Deut­li­che Nach­tei­le

An­hal­ten­der SUV-Boom

AUTO ZEITUNG - - VERGLEICH · AMERIKANISCHE V8-CABRIOLETS -

Wie vie­le an­de­re Au­to­zeit­schrif­ten wid­men auch Sie ei­nen gro­ßen Teil dem The­ma SUV. Dies ist wohl dem ak­tu­el­len Trend ge­schul­det, den ich we­gen der zahl­rei­chen Nach­tei­le die­ser Fahr­zeu­ge nicht nach­voll­zie­hen kann, als da wä­ren: hö­he­res Ge­wicht, hö­he­rer Schwer­punkt, grö­ße­re Stirn­flä­che, schlech­te­re Ae­ro­dy­na­mik, ge­rin­ge­re Fahr­leis­tun­gen, hö­he­rer Ver­brauch, schlech­te­res Hand­ling, schlech­te­re Brems­leis­tung, hö­he­rer Ver­schleiß. Selbst die von SUVFans häu­fig an­ge­führ­ten „Vor­tei­le“wie bes­se­re Über­sicht­lich­keit, bes­se­re Eig­nung als Zug­fahr­zeug und ver­meint­li­che Ge­län­de­gän­gig­keit kann ich nicht be­stä­ti­gen: Die in un­se­rem Be­kann­ten­kreis ge­fah­re­nen SUV ver­fü­gen größ­ten­teils über Vor­der­rad­an­trieb, und kei­ner da­von hat je­mals ei­nen 3,5-Ton­nen-An­hän­ger an den Ha­ken ge­nom­men. Der von mei­ner Gat­tin be­weg­te Vol­vo XC 60 ist im Ver­gleich zu mei­nem BMW 3er Tou­ring so­wohl we­sent­lich un­hand­li­cher als auch we­sent­lich un­über- sicht­li­cher: Spe­zi­ell vorn rechts ver­schwin­det al­les in ei­nem riesigen to­ten Win­kel. Die an sich wun­der­schö­nen Ser­pen­ti­nen­stre­cken der fran­zö­si­schen See­al­pen ge­rie­ten so zu ei­nem un­ver­gleich­li­chen Blind­flug. Al­les in al­lem muss man al­so ob­jek­tiv fest­stel­len, dass SUV ge­gen­über nor­ma­len Pkw nur Nach­tei­le ha­ben. Chris­toph Pott­hast Horn-Bad Mein­berg

In Ih­rem Kom­men­tar zu den neu­en SUV sind Sie der An­sicht, dass der Markt die Ant­wort dar­auf gibt, ob wir all die neu­en SUV brau­chen. Aber: Nicht al­les, was der Markt mag und macht, ist sinn­voll, gut durch­dacht und lang­fris­tig so­zi­al­ver­träg­lich. Statt hier die Ener­gie in so un­sin­ni­ge Pro­jek­te wie ein AMG-SUV mit über 800 PS zu ste­cken, die man­che dank der heu­ti­gen „ICH-ICH-ICH“-Men­ta­li­tät wohl brau­chen, um ihr Ego zu stär­ken, soll­te man die­se in neue re­le­van­te An­triebs­tech­no­lo­gi­en in­ves­tie­ren. Auch au­to­no­mes Fah­ren und Touch­screens sind we­nig sinn­voll. Ich lie­be ei­gent­lich Au­tos, aber was bei Ent­wick­lung und Fort­schritt – spe­zi­ell bei den deut­schen Her­stel­lern –, ge­ra­de pas­siert, geht völ­lig in die fal­sche Rich­tung und be­deu­tet eher das En­de des Au­to­mo­bils auf lan­ge Sicht denn ei­ne zu­kunfts­träch­ti­ge Bran­che. Martin Koob Giessen

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