Ko­rea­ner, aber das Team um Che­fDy­na­mi­ker Al­bert Bier­mann hat ganz be­wusst kei­nen Sport­wa­gen ent­wi­ckelt, son­dern ei­nen flot­ten Rei­se­be­glei­ter, der mit sei­nem agi­len Hand­ling reich­lich Fahr­spaß ga­ran­tie­ren soll. Für den nö­ti­gen Vor­trieb sorgt in der stärks­ten Ver­si­on ein V6-Bi­tur­bo mit stram­men 370 PS, der das gut 4,80 Me­ter lan­ge Au­to in nur 4,9 Se­kun­den aus dem Stand auf 100 km/ h be­schleu­ni­gen soll. Der prin­zi­pi­ell heck­be­tont agie­ren­de All­rad­an­trieb lei­tet da­bei zwar nur je­weils so viel Kraft an die Vor­der­rä­der wie nö­tig, doch das ge­nügt, um den Kia vom Fleck los­s­tür­men zu las­sen, oh­ne dass die Rä­der den ge­rings­ten Schlupf zei­gen. Zu­sam­men mit ei­ner gut aus­ba­lan­cier­ten Ge­wichts­ver­tei­lung von 53:47 Pro­zent er­weist sich der Stin­ger im Kur­ven­ge­schlän­gel der Nord­schlei­fe als er­freu­lich spur­sta­bil. Selbst pro­vo­zier­te Ex­trem­ma­nö­ver und ra­bia­te Last­wech­sel brin­gen ihn kaum aus der Ru­he. Die va­ria­bel über­setz­te Len­kung ar­bei­tet ex­akt und ver­mit­telt ein gu­tes Feed­back, wirkt aber ei­ne Spur zu leicht. Und trotz der in der V6-Ver­si­on se­ri­en­mä­ßi­gen Ad­ap­tiv-Dämp­fer of­fen­bart der Stin­ger ei­ne recht deut­li­che Sei­ten­nei­gung. Wie gesagt: Ein Sport­wa­gen will der Kia nicht sein – auch wenn sei­ne Brem­bo-Stop­per die Stra­pa­zen der be­rüch­tig­ten Ei­fel-Test­stre­cke klag­los ver­kraf­ten. Bis zum Eu­ro­pa-Start tüf­teln die Ent­wick­ler jetzt noch am Set­ting des Mo­dus Sport+ im Fahr­pro­gramm-Me­nü und an der Be­rei­fung (Con­ti Spor­tCon­tact5). Der Rest ist se­ri­en­reif, und das Au­to fühlt sich be­reits sehr har­mo­nisch an. Das Rau­m­an­ge­bot ist gut, die Ma­te­ri­al­aus­wahl wirkt wer­tig, die Spit­ze von 270 km/ h er­scheint glaub­wür­dig: Auf der Döt­tin­ger Hö­he zeig­te der Ta­cho 255 – aber da geht noch was …

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